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Tommy unterwegs: Mit dem Enduro beim Franken-Bike-Marathon in Trieb

Es war wieder Wochenende. Vorletztes, um genau zu sein. Da ich auf der Trailtrophy in Latsch schwer gestürzt war, musste ich die Trailtrophy im Harz an diesem Wochenende auslassen. Jedoch hatte sich meine Ferse in den beiden letzten Wochen derart stark erholt, dass ich entgegen dem Laufen zumindest beim Radfahren kaum noch Schmerzen empfunden hatte und diese Verfassung bei einem spontanen Marathonrennen bei mir in der Nähe testen wollte. Vielleicht etwas voreilig das Ganze, als ich jedoch von einer separaten Endurowertung auf der Mitteldistanz gehört hatte, konnte ich einfach nicht anders. 2027085 2027091 2027093,2027092 Der Ablauf war ganz normal einem Marathon-Rennen entsprechend. Komplette Zeitnahme über die gesamte Runde der 1400 hm und 48 km. Die einzigen beiden Bedingungen für die Endurowertung waren jedoch: Ein mindestens 15 kg schweres Rad und mindestens 150 mm Federweg. Zwar hatte dies keiner kontrolliert, trotzdem fand ich es eine geniale Idee, unter deren Bedingungen sich das Rennen für mich nach viel Spaß anhörte. Als ich dann noch die Worte meines redheads TEAM-Kollegen Thomas Begert aus dem Gedächtnis fischte, in denen die Wörter „viel“, „Trailanteil“ und „bergab“ enthalten waren, dachte ich mir, dass muss ich ausprobiert haben. Also kurzerhand leichte Laufräder mit leicht laufender Bereifung drauf geschraubt, das Fahrwerk in Druckstufe halbiert und nichts wie ab nach Trieb bei Lichtenfels. Mit 13,1 kg Kampfgewicht am Rad und einer eigentlichen Downhill-Konfiguration bestehend aus FOX-X2-Float-Dämpfer im 29er Specialized Enduro Rahmen ohne große Bedenken einen Marathon in Angriff genommen. 2027086 Warum einen Marathon mit Enduro-Fahrrad fahren? Weil man in den Downhills extremen Spaß hat, wenn man seine Sattelstütze absenken und es mit gewohntem Komfort den Hang hinab laufen lassen kann. Das Hin- und herhüpfen zwischen den dahin rutschenden Leichtsgewichtsfanatikern mit starrer Sattelstütze aus den vorderen Startblöcken während des Überholens gibt zudem extra Gaudi und motiviert für den nächsten Anstieg. Das alles bringt natürlich nur den beschriebenen Spaß, wenn die Abfahrten mit den Wörtern „viel“, „Trailanteil“ und „bergab“ beschrieben werden können. Ein weiterer Vorteil von solchen Endurowertungen ist der, dass ich als wettbewerbseifriger Abhängiger nur ein Rad für alle Formate benötige. Während ich das hier schreibe, fällt mir direkt ein, dass man solch ein Format mit Endurorädern auch im Cross-Country einführen könnte, in denen die Strecken technischer sind und eine abgesenkte Sattelstütze und ein gefedertes Fahrwerk noch mehr zum Tragen kommen würde. 2027087,2027081 Die Mitstreiter in meiner Wertung an diesem Wochenende waren keine Unbekannten: Andy Sollfrank und Thomas Proske vom Team Black sowie Bobby Blitzer vom RC Germania Weißenburg kannte ich bereits von vielen Endurorennen im eigentlichen Sinne. Somit keine leichte Konkurrenz, dachte ich mir. Und tatsächlich konnten diese 3 Herren ein Tempo anstimmen und auch auf den 48 km durchziehen, was ich beeindruckend fand. So landete ich am Ende auf einem für mich sehr zufriedenstellenden 6. Platz in meiner Wertung und war durchweg von der genialen Runde euphorisiert. Mit nur einer Stunde Anfahrt zum Rennen und insgesamt nur ein Tag „off“ von zu Hause eine geniale Ergänzung zu den sonstigen Endurorennen. 2027089,2027088 2027082 2027083,2027084 Ich hoffe, dass wir zukünftig noch mehr von solchen Veranstaltungen sehen werden, in den die Enduristen in einer eigenen Wertung mitfighten dürfen. Mal abgesehen von dem Nichtkontrollieren des Radgewichts und -federweg war die Veranstaltung insgesamt eine tolle Sache. Die Nachmeldung hat reibungslos funktioniert, alles war sehr gut ausgeschildert und auf der Mitteldistanz gab es zwei ausreichende Verpflegungsstationen. Das Wichtigste jedoch war - berghoch gings meistens auf Forstwegen, bergab meistens auf Trails! Ein riesen Lob an den RVC Trieb für einen geilen Franken Bike Marathon. Danke auch an meine Sponsoren Herobikes, FOX Factory Deutschland, Kali und ION für Material, welches sich sogar auf einen Marathon entsprechend ausrichten lässt. beste grüße ride_it! tommy Für mehr Infos zum Event checkt https://www.facebook.com/rvc.frankenbikemarathon Fotos: Sportograf mehr »
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Tommy unterwegs: SSES #1 in Treuchtlingen – Mehr Modder geht nicht!

Saisonauftakt der Specialized SRAM Enduro Serie in Treuchtlingen! Der RC Germania Weißenburg hat mit Enduro in Treuchtlingen wieder eine tolle Veranstaltung abgeliefert, die seinesgleichen sucht. Neue Trails, ein logistisches Meisterwerk, um über 600 Starter ohne Reibung durchzuschleusen und Kehrmaschinen, die heute noch laufen dürften. Denn das Motto dieses Wochenende hieß: Modder ohne Ende, auf den Trails, auf den Straßen rund um Treuchtlingen, am Mensch und am Material, am Sonntag im Rennen noch mehr als am Samstag im Training! Für mich persönlich ebenfalls das erste Rennen dieser Saison, welches gleichzeitig als Rückmeldung über die aktuelle Verfassung und Klarheit über die Qualität des über den Winter absolvierten Trainingsprogramm dienen sollte. Umso ärgerlicher, dass ich mir pünktlich zum Wochenende eine Erkältung eingefangen habe, was sich letztendlich auch in meiner Leistung widerspiegeln sollte. 1995149 1995167,1995162 Megamäßig hatte ich mich auf diesen Event gefreut, da aus den Vorjahren immer wieder mit Neuerungen hinsichtlich neuer Strecken und Rahmenprogramm seitens dem Ausrichter zu rechnen war. Auch in diesem Jahr wurde diese Vorfreude bzw. Erwartung in vollster Zufriedenheit erfüllt. Neue Strecken, Reibungslosigkeit bei Startnummernausgabe, Getränkeauffüll- oder Radwaschmöglichkeiten für die Fahrer während der Runde. Alles keine Selbstverständlichkeiten, wie man bei anderen Events in der Vergangenheit bereits feststellen musste. Auch auf einen Prolog wurde dieses Jahr am Samstag verzichtet, was ich im Nachhinein persönlich aufgrund eines stressfreieren Trainingstages nicht so schlecht gefunden habe. 1995156 1995143 1995147 1995151,1995144 Einzig und allein das Wetter wollte an diesem Wochenende nicht so wirklich. Kompletter Dauerregen vor dem Training und vor dem Rennen mit pünktlichen Ausbleiben des Gleichen zum Großteil der Wertungsprüfungen. Während des Trainings schon mit den ersten Vorboten von klebendem Morast am Rad konfrontiert, sollte dies am darauf folgenden Renntag noch schlimmer werden. Zum Start um 10 Uhr regnete es noch ca. 1 Stunde, bevor das einsetzte, was weder für Material noch für Fahrer leicht zu handhaben ist. Mit ausbleibender Feuchtigkeit von oben beginnt die flüssige Masse am Boden anzuziehen und wird immer klebriger und schmieriger. Schmierig = problematisch bei hängenden Kurven, klebrig = problematisch aufgrund von gefühlt doppelt so schweren Rädern und Klamotten bis hin zu sich nicht mehr drehenden Rädern. Bei mir eröffnete sich diese Kombination auf den letzten 3 der 7 Stages als sekunden- und platzierungsfressende Bestie. Anbei ein kurzer Überblick über die Stages. Die Klassen Open Men und Open Women durften Stage 5 - 8 bestreiten, die Elite Klassen 1 - 7. Hierdurch war es möglich, 660 gemeldete Starter auf die Piste zu schicken, ohne das Auffahren oder andere Engpässe ein Thema waren. Dies war bisher einzigartig in der SSES und entsprach einer logistischen Meisterleistung des Veranstalters. Da ich in der Pro Masters Klasse startete, gilt mein Kurzüberblick den Stages 1 - 7 auf einer Runde von 33 km und 930 hm (Höhenmeter - gezählt werden nur die Höhenmeter, die bergauf gefahren werden). 1995164 Stage 1 und 2 verliefen wie auch schon letztes Jahr an den Wettelsheimer Kellern. Ein Klassiker und immer wieder geil zu fahren. Auch unter nassen und rutschigen Bedingungen sehr spaßig, da nur wenig hängende Kurven, dafür umso mehr Steinrinnen die Richtung vorgaben. Zu Stage 3 hin musste der längste Transfer an diesem Wochenende absolviert werden. Zeit genug, um sich die Stage nochmal zu vergegenwärtigen. Die letzten beiden Viertel der Stage sollten all denjenigen noch im Gedächtnis hängen geblieben sein, die letztes Jahr dabei waren. Lediglich ein fieser erster Tretteil gesellte sich anders als im letzten Jahr dazu, bevor es in mehreren dieses Jahr mit vielen Anlegern entschärften Kurven oder auch steilen Schotterfeldern dem Ziel entgegen ging. Hier war nun auch der Zeitpunkt, als ich das erste Mal mein Rad mit Ästen vom klebenden Dreck befreite und was von da an Routine nach jeder Stage werden sollte. 1995150 1995168,1995171 1995160 1995154 Stage 4 verlief parallel am gleichen Hang zu Stage 3. Auch hier wurden in einem anfänglich zäh zu tretenden Stück erstmal alle Körner verbraten, bevor es in einen technischen Mix aus hängenden Kurven, kurzer Steinrinne mit glitschigen Wurzeln und abschließend wieder viele Kurven mit Anliegern ging. Zusammen mit Stage 1 waren diese beiden Stages mit jeweils einem 3. Platz meine fahrtechnischen Highlights an diesem Wochenende. 1995148 1995172 Stage 5 war genau wie Stage 4 für dieses Wochenende neu ins Leben gerufen worden und im Grunde genau wie Stage 4 eine geniale Wertungsprüfung. Auch wieder mit einer anfänglichen Treteinheit, sodass es schön blau ins nun folgende technische Gerutsche ging. Problem war hier eine erste Kompression, vor der ich einen kurzen Schlag aufs Vorderrad bekam und ich in diese auf dem Arsch mit den Händen im Schlamm hineinrutschte. Von da an out of control immer wieder vom Rad runter, durch die Rinnen gerutscht, leichte Gegenanstiege mit dem Versuch nicht wegzurutschen hochgeschoben und irgendwie versucht, Grundspeed zu halten. Auf dieser Stage habe ich mit Abstand am meisten Zeit gelassen, da mir letztendlich aufgrund meiner Erkältung einfach die Power gefehlt hat. 1995153 1995158 1995155,1995145 1995169 1995161,1995159 Stage 6 kam mir in den ersten beiden Dritteln auch neu im Gegensatz zum letzten Jahr vor. Wieder mit anfänglichen Tretstück gings hier allerdings schneller ins Technische. Diese Stage lief absolut rund, bis ich im Mittelteil wieder nen Abgang machte. Diesmal über den Lenker mit Kopf voraus und mit beiden Händen im Schlamm abgefangen. Verdrehter Lenker, Bremshebel und Sattel steuerten auch hier kräftig Sekunden dazu bei, mich von der Top 3 zu entfernen. Im Grunde und unter normaleren Bedingungen war auch diese Stage wieder absolute Sahne. Stage 7 wie auch schon letztes Jahr wieder mit Start oberhalb von Treuchtlingen mit Abschluss durch die Bobbahn und das Steinfeld, bis es über die Wiese in den Zielbereich ging. Genau wie auch schon die letzten Jahre sehr geil, nur dieses Wochenende besonders anspruchsvoll :) 1995170,1995173 1995163 1995157 1995152 1995166 Rein objektiv und ohne Wetterthematik betrachtet wars wieder ne geniale Veranstaltung. Tolle Stages für die Fahrer und ein schönes Rahmenprogramm für die Zuschauer. Trotz des Wetters versammelten sich dieses Jahr wieder eine Menge Zuschauer an den Stages, insbesondere am Todeshang auf Stage 7, wo es wohl allerhand Rutscherei zu sehen gab. Aber auch an Stage 6 im Mittelteil verfolgten einige Leute meinen Köpfer in den Morast :). 1995165 Ergebnistechnisch war dieses Wochenende für mich persönlich nicht zufriedenstellend. Zu viele Fahrfehler, zwei harte Abgänge und wie bereits erwähnt eine Erkältung verwiesen mich am Ende auf Platz 10 in meiner Klasse. Meine starken Mitstreiter Andre Kleindienst, Benny Herold und Christian Junker machten die Top 3 unter sich aus, diesmal :)
 Das Material ist ansonsten absolut top und konnte trotz fiesesten Bedingungen mit Funktion glänzen! Neben meinen ganzen anderen Unterstützern 2016 auch nochmal besten Dank an meinen lokalen Radladen Herobikes in Roth, dessen Crew immer alles mögliche in Bewegung setzt, um mich mit bestem Material zu unterstützen. König Xaver hat an vorderster Front wie immer alles im Griff! 1995146 Ansonsten hoffe ich, dass das Schlachtfeld, welches wir Fahrer in Form von nun breiteren Forst- und Wiesenwegen oder auch von Straßen, die eines Ackers glichen hinterlassen haben, kein Hindernis für den RCGW sein wird, solch ein geiles Rennen wieder zu veranstalten. Ich möchte mich bedanken, solch ein tolles Rennen hier in meiner Region zu haben. Ich würde mir wünschen, es gäbe an mehreren Stellen im Nürnberger Land Freiwillige und passionierte Mountainbiker, die sich den enormen Aufwand vor, während und nach solch einem Rennen stellen, um noch mehr geniale Mittelgebirgsenduros an den Start zu bringen. Sollte sich bis dahin niemand finden, dann von meiner Seite aus hier und jetzt, bis zum nächsten Mal 2017 in Treuchtlingen. Ach ja, bitte lasst die Finger von Stages aus dem Rennen während des Jahres. Die Vorstände vom RC Germania Weißenburg kämpfen jedes Jahr aufs neue harte Runden mit Forst, Jagd und Gemeinde, um die Trails einmalig und nur für das Rennwochenende genehmigt zu bekommen! BTW. Ich habe noch ein paar raw Bilder vom Training auf meinen Blog http://wride-it.com gestellt. Checkt das mal, evtl. ist ja was von euch dabei. Bis zum nächsten Rennen beste grüße wride_it! tommy mehr »
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“Mein Ehering fährt immer in der Hosentasche mit.” Tommy Umbreit im Interview

Wer ist eigentlich der Mann, der für MTB-News immer von den Enduro-Rennen im deutschsprachigen Raum berichtet, nebenbei den deutschen Meistertitel in der Masters-Klasse abräumt und immer öfter auf dem Podium steht? Nach vielen "Tommy unterwegs"-Berichten stellen wir jetzt auch den ziemlich schnellen Racer hinter den Berichten vor - hier ist das Interview mit Tommy Umbreit. MTB-News.de: Hallo Tommy! Jetzt hast du so oft für uns über Rennen berichtet, aber viele Leser wissen gar nicht allzuviel über dich. Stell dich doch bitte nochmal kurz vor! Tommy Umbreit: Hallo Leute, ich freue mich, euch ein wenig über meine Person berichten zu dürfen. Ich bin Baujahr 1984, verheiratet und habe einen kleinen Sohn. Mit seinen mittlerweile 1,5 Jahren dreht er schon fleißig seine Runden auf dem Bobby Car. Und wenn mal kein Bobby Car zur Hand ist, wird trotzdem weiter „Brum Brum“ gemacht, und zwar den ganzen Tag. Begleitet werde ich durch meine ääääußerst tolerante Frau, die mir neben meiner freiberuflichen Tätigkeit als Entwicklungsingenieur (toum conneering) stets den Rücken frei hält. Ohne Ihre Mithilfe wäre ein Vollzeitjob und Rennsport nicht miteinander zu organisieren. Und ja, klar gibts deswegen auch häufig Stunk :) 1933185 Warum hast du überhaupt vor wenigen Jahren mit dem Rennen fahren angefangen? 2008 überredete mich mein Kumpel Rapha, mich mal auf ein MTB-Hardtail zu setzen und mit zu kommen, „Trail“ zu fahren. Keine Ahnung, was er wollte. Ich habs gemacht und war sofort infiziert. Von da an hieß es nur noch Radfahren – Leidenschaft. Es wurde das dünn verdiente Geld während des Studiums zusammen gekratzt und noch im gleichen Jahr ein Allmountain angeschafft. Alles wurde immer schneller und größer. 2009 folgte der Downhiller und das erste Rennen damals in Toggenburg in der Schweiz. 2010 fuhr ich dann mein nächstes Rennen, dem Scott Gang Battle in Saalbach, in welchem ich im Finale auf dem 22. Platz bei den Männern landete. 2012 habe ich dann mehrere Endurorennen bestritten und ab 2013 leistungsorientiert trainiert, um mich in Richtung Enduro zu spezialisieren. Ich fand das Format dieser Sparte interessant. Man sitzt viel auf dem Rad und hat was vom Rennwochenende. Außerdem gibts durch mehrere Stages die Möglichkeit, Fehler auf anderen Stages wett zu machen. Am Ende wird dann fleißig analysiert und versucht, die Fehler beim nächsten Rennen zu vermeiden und besser abzuschneiden. Das ist ein Teufelskreis, der magisch anzieht. Du bist nicht als Profi unterwegs, fährst aber trotzdem praktisch sämtliche möglichen Rennen der TrailTrophy und der SSES. Wie kriegst du das zeitlich alles mit Familie und Job unter einen Hut? Dank meiner Freiberuflichkeit kann ich auch leicht mal den Montag Vormittag oder den kompletten Freitag aufwenden, um Reparaturen oder Säubern von „Arbeitsmitteln“ zu realisieren. Da ich 2016 voraussichtlich in einem neuem Projekt anfange, ist abzuwarten, wie sich das ganze dann zeitlich gestalten lässt. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass ich meine Rennteilnahmen spontan anmelde. Sollte ich keinen Platz mehr bekommen, hab ich eben Pech gehabt. 1933184 Wie sieht für dich eine ideale Saisonvorbereitung aus? Im Winter versuche ich, viel Grundlage zu fahren und Stabitraining zu machen. Ca. 2 Monate vor dem ersten Rennen fange ich mit Intervalltraining an. Springen wir direkt in die Saison: Und wie sieht für dich eine ideale Rennvorbereitung aus? Ein „Rennblock“ aus mehreren Rennen hintereinander Wochenende für Wochenende, in welchem man unter der Woche regeneriert und im Rennen Wochenende für Wochenende stärker wird. Das hat dieses Jahr super funktioniert und war effektiver als 2014. Da hatte ich zwischen den Rennwochenenden noch ein Intervalltraining am Dienstag und ein GA1-Training am Mittwoch reingeschoben, wodurch ich neben meinem Job permanent unter Stress war. Ich hatte hier zwecks der Regeneration zwar mehr auf vegane Ernährung geachtet, 2015 hat mir aber gezeigt, dass es mit weniger Training unter der Woche und einer gesunden, nicht zu veganen Ernährung auch prima funktioniert. 1932963 Ein kleiner Rückblick: Haben sich die Rennen in 2015 im Vergleich zum Vorjahr geändert? Wenn ja, wie? Trailtrophy: Hat sich weiterentwickelt. Organisator Thomas Schlecking gibt sich Mühe, auf die Meinung und Kritik der Fahrer einzugehen. Er versteht es, dass solch eine Veranstaltung kein Selbstläufer ist und man von Jahr zu Jahr Add-Ons bieten muss, um attraktiv zu bleiben. Für die nächste Saison soll es sogar ein Streichergebnis geben. SSES: Für mich dieses Jahr absolut enttäuschend. Bis auf Treuchtlingen und Schöneck, welche weiter an ihren Rennen gearbeitet haben, wurde bei den restlichen Veranstaltungsorten nicht viel verbessert. Wenn hier keine lokalen Vereine dahinter stehen, verkommen die Rennen zur Pflichtveranstaltung. Es müsste seitens der Serienverantwortlichen eine Art „Qualitätskontrolle“ geben. Ich hoffe, dass sich die Organisatoren die Kritik aus den Berichten und den Diskussionen zu den Rennen zu Rate nehmen. Ohne proaktives Handeln wird es schwer werden, die Fahrer wieder nach Riva, Willingen, Samerberg oder Leogang zu bekommen. Ohne wirkliches Interesse, die Serie zu vermarkten (Bilder für jedermann, Eventfilme, Werbung in den sozialen Medien) wird man gegen Enduro One, die Cannondale Enduro Tour und die TrailTrophy keine Chance mehr haben. Hast du ein Lieblingsrennen im Jahr? Wenns auch drei sein dürfen: Trailtrophy Latsch (coole Stimmung, tolle Orga, technisch anspruchsvoll) SSES Treuchtlingen (coole Stimmung, tolle Orga) SSES Schöneck (coole Stimmung, tolle Orga, massig Air-Time) 1932965 Hast du irgendwelche Rituale? Ja klar: da mich mein Ehering beim Fahren am Finger stört, ich ihn aber als ne Art Glücksbringer sehe, fährt der immer in ner Hosentasche mit. Welches Bike fährst du und warst du dieses Jahr mit deinem Material zufrieden? Ich bin dieses Jahr das Spezialized Enduro Expert auf 29 Zoll gefahren. Für mich das ideale Rad. Genialer Stack und Mega-Überrollverhalten aufgrund der großen Laufräder. Das Rad hat diese Saison sicher eine Menge zum Erfolg beigetragen. Was sind deine Hometrails, lohnt es sich, einen Besuch abzustatten? Ich komme aus der Nähe von Nürnberg/Lauf an der Pegnitz, direkt an der A9 Richtung Berlin. Wir sind hier am Eingang zur Fränkischen Alb und der Fränkischen Schweiz. Damit es nicht langweilig wird, haben wir uns tolle Trainingsbedingungen geschaffen. Wir haben zwar nur ca. 150 hm hier zur Verfügung, dafür holen wir aber allerhand und ordentlich Enduro aus den Hügeln raus. Im Renntempo kommen dann ca. 2-3 Minuten pro „Stage“ heraus. Lasst es mich wissen, wenn ihr in der Nähe seid. Ich bin gerne bereit, euch die Trails zu zeigen! Für unsere Technik-Nerds: Kannst du kurz das Setups deines Bikes erklären? Boah, auswendig bis auf den letzten Klick weiß ich das gar nicht. Das Rad hab ich derzeit leider nicht da, um euch genau Auskunft zu geben. Vom Prinzip her sieht es aber folgender Maßen aus: Ich fahre vorne zwei Spacer in der Gabel und hinten das Spacer-Werks-Setup vom DB Inline für das Enduro Expert. Die LowSpeed Druckstufe bei der Gabel ist mit 9 Klicks vor geschlossen, was bei der Fox ca. ein Drittel vor komplett geschlossen darstellt. Wenns bremswellig wird, hilft entgegen meiner Logik zu High- and LowSpeed schon mal ein Aufmachen der LowSpeed Druckstufe. Am Hinterbau fahre ich die LowSpeed Druckstufe pedaliereffizient leicht über Mittelstellung hin zu geschlossen und die HighSpeed Zugstufe etwas schneller, um in engen Trails das Hinterrad schnell aus dem Federweg zu bekommen und um möglichst vorderradlastig durch Kurven zu manövrieren. Die HighSpeed Druckstufe lass ich auf Werkseinstellung vom DB für das Specialized Expert. Was das Reifensetup angeht, bin ich diese Saison das erste Mal komplett tubeless gefahren und hatte keinerlei Probleme mit den Roval Traverse Alu-Laufrädern. Hinten fahre ich die meiste Zeit den Specialized Semislick Slaughter, vorne Butcher oder HillBilly. Wenns schlammig wird, fahr ich hinten auch schon mal den Purgatory. Alle Reifen nutze ich in der verstärkten Grid Karkasse. Du fährst als einer der wenigen ohne Rucksack - warum und wieso? Ja, ich habe schon viel ausprobiert - immer auf der Suche nach einem gesunden Verhältnis zwischen für mich optimalen Schwerpunkt, Gewicht und Sicherheit. Herausgekommen ist am Ende die Kombination aus Schutzweste, Getränk in einer 0,75 Liter Flasche im Flaschenhalter am Rahmen, Rückentaschen am Trikot für Kartusche, Mantel, Flickzeug, Tool und Energie. Vielleicht probiere ich nächste Saison mal eine Gürteltasche. Du fährst in den bisherigen Serien sehr stark mit - hat es dich schonmal gereizt, einen EWS-Stopp mitzufahren? Logo, wenn sie nicht so weit weg wären. 2014 bin ich von der Super Enduro Serie Sestri Levante, Coggiola und Madesimo gefahren. Auch Finale habe ich im Rahmen der EWS und Super Enduro Serie mitgenommen. Für mich meine absoluten rennstreckentechnischen Highlights. Doch ohne Support einfach zu weit weg. Um hier ernsthaft angreifen zu wollen, müsste man mindestens schonmal das Wochenende vorher dort sein und sich mit den dortigen Verhältnissen vertraut machen, um Körper und Material auf den Untergrund einzustellen. Auch die EES finde ich mit Ihren Stopps mega interessant, der Entfernung halber aber einfach nicht möglich. 1932964 Gab es schon Angebote von einem Profi-Team? Nö. Wer möchte schon einen alten Sack im Team haben? :) Außerdem fällt mir spontan kein Team ein, welches große Laufräder in Kombination mit 160 mm Federweg fährt. Wie gehts nächste Saison weiter? Aktuell ist geplant, weiter im redheads TEAM zu fahren. Der einzige Unterschied zur letzten Saison ist der, dass wir nicht mehr vom Downhill – Specialized Concept Store Nürnberg unterstützt werden, sondern von Herobikes in Roth. Rennteilnahmen sind bisher noch keine konkret geplant. Interessieren würde mich die EM in Riva, aber auch nur, wenns tatsächlich wieder am Altissimo statt findet. Außerdem ist die DM in Schöneck noch interessant. Dann SSES Treuchtlingen und evtl. EES Punta Ala als Vorbereitung auf die EM das Wochenende danach. Ansonsten wäre die Trailtrophy Serie noch interessant gewesen - da die TT Flims allerdings parallel zur SSES in Schöneck stattfindet und am Termin der TT Breitenbrunn mein Sohn Geburtstag hat, werde ich wohl auch diese Serie nicht gesamtserienwertungstechnisch angehen. Vielleicht fahre ich die TT Latsch noch mit - und die Mad East Challenge, Enduro One Wildschönau und Ochsenkopf vielleicht noch. Mal schauen - alles wie gesagt noch nicht sicher. Vielleicht hole ich mir auch wieder einen Downhiller und genieße die Wochenenden entspannt mit Family und Wohnwagen im Bikepark. Hast du ein Vorbild im MTB- oder Enduro-Bereich, gar ein Idol? Ich finde Fabien Barel klasse. Ich mag seine Interviews. Er wirkt immer sehr entspannt und weise. Außerdem finde ich seine Fahrtechnikvideos gut. Schade, dass er aufhört. Du und die IBC-Community? Leider bin ich, um ehrlich zu sein, nicht recht aktiv. Mir fehlt einfach die Zeit. Gerade bei Diskussionen über die Art und Weise von Renngeschehen, wie wir sie des Öfteren diese Saison hatten, müsste ich mich noch mehr einbringen, wie ich es leider nur im Ansatz tue. Ich bitte hierbei all diejenigen um Entschuldigung, die sich recht aktiv daran beteiligen und hoffe, dass Eure Beteiligung auch in Zukunft bleiben wird. 1933190,1933189 Schnellschüsse: Klickies oder Flatpedale?  Klickies bei trockenen und feuchten Bedingungen, Flats bei matschigen Bedingungen. Matsch oder trocken? Trocken. Steinig oder flowig? Steinig. 1x11 oder 2-fach? 1x11. Alpen oder Mittelgebirge? Alpen Tubeless oder Schlauch? Tubeless Danke für das Interview und viel Erfolg für die kommende Saison! Alle Rennberichte von Tommy Umbreit: Alle Artikel zu Tommy Umbreits Rennberichten:  mehr »
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Tommy unterwegs: SSES #6 Leogang – Im Schatten von EDC und Bikeparkstrecken

Hallo Leute, zwar ist das letzte Rennen der SSES schon etwas her, trotzdem wollte ich euch meine Gedanken zu Leogang schildern, wozu ich aufgrund von Krankheit bisher noch nicht gekommen war. Naja, man muss auch ehrlich sagen, dass ich den letzten Monat kein Rad oder sonstige damit in Verbindung stehende Themen sehen bzw. angehen konnte. Als ich Freitag dann seit langem mal wieder mit meinen Vereinskollegen draußen war, um mit Rechen und Hacke unser Trail-Repertoire zu erweitern, folgte am nächsten Tag direkt das Antesten der Köstlichkeit. Auf Shorty und High Roller gings bei miesesten, dafür aber epischsten Bedingungen durch den mit Regenwolken verhangenen Wald am Rande der fränkischen Alb, was auch gleichzeitig der Startschuss für die Saisonvorbereitung 2016 war. Bier, Zigaretten und wilde Partys gehören ab sofort wieder der Vergangenheit an und sollten auch nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit konsumiert werden. So, und nun der Bericht über Leogang und meine generelle Meinung über die SSES. Eigentlich hatte ich diesen Stop nach der letztjährigen Enttäuschung zukünftig in meinem Rennkalender gestrichen. Grund dafür war ein absolut sinnloser 12 Minuten Wurzelteppich in der Ebene, im Renntempo ein sehr gefährlicher Bergstadltrail und ansonsten hauptsächlich Bikeparkgeschruppe. Keinerlei Kreativität oder Einsatz seitens der Organisatoren, ordentliche Endurostages zu bieten. Warum ich trotzdem dieses Jahr wieder teilnahm, hatte einzig und allein damit zu, dass ich die komplette Serie mitgefahren bin und meinen 2. Platz in der Gesamtwertung verteidigen wollte. Also machte ich mich aufgrund von schlecht angekündigtem Wetter wiedermal ohne Familie auf den Weg zum Wettkampfort. Samstag früh 5 Uhr los und kurz nach 8 in Leogang. Mittlerweile hatte ich Gefallen daran gefunden, um diese Zeit zu fahren, da man die Autobahn fast für sich hat und sich schon mal das eine oder andere Vielfache Gramm Adrenalin hinterm Lenkrad abholen kann. 1917477 1917482 Rechtzeitig angekommen, ins Bikedress gehüpft und siehe da, Erster bei der Anmeldung. Dieser Preis sollte mir sicher sein. Startnummer und Transponder in Empfang genommen und es wurde gleich mal die Karte studiert. Als Änderungen zum Vorjahr gabs dieses Jahr einen nur halb so langen Wurzeltretteppich, der abschließend sogar noch durch ein spaßiges, neu angelegtes und steileres Waldstück gelenkt wurde. Weiterhin wurde der Bergstadltrail dieses Jahr ausgelassen und dafür die komplette X-Line in zwei Teilen gefahren. Auch der Transfer zurück von Saalbach nach Leogang war sinnvoller und kurzweiliger als letztes Jahr. Stage 4 und 5 bildeten wieder der obere Teil des Hangman und der Bingo Bongo Trail. Insgesamt war es eine rundere Sache wie letztes Jahr, jedoch ist und bleibt Leogang Bikepark rattern. Laut Rennverantwortlichem wird sich auch nächstes Jahr nicht viel ändern. Es steht die Überlegung im Raum, den Bergstadltrail wieder rein zu nehmen und vielleicht noch ein weiteres Stück neu angelegte Endurostage zu bieten. Wir werden sehen. 1917479 1917474,1917470 1917469 Mein Fazit für Leogang lautet: Annähernd gleiches Programm wie letztes Jahr mit geringen Ansätzen von Verbesserung. Nach wie vor wenig Enduro, sondern eher DH. Generell stand Leogang wie auch schon letztes Jahr wieder absolut im Schatten des EDC und war keinerlei Aufmerksamkeit ausgesetzt. Mir sind die Synergien nicht ganz bewusst, die die SSES als Parallelveranstaltung zum EDC haben soll. Warum legt man das Enduro Rennen nicht auf einen anderen Termin? Wie soll sich die SSES in ihrer Wahrnehmung neben dem EDC behaupten, wenn selbst die Fahrer nicht mal das Start-Ziel-Gelände finden, da es irgendwo hinter Duschen und Hotels versteckt ist? Wie soll sich ein Zuschauer neben der ganzen EDC Action am Hauptgelände Talstation Bergbahn zur SSES verlaufen? Um was geht's den Veranstaltern in Leogang, um was gehts den Veranstaltern der SSES? Meiner Meinung nach hat die SSES dieses Jahr ganz schön Federn gelassen, was Qualität und Zuspruch angeht. Man sollte sich über den Verbleib dieser Serie vielleicht langsam mal Gedanken machen. Beim Rennen in Schöneck hatte ich Stichwörter wie Fahrerschaft oder Qualitätskontrollen seitens der Serienverantwortlichen gegenüber den Veranstaltern gehört. Hier wäre interessant zu wissen, ob sich diesen Themen bereits jemand annimmt. Wieviel Bikepark darf sein? Soll es eine Mindestanforderung an neuen und eigens für das Rennen angelegte Strecken geben? Darf die Fahrerschaft Einspruch zur Streckenführung einlegen? Sollte es Ausweichpläne seitens Rennleitung geben, die abhängig vom Wetter aufgerufen werden? Wie sieht das Medienkonzept aus, um die Veranstaltung mit Bildern, Videos und letztendlich hoffentlich Zuschauern zu beleben? Meiner Meinung nach müssten Bedingungen für die Veranstalter an den Tag gelegt werden, wonach sie ihre Rennen für die Öffentlichkeit und Sponsoren attraktiv zu gestalten haben. Was soll sonst der ganze Zirkus? Außer dem Veranstalter bringt es niemanden was, wenn am Ende zudem auch noch die Trails fragwürdig waren. Wie soll man sich als Fahrer um Sponsoren bemühen, wenn man lediglich mit Ergebnissen „glänzen“ kann, die in einer Serie produziert worden sind, welche auf dem Abstellgleis steht und null mediales Interesse weckt? Es wird viele Fahrer geben, die 2016 der Serie den Rücken kehren oder sich ganz genau überlegen, ob sie nochmal teilnehmen. Es wird höchstwahrscheinlich so sein, dass geile Events wie Treuchtlingen oder Schöneck mitgenommen werden und der Rest der Serie schauen muss, wo er bleibt. Wer sind die Ansprechpartner für diese ganzen Themen und inwiefern wird an einer Verbesserung des Konzepts SSES gearbeitet? Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht. Platzierungstechnisch war Leogang auf jeden Fall ein gelungener Saisonabschluss. Mit meinem ersten Platten diese Saison, eigentlich eher ein Reifen abziehen auf der X-Line und Gott sei Dank nur im trockenen Training, fuhr ich am darauf folgenden verregneten Renntag trotz Kettenfresser in Stage 1 hinter Tretmonster Andre Kleindienst und Downhillwaffe Benny Herold auf einen geilen 3. Platz . Die Gesamtserienwertung konnte ich somit mit einem 2. Platz hinter Andre Kleindienst und vor Wilfred van de Haterd feiern. Mein gestecktes Saisonziel einer Top5-Platzierung wurde somit weitaus übertroffen. 1917480 Abschließend möchte ich mich bei meinen diesjährigen Unterstützern, dem redheads TEAM und meinem Verein, dem RC Schnaittachtal, bedanken. Ein besonderer Dank gilt meiner verständnisvollen Familie, ohne deren Toleranz das Programm hier nicht möglich wäre. Auch Euch treuen Leserseelen möchte ich danken, die hier mal mehr mal weniger begeistert mitlesen und mit Kommentaren die Diskussion am Laufen halten. beste grüße ride_it! tommy Fotos: Axel Brunst / Specialized-SRAM Enduro Series mehr »
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Tommy unterwegs: SSES #5 Schöneck – geiles Rennen mit bester Stimmung!

Nachdem die letzten 3 Rennen der Serie Tommys Auffassung nach eher mit verantwortungslos, lustlos, sinnlos und somit völlig nichtdiskussionslos einzustufen waren, er sich aus diesem Grund nicht besonders in Schreiblaune hat einfinden können, gabs am vergangenen Wochenende wieder viel Freude und geile Rennaction. Beim 5. Lauf der SSES in Schöneck im Vogtland wurde wieder allerhand in die Hand genommen, um für Fahrer und Zuschauer eine Top-Veranstaltung zu bieten. 250 Starter machten sich bei bestem Wetter an die Pedale, um auf einer Runde mit 7 Stages alles aus dem Material zu holen, was ging. Hallo Leute! Also machte ich mich wieder mal Samstags früh auf den Weg zur Rennveranstaltung. Mein Junior hat in letzter Zeit irgendwie das Talent, mich und meine Frau vor Rennwochenenden nachts immer auf Trab zu halten, sodass ich erst gegen 7 Uhr auf ein paar Stunden Schlaf gekommen bin und dementsprechend relativ spät ins ca. 2 Stunden entfernte Schöneck aufbrach. Danke an dieser Stelle an meine Frau, die sich das restliche Wochenende daheim mit dem Kleinen rumgeschlagen hat und mir die Teilnahme am Rennen ermöglichte. Aber wie das so ist und wie ich später in Schöneck erfuhr, geteiltes Leid ist halbes Leid, denn meinem Kumpel Frankes Franky Fränk the Crank ging es auch nicht unbedingt besser, da auch er die ganze Nacht für den Nachwuchs alles gegeben hat, um ihn bei Laune zu halten bzw. die Wiege der Geborgenheit zur Verfügung zu stellen. Auf dem Weg nach Schöneck vertrieb ich mir die Zeit neben der Betätigung des Steuers mit lauter Musik und warmen Gedanken an das letzte Rennen in der Bikewelt. Nachdem ich schon im letzten Jahr bei der deutschen Meisterschaft hier auf einen guten 2. Platz gefahren bin, mich inoffiziell Vizemeister der Masters schimpfen durfte und nebenbei noch mit starker Orga und Strecken verwöhnt wurde, war abzuwarten, was dieses Jahr geboten wurde. 1874306 In Schöneck angekommen, gleich angemeldet und den Streckenplan studiert. Der erste Blick fiel gleich wieder auf den Mördertransfer von Schöneck nach Klingenthal zur Skischanze. Leider auch dieses Jahr wieder Bestandteil der Runde für lediglich eine Stage :(. Ansonsten versprach die Karte eine im Gegensatz zum Vorjahr neue Stage zuzüglich altbekannter City- und Bikeparkstages. Also ab in die Klamotten und rein ins Getümmel. Ich hatte richtig Bock, da sich neben dem Renngeschehen auch noch tolle Bikeparkstrecken inkl. Flowcountry und fetter Jumpline in der Bikewelt Schöneck breit gemacht hatten, die letztes Jahr allerdings noch nicht gefahren werden durften, da sie neu gebaut waren. Fazit: Flowtrail geil, Jumpline geil! So, aber nun zu den Stages. 3 der 7 Stages gingen durch den Bikepark und so verbrachte ich dort bis ca. halb zwei die Zeit, um mich an die fetten Sprünge ranzutasten und die Linien auf den Stages zu studieren bzw. zu optimieren. Geil war auf jeden Fall, dass man sich auch hier seitens der Orga wieder Gedanken gemacht und neue Streckenführungen im Gegensatz zum vorherigen Jahr geboten hat. Anschließend gings zur Skischanze von Klingenthal, in welcher eine ziemlich kurze, dafür aber ziemlich geile Stage im steilen Hang geknattert werden durfte. Der Transfer dorthin und zurück überschattete allerdings etwas die Euphorie für diese und die nachfolgenden Stages, da er ordentlich Sitzfleisch im Sattel abverlangte und ein ganz schönes Eck an Kurbelei darstellte. Mein Kumpel Raph meinte nur "Ach, ist das nicht toll hier? Wald, so weit das Auge reicht." Und so kam es, wie es kommen musste, wir verabredeten uns für einen zukünftigen Ausritt in den unendlichen Weiten des Vogtlands. 1874293 1874300 1874298 So, nachdem wir das geklärt hatten, waren wir nun bei Stage 6 angelangt. Diese wurde frisch in den Wald geholzt und war flowig tretlastig im leicht abfallenden Gefilde zu bezwingen. Grinsebacken auf jeden Fall voll auf, bot sie eine willkommende Abwechslung und machte ohne Ende Spaß. Die beiden Citystages gingen durch den Stadtwald und zuschauerfreundlich durch die Innenstadt von Schöneck. Für meinen Geschmack hätten diese beiden Stages auch ruhig wieder als eine Stage wie im letzten Jahr mit ordentlich Asphaltsprint ausgetragen werden können, was aber aufgrund vieler kritischer Stimmen im letzten Jahr nun ins Wasser fiel. Naja, man kann es halt nicht allen recht machen. 1874304 Das Rennen selber am Sonntag verlief für mich ganz zufriedenstellend. Nachdem ich auf den ersten 3 Stages noch meine Probleme mit Aufwachen und Linientreffen hatte, lief es im Verlauf wie so immer bei mir besser. Ich konnte die Runde ohne Stürze durchfahren und landete am Ende hinter einem starken Andre Kleindienst und vor einem ebenfalls starken Benny Herold auf einem 2. Platz in der Pro Masters Klasse. In der Gesamtwertung stehe ich nun auf Platz 2 und bin gespannt, was der letzte Lauf der Serie in Leogang im September bereit hält. 1874291 1874284 Der letzte Absatz gehört diesmal eindeutig der Orga, welche durch den Vogtland Bike e.V. zur vollsten Zufriedenheit umgesetzt worden ist. Dank geht an alle Helfer vom Verein, der Stadt Schöneck, dem THW und alle anderen Involvierten für den reibungslosen Ablauf, die geile Arbeit, die freundliche Stimmung und die gute Laune, mit der ihr bei der Arbeit gewesen seid. Man merkt, dass hier alle an einem Strang ziehen und Bock auf das haben, was sie machen. Nur so ist es denke ich möglich, dass sauber abgebandelt wird, es ein neues Streckenprofil inkl. neuer Stage im Gegensatz zum Vorjahr gab, Verpflegungsstationen während des Trainings und am Renntag realisiert werden konnten, das THW für einen gut ausgeleuchteten Nachtprolog im Bikepark sorgte und der Sessellift gefühlt 24 Stunden drehte :) 1874296 1874303 Ich freue mich schon auf das nächste Rennen in der Bikewelt Schöneck! beste grüße ride_it! tommy Alle Artikel zu Tommy Umbreits Blog:  mehr »
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Tommy unterwegs – TrailTrophy Latsch: Attacke auf die Vorjahressieger!

Auch dieses Jahr gibt es von Tommy wieder einen tollen Erlebnisbericht, in welchem er über die zum 6. Mal in Latsch ausgetragene Trailtrophy berichtet. Dabei machte er es sich zum persönlichen Ziel, den alljährlichen Vorjahresgewinnern die Stirn zu bieten. Ob der Plan aufging und was dafür auf dem Programm stand, könnt ihr nun folgend lesen. Viel Spaß! 1842061 TrailTrophy-Zeit, für mich persönlich das 3. Mal in Latsch. Nachdem ich 2012 und 2014 am Start war, zog es mich auch dieses Jahr wieder ins schöne Vinschgau in Südtirol. Mildes Klima und tolle Trails sind immer eine Reise wert. Auch die TrailTrophy mit ihren Trails und dem abzurufenden Leistungsprofil übt einen gewissen Reiz auf mich aus. Dabei erstreckt sich die Endurorallye in Latsch über 3 Tage, in denen gut 2500 hm gezeitete Trails unter die Räder genommen werden. Mal absolut technisch und strapazierend für die Oberkörper - mal sehr tretlastig, sodass alles richtig durchgeblasen wird. Thomas Schlecking, Organisator der Trailtrophy, weiß auf jeden Fall, was einen guten Mix Enduro ausmacht. 1842065,1842064 Nachdem ich letztes Jahr etwas unglücklich im Abhang landete, weshalb ich lediglich einen 11. Platz einfahren konnte, wollte ich dieses Jahr auf jeden Fall Top 5 in meiner Klasse fahren. Und da ich außer an der TrailTrophy leider kaum in Südtirol zum radeln komme, sollte ein 2-wöchiger Urlaub im Vornherein einen gewissen Grundstock an Physis für das technische Gelände bringen. Die erste Woche war ich dafür auf den Trails rund um Riffian, Meran und Lana unterwegs, die zweite Woche auf den Trails rund um Latsch. Nun lag es an Thomas Schlecking, welche Strecken im Rennen gefahren würden und ob es reichte, dem schweizerischen KnowHow über die Latscher Trails zu trotzen. :) 1842055 1842067 An diesem Wochenende gingen über 320 Fahrer und Fahrerinnen an den Start. Das Wetter zeigte sich von seiner rennfreundlichsten Seite. Soll heißen: trockene Strecken, ohne zu viel Sonne vom Himmel brennen zu lassen. Die Atmosphäre im Start/Ziel- bzw. Veranstaltungsgelände wie immer ausgesprochen entspannt und familiär, TrailTrophy-Spirit eben! Der Startschuss fiel am Freitag. Die Trailsession stand an. 650 hm mussten aus eigener Kraft überwunden werden. Als erstes wurde der in Latsch bekannte Jägersteig gefahren. Einmal hin, einmal her und nochmal einmal hin ging es mit ordentlichen Treteinsatz den Hang entlang. Die wohl mit anstrengendste und kurbelintensivste Wertungsprüfung an diesem Wochenende, und das gleich zu Beginn. Jeder, der schon mal ein Rennen mitgefahren ist weiß, wie das danach im Mund schmeckt :). Anschließend ging es zum Bierkellertrail. Nach zwei harten Spitzkehren hieß es Bremse auf und Abmarsch über mehr Stein als Stock. Auch hier zog eine ordentliche Tretpassage im Mittelteil des Trails wieder alles aus den Beinen, bevor diese Stage mit viel Gerumpel abgeschlossen war. Der letzte Trail dieser Session startete oberhalb vom Bierkeller, schlängelte sich anfangs schnell und flowig durch etwas Wald, bevor es abschließend wiederum mit kräftigem Treten auf dem Waalweg gen Start/Ziel ging. 1842060 1842050 Hier angekommen, wurde es das erste Mal spannend. Das Transponderauslesen stand an und sollte einen ersten Eindruck über die Leistung jedes Einzelnen auf überwiegend tretintensiven, aber auch teils technischen Trails an diesem Tag geben. Im Klartext hieß es für mich zu diesem Zeitpunkt Platz 2 in meiner Klasse mit 15 Sekunden Rückstand auf den Ersten. Begründet dadurch, dass ich auf der weniger tretintensiven und eher technischen Stage 2 an diesem Tag genau so schnell wie der Erstplatzierte war, kam in mir etwas Hoffnung auf, in den folgenden Tagen auf höchstwahrscheinlich eher abfahrtsorientierten Stages meinen Rückstand wett machen zu können. 1842053 1842068,1842069 Doch bevor wir soweit sind, hieß es noch am gleichen Tag in der Nightsession, im Spitzkehrensalat von Montani nicht zu viel Zeit liegen zu lassen und nicht zu stürzen, um eine möglichst gute Ausgangsposition für den nächsten Tag zu halten. Doch auch hier musste ich wieder 5 Sekunden lassen, sodass ich nun mit 20 Sekunden Rückstand auf den Ersten und 2 bzw. 4 Sekunden auf den Dritten und Vierten eher mit gemischten Gefühlen ins Bett ging. 1842052 Am nächsten Tag starteten die ersten um Viertel vor 10 per eigenem entspannten Tritt Richtung Latscher Alm, wo auf halber Höhe auf ca. 1250 hm der untere Teil des 4er Wanderwegs auf Zeit runtergeritten werden musste. Ich fuhr noch ein paar zusätzliche Höhenmeter, um durch kurze Sprints die Beine und Lungen etwas aufzumachen. Der eigentliche Start wurde durch eine kleine Abfahrt auf dem Trail erreicht, wodurch zusätzlich zu den Beinen noch etwas Möglichkeit zum Aufwärmen des Oberkörpers blieb. 1842054 Kurz darauf angekommen startete ich auch schon direkt ins Gerumpel. Auf dem 4er heißt es eigentlich nur Bremsen auf und durch die Rinne ziehen lassen. Möglichst locker bleiben und so wenig wie möglich die Bremse halten. Anfangs noch stark verunsichert und nicht warm legte sich dies schnell und so lief es immer besser den Berg hinab. Anschließend ging es zum Veranstaltungsgelände zurück, wo nach einer kurzen Mittagsjause auch schon der Shuttle zur Tarscher Alm wartete, von welcher es nun nochmal 1200 hm auf Zeit den Berg hinab ging. 1842062 1842063 Die Spannung stieg. Insgesamt war ich sehr zufrieden mit meinem Downhill am heutigen Tage, sodass ich kaum die Auswertung der Zeiten abwarten konnte. Im Start/Ziel wieder zurück stand es dann schwarz auf weiß. Ich war an diesem Tag 36 Sekunden schneller als mein schweizer Kontrahent Simon Weber. Direkt auf der ersten Stage konnte ich die 20 Sekunden Rückstand vom Vortag ausbügeln und packte auf den weiteren Stages noch einen schönen Vorsprung von 16 Sekunden drauf, ohne dabei für die beiden letzten Stages gewertet worden zu sein, da es bei den ersten Fahrern Probleme bei der Zeitmessung gab. Insgesamt ein starker Tag. Würden die 16 Sekunden Vorsprung für den letzten Tag reichen? Der dritte Tag wurde auf der Sonnenseite von Latsch bei St. Martin gefahren. 3 Stages, die nicht solch starken Downhillcharakter wie am Vortag aufweisen sollten und in denen mein Verfolger mit seinem knapp 1 kg leichteren Rad wieder Vorteile haben dürfte, da auch hier viel Treteinsatz gefragt war. 1842051 Meine Devise: Bloß keinen Platten und Sturz. Das Problem dabei: Vvelleicht zu verhaltene Fahrweise. Die Stimmung im Fahrerfeld war ausgesprochen gut und witzig aufgeladen. Im Feld mit Philip Walder, Urs Stadelmann und Simon Weber habe ich viele neue Ausdrücke, Redensarten und Gestiken aus Italien und Schweiz dazugelernt. :) 1842049 3 Mal hieß es wie gesagt für uns Start frei und dreimal konnte ich meine Devise behaupten. Ich bin ohne Platten und Sturz durchgekommen, allerdings auch sehr krampfhaft gefahren. Die Aufregung hat ihr Übriges dazu getan. Am Ende hat mir mein Verfolger an diesem Tag wieder 13 Sekunden von meinen 16 Sekunden Vorsprung abgenommen. Trotzdem reichte es mit 3 Sekunden Vorsprung für den Sieg in meiner Klasse! Jawoll, Latsch gerockt, Plan aufgegangen! Overall sogar 3. hinter Lokalmatador Philip Walder und Wahlheimat-Lokalmatador Urs Stadelmann. Gratulation an euch alle und danke Simon für das tolle Battle. Ich bin gespannt, mit welchem Rad du nächstes Jahr am Start sein wirst :). 1842056 1842070 Insgesamt war es bis auf ein paar Probleme bei der Zeitnahme wieder mal ein toller Event. Ich habe wieder tolle neue Leute kennengelernt. Olli, Peer, Simon, die beiden Jungs aus Nürnberg, die mich den einen Abend dankenswerter Weise in ihrem Auto mit nach Tarsch hoch genommen haben, und viele andere. War ein geiles WE. Bis zum nächsten Mal. 1842047 1842034 ride_it! Tommy Fotos: Tommy Umbreit, Manfred Stromberg mehr »
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Tommy unterwegs – SSES Riva del Garda: Protest

Leider wird es zum diesjährigen Endurorennen in Riva keinen Erlebnisbericht von Tommy geben. Lediglich ein paar Fragen gehören seiner Meinung nach adressiert. Wieso hole ich aus 1450 hm Uphill gerade mal gute 10 Minuten Stagezeit heraus? Wo waren die Tretpassagen in den Stages? Wieso legt man die Strecken in extrem steiles, feucht schmieriges und felsiges Kalksteingelände, welches zudem teilweise noch ausgesetzt war? Wo war das Konzept bezüglich den Amateurklassen, welche genau die gleiche Runde zu fahren hatten und die gleichen extremen Verhältnisse vorfanden wie die Profis? Wieso gibt es von über 300 Startern im Training am darauf folgenden Renntag sagenhafte 72 Mal DNS (Did not start) über alle Klassen? Weshalb lässt man am Trainingstag das Fahrerfeld auf Transfers fahren, welche von einem Marathonrennen hoch frequentiert sind? Weshalb nimmt ein Technical Delegate, der sonst auf äußerste Sicherheit bedacht ist, solch ein Rennen an und all die Gefahren in Kauf? Ist Riva wirklich ein geeigneter Austragungsort für ein Rennen im Rahmen einer Einsteigerserie? Ein paar Bilder vom sonnigen Trainingstag gibt es trotzdem. 1824574 1824572,1824571 1824569 1824568,1824566 1824567 1824565 1824564 1824563,1824562 1824561 1824560,1824559 1824558   mehr »