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Der neue Specialized Tactic 4 bietet ein MIPS-System und kommt in drei Größen sowie sechs Farben für 120 € auf den Markt.
Der neue Specialized Tactic 4 bietet ein MIPS-System und kommt in drei Größen sowie sechs Farben für 120 € auf den Markt.
Der Tactic 4 unterscheidet sich optisch deutlich vom Vorgänger.
Der Tactic 4 unterscheidet sich optisch deutlich vom Vorgänger. - An der Front befinden sich insgesamt 7 Öffnungen, wobei in der Mitte eine große geschlossene Fläche ist.
Das futuristische Heck mit weiteren sechs Öffnungen erinnert etwas an die Sturmtruppen aus Star Wars.
Das futuristische Heck mit weiteren sechs Öffnungen erinnert etwas an die Sturmtruppen aus Star Wars.
Die Belüftungsöffnungen sollen für einen konstanten Luftstrom um den Kopf herum sorgen.
Die Belüftungsöffnungen sollen für einen konstanten Luftstrom um den Kopf herum sorgen.
Neben unserem grau-roten Testhelm sind auch noch schlichtere, einfarbige Designs verfügbar.
Neben unserem grau-roten Testhelm sind auch noch schlichtere, einfarbige Designs verfügbar.
Das neue Visier ist nicht mehr verstellbar, fliegt bei einem Sturz jedoch einfach vom Helm ab.
Das neue Visier ist nicht mehr verstellbar, fliegt bei einem Sturz jedoch einfach vom Helm ab.
Es setzt nun ziemlich weit hinten am Kopf an und wurde weit nach vorne und unten gezogen.
Es setzt nun ziemlich weit hinten am Kopf an und wurde weit nach vorne und unten gezogen.
Die Weite lässt sich über dieses unauffällige Drehrädchen verstellen.
Die Weite lässt sich über dieses unauffällige Drehrädchen verstellen.
Mit spitzen Fingern kann man außerdem einstellen, wie weit der Helm den Kopf hinten umschließen soll.
Mit spitzen Fingern kann man außerdem einstellen, wie weit der Helm den Kopf hinten umschließen soll.
Das Angi-System ist optional erhältlich, aber nicht mehr im Lieferumfang enthalten.
Das Angi-System ist optional erhältlich, aber nicht mehr im Lieferumfang enthalten.
Die Polster wirken hochwertig und lassen sich leicht entnehmen.
Die Polster wirken hochwertig und lassen sich leicht entnehmen.
Die Brille lässt sich einfach unter dem Visier in den Belüftungsöffnungen verstauen.
Die Brille lässt sich einfach unter dem Visier in den Belüftungsöffnungen verstauen.
Der Sitz des Specialized Tactic 4 ist wirklich hervorragend
Der Sitz des Specialized Tactic 4 ist wirklich hervorragend - über das SBC-System lässt er sich gut einstellen und drückt oder rutscht nicht.
Bergab überzeugt der Specialized-Helm mit einem sicheren Sitz.
Bergab überzeugt der Specialized-Helm mit einem sicheren Sitz.
Das Visier fällt zwar sehr groß aus, fängt aber auch weit hinten an.
Das Visier fällt zwar sehr groß aus, fängt aber auch weit hinten an. - Ein verstellbares Visier wäre meines Erachtens etwas praktischer und würde der Optik nicht schaden.
Der Specialized Ambush ist leicht und exzellent belüftet
Der Specialized Ambush ist leicht und exzellent belüftet - er sitzt allerdings nicht so sicher wie der neue Tactic 4.
Der POC Kortal ist wesentlich teurer, überzeugt jedoch mit einem kantigen, modernen Look.
Der POC Kortal ist wesentlich teurer, überzeugt jedoch mit einem kantigen, modernen Look. - Dafür drückt auch er etwas mehr als der Tactic 4 und verrutscht auf meinem Kopf recht häufig.
Für 120 € bietet der neue Specialized Tactic 4 jede Menge Features und überzeugt mit einer guten Verarbeitung und sicherem Sitz.
Für 120 € bietet der neue Specialized Tactic 4 jede Menge Features und überzeugt mit einer guten Verarbeitung und sicherem Sitz.

Specialized Tactic 4 Helm im Test: Specialized ist nicht nur als Hersteller hochwertiger Mountainbikes bekannt, sondern bietet auch eine umfassende Palette an Komponenten und Zubehör an. Zum Saisonende 2021 stellen die Amerikaner nun ihren neuen Specialized Tactic 4-Trail-Helm. Wir konnten ihn bereits gründlich ausprobieren.

Specialized Tactic 4 Helm: Infos und Preise

Mit dem Specialized Ambush hatten die US-Amerikaner lange Jahre einen leichten und beliebten MTB-Helm im Angebot, der die Latte für den neuen Tactic 4 ordentlich hochgelegt hat. Auch das neue Modell richtet sich an Trail-Enthusiasten und soll mit einer guten Belüftung und vielen Features überzeugen. Dazu gehören das SBC-System zur Weitenanpassung und natürlich MIPS – ein verstellbares Visier hingegen sucht man vergeblich. Auch das Angi-System, das bei einem Sturz einen Kontakt informieren soll, wurde eingespart. Das macht sich im Preis bemerkbar, der mit 120 € deutlich günstiger als beim Ambush ausfällt.

  • Größen S, M, L
  • Farben Black, White, Dove Gray, Oak Green, Doppio, Cast Blue
  • Sicherheit NTA8776-zertifiziert (niederländischer E-Bike-Standard), MIPS-System, wegbrechendes Visier
  • Gewicht 389 g (Größe M, gewogen)
  • www.specialized.com
  • Preis 120 € (UVP) | Bikemarkt: Specialized Tactic 4 kaufen
Der neue Specialized Tactic 4 bietet ein MIPS-System und kommt in drei Größen sowie sechs Farben für 120 € auf den Markt.
# Der neue Specialized Tactic 4 bietet ein MIPS-System und kommt in drei Größen sowie sechs Farben für 120 € auf den Markt.
Diashow: Neuer Specialized Tactic 4 im Test: Taktisch auf dem Trail
Der POC Kortal ist wesentlich teurer, überzeugt jedoch mit einem kantigen, modernen Look.
Der neue Specialized Tactic 4 bietet ein MIPS-System und kommt in drei Größen sowie sechs Farben für 120 € auf den Markt.
Der Tactic 4 unterscheidet sich optisch deutlich vom Vorgänger.
Das futuristische Heck mit weiteren sechs Öffnungen erinnert etwas an die Sturmtruppen aus Star Wars.
Es setzt nun ziemlich weit hinten am Kopf an und wurde weit nach vorne und unten gezogen.
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Im Detail

Bisher waren die Specialized-Helme eher für ihr schlichtes und reduziertes Design bekannt – der Tactic 4 läutet nun eine andere Ära ein! Der Halbschalen-Helm kommt um einiges dynamischer und moderner als bisherige Modelle daher und setzt auf viele stromlinienförmige und unregelmäßige Belüftungsöffnungen. Ganze sieben Öffnungen an der Front sollen für einen kühlen Kopf sorgen – heraus kann die Luft durch sechs Öffnungen am Heck. Vier weitere gibt’s seitlich und obendrauf. In der Mitte hingegen ist eine ziemlich große, blanke Fläche ganz ohne Lüftungslöcher. Der Vorgänger Ambush war da wesentlich filigraner und auch fast 90 g leichter.

Der Tactic 4 unterscheidet sich optisch deutlich vom Vorgänger.
# Der Tactic 4 unterscheidet sich optisch deutlich vom Vorgänger. - An der Front befinden sich insgesamt 7 Öffnungen, wobei in der Mitte eine große geschlossene Fläche ist.
Das futuristische Heck mit weiteren sechs Öffnungen erinnert etwas an die Sturmtruppen aus Star Wars.
# Das futuristische Heck mit weiteren sechs Öffnungen erinnert etwas an die Sturmtruppen aus Star Wars.
Die Belüftungsöffnungen sollen für einen konstanten Luftstrom um den Kopf herum sorgen.
# Die Belüftungsöffnungen sollen für einen konstanten Luftstrom um den Kopf herum sorgen.
Neben unserem grau-roten Testhelm sind auch noch schlichtere, einfarbige Designs verfügbar.
# Neben unserem grau-roten Testhelm sind auch noch schlichtere, einfarbige Designs verfügbar.

Das auffälligste Feature des Specialized Tactic 4 ist wohl das ziemlich große und dominante Visier an der Front. Dieses soll Luft an den Kopf leiten, lässt sich nun jedoch nicht mehr verstellen und ist stattdessen fest an den Helm geclipst. Zum Reinigen kann man es jedoch leicht lösen. Und auch bei einem Sturz fliegt es einfach ab, anstatt sich zu verhaken. Im Fall der Fälle soll auch das MIPS-System im Inneren die Sicherheit erhöhen, da es eine gewisse Rotation des Helms um den Kopf erlaubt und so Rotationskräfte auf Kopf und Nacken reduzieren soll.

Das neue Visier ist nicht mehr verstellbar, fliegt bei einem Sturz jedoch einfach vom Helm ab.
# Das neue Visier ist nicht mehr verstellbar, fliegt bei einem Sturz jedoch einfach vom Helm ab.
Es setzt nun ziemlich weit hinten am Kopf an und wurde weit nach vorne und unten gezogen.
# Es setzt nun ziemlich weit hinten am Kopf an und wurde weit nach vorne und unten gezogen.

Der Helm ist in mehreren Größen lieferbar, lässt sich jedoch über das sogenannte SBC-System an die eigene Kopfform anpassen. Ein kaum sichtbares Drehrädchen am Heck justiert die Weite. Außerdem lässt sich einstellen, wie tief der Helm den Hinterkopf umschließen soll, was ein sehr nützliches und bereits vom Ambush bekanntes Feature ist. Auch wenn der Angi-Sensor nicht mehr Teil des Lieferumfangs ist, lässt er sich weiterhin dazukaufen und am Helm anbringen. Das System soll Stürze registrieren, Alarm schlagen und über das Smartphone eine Kontaktperson benachrichtigen.

Die Weite lässt sich über dieses unauffällige Drehrädchen verstellen.
# Die Weite lässt sich über dieses unauffällige Drehrädchen verstellen.
Mit spitzen Fingern kann man außerdem einstellen, wie weit der Helm den Kopf hinten umschließen soll.
# Mit spitzen Fingern kann man außerdem einstellen, wie weit der Helm den Kopf hinten umschließen soll.
Das Angi-System ist optional erhältlich, aber nicht mehr im Lieferumfang enthalten.
# Das Angi-System ist optional erhältlich, aber nicht mehr im Lieferumfang enthalten.

Praktisch ist, dass der Specialized Tactic 4 nur noch drei große, aber schlanke Polster hat, die sich über Klettverschlüsse zum Waschen entfernen lassen. Weniger Kleinteile mindern natürlich die Gefahr, eins davon zu verlieren. Der Halbschalen-Helm soll sowohl mit Sportbrillen als auch mit Goggles kompatibel sein – Brillen lassen sich bergauf auch in den vorderen Belüftungsöffnungen verstauen.

Die Polster wirken hochwertig und lassen sich leicht entnehmen.
# Die Polster wirken hochwertig und lassen sich leicht entnehmen.
Die Brille lässt sich einfach unter dem Visier in den Belüftungsöffnungen verstauen.
# Die Brille lässt sich einfach unter dem Visier in den Belüftungsöffnungen verstauen.

Auf dem Trail

Ich konnte mit dem Tactic 4 bereits einige ausgiebige Trailtouren im Spätsommer und Herbst drehen. Mit 59 cm Kopfumfang habe ich mich für Größe M entschieden – diese präferiere ich auch beim Ambush. Generell finde ich, dass die Specialized-Halbschalen-Helme eher etwas groß ausfallen. Die Anpassung über das SBC-System ist sehr gelungen und praktisch. Die Form des Specialized Tactic 4 ist eher rund, was eigentlich nicht perfekt zu meinem länglichen Kopf samt hoher Stirn passt. So konnte ich jedoch das SBC-System am Heck weit herausziehen und siehe da: Der Helm passt auf einmal ohne zu drücken und wie angegossen. Nur der Teil des Kinnriemens, der hinter dem Ohr langläuft, berührt dieses leicht und lässt sich leider auch nicht verstellen.

Der Sitz des Specialized Tactic 4 ist wirklich hervorragend
# Der Sitz des Specialized Tactic 4 ist wirklich hervorragend - über das SBC-System lässt er sich gut einstellen und drückt oder rutscht nicht.

Auch qualitativ weiß der Tactic 4 zu überzeugen. Polster, Schaum und Hülle wirken hochwertig verarbeitet. Das Drehrädchen am Heck lässt sich leicht bedienen. Nur die vertikale Verstellung ist etwas fummelig. Sie ist hinter der MIPS-Folie versteckt und braucht Fingerspitzengefühl. Bei unserem Test-Helm in Farbe Dove Grey gab es minimale Farbunterschiede zwischen Helm und Visier – letzteres war minimal dunkler.

In schweißtreibenden Auffahrten ist die Verstaumöglichkeit der Brille (in meinem Fall: Oakley Jawbreaker-Test) praktisch – diese sitzt unter dem Visier sicher und stört nicht. Am besten hält man dafür jedoch an und friemelt die Brille mit zwei Händen an Ort und Stelle. Mit einer Hand während der Fahrt habe ich oft mit verschwitzten Fingern auf dem Glas rumgetatscht, was nicht optimal ist. Die Belüftung ist bergauf absolut in Ordnung, allerdings war es während meiner Testrunden bereits recht herbstlich und kühl. Es gibt definitiv Helme, mit denen man einen kühleren Kopf bewahrt. Einen krassen Wärmestau konnte ich jedoch genauso wenig feststellen wie übermäßig viel Schweißfluss in die Augen.

Bergab überzeugt der Specialized-Helm mit einem sicheren Sitz.
# Bergab überzeugt der Specialized-Helm mit einem sicheren Sitz.

Bergab überzeugt der Specialized Tactic 4 mit einem exzellenten Sitz. Auch in noch so harten Kompressionen, wenn der Kopf unfreiwillig nach vorne nickt und die Sicht verschwimmt, sitzt der Halbschalen-Helm sicher und verrutscht gar nicht bis kaum. Das riesige Visier kratzt bei mir nur minimal am Rand des Sichtfelds. Persönlich würde ich mir jedoch ein verstellbares Visier wünschen. Zum einen, weil ich ein weiter nach oben gerichtetes und kürzeres Visier wesentlich schöner finde, zum anderen, weil ich mir dieses bei Feierabend-Fahrten im Abendlicht gerne sehr weit runterstelle, um etwas Sonne von den Augen fernzuhalten.

Das Visier fällt zwar sehr groß aus, fängt aber auch weit hinten an.
# Das Visier fällt zwar sehr groß aus, fängt aber auch weit hinten an. - Ein verstellbares Visier wäre meines Erachtens etwas praktischer und würde der Optik nicht schaden.

Im Vergleich

Spannend ist natürlich vor allem der Vergleich mit dem Specialized Ambush, den ich die letzten Jahre die meiste Zeit auf dem Kopf hatte. Der Ambush ist spürbar leichter als der neue Tactic 4 und bergauf auch wesentlich besser belüftet. Auch das verstellbare Visier gefällt mir ziemlich gut und wenn ich ehrlich bin, mag ich den Style mehr: Das weit oben ansetzende und schmal zulaufende Visier des Tactic passt nicht so richtig zu meinem Kopf. Allerdings lässt sich die Brille am Tactic besser verstauen und vor allem der Sitz überzeugt: Bergab musste ich den leichten Ambush meist recht fest ziehen, damit er auf harten Abfahrten nicht verrutscht. Der Tactic sitzt bequemer und lockerer, rutscht aber nicht. Dazu kommt, dass der Helm durch den Verzicht auf das wohl nicht übermäßig verbreitete Angi-System deutlich günstiger ist. Wem also die Optik zusagt, der kann beherzt zum neuen Specialized Tactic 4 greifen.

Der Specialized Ambush ist leicht und exzellent belüftet
# Der Specialized Ambush ist leicht und exzellent belüftet - er sitzt allerdings nicht so sicher wie der neue Tactic 4.
Der POC Kortal ist wesentlich teurer, überzeugt jedoch mit einem kantigen, modernen Look.
# Der POC Kortal ist wesentlich teurer, überzeugt jedoch mit einem kantigen, modernen Look. - Dafür drückt auch er etwas mehr als der Tactic 4 und verrutscht auf meinem Kopf recht häufig.

Der POC Kortal-Helm ist selbst ohne MIPS-System ganze 80 € teurer als der Specialized Tactic 4 und nur etwa 25 g leichter. Mit MIPS kommen noch mal 50 € und 35 g dazu. Dafür bietet er mehr Belüftungsöffnungen und bergauf einen leicht kühleren Kopf. Die Brille lässt sich bei POC am Heck verstauen, sitzt dann allerdings nicht ganz so sicher. Das verstellbare Visier ist praktisch, allerdings ziemlich flexibel und verbiegt bei falscher Lagerung gerne mal – da ist das Specialized-Pendant deutlich stabiler. In meinem Fall sitzt der Specialized Tactic 4 um einiges sicherer und bequemer – der POC Kortal verrutscht bei harten Landungen gerne mal etwas in die Stirn und drückt auch etwas mehr.

Fazit – Specialized Tactic 4

Specialized arbeitet weiter fleißig am Update des Equipment-Portfolios. Der neue Tactic 4-Trail-Helm kann vor allem mit einem sehr sicheren und bequemen Sitz überzeugen. Für einen Preis von 120 € bietet er mit MIPS und dem hauseigenen Verstellsystem zudem viele gute Features und wirkt hochwertig verarbeitet. Nur das große Visier kann weder im Praxis-Test noch in der Style-Wertung abräumen.

Pro
  • sehr sicherer und bequemer Sitz
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • gute Verarbeitung
Contra
  • feststehendes Visier wird nicht jedem gefallen
Für 120 € bietet der neue Specialized Tactic 4 jede Menge Features und überzeugt mit einer guten Verarbeitung und sicherem Sitz.
# Für 120 € bietet der neue Specialized Tactic 4 jede Menge Features und überzeugt mit einer guten Verarbeitung und sicherem Sitz.

Was hältst du von den Änderungen an Specializeds Halbschalen-Helm?


Warum MTB-News Helme nicht auf dem Prüfstand testet

Jeder Helm muss verschiedene Tests und Normen bestehen, bevor er auf dem europäischen Markt verkauft werden darf. Die Praxisrelevanz dieser Normen, bei denen die Helme nach einem standardisierten Verfahren auf einem Prüfstand getestet werden, wird teilweise kontrovers diskutiert. Um eine Verkaufserlaubnis für den europäischen Markt zu erhalten, müssen Fahrradhelme bestimmte Standards erfüllen.

Hierzulande besonders relevant ist die Prüfnorm DIN EN 1078. Bei dieser Norm fällt der Helm – inklusive Prüfkopf, dessen Masse zwischen 3,1 und 6,1 kg beträgt – zunächst aus einer Höhe von etwa 150 cm mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 19,5 km/h auf eine Stahlplatte. Anschließend fällt der Helm aus einer Höhe von circa 110 cm auf ein dachförmiges Ziel. Die Aufprallgeschwindigkeit beträgt hier 16,5 km/h. Im Prüfkopf befindet sich ein Sensor, der die Beschleunigung misst. Liegt diese unter 250 g, gilt der Test als bestanden und die Norm ist erfüllt.

Die Hersteller der Helme kommunizieren nur, wenn der Helm den Test bestanden hat – nicht jedoch mit einem konkreten Prüfergebnis. Die schwedische Versicherung Folksam hat 2015 mit einem aufwändigen Versuchsaufbau mehrere Helme auf dem Prüfstand getestet und anschließend die Ergebnisse veröffentlicht. Studien aus dem American Football zeigen, dass Gehirnerschütterungen ab einer Einwirkung von 60 bis 100 g auftreten können. Bei einer Einwirkung von 250 g – also dem Höchstwert, den ein Helm bei der DIN EN 1078 aufweise darf – liegt ein 40-prozentiges Risiko für eine Schädelfraktur vor.

Bei unserem MTB Helm Test haben wir uns gegen einen Test auf dem Prüfstand entschieden. Dieses Thema haben wir vorab redaktionsintern diskutiert und uns dabei unter anderem folgende Fragen gestellt:

  • Simuliert man auf dem Prüfstand nur die beiden Situationen, die auch für die Erfüllung der DIN EN 1078-Norm relevant sind?
  • Wie relevant ist ein Aufprall aus einer Höhe von 150 cm mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 19,5 km/h auf eine Stahlplatte für einen Trail- oder Enduro-Helm?
  • Und wie relevant ist ein Aufprall aus einer Höhe von 110 cm auf ein dachförmiges Ziel für einen Trail- oder Enduro-Helm?
  • Sollte man nicht auch die auf den Kopf einwirkenden Rotationskräfte messen?
  • Wie simuliert man im Labor einen bei einer Trailfahrt typischen Sturz?
  • Müsste man nicht mehrere Ausführungen ein und desselben Helmes auf dem Prüfstand testen, um eine Serienstreuung auszuschließen?
  • Wie, wo und wann testet man?
  • Wie viel Schutz bietet ein Helm, der im Labor hervorragend funktioniert, in der Praxis aber schlecht auf dem eigenen Schädel sitzt?
  • Wie viele Helme müsste uns eigentlich jeder Hersteller zuschicken, damit wir jedes der 13 Modelle sinnvoll im Labor und auf dem Trail testen können?

Die Antwort auf die Frage, weshalb wir die Helme nicht im Labor auf dem Prüfstand getestet haben, ist also komplexer, als man zunächst annehmen würde. Unter idealen Bedingungen hätten wir natürlich gerne jeden Helm auch hinsichtlich seiner konkreten Schutzwirkung möglichst objektiv, reliabel und valide getestet. Generell begrüßen wir es, wenn die Hersteller der Helme den Fokus vor allem auf sicherheitsrelevante Aspekte legen und würden uns eine praxisrelevante Überarbeitung der aktuell für Trail- und Enduro-Helme notwendigen DIN EN 1078 wünschen.

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Weitere aktuelle Tests von MTB-Helmen findest du hier:

  1. benutzerbild

    2wheelfun

    dabei seit 10/2004

    Crash replacement kostet auch oder
  2. benutzerbild

    null-2wo

    dabei seit 04/2011

    crash replacement gibts bei schbeschiälaized auch. hab ich schon vier- oder fünfmal in anspruch genommen smilie
  3. benutzerbild

    2wheelfun

    dabei seit 10/2004

    nachgelesen: 50%.
    Warum sollte ich irgendeinen Cent für ein Teil, dass ich nicht gecrasht habe, sondern einfach mangelnde Qualität ist, bezahlen?! Und bei dem Helm wären das ca. 60-80 €. Dem schlechten, noch gutes Geld hinterher werfen? Sicher nicht. In allen Punkten war BELL bzw. Grofa nicht zugänglich. Das war deren einzige Option.
    naja, hat sich ausgeBELLt!
  4. benutzerbild

    domodossola

    dabei seit 05/2014

    der Helm erinnert mich irgendwie an die schicken Frisuren in Kaurismäkis Leningrad Cowboys ...
  5. benutzerbild

    Geniusbiker

    dabei seit 07/2006

    Gestern erhalten und heute gleich ausprobiert: Tactic 4 in Farbe Doppio und Größe M. Zumindest für meinen Schädel ist der Helm perfekt. Super Passform, sehr bequem, tadellos verarbeitet. Ich besitze auch den Ambush Angi Mips, von dem ich auch absolut überzeugt bin. Der Tactic 4 fühlt sich minimal schwerer an, sitzt nach meinem persönlichen Empfinden aber noch einen Tick besser. Klasse Helm!

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