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Nur als Hinterreifen geeignet? Wir haben den Maxxis Minion DHR II im Test
Nur als Hinterreifen geeignet? Wir haben den Maxxis Minion DHR II im Test
Der DHR II vereint Elemente der bekannten Minion-Profile DHR und DHF
Der DHR II vereint Elemente der bekannten Minion-Profile DHR und DHF
Bislang hat der Minion DHR gegenüber dem DHF auch am Hinterrad klar das Nachsehen gehabt. Kann die neue Version das ändern?
Bislang hat der Minion DHR gegenüber dem DHF auch am Hinterrad klar das Nachsehen gehabt. Kann die neue Version das ändern?
Der Minion DHR II ist von Maxxis als Trockenreifen vorgesehen, der mit festen und lockeren Böden bestens zu Recht kommen soll.
Der Minion DHR II ist von Maxxis als Trockenreifen vorgesehen, der mit festen und lockeren Böden bestens zu Recht kommen soll.
Das neue Profil vereint die Schulterstollen des alten Minion DHF mit neu gestalteten Mittelstollen
Das neue Profil vereint die Schulterstollen des alten Minion DHF mit neu gestalteten Mittelstollen
Top-Modell: Wir fahren den Minion DHR II in der TR EXO-Version
Top-Modell: Wir fahren den Minion DHR II in der TR EXO-Version - sie ist Tubeless Ready und verfügt über einen zusätzlichen Schutz in der Seitenwand
Bei der Gummimischung vertraut Maxxis im Enduro-Bereich auf die 3C MaxxTerra-Mischung
Bei der Gummimischung vertraut Maxxis im Enduro-Bereich auf die 3C MaxxTerra-Mischung - der Kern aus 70a hartem Gummi ist in der Mitte mit einer weichen 50a-Lage überzogen und an den Flanken mit sehr weichem 42a Gummi.
Bereit für die Ausfahrt: Das neue Profil des Minion DHR II
Bereit für die Ausfahrt: Das neue Profil des Minion DHR II
Grip und Traktion des Reifens können auf dem Trail voll überzeugen
Grip und Traktion des Reifens können auf dem Trail voll überzeugen - zumindest so lange der Boden nicht zu feucht wird.
Bei der Dämpfung leisten die weichen Schulterstollen erstklassige Arbeit und sorgen für Ruhe und ein sattes Fahrverhalten
Bei der Dämpfung leisten die weichen Schulterstollen erstklassige Arbeit und sorgen für Ruhe und ein sattes Fahrverhalten
Hohe Geschwindigkeiten am Kurvenausgang durch einen gut kontrollierbaren Grenzbereich
Hohe Geschwindigkeiten am Kurvenausgang durch einen gut kontrollierbaren Grenzbereich
Robust: Mit Durchschlägen oder platten Reifen haben wir im Test keine Probleme gehabt
Robust: Mit Durchschlägen oder platten Reifen haben wir im Test keine Probleme gehabt
Mit Vollgas in den Grenzbereich
Mit Vollgas in den Grenzbereich - das Einlenkverhalten des Minion DHR II ist gut vorhersehbar und schafft Vertrauen
Bei diesen Bedingungen ist Schluss: Von der Selbstreinigung her kann es der Minion DHR II nicht mit dem High Roller II aufnehmen.
Bei diesen Bedingungen ist Schluss: Von der Selbstreinigung her kann es der Minion DHR II nicht mit dem High Roller II aufnehmen.
Bergauf bietet der DHR II am Hinterrad viel Traktion
Bergauf bietet der DHR II am Hinterrad viel Traktion - der Rollwiderstand ist dabei akzeptabel. Ein gelungener Kompromiss.
Wie auch der High Roller II eignet sich der Minion DHR II in 3C-Mischung für lange Touren
Wie auch der High Roller II eignet sich der Minion DHR II in 3C-Mischung für lange Touren
Effektiv eignet sich der neue DHR II sowohl für das Vorderrad, als auch für das Hinterrad
Effektiv eignet sich der neue DHR II sowohl für das Vorderrad, als auch für das Hinterrad - wir würden ihn aber speziell als Hinterreifen empfehlen.
Tourentauglich: Bei der Big Five Freeride-Challenge in Saalbach und Leogang musste sich der Minion DHR II beweisen. Er konnte überzeugen.
Tourentauglich: Bei der Big Five Freeride-Challenge in Saalbach und Leogang musste sich der Minion DHR II beweisen. Er konnte überzeugen.
Der Verschleiß nach 200km auf vornehmlich waldigen Trails ist sehr überschaubar.
Der Verschleiß nach 200km auf vornehmlich waldigen Trails ist sehr überschaubar.

Der Maxxis Minion ist unter den Mountainbike-Profilen ein echter Klassiker, der häufig kopiert und doch nie erreicht worden ist. Wie auch beim Bruder High Roller hat sich das Profil des Minion über Jahre bewährt. Nach einigen Jahren ohne Veränderung ist im letzten Jahr dann mit dem Maxxis Minion DHR II eine überarbeitete Version für das Hinterrad vorgestellt worden, die in drei verschiedenen Gummimischungen, zwei Karkassen und drei Reifengrößen verfügbar ist.

Nur als Hinterreifen geeignet? Wir haben den Maxxis Minion DHR II im Test
# Nur als Hinterreifen geeignet? Wir haben den Maxxis Minion DHR II im Test
Der DHR II vereint Elemente der bekannten Minion-Profile DHR und DHF
# Der DHR II vereint Elemente der bekannten Minion-Profile DHR und DHF
Bislang hat der Minion DHR gegenüber dem DHF auch am Hinterrad klar das Nachsehen gehabt. Kann die neue Version das ändern?
# Bislang hat der Minion DHR gegenüber dem DHF auch am Hinterrad klar das Nachsehen gehabt. Kann die neue Version das ändern?

Für unseren Praxistest muss der Maxxis Minion DHR II TR EXO 3C Maxx Terra in der Abmessung 27,5 x 2,30“ antreten. Wie sich diese teure Version des Reifens im Dauereinsatz in der Praxis geschlagen hat, erfahrt ihr in diesem Test. In einem entsprechenden Test findet ihr hier den Review eines weiteren alten Bekannten von Maxxis – des High Roller II in der an sich identischen Ausführung.

Maxxis Minion DHR II

Technische Daten

Hersteller: Maxxis
Modell: Minion DHR II TR EXO
Modelljahr: 2014
Kategorie: Reifen
Einsatzbereich: All-Mountain, Enduro – harte, lockere, und weiche Böden
Abmessungen: 27,5 × 2,30″ / 58–584
Faltbar: ja
Karkassenbreite: 53 mm (21 mm Felge)
Profilbreite: 56 mm (21 mm Felge)
Profiltiefe: 4 mm (Neuzustand, Mittelstollen)
Aufbauhöhe: 54 mm (Oberkante Felge bis Oberkante Profil)
Gummimischung: 3C MaxxTerra (triple compound, 70a / 50a / 42a)
Karkasse: 60 TPI, Kevlar, EXO, TR
Gewicht: 805 g
Preis: 64,90 € (UVP)

Der Minion DHR II ist von Maxxis als Trockenreifen vorgesehen, der mit festen und lockeren Böden bestens zu Recht kommen soll.
# Der Minion DHR II ist von Maxxis als Trockenreifen vorgesehen, der mit festen und lockeren Böden bestens zu Recht kommen soll.
Das neue Profil vereint die Schulterstollen des alten Minion DHF mit neu gestalteten Mittelstollen
# Das neue Profil vereint die Schulterstollen des alten Minion DHF mit neu gestalteten Mittelstollen
Top-Modell: Wir fahren den Minion DHR II in der TR EXO-Version
# Top-Modell: Wir fahren den Minion DHR II in der TR EXO-Version - sie ist Tubeless Ready und verfügt über einen zusätzlichen Schutz in der Seitenwand

Der Maxxis Minion DHR II TR EXO in der Hand

Profil

Während die Veränderungen vom High Roller zum High Roller II zumindest optisch relativ klein ausgefallen sind, unterscheidet sich der Maxxis Minion DHR II optisch und technisch deutlich von seinem altgedienten Vorgänger. Viele Mountainbiker haben seit jeher gerne den Minion DHF an Vorder- und Hinterrad gefahren und das Update des Minion DHR zum DHR II zeigt dann auch, dass Maxxis hier Nachholbedarf gesehen hat. So sind die Schulterstollen des neuen DHR II direkt vom alten DHF übernommen, doch die Mittelstollen dazwischen sind neu gestaltet worden und sollen für die richtige Grundlage sorgen, um aggressiv in die Kurve gehen, kontrolliert driften und leicht rollen zu können.

Obwohl der Name DHR II nach wie vor suggeriert, dass es sich bei diesem Modell um einen Hinterreifen handelt, ist der neue DHR II genau so gut am Vorderrad zu fahren, wie der DHF am Hinterrad zu gebrauchen gewesen ist. Die übernommenen Schulterstollen sind im direkten Vergleich etwas verbreitert worden, wodurch der Kurvenhalt nochmals verbessert und der Grenzbereich breiter gestaltet worden sein soll. Die neuen Mittelstollen sind angeschrägt und geschlitzt. So soll das Profil besser rollen und beim Einlenken in Kurven ein besser vorhersagbares Fahrverhalten bieten. In dieser Hinsicht ähneln sich die Anforderungen an die Weiterentwicklungen von High Roller II und DHR II. Der DHR II hat jedoch insgesamt die schärfer geformten Stollen und etwas mehr Profilfläche, wodurch er sich beim Bremsen besser in den Boden eingraben können und so am Hinterrad viel Kontrolle bieten können soll. Gleichzeitig soll er im direkten Vergleich zum High Roller II etwas besser rollen.

Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht unserer Ergebnisse im Review zum Maxxis High Roller II TR EXO zeigt sich, dass die Kombination aus High Roller II am Vorderrad und DHR II am Hinterrad eine sehr leistungsfähige Kombination ist. Unterwegs haben wir zuweilen gewechselt, doch am Ende bin ich immer wieder mit dieser Kombination am glücklichsten gewesen.

Aufbau

Obwohl unsere Maxxis Testreifen beide auf einer Maxxis EXO Protection Karkasse aufbauen, liegen fast 70 g Gewichtsunterschied zwischen den beiden Modellen – zu Gunsten des Minion DHR II. Die EXO Schutzeinlage ist ein schnitt- und abriebfestes Material in der Seitenwand, das durch seine dichte Gewebestruktur einerseits leicht und andererseits sehr flexibel sein soll. So soll der Pannenschutz verbessert werden, ohne die Anpassungsfähigkeit des Reifens negativ zu beeinflussen. Auch der Minion DHR II ist als Tubeless Ready (TR) spezifiziert, so dass der Reifen mit Milch gefahren werden kann und bereits bei der ersten Montage problemlos sitzen soll. Möglich macht Maxxis das mit einer Gummischicht, die den Reifen innen auskleidet. So reduziert sich die Menge der zu verwendenden Milch, wodurch das Systemgewicht gesenkt werden kann.

Bei der Gummimischung vertraut Maxxis im Enduro-Bereich auf die 3C MaxxTerra-Mischung
# Bei der Gummimischung vertraut Maxxis im Enduro-Bereich auf die 3C MaxxTerra-Mischung - der Kern aus 70a hartem Gummi ist in der Mitte mit einer weichen 50a-Lage überzogen und an den Flanken mit sehr weichem 42a Gummi.

Bei der Gummimischung setzen wir auf die 3C MaxxTerra Triple Compound-Gummimischung, die von Maxxis für den Freeride-Einsatz ausgelegt ist. Das Besondere an der Maxxis 3C-Mischung ist, dass die Lauffläche aus einem Stück geformt wird, wodurch Maxxis die Fahreigenschaften optimieren können will. Für das Mountainbike sieht der Aufbau so aus, dass eine härtere Basismischung (70a) als Grundlage für Lauffläche und Stollen dient und auf diese zwei weichere Komponenten aufgetragen werden, die für die gewünschten Traktions- und Dämpfungseigenschaften sorgen. So werden die Mittelstollen (50a) aus einer härteren Gummimischung gefertigt als die Schulterstollen (42a). Zu guter Letzt soll ein guter Kompromiss bei der Lebensdauer gelungen sein, so dass die über 60 € teuren Reifen nicht schon nach wenigen Abfahrten am Ende sind – wie es etwa die alten 42a SuperTacky Modelle gewesen sind.

Bereit für die Ausfahrt: Das neue Profil des Minion DHR II
# Bereit für die Ausfahrt: Das neue Profil des Minion DHR II

Größen

Für unseren Test haben wir den Maxxis Minion DHR II in der Dimension 27,5 x 2,30“ angefordert. Mit diesem Maß entspricht der Reifen exakt dem, was aktuelle All-Mountain- und Enduro-Bikes verwenden. Die Bestimmung der Breite haben wir auf einer DT Swiss EX 1501 Spline Felge mit 21 mm Innenbreite durchgeführt. So erreicht der Reifen an den Schulterstollen eine Breite von 57 mm und an der Karkasse von 53 mm. Durch die größeren und stärker abgewinkelten Schulterstollen ist der Minion DHR II im Vergleich zum Vorgängermodell etwas breiter geworden. Das Gewicht unseres Reifens liegt bei 805 g – das sind 15 Gramm weniger als die Werksangabe und damit ein sehr guter Wert, die für eine hohe Fertigungsgüte mit niedrigen Toleranzen spricht. Damit ist der Minion DHR II bei identischem Aufbau und identischer Gummimischung gut 70g leichter als der High Roller II.

Neben dem hier getesteten Modell Maxxis Minion DHR II TR EXO gibt es den Reifen noch in den folgenden Versionen mit einfacher und doppelter Karkasse für den All-Mountain, Enduro, und Downhill-Einsatz.

Modell Größe ETRTO Mischung Gewicht TPI Version UVP (2014)
Maxxis Minion DHR II EXO 26 x 2,40 61-559 MaxxPro 910 g 60 faltbar + EXO 49,90 €
Maxxis Minion DHR II EXO 26 x 2,40 61-559 SuperTacky 895 g 60 faltbar + EXO 49,90 €
Maxxis Minion DHR II EXO 26 x 2,40 61-559 3C MaxxTerra 885 g 60 faltbar + EXO 64,90 €
Maxxis Minion DHR II TR EXO 26 x 2,30 58-559 MaxxPro 780 g 60 TR + EXO 49,90 €
Maxxis Minion DHR II TR EXO 26 x 2,30 58-559 3C MaxxTerra 755 g 60 TR + EXO 64,90 €
Maxxis Minion DHR II TR EXO 27,5 x 2,30 58-584 MaxxPro 810 g 60 TR + EXO 49,90 €
Maxxis Minion DHR II TR EXO 27,5 x 2,30 58-584 3C MaxxTerra 790 g 60 TR + EXO 64,90 €
Maxxis Minion DHR II TR EXO 29 x 2,30 58-622 MaxxPro 855 g 60 TR + EXO 49,90 €
Maxxis Minion DHR II TR EXO 29 x 2,30 58-622 3C MaxxTerra 825 g 60 TR + EXO 64,90 €
Maxxis Minion DHR II 26 x 2,40 61-559 MaxxPro 1240 g 60 DW Draht 54,90 €
Maxxis Minion DHR II 26 x 2,40 61-559 SuperTacky 1225 g 60 DW Draht 54,90 €
Maxxis Minion DHR II 26 x 2,40 61-559 3C MaxxGrip 1265 g 60 DW Draht 69,90 €

Montage des Maxxis Minion DHR II TR EXO

Einen Reifen aufzuziehen kann je nach Modell zu einer kleinen Tortour werden: Einerseits will niemand in einer schnellen Kurve seinen Reifen verlieren, doch andererseits sollte der Reifen montiert werden können, ohne die Felge zu beschädigen. Die Maxxis Minion DHR II sind in dieser Hinsicht exakt so ausgelegt, wie man es erwarten würde: Sie lassen sich ohne Werkzeug von Hand montieren, sofern man die richtige Technik anwendet und ein wenig Fingerkraft hat. Beim ersten Aufpumpen sitzt der Reifen direkt sauber im Felgenbett und wer im ersten Zug bis ca. 2,5 Bar aufpumpt, presst den Reifen rundum gleichmäßig ins Felgenbett unserer Testlaufräder von DT Swiss und numbr3. Nur bei einem Spank Oozy 650b Laufradsatz erfordert der runde Sitz ein wenig mehr Nachdruck, doch am Ende schnappt auch hier die Wulst ins Felgenhorn. Perfekt.

Mit dem oben beschriebenen Montageprozedere haben wir es nicht bewenden lassen, sondern den Minion DHR II mit EXO Karkasse auch auf seine tubeless-Eignung hin überprüft. Maxxis verspricht, dass der Tubeless Ready-Reifen ohne Kompressor und mit ein wenig Milch tubeless montierbar sein soll. Die Praxis zeigt, dass die gummierte Wulst tatsächlich schon beim ersten Aufziehen sauber im Felgenbett aufliegt und so den leeren Reifen soweit abdichtet, dass er mit einer Standpumpe aufgepumpt werden kann. Für den Test verwenden wir 50 ml Milch pro Reifen und das Ergebnis ist durchweg positiv: sowohl auf der DT Swiss-, als auch auf der numbr3 Carbon-Felge gelingt bereits der erste Versuch und der Reifen hält den Luftdruck auch über einige Wochen konstant. Hier hat Maxxis die Hausaufgaben gemacht – den Bedarf für einen ausgewiesenen Tubeless-Reifen gibt es damit quasi nicht mehr und die Milch im Reifen hat sich insbesondere bei Durchstichen vielfach bezahlt gemacht.

Auf dem Trail

Mit diesem Test-Setup sind wir mit einem ICB-Teileträger abwechselnd mit Minion DHR II und High Roller II auf die Strecke gegangen. Als Reifendruck haben wir am Vorderrad 1,7 Bar und am Hinterrad zunächst 1,9 Bar eingestellt – jeweils tubeless. Mit diesem Setup haben die Reifen ca. 400 km absolviert und sind dabei auch im direkten Vergleich mit anderen Reifen auf dem selben Bike gefahren worden, um einen besseren Eindruck des Fahrverhaltens gewinnen zu können. Als Teststrecken haben wir in den vergangenen Monaten möglichst viele verschiedene Untergründe befahren. So musste sich der High Roller II am Tegernsee, in Winterberg, Bad Kreuznach, dem Bodenseeraum, Tignes / Val d’Isere und Saalbach-Hinterglemm beweisen.

Grip und Traktion des Reifens können auf dem Trail voll überzeugen
# Grip und Traktion des Reifens können auf dem Trail voll überzeugen - zumindest so lange der Boden nicht zu feucht wird.

Traktion & Dämpfung

Ausgestattet mit der teuren Triple Compound Gummimischung bestehend aus 42a Schulterstollen und 50a Lauffläche haben wir hohe Erwartungen an die Traktion und Dämpfung des Maxxis Minion DHR II TR EXO gehabt. Für den stolzen Preis von 64,90 € pro Reifen ist das keineswegs vermessen – wer so viel investiert, sollte belohnt werden. Auf dem Trail zeigt sich, dass die Hoffnungen erfüllt werden. Die weichen Schulterstollen bieten viel Traktion und graben sich sehr gut auch in tiefe Böden hinein. So ist auch beim Bremsen in schräg abschüssigen Passagen die Linienwahl vom Fahrer zu Treffen und nicht von der Schwerkraft und wer bereit ist, sich tief in die Kurve zu legen, der wird mit sehr gutem Grip belohnt. Wird der Grenzbereich des Reifens erreicht, so bricht er gut kontrollierbar zur Seite aus und lässt sich leicht einfangen. Das sorgt für ein sicheres Fahrgefühl und erlaubt es, schrittweise das Tempo zu steigern und die aggressiveren Linien zu wählen. Gerade die 42a-Seitenstollen sorgen hier nicht nur für sehr gute Traktion, sondern auch für eine überzeugende Dämpfung, die es dem Reifen erlaubt, viel Bodenkontakt zu halten und so die Kontrolle zu steigern. Dieses Verhalten kennen wir in den Grundzügen vom alten Minion DHF, doch die neuen Mittelstollen sorgen dafür, dass der DHR II auf der Bremse dem Vorgänger einiges an Weg abnimmt und auf hohem Niveau verzögert.

Bei der Dämpfung leisten die weichen Schulterstollen erstklassige Arbeit und sorgen für Ruhe und ein sattes Fahrverhalten
# Bei der Dämpfung leisten die weichen Schulterstollen erstklassige Arbeit und sorgen für Ruhe und ein sattes Fahrverhalten
Hohe Geschwindigkeiten am Kurvenausgang durch einen gut kontrollierbaren Grenzbereich
# Hohe Geschwindigkeiten am Kurvenausgang durch einen gut kontrollierbaren Grenzbereich

Insgesamt sind die Fahreigenschaften des Minion DHR II mit 3C MaxxTerra-Gummimischung sehr konstant und gut vorhersagbar – und das relativ unabhängig vom Terrain. Der Spagat zwischen Laufleistung, Rollwiderstand und Traktion ist sehr gut gewählt und das Profil trägt seinen Teil dazu bei, dass der hohe Grip nicht mit schlechten Laufeigenschaften erkauft werden muss. Von der Dämpfung her liegt der Minion DHR II gefühlt sogar noch über dem High Roller II, was an den voluminöseren Schulterstollen liegen kann. Mit dem Specialized Butcher kann er jedoch trotzdem noch nicht gleichziehen. Doch beim Rollen lässt er diesen locker stehen.

Robust: Mit Durchschlägen oder platten Reifen haben wir im Test keine Probleme gehabt
# Robust: Mit Durchschlägen oder platten Reifen haben wir im Test keine Probleme gehabt
Mit Vollgas in den Grenzbereich
# Mit Vollgas in den Grenzbereich - das Einlenkverhalten des Minion DHR II ist gut vorhersehbar und schafft Vertrauen

Selbstreinigung

Der Minion DHR II soll ein breit einsetzbarer Reifen für trockene Bedingungen auf mittelfesten und losen Böden sein, dem erst im Nassen die Luft ausgeht. Dank dem feuchten Sommer 2014 haben wir unzählige Touren auf nassen Böden gefahren und hier zeigt sich, dass der DHR II sich besser schlägt, als der DHR oder der DHF, doch mit dem High Roller II kann er im Nassen nicht mithalten. Hier fallen Traktion und insbesondere Selbstreinigung schlechter aus, wodurch der Reifen sich wie vom Hersteller vorgeschlagen eher für trockene Bedingungen eignet. Hier lässt er insbesondere auf harten Böden den High Roller II im Gegenzug relativ alt aussehen und erst auf glatten, harten Böden gibt es mit Sicherheit schnellere Reifen, die weniger Profil haben und so besser laufen.

Bei diesen Bedingungen ist Schluss: Von der Selbstreinigung her kann es der Minion DHR II nicht mit dem High Roller II aufnehmen.
# Bei diesen Bedingungen ist Schluss: Von der Selbstreinigung her kann es der Minion DHR II nicht mit dem High Roller II aufnehmen.

Rollwiderstand

Wie gut rollt der Maxxis Minion DHR II? Insbesondere am Hinterrad ist das interessant, wo aufgrund der Gewichtsverteilung ein Großteil des Rollwiderstandes verursacht wird. Wenn man den Bruder High Roller II zum Vergleich heranzieht, zeigt sich, dass der Minion DHR II etwas besser abrollt und beim rollen weniger Energie aufnimmt. Das lässt sich zum Einen durch das geringere Gewicht erklären und zum Anderen durch die etwas breiteren Stollen, die weniger stark Verformt werden und etwas steifer sind. Der harte Unterbau der 3C MaxxTerra Gummimischung sorgt für diese Eigenschaft und so rollte der DHR II nur wenig schlechter als ein Schwalbe Hans Dampf mit Trailstar-Mischung. So zeigt sich der Minion DHR II in dieser Hinsicht als sehr gelungener Kompromiss, der am Hinterreifen viel Spaß macht: Traktion, Dämpfung und Rollwiderstand sind sauber ausbalanciert und dem Einsatzbereich entsprechend gewichtet.

Bergauf bietet der DHR II am Hinterrad viel Traktion
# Bergauf bietet der DHR II am Hinterrad viel Traktion - der Rollwiderstand ist dabei akzeptabel. Ein gelungener Kompromiss.
Wie auch der High Roller II eignet sich der Minion DHR II in 3C-Mischung für lange Touren
# Wie auch der High Roller II eignet sich der Minion DHR II in 3C-Mischung für lange Touren
Effektiv eignet sich der neue DHR II sowohl für das Vorderrad, als auch für das Hinterrad
# Effektiv eignet sich der neue DHR II sowohl für das Vorderrad, als auch für das Hinterrad - wir würden ihn aber speziell als Hinterreifen empfehlen.
Tourentauglich: Bei der Big Five Freeride-Challenge in Saalbach und Leogang musste sich der Minion DHR II beweisen. Er konnte überzeugen.
# Tourentauglich: Bei der Big Five Freeride-Challenge in Saalbach und Leogang musste sich der Minion DHR II beweisen. Er konnte überzeugen.

Haltbarkeit

Gibt es soweit negative Kritikpunkte? Eigentlich nicht. Doch wer 64,90 € (UVP) in einen Reifen investiert, der will länger Freude an ihm haben als nur einige Abfahrten im Bike-Park. Als ich zum Mountainbike gekommen bin, habe ich schnell auf weiche Maxxis 42a-Reifen mit SuperTacky-Gummimischung gewechselt. Ihr Vorteil: Extremer Grip und richtig gute Dämpfung. Ihr Nachteil: Der Reifen klebt nicht nur vom Rollwiderstand am Boden, sondern auch in Form von Gummi – nach drei Tagen im Bike-Park ist der Verschleiß nicht zu übersehen gewesen. Dieser missliche Umstand kann bei 130 € für das Reifenset durchaus den Fahrspaß mindern. Zum Glück kann die 3C MaxxTerra Triple Compound-Mischung das besser: Sie zeigt sich nach den ersten 300 km noch weitestgehend unbeeindruckt und verschleißt nur langsam. Erst nach vier Tagen und 120 km Trail-Abfahrten in Tignes und Val d’Isére lässt der Reifen dann doch einiges an Federn und die Mittelstollen werden zunehmend abgefahren. Im direkten Vergleich mit dem High Roller II ist der Verschleiß jedoch ein kleines bisschen weniger, was wohl auf die großflächigeren Stollen zurück zu führen ist. In Anbetracht der Fahrleistung und der gebotenen Performance würden wir dieses Verhalten insgesamt als akzeptabel einordnen. Für den zusätzlichen Grip und die sehr gute Dämpfung ist diese Verschleißfestigkeit durchaus in Ordnung. Wer vornehmlich auf Touren unterwegs ist und weniger auf steilen, steinigen Abfahrten, dürfte lange Spaß an diesem Reifen haben. Hier zeigen sich die Vorteile der drei Gummimischungen, die die Mittelstollen vor frühzeitigem Verschleiß schützen.

Der Verschleiß nach 200km auf vornehmlich waldigen Trails ist sehr überschaubar.
# Der Verschleiß nach 200km auf vornehmlich waldigen Trails ist sehr überschaubar.

Problemlos ist in unserem Fall auch die Durchstich- und Durchschlagsicherheit der Karkasse gewesen. Nicht ein einziges Mal haben wir unsere Tour frühzeitig ab- oder unterbrechen müssen, weil der Reifen die Luft verloren hätte. Auch mit Schlauch haben wir die Reifen nicht über 1,9 Bar befüllt und so trotz sehr guter Traktion und Dämpfung keine Probleme mit der Widerstandsfähigkeit der Karkasse gehabt.

Test-Fazit zum Maxxis Minion DHR II TR EXO

Der Maxxis Minion DHR II TR EXO in 27,5 x 2,30“ ist ein sehr gelungener Allrounder, der mit starker Traktion auf trockenen und lockeren Böden und tollen Kurvengeschwindigkeiten bei sehr guter Dämpfung überzeugen kann. Hauptverantwortlich dafür ist die 3C MaxxTerra Gummimischung, die jedoch den Preis auf stolze 64,90 € nach oben treibt. Rollwiderstand und Haltbarkeit sind relativ gut, wodurch der Reifen für den All-Mountain- und Enduro-Einsatz eine echte Empfehlung ist. Insbesondere am Hinterrad, wo er mit sehr guter Traktion und klar definiertem Grenzbereich auch in Kurven überzeugt. In der Klasse um 800 g gibt es nicht viel Konkurrenz.

Stärken

  • sehr gute Traktion und Dämpfung
  • sehr klar vorhersagbares Fahrverhalten
  • problemlos tubeless ready

Schwächen

  • hoher Preis
  • etwas höherer Rollwiderstand
  • Verschleiß auf steinigen, steilen Strecken

Weitere Informationen

Maxxis Homepage
Fotos: Tobias Stahl, Johannes Merg
Text / Redaktion: Tobias Stahl | MTB-News.de 2014

 

Weitere Reifen-Tests.

Zusammenfassung
Datum
Produkt
Maxxis Minion DHR II TR EXO 650b
Bewertung
51star1star1star1star1star
  1. benutzerbild

    GravityFan

    dabei seit 09/2011

    Ich stehe gerade auch vor der Entscheidung einen neuen 26er Vorderreifen für den Enduro/Freeride Einsatz zu holen. Vorher war ein Hans Dampf 2.35 in der Pacestar-Mischung (nicht so prickelnd) auf einer Felge mit 30mm Innenbreite drauf. Ich würde prinzipiell gerne einen Reifen mit ordentlicher Breite/Volumen haben, um mit weniger Druck rumgurken zu können. Strecken sind meist steinig, wurzelig, trocken und steil. Zur Auswahl stehen jetzt bei mir:
    [LIST]
    [*]DHR II 26x2.40 Super Tacky
    [*]DHF 26x2.50 3C
    [*]Specialized Butcher SX 26x2.30
    [/LIST]
    Wie siehts mit der Größe/Volumen vom DHF in 26 Zoll aus? Fällt der so schmal aus, wie behauptet wird? Was würdet ihr empfehlen? Prinzipiell möchte ich auf keinen Fall einen schmaleren Reifen mit weniger Dämpfung haben, als ich jetzt mit dem HD in 2.35 habe.
  2. benutzerbild

    Hillside

    dabei seit 05/2013

    GravityFan schrieb:
    Ich stehe gerade auch vor der Entscheidung einen neuen 26er Vorderreifen für den Enduro/Freeride Einsatz zu holen. Vorher war ein Hans Dampf 2.35 in der Pacestar-Mischung (nicht so prickelnd) auf einer Felge mit 30mm Innenbreite drauf. Ich würde prinzipiell gerne einen Reifen mit ordentlicher Breite/Volumen haben, um mit weniger Druck rumgurken zu können. Strecken sind meist steinig, wurzelig, trocken und steil. Zur Auswahl stehen jetzt bei mir:
    [LIST]
    [*]DHR II 26x2.40 Super Tacky
    [*]DHF 26x2.50 3C
    [*]Specialized Butcher SX 26x2.30
    [/LIST]
    Wie siehts mit der Größe/Volumen vom DHF in 26 Zoll aus? Fällt der so schmal aus, wie behauptet wird? Was würdet ihr empfehlen? Prinzipiell möchte ich auf keinen Fall einen schmaleren Reifen mit weniger Dämpfung haben, als ich jetzt mit dem HD in 2.35 habe.


    In 26" ist der DHF 2.5 deutlich schmaler als der DHR II 2.4. Shorty 2.5 ist noch etwas breiter als der DHR II.

    Ich würde für (rein) trockene, steinige Verhältnisse den DHR II 2.4 Supertacky nehmen. Der Shorty ist aber sehr gut und funktioniert nicht nur bei Nässe.
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  4. benutzerbild

    GravityFan

    dabei seit 09/2011

    Ah, ok alles klar, danke! Hatte ich mir schon fast so gedacht. In 650b ist der DHF aber jetzt auch breiter geworden, oder?
  5. benutzerbild

    Hillside

    dabei seit 05/2013

    Ja, die neuen DHF (650B und 29er) haben die neuen "Förmchen" und sind breiter.

    Siehe zum Unterschied DHF / DHR II z. B. auch: http://wheelsizeagnostic.com/review-maxxis-minion-dhr-ii-2-4-wide-trail-and-2-3-ride-report/
  6. benutzerbild

    GravityFan

    dabei seit 09/2011

    Alles klar, danke!

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