Canyon plant Stellenabbau Stellungnahme der IG Metall Koblenz

Nachdem Canyon einen Stellenabbau von etwa 20 % der weltweiten Belegschaft angekündigt hat, reagiert jetzt die IG Metall Koblenz mit einer Stellungnahme – die Abbaupläne werden zur Kenntnis genommen, allerdings wird bezweifelt, dass der Umfang des geplanten Stellenabbaus gerechtfertigt ist.
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Die IG Metall Koblenz kritisiert die angekündigten Personalabbaupläne beim Fahrradhersteller Canyon und äußert Zweifel an der Notwendigkeit und dem Umfang der geplanten Stellenstreichungen. Zwar erkennt die Gewerkschaft den wirtschaftlichen Anpassungsdruck in der Fahrradbranche an, fordert jedoch mehr Transparenz zu den Zielen und zur Berechnungsgrundlage der Abbauzahlen. Gemeinsam mit dem Betriebsrat sollen die Pläne nun detailliert geprüft und mögliche Alternativen zum Stellenabbau entwickelt werden. Zudem ist eine Betriebsversammlung am Standort Koblenz geplant, nach der sich Gewerkschaft und Betriebsrat erneut öffentlich äußern wollen.

Die Stellungnahme der IG Metall Koblenz im Original:

Personalabbaupläne bei CANYON – IG Metall nimmt Stellung

21.01.2026 | Nach der Ankündigung eines Personalabbaus durch die Geschäftsführung von Canyon, nimmt die IG Metall wie folgt Stellung:

„Die IG Metall Koblenz nimmt die Stellenabbaupläne von Canyon zur Kenntnis. Uns ist bewusst, dass die Branche Überkapazitäten hat und ein gewisser Anpassungsdruck vorhanden ist. Wir sind noch nicht davon überzeugt, dass der genannte geplante Abbau in dieser Höhe notwendig ist.“ so Ali Yener, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Koblenz. „Es ist gut, dass der Gründer und aktuelle Executive Chairman von Canyon, Roman Arnold, sich zu seiner Heimat und damit zum Standort Koblenz bekennt. Dennoch soll gerade hier in unserer Region jeder vierte Arbeitsplatz bei Canyon wegfallen. Wir unterstützen grundsätzlich alle Unternehmen in unserer Region dabei, wettbewerbsfähig zu sein und flexibel am Markt zu agieren. Dazu müssen wir zunächst wissen, welche Ziele genau mit der Maßnahme verbunden sind. Geht es um Renditeziele, oder darum Canyon auf die aktuellen und erwartbaren Marktbedingungen einzustellen.“

Markus Friedel, Erschließungssekretär und IG Metall Betreuer bei Canyon: „Im nächsten Schritt werden wir die Pläne gemeinsam mit dem Betriebsrat besprechen. Wir müssen wissen, wie die Zahl der 320 Stellen zustande kommt und welche Bereiche betroffen sein sollen. Unser Ziel wird es sein, Alternativen zum Personalabbau und Perspektiven für die betroffenen Beschäftigten zu entwickeln.“

In der kommenden Woche findet auf Einladung des Betriebsrates, eine Betriebsversammlung für den gesamten Standort Koblenz statt. Danach werden sich der Betriebsrat und die IG Metall gemeinsam öffentlich äußern und zu einem Pressegespräch einladen.

Canyon Bicycles ist ein führender deutscher Fahrradhersteller mit Sitz in Koblenz. Das Unternehmen setzt seit Jahren Maßstäbe in der Fahrradbranche, die hochwertigen Fahrräder wurden bisher im Direktvertrieb angeboten. Canyon hat aktuell ca. 1200 Beschäftigte in der Region Koblenz.

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Infos und Bild: IG Metall Koblenz

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32 Kommentare

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  1. Gewerkschaften sind grundsätzlich super. Aber gerade die IGM ist komplett aus der Zeit gefallen. Zu groß, zu träge, zu unflexibel.

    Da wird stumpf an uralten Strukturen festgehalten. Den Strukturwandel in der Industrie haben die komplett verpennt.

  2. ??? Geht es hier um eine Gewerkschaft oder um ein Unternehmen das durch Fehler im Management in die Kriese gerauscht ist? Von allem noch mehr und größer .
    Und jetzt sollen die Mitarbeiter dafür geradestehen.

  3. ??? Geht es hier um eine Gewerkschaft oder um ein Unternehmen das durch Fehler im Management in die Kriese gerauscht ist? Von allem noch mehr und größer .
    Und jetzt sollen die Mitarbeiter dafür geradestehen.
    Den Artikel hast du scheinbar wohl nicht gelesen.

    Um die Stellungnahme der IG Metall Koblenz, steht doch in der Überschrift.
  4. ??? Geht es hier um eine Gewerkschaft oder um ein Unternehmen das durch Fehler im Management in die Kriese gerauscht ist? Von allem noch mehr und größer .
    Und jetzt sollen die Mitarbeiter dafür geradestehen.
    Kann man auch anders sehen...
    die betroffenen Mitarbeiter haben in den letzten Jahren durchaus persönlich auch von dem Boom und den Ideen/Träumen des Management profitiert.
    Hätte es eins oder beides nicht gegeben, wäre die Belegschaft sicherlich nicht von rund 800 auf 1600 aufgestockt worden.
    Jetzt ist der Boom vorbei und es bleibt bei den Absatzzahlen schlicht nicht genug Marge je Bike hängen um den (teuren) Personalstamm in der Größe zu halten.
  5. Um aus der rieseige Nachfrage während Corona Gewinn ziehen zu können, hat man neue Mitarbeiter einstellen müssen.
    Jetzt ist Corona vorbei, die Nachfrage im Keller und die Mitarbeiter müssen wieder gehen.
    Wo ist da der Fehler, wenn man im Kapitalismus lebt?

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