Steckbrief: Forbidden Druid
| Einsatzbereich | Trail |
|---|---|
| Federweg | 150 mm/130 mm |
| Laufradgröße | 29ʺ, Mullet (29″/27,5″) |
| Rahmenmaterial | Carbon |
| Gewicht (o. Pedale) | 15,3 kg |
| Rahmengrößen | S1, S2, S3, S4 (im Test: S3) |
| Website | forbiddenbike.com |
| Preisspanne | 7.599 € - 10.899 € |
High-Pivot-Bikes sind in aller Munde. Eines der ersten Bikes, das den Hype damals ausgelöst hat, war das Forbidden Druid. Inzwischen ist das Trail-Bike der kleinen Bike-Schmiede aus Kanada in zweiter Generation erhältlich. Anders als der Vorgänger ist das Druid V2 kein Eingelenker mehr, sondern setzt auf einen Viergelenk-Hinterbau, der sozusagen auf dem Kopf steht. Geblieben ist selbstverständlich das Hinterbau-System mit hohem Drehpunkt, Kettenumlenkung und nach hinten gerichteter Raderhebungskurve. Dazu hat man beim Kauf die Wahl zwischen einer 29″-Variante und einer Mullet-Konfiguration. In unseren Trail-Bike-Vergleichstest haben wir das 10.899 € teure und 15,3 kg schwere Top-Modell mit 29″-Laufrädern geschickt.
Video: Forbidden Druid im Test
Rahmen und Hinterbau
Der Star beim Forbidden Druid V2 ist zweifelsohne das Hinterbau-System, das die auf Vancouver Island ansässige Firma an allen Bikes im überschaubaren Portfolio einsetzt. Beim sogenannten Trifecta Suspension System handelt es sich am Druid V2 um einen auf den Kopf gestellten Viergelenker-Hinterbau mit einem horizontal über dem Tretlager positionierten Dämpfer. Der besondere Clou am Forbidden Druid ist dabei die nach hinten gerichtete Raderhebungskurve. Um ganze 22 mm längt sich der Hinterbau, wenn man die gesamten 130 mm Federweg nutzt. Das soll dazu führen, dass das Heck bei Schlägen nach hinten ausweicht und sich so nicht an Wurzeln und anderen sperrigen Hindernissen auf dem Trail aufhängt.
Im Vergleich zum Druid V1 hat Forbidden dabei die Längung des Hinterbaus um etwa 5 mm reduziert, was laut Forbidden für mehr Gegenhalt im mittleren Federwegsbereich sowie ein agileres Fahrverhalten sorgen soll – beides keine schlechten Eigenschaften bei einem auf dem Papier eher kurzhubigen Trail-Allrounders. Durch den Wechsel auf ein Viergelenker-System konnte Forbidden außerdem den Anti-Rise stark anpassen. Beim V1 lag der Anti-Rise über den gesamten Federweg bei deutlich über 100 %. Im Bereich rund um den Sag-Punkt liegt er beim Druid V2 nun bei knapp über 100 %, fällt im weiteren Verlauf des Federwegs auf knapp unter 50 %. Das soll für ein aktiveres Heck und spürbar mehr Grip bei harten Bremsmanövern, die tief im Federweg passieren, sorgen.
Auch das Übersetzungsverhältnis hat Forbidden angepasst und insgesamt erhöht. Über den gesamten Federweg liegt die Progression bei etwa 30 %, was niedriger als am Vorgänger, aber dennoch ein vergleichsweise hoher Wert ist. Ansonsten fällt natürlich die charakteristische Ketten-Umlenkung auf. Diese ist weiterhin notwendig, um den mit dem hohen Hauptdrehpunkt einhergehenden Pedalrückschlag zu minimieren. Außerdem kann Forbidden am Druid V2 nun auf die untere Kettenführung verzichten, was in einer höheren Effizienz und weniger Anfälligkeit für unschöne Geräusche resultieren sollte.
Einen vollumfänglichen Kofferraum auf der Oberseite des Unterrohrs gibt es am Forbidden Druid V2 nicht – aber immerhin ein kleines Staufach, das vor dem Tretlager in den Unterrohr-Schutz integriert ist und sich werkzeuglos öffnen und schließen lässt. Außerdem gibt es auf der Unterseite des Oberrohrs eine Aufnahme für einen Tool Strap. Und so komplex der Hinterbau des Druids ist, so simpel ist der Rahmen ansonsten gestaltet: Auf Flip Chips oder sonstige Anpassungen am Rahmen verzichtet Forbidden. Das bedeutet auch: Man muss sich beim Kauf entscheiden, ob man das Forbidden Druid als 29er oder mit Mullet-Laufrädern fahren möchte. Die neue, geschmiedete Umlenkung mit größeren Lagern sowie das geschraubte Tretlager dürften bei Hobby-Schraubern hingegen für viel Freude sorgen. Erwähnenswert sind außerdem noch die lebenslange Garantie, die Forbidden allen Erstbesitzern gewährt, sowie das übersichtlich gestaltete Tech-Archiv auf der Website, wo alle wichtigen Infos zu bestehenden und älteren Modellen von Forbidden hinterlegt sind.
Geometrie
Forbidden bietet das Druid V2 in vier Größen an, die auf die Bezeichnung S1 bis S4 hören und die traditionelle Spanne von S bis XL abdecken. Unser Testbike in Größe S3 hat mit einem Reach von 480 mm und einem Stack von 637 mm moderne Werte, die im Vergleich zu anderen Trail-Bikes nicht auffällig aus der Reihe tanzen. Auch der 65° flache Lenkwinkel sowie der 77° steile Sitzwinkel sind für ein Rad mit 130 mm Federweg nicht ungewöhnlich. Spannender wird es da schon bei der Länge der Kettenstreben. Diese wachsen nicht nur über jede Rahmengröße hinweg um rund 15 mm an, sondern sind insgesamt auf der langen Seite: 452 mm messen sie an unserem Testbike – und durch die nach hinten gerichtete Raderhebungskurve längen sie sich über den gesamten Federwegsbereich auch noch. Die angegebenen Werte gelten für die 29″-Version – die Daten des Mullet-Setups unterscheiden sich mit Ausnahme der Tretlager-Absenkung nur unwesentlich vom 29er. Einen Flip Chip oder sonstige Möglichkeiten, um die Geometrie anzupassen, gibt es am Druid V2 nicht.
| Rahmengröße | S1 | S2 | S3 | S4 |
|---|---|---|---|---|
| Laufradgröße | 29″ | 29″ | 29″ | 29″ |
| Reach | 440 mm | 460 mm | 480 mm | 500 mm |
| Stack | 610 mm | 624 mm | 637 mm | 651 mm |
| STR | 1,39 | 1,36 | 1,33 | 1,30 |
| Lenkwinkel | 65° | 65° | 65° | 65° |
| Sitzwinkel, effektiv | 77° | 77° | 77° | 77° |
| Oberrohr (horiz.) | 581 mm | 604 mm | 627 mm | 650 mm |
| Steuerrohr | 90 mm | 105 mm | 120 mm | 135 mm |
| Sitzrohr | 400 mm | 420 mm | 440 mm | 470 mm |
| Kettenstreben | 423 mm | 437 mm | 452 mm | 466 mm |
| Radstand | 1.177 mm | 1.218 mm | 1.259 mm | 1.299 mm |
| Tretlagerabsenkung | 35 mm | 35 mm | 35 mm | 35 mm |
| Tretlagerhöhe | 337 mm | 337 mm | 337 mm | 337 mm |
| Gabel-Offset | 42 mm | 42 mm | 42 mm | 42 mm |
| Federweg (hinten) | 130 mm | 130 mm | 130 mm | 130 mm |
| Federweg (vorn) | 150 mm | 150 mm | 150 mm | 150 mm |
Ausstattung
- Federgabel RockShox Lyrik Ultimate (150 mm)
- Dämpfer RockShox Super Deluxe Ultimate (130 mm)
- Antrieb SRAM X0 Transmission
- Bremsen SRAM Maven Ultimate
- Laufräder Crankbrothers Synthesis 11 Carbon
- Reifen Michelin Wild Enduro MS / Michelin Wild Enduro MH
- Cockpit Burgtec Ride Wide Carbon (780 mm) / Burgtec Enduro MK3 (42,5 mm)
- Sattelstütze OneUp V3 Dropper (180 mm)
Aus Gründen der optimalen Vergleichbarkeit haben wir abweichend von der Serien-Ausstattung alle Modelle im Trail-Bike-Vergleichstest 2025 mit einheitlichen Michelin Wild Enduro-Reifen sowie mit identischen Griffen und Sätteln von Ergon ausgestattet. Außerdem haben wir an jedem Test-Bike ein Schutzblech von Unleazhed montiert und Bike Pflege- sowie Reinigungs-Produkte von Muc-Off verwendet.
Auf dem Trail
Dass das Forbidden Druid ziemlich aus der Reihe tanzt, lässt sich bereits in der Theorie vermuten – und dieser Eindruck bestätigt sich schnell in der Praxis. Der Trail-Feger aus Kanada ist definitiv ein Bike mit Charakter und auch eines, das nicht jedermanns Sache sein wird. Aber: Die passenden Trails vorausgesetzt, macht das Druid V2 nicht nur verdammt viel Laune, sondern überflügelt die Konkurrenz auch in einigen Aspekten.
Bei gerade einmal 130 mm Federweg könnte man denken, dass das Druid bergauf eine Spur schneller unterwegs als die Konkurrenz ist. Mit dieser Vermutung liegt man allerdings falsch: Das eher kurzhubige High-Pivot-Heck des Druids wippt auch bei rundem Tritt spürbar. Mit einem Griff an den Plattform-Hebel lässt sich das Wippen zwar schnell eliminieren, doch mit offenem Dämpfer war hier deutlich mehr Bewegung im Fahrwerk als bei den anderen Bikes im Testfeld. Die Sitzposition fällt aufgrund des steilen Sitzwinkels sehr zentral aus, sodass man auch in steilen Anstiegen ausreichend Druck auf dem Vorderrad hat. Trotz des knapp bemessenen Federwegs ist das Druid bergauf also kein Sprint- oder Effizienz-Wunder, macht dafür aber aufgrund der Geometrie und der guten Traktion viel Laune in technisch anspruchsvollen Uphill-Sektionen.
Auch bergab hat das Druid V2 schnell für Verwirrung im positiven Sinne gesorgt. Die Phrase, dass sich ein Bike nach mehr Federweg anfühlt, als es auf dem Papier hat, ist vermutlich so alt wie das Fahrrad selbst – beim Forbidden mit seinem Trifecta-System trifft sie aber ganz klar zu. Das trifft vor allem für den Anfang des Federwegs zu, denn insbesondere bei kleineren Schlägen arbeitet der Hinterbau äußerst feinfühlig und verwöhnt mit sehr viel Komfort, ohne sich träge oder undefiniert anzufühlen. Das Heck geht insgesamt effizient mit dem begrenzten Federweg um – vor allem im letzten Drittel merkt man dann aber die vergleichsweise hohe Progression. Bei harten Einschlägen ist es daher ratsam, sich etwas mehr am Lenker festzuhalten.
Während auf den Bikepark-Strecken in Winterberg beim Forbidden etwas der Wow-Faktor gefehlt hat, hat sich dieser Eindruck auf naturbelassenen, technischen Trails ins Gegenteil umgekehrt. Auf eher flachen, wurzeligen Passagen hat das Forbidden auf beeindruckende Art und Weise die hart erarbeitete Geschwindigkeit mitgenommen, statt sich an jeder kleinsten Unebenheit aufzuhängen. Gleichzeitig bietet es ein erst sehr sattes, tiefer im Federweg sehr definiertes Fahrgefühl. Das macht das Druid V2 zu einem hervorragenden Begleiter für technische Hometrails.
Durchaus gewöhnungsbedürftig ist das Geometrie-Konzept, das Forbidden verfolgt. Insgesamt ist das Druid einfach ein langes Bike – sowohl nach vorn als auch nach hinten. Durch die sich längenden Kettenstreben kann es gerade in steilen, härteren Passagen vorkommen, dass viel Gewicht aufs Vorderrad verlagert wird. In Kombination mit dem verhältnismäßig steilen Lenkwinkel vermittelt das Druid in solchen Szenarien nicht so viel Sicherheit wie die Konkurrenz im Vergleichstest. Davon abgesehen war das Druid V2 aber in so ziemlich jeder anderen Trail-Situation ein sehr souveräner und verlässlicher Begleiter.
Insgesamt ist das Druid V2 ein Rad, das in unserem Test recht stark polarisiert hat – vor allem in Abhängigkeit davon, wo wir es bewegt haben. Während unseres Testcamps in Winterberg konnte das Forbidden die Stärken, die es zweifelsohne hat, nicht wirklich ausspielen. Auf unseren technischen, teils loamigen Hometrails hingegen hat das Druid jedem unserer Tester hingegen ein fettes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Essenziell ist neben der Wahl der passenden Trails unserer Ansicht nach auch, sich nach den Setup-Empfehlungen von Forbidden zu richten: Tendenziell sollte man das Heck mit satten 35 % Sag fahren und zu Beginn muss man etwas häufiger die Klicker am (leider recht schlecht erreichbaren) Dämpfer betätigen, damit das Forbidden Druid sein volles Potenzial entfaltet. Hat man das aber mal erledigt, kann man sich für naturbelassene, technisch anspruchsvolle Trails kaum einen besseren Begleiter vorstellen.
Im Vergleich
Trotz reduziertem Federweg muss das Forbidden Druid V2 den direkten Vergleich mit der Konkurrenz im Testfeld keineswegs scheuen. Wer auf der Suche nach einem klassischen Allrounder ist, bei dem Draufsetzen und Wohlfühlen das Motto sind, sollte wohl lieber einen anderen Kandidaten ins Auge fassen. Wer es bis zu diesem Punkt im Review geschafft hat, wird den Reiz am Forbidden Druid V2 aber schon ziemlich gut nachvollziehen können … es ist definitiv ein Bike mit Charakter!
Ziemlich einzigartig im Testfeld ist die Kombination aus gut ansprechendem, feinfühligem Hinterbau, der in normalem Geläuf mehr als ausreichend Reserven bietet und gleichzeitig in zahlreichen Situationen dafür sorgt, dass man viel Momentum mitnimmt. Das Santa Cruz Hightower hat beispielsweise ähnlich viel Speed vermittelt – hat dabei trotz eines Plus an Federweg mehr Feedback weitergereicht. Das dürfte am steifen Gesamtpaket, das die Kalifornier auf die Beine gestellt haben, liegen. Das Forbidden Druid lässt sich hingegen mit weniger Kraftaufwand auf Geschwindigkeit halten. Anders sieht es allerdings aus, wenn das Gelände steil und gleichzeitig sehr hart wird, denn hier kündigt sich dann irgendwann das progressive Ende der 130 mm am Heck an.
Ein Vergleich zwischen Forbidden Druid V2 und Raaw Jibb LT ist ebenfalls naheliegend – allein schon aus dem Grund, dass sowohl Forbidden als auch Raaw eher Exoten als Mainstream-Firmen sind und man sich sicher sein kann, dass die Teams, die die Räder entwickelt haben, selbst extrem viel Zeit in den heimischen Wäldern verbringen. Grundsätzlich verfolgen beide Bikes recht unterschiedliche Ansätze, die aber beide zum Ziel führen. Und bei beiden Bikes hat man den Eindruck, dass sie in einer höheren Gewichtsklasse boxen, als es der Federweg vermuten lässt. Das Jibb LT erinnert dabei eher an ein sattes Enduro, das viel Sicherheit vermittelt und auch in hartem Gelände glänzt, während man beim Druid V2 mehr davon mitbekommt, was unter einem passiert. Auf dem Trail wirkt das Druid außerdem eine ordentliche Spur leichtfüßiger. Allerdings kann die sich verändernde Geometrie gewöhnungsbedürftig sein und auch bei Aspekten wie der Reifenfreiheit und der Erreichbarkeit des Dämpfers hat das Jibb LT klar die Nase vorn.
Das ist uns aufgefallen
- Alles nur Hype? Das Forbidden Druid V2 ist das einzige High-Pivot-Bike im Test und aus unserer Sicht gibt es definitiv einige Aspekte, die an einem eher kurzhubigen Trail-Bike gegen solch einen vergleichsweise komplexen Ansatz sprechen. Andererseits muss man festhalten, dass das Druid V2 ein ziemlich eigenes Fahrverhalten bietet, was das Rad zu einem sehr fähigen, gleichzeitig aber auch speziellen Allrounder macht. Wer ein Bike mit Charakter sucht, könnte hier fündig werden. Probleme mit einer erhöhten Geräuschentwicklung oder einem Effizienzverlust durch die Umlenkung konnten wir während unseres Tests keine feststellen. Gerade in der nasskalten Jahreszeit empfiehlt es sich jedoch, diesen Bereich regelmäßig zu reinigen und zu pflegen.
- Knapp bemessene Reifenfreiheit Die Reifenfreiheit am Heck des Druid V2 ist durchaus knapp bemessen. Bei der 29″-Konfiguration sind laut Forbidden maximal 2,4″ breite Reifen freigegeben – ein Wert, der nicht so wirklich zum Abfahrts- und Trail-Fräs-Potenzial des Bikes passen will. Serienmäßig wird das Rad übrigens mit einem Maxxis Forekaster-Hinterreifen ausgeliefert …
- Verbastelte Angelegenheit Der Bereich rund ums Tretlager und den Dämpfer ist ganz schön vollgepackt und wirklich viel Platz ist hier nicht vorhanden. Zwar hat Forbidden die Öffnung im Rahmen für den Dämpfer vergrößert, sodass hier auch Coil-Dämpfer Platz finden. Allerdings ist es je nach Dämpfer wirklich schwierig, die Einstellknöpfe zu erreichen – zum Beispiel den Rebound am RockShox Super Deluxe, der an allen Serien-Bikes verbaut ist. Außerdem ist es praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, den Druid-Hinterbau wirklich gründlich zu reinigen. Das wirkt sich zwar nicht auf die Performance auf dem Trail aus, doch wer sein Bike auch im Herbst und Winter fährt, könnte hier das ein oder andere Mal fluchen.
- Setup Insgesamt ist das Forbidden Druid V2 ein Bike, auf dem man ziemlich schnell ziemlich viel Spaß haben kann. Es lohnt sich aber definitiv, sich mit dem passenden Setup etwas intensiver zu beschäftigen. Unserer Erfahrung nach funktioniert der Hinterbau am besten mit einem Sag von 35 %, was gerade in Anbetracht des knapp bemessenen Federwegs und der hohen Progression in der Theorie etwas verwunderlich ist. In der Praxis liefert der Hinterbau so aber bergab eine tolle Performance.
Fazit – Forbidden Druid V2
Das Forbidden Druid V2 ist ein äußerst spaßiges Trail-Bike, das in den allermeisten Situationen mühelos mit der langhubigeren Konkurrenz mithalten kann und auf den passenden Trails richtig glänzt. Der High Pivot-Hinterbau kann richtig bügeln, wirkt gleichzeitig aber auch richtig energetisch und vermittelt ein sehr kontrolliertes Gefühl – eine tolle Kombination. Rational betrachtet gibt es am High-Pivot-Allrounder aus Kanada zwar einige Aspekte zu kritisieren, etwa die eingeschränkte Reifenfreiheit, die schlechte Zugänglichkeit oder den wippenden Hinterbau im Uphill. Und generell kann man die Frage stellen, ob man die erhöhte Komplexität an einem Trail-Bike wirklich braucht. Doch wer die Sache rational angeht, wird sich kaum für ein Forbidden interessieren. Wer hingegen gerne die Vernunft gegen Fahrspaß austauscht, könnte mit dem Forbidden Druid sehr glücklich werden.
Forbidden Druid V2 – Pro / Contra
Stärken
- starke Kombination aus Pop und Bügeln
- hält gut Momentum
- sensibles Ansprechverhalten
- fühlt sich nach mehr Federweg an
Schwächen
- geringe Reifenfreiheit
- wippt spürbar im Uphill
- schwer zugänglicher Dämpfer & Hinterbau
High Pivot am Trail-Bike: Wie spannend findest du das Forbidden Druid?
Testablauf
Die fünf Trail-Bikes in unserem Vergleichstest sind im direkten Vergleich auf den vielfältigen Strecken im THE MOTHER Bikepark Winterberg bei herbstlichen, gut vergleichbaren Bedingungen gefahren worden. Von flowigen Strecken mit gebauten Anliegern über sprunglastige Tracks bis hin zu kurzen, wurzeligen und naturbelassenen Loam-Segmenten war für die fünf Allrounder praktisch alles dabei. Dank Lift-Unterstützung konnten wir uns während des Testcamps in Winterberg vor allem auf die Abfahrtsqualitäten konzentrieren und viele Tiefenmeter sammeln. Neben typischen Bikepark-Laps gibt es in Winterberg aber auch im direkt angrenzenden Trailpark die Möglichkeit, deutlich naturbelassenere Trails unter die Stollen zu nehmen – eine Möglichkeit, die wir uns selbstverständlich nicht haben entgehen lassen.
Anschließend sind wir alle Räder im Vergleichstest auf unseren Home-Trails im Taunus auf ausgiebigen Touren inklusive längerer und technischer Anstiege gefahren, um typische Wochenend-Ausfahrten zu simulieren. Zusätzlich konnten wir weitere Test-Eindrücke auf technischen, naturbelassenen und anspruchsvollen Taunus-Strecken während mehrerer Shuttle-Sessions sammeln.
Kontaktpunkte & Sponsoren
Zur optimalen Vergleichbarkeit sind alle Bikes im Test mit Michelin Wild Enduro-Reifen ausgestattet worden – eine optimale Wahl für die herbstlichen Testbedingungen. Alle Lenker sind von uns auf eine Breite von 780 mm gekürzt und mit einheitlichen Ergon GA2-Griffen bestückt worden. Für den nötigen Sitzkomfort haben wir Ergon SMS-Sättel im Team-Design an jedem Testrad verbaut. Außerdem haben wir an jedem der fünf Trail-Bikes ein Unleazhed M02-Schutzblech montiert. Zusätzlich haben uns die Reinigungs-Experten von Muc-Off mit den nötigen Produkten zur Wäsche und Pflege unserer Testräder ausgestattet. Bedanken möchten wir uns außerdem noch beim THE MOTHER Bikepark Winterberg für die tolle Unterstützung bei der Durchführung unseres Vergleichstests sowie bei Piste & Pedale, die mit optimal ausgestatteten Apartments direkt am Bikepark die perfekten Unterkünfte für Action-Urlauber in Winterberg anbieten.
Hier haben wir das Forbidden Druid getestet
- THE MOTHER Bikepark & Trailpark Winterberg Der legendäre Bikepark im Hochsauerland hat uns während unseres Test-Camps mit einer Vielzahl von Strecken, herbstlichen Bodenverhältnissen und viel flüssigem Sonnenschein verwöhnt. Dank der zahlreichen Sessellifte konnten wir uns auf den spaßigen Abfahrten voll und ganz auf das Sammeln der Tiefenmeter konzentrieren und die fünf Räder im Tests auf verschiedensten Arten von Strecken testen. Im Trailpark Winterberg, der direkt gegenüber des Bikeparks liegt, konnten wir außerdem das abwechslungsreiche und naturbelassene Streckennetz erkunden.
- Taunus, Hessen Naturbelassene, wurzelige und anspruchsvolle Trails, die während unserer Testfahrten in einem feuchten, aber insgesamt sehr gut fahrbaren Zustand waren. Der Fokus lag hier neben den Abfahrtsqualitäten auf technischen Home-Trails auch auf dem Sammeln von Höhenmetern, um die Uphill-Eigenschaften der Trail-Bikes gut beurteilen zu können.
- Fahrstil
- sauber, hohes Grundtempo
- Ich fahre hauptsächlich
- Enduro
- Vorlieben beim Fahrwerk
- vorne straffer als hinten, schneller Rebound, nicht zu viel Dämpfung
- Vorlieben bei der Geometrie
- geräumiger Reach, keine zu kurzen Kettenstreben, flacher Lenkwinkel
- Fahrstil
- verspielt
- Ich fahre hauptsächlich
- Downhill, Enduro
- Vorlieben beim Fahrwerk
- unauffällig, eher progressiv, wenig Druckstufe
- Vorlieben bei der Geometrie
- ausgewogen, nicht zu lang, Lenkwinkel nicht zu flach
- Fahrstil
- verspielt, strammes Grundtempo, lieber eine Kurve mehr als Straightline
- Ich fahre hauptsächlich
- Enduro, Trail, Jumps und auch gern mal Downhill
- Vorlieben beim Fahrwerk
- etwas straffer, schneller Rebound, so wenig Dämpfung wie nötig
- Vorlieben bei der Geometrie
- ausreichender Reach, mittellange Kettenstreben, tendenziell flacher Lenkwinkel
- Fahrstil
- Räder auf dem Boden, saubere Linienwahl
- Ich fahre hauptsächlich
- Trail, Enduro
- Vorlieben beim Fahrwerk
- relativ straff mit viel Dämpfung, Heck eher langsam
- Vorlieben bei der Geometrie
- mittellanges Oberrohr, hoher Stack, lange Kettenstreben, flacher Lenkwinkel
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90 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumIch hätte ja gerne Mal ein deviate, da man da ja Recht wenig von Problemen liest. So ein claymore V2 wäre schon geil. Leider sind die "Exoten" quasi nicht zu akzeptablen Preisen wieder zu verkaufen.
Einzig die Druid ebikes sind derzeit sackteuer
Ich denke im Dreadv2 mit längerem Ausfallende sollte die Reifenfreiheit auch weniger Thema sein.
Wiederverkaufspreise sind wirklich im Keller. Es sind zwar für alle Plattformen immer mal Rahmensets auf Kleinanzeigen, die aber vergleichsweise lange drin sind oder günstiger drin stehen. Ich habe auch mal überlegt beide Sets zu verscherbeln und doch ein v2 dread aufzubauen. Macht aber bei den Preisen einfach null Sinn, da behält man lieber beide und fährt sie durch. Der Markt ist dafür auch einfach so gut wie tot. Zusätzlich will keiner für ein nach 100km verkratztes Set kaufen, wenns rabattiert alte Farben schonmal unter 3k neu gibt.
Die ebike Druids sind auch schon deutlich rabattiert angeboten worden (T3 Core Modell für 7.2k statt 9k). "Leider" fährt sich das Teil aber auch einfach wirklich gut
Ich lieb mein v2. Die erwähnten Cons kann ich zum Teil nachvollziehen, allerdings unterliegen diese im Vergleich zu den Qualitäten für mich persönlich. Zudem kommt natürlich auch, das mir persönlich die Karre und Marke echt zusagt. Vor dem v2 habe ich mir die klassischen Enduros aufgebaut. Auf 80% meiner Strecken war es mir dann aber gerne mal zu viel Fahrrad. Mit dem Forbidden war mein Ziel, "weniger" Fahrrad, also Leichtigkeit, Spritzigkeit etc. zu bekommen aber Gleichzeitig keine Kompromisse einzugehen. Bedeutet für mich, mit dem Bike mindestens genau so hämmern zu können wie mit dem klassischen Enduro. Für mich persönlich geht das voll auf und mir machts seit dem wieder mehr Spaß, lass gerne das E-bike stehen und nehme das Druid. Wie das Bike den Hindernissen aus dem Weg geht und sich quasi nicht aufhängt finde ich echt beeindruckend. Die Geo braucht bissel Zeit, aber wenn es Click macht ist das Potenzial beeindruckend. Am meisten Zeit habe ich mit dem Cockpit verbracht - das kann ich jedem nur nahelegen hier ein paar Versuche zu machen.
Hör Dir doch mal selber zu.
Man kann vortrefflich über Eigenschaften von diversen Rädern streiten, aber so zu tun als hätte man die Weisheit mit Löffeln gefressen, gerne Andersdenkende als ahnungsbefreite Fanboys bezeichnen, das schreit doch geradezu nach Begrenzung.
Selbst wenn Du inhaltlich hier und da Recht hättest, der Ton macht die Musik.
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