Der französische Triumphzug der Mountainbiker bei Weltmeisterschaften geht weiter! In Leuven (Belgien) sicherten sich Isaure Medde und Titouan Perrin-Ganier die Titel in der Sprintdisziplin. Simon Gegenheimer präsentierte sich in starker Verfassung und gewann Silber.

Damen: Millimeter entscheiden über Gold und Silber

Das Finale der Damen kann wohl getrost als eine der spannendsten Eliminator-Entscheidungen der Geschichte betitelt werden. Isaure Medde und Titelverteidigerin Gaia Tormena aus Italien überquerten mit so kurzem Abstand die Ziellinie, dass es mehrere Minuten dauerte bis die Französin Medde nach unzähligen Auswertungen der Zielfotos schließlich zur neuen Weltmeisterin erklärt wurde.

Der Reihe nach: Die Qualifikationsschnellste dieser Weltmeisterschaften war Anne Terpstra. Die Ghost-Fahrerin, entschied sich nach Beendigung ihrer erfolgreichen XC-Saison auf einen kurzen Abstecher zu den Sprintspezialistinnen. Die Niederländerin meißelte auf dem Innenstadtkurs, der nicht sonderlich viele Überholmöglichkeiten bot, zunächst die Bestzeit in das belgische Kopfsteinpflaster. Die deutschen Starterinnen Marion Fromberger und Clara Brehm belegten die Plätze sieben bzw. neun und waren somit ebenfalls für die Heats qualifiziert.

Brehm und Fromberger schafften anschließend den Sprung in die Halbfinals, genauso wie Top-Favoritin Gaia Tormena, die sich letzte Woche am Monte Tamaro bei der EM den Titel sichern konnte. In den Semi Finals mussten dann die beiden Deutschen allerdings die Segel streichen und qualifizierten sich fürs Kleine Finale. Das Duo belegte darin die Plätze zwei und drei was in der Endabrechnung den Rängen sechs und sieben gleichkam. Anne Terpstra, die ebenfalls im Kleinen Finale dabei gewesen wäre, verzichtete auf einen Start und wurde somit auf Platz acht gewertet.

Im Finale ging es anschließend allerdings heiß her. Die junge Italienerin Tormena setzte sich zunächst an die Spitze und dominierte das Rennen bis zur Zielgerade, als plötzlich Isaure Medde rechts neben ihr auftauchte und nach Auswertung der Zielfotos ihr Rad wenige Millimeter vor ihrer Konkurrentin über die Ziellinie schob. Die Entscheidung war derart knapp, dass die Rennkommissare mehrere Minuten benötigten um die Bilder auszuwerten. Tormena zeigte sich im Ziel als sehr faire Verliererin: „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. Glückwunsch an Isaure. Es war ein hartes Rennen aber ein sehr fairer Sprint.“ Auf Rang drei landete Fem van Empel aus den Niederlanden vor ihrer Landsfrau Didi de Vries.

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Herren: Gegenheimer führt lange und holt Silber

Der WM-Titel für Simon Gegenheimer war zum Greifen nahe, doch am Ende musste sich der deutsche Sprint-Spezialist mit Silber zufrieden geben. Den Sieg sicherte sich zum vierten Mal in Folge der Franzose Titouan Perrin-Ganier.

In der Qualifikation ließ zunächst Lorenzo Serres die Muskeln spielen und sorgte für die schnellste Zeit, dicht gefolgt von den beiden Schweden Joel Burman und Anton Olstam. Simon Gegenheimer war als Sechster souverän für die Heats qualifiziert.

Der 31-jährige Gegenheimer, der schon mehrere Weltcupsiege in der Spritdisziplin verbuchen konnte, arbeitete sich souverän und jeweils als Schnellster seines Heats bis ins Finale. Dort angekommen, traf er auf Titelverteidiger Perrin-Ganier sowie den Erst- und Drittplatzierten aus der Quali, Serres und Olstam. Der Deutsche erwischte einen starken Start und setzte sich direkt an die Spitze. An dessen Hinterrad klebte aber zu jeder Zeit Titouan Perrin-Ganier, der zwar einen starken Eindruck hinterließ, aufgrund der wenigen Überholmöglichkeiten allerdings auch erstmal eine Lücke finden musste, um Gegenheimer Paroli bieten zu können. Und so führte der vierfache deutsche Meister das Rennen 1,5 von zwei zu fahrenden Runden in der Innenstadt von Leuven an, ehe Perrin-Garnier doch noch eine Möglichkeit fand am Deutschen vorbei zu sprinten und sich schließlich die vierte Goldmedaille in Folge bei einer XCE-WM zu sichern. Silber ging an Gegenheimer vor Anton Olstam aus Schweden.

„Ich habe alles gegeben“, berichtet ein nicht restlos zufriedener Simon Gegenheimer im Ziel. „Im Finale war ich so nah am Titel wie noch nie. Wenn man 1,5 Runden lang führt, will man natürlich auch gewinnen. Das Ziel war auch der Titel, deshalb bin ich zwar happy mit der Medaille, aber ich habe schon auch vom Sieg geträumt.“ Den WM-Titel abgeschrieben hat der 31-Jährigen auf jeden Fall noch nicht: „Ich komme nächstes Jahr wieder und werde dann eben versuchen das Regenbogentrikot zu holen.“

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