Trail-Bike-Test 2025 – Forbidden Druid Mit High-Pivot-Magie auf den Trail-Bike-Thron?

Forbidden Druid im Test: Im Trail-Bike-Einheitsbrei tanzt das Forbidden Druid V2 mit seinem 130 mm High-Pivot-Hinterbau aus seiner Reihe. Wir haben getestet, wie sich dieser spezielle Ansatz gegen die Konkurrenz schlägt.
Titelbild
Der MTB-News Trail-Bike-Vergleichstest 2025 wird unterstützt durch Produktplatzierungen von

Steckbrief: Forbidden Druid

EinsatzbereichTrail
Federweg150 mm/130 mm
Laufradgröße29ʺ, Mullet (29″/27,5″)
RahmenmaterialCarbon
Gewicht (o. Pedale)15,3 kg
RahmengrößenS1, S2, S3, S4 (im Test: S3)
Websiteforbiddenbike.com
Preisspanne7.599 € - 10.899 €
Im Test: Forbidden Druid 1
Preis: 10.899 €

High-Pivot-Bikes sind in aller Munde. Eines der ersten Bikes, das den Hype damals ausgelöst hat, war das Forbidden Druid. Inzwischen ist das Trail-Bike der kleinen Bike-Schmiede aus Kanada in zweiter Generation erhältlich. Anders als der Vorgänger ist das Druid V2 kein Eingelenker mehr, sondern setzt auf einen Viergelenk-Hinterbau, der sozusagen auf dem Kopf steht. Geblieben ist selbstverständlich das Hinterbau-System mit hohem Drehpunkt, Kettenumlenkung und nach hinten gerichteter Raderhebungskurve. Dazu hat man beim Kauf die Wahl zwischen einer 29″-Variante und einer Mullet-Konfiguration. In unseren Trail-Bike-Vergleichstest haben wir das 10.899 € teure und 15,3 kg schwere Top-Modell mit 29″-Laufrädern geschickt.

Das Forbidden Druid ist sicherlich das außergewöhnlichste Trail-Bike in unserem Vergleichstest
# Das Forbidden Druid ist sicherlich das außergewöhnlichste Trail-Bike in unserem Vergleichstest – mit lediglich 130 mm Federweg am High Pivot-Heck will es der Konkurrenz aber trotzdem um die Ohren fahren. Spoiler: In einigen Situationen gelingt das tatsächlich!
Diashow: Trail-Bike-Test 2025 – Forbidden Druid: Mit High Pivot-Magie auf den Trail-Bike-Thron?
Generell ist die Hinterbau-Konstruktion äußerst verschachtelt
Das Forbidden Druid hat viele Stärken, ist aber auch nicht frei von Schwächen
Muc-Off hat uns mit passenden Reinigungs- und Pflege-Produkten für unseren Vergleichstest unterstützt
Wir haben alle Bikes in unserem Vergleichstest mit einheitlichen Wild Enduro-Reifen aus dem Hause Michelin ausgestattet
Im Uphill überzeugt das Druid einerseits mit einer sehr zentralen Sitzposition, andererseits wippt das Heck trotz knappem Federweg deutlich vernehmbar
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Youtube LogoVideo: Forbidden Druid im Test

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Forbidden Druid V2 im Vergleichs-Test: High Pivot am Trail-Bike – Gamechanger oder völliger Quatsch?
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Rahmen und Hinterbau

Der Star beim Forbidden Druid V2 ist zweifelsohne das Hinterbau-System, das die auf Vancouver Island ansässige Firma an allen Bikes im überschaubaren Portfolio einsetzt. Beim sogenannten Trifecta Suspension System handelt es sich am Druid V2 um einen auf den Kopf gestellten Viergelenker-Hinterbau mit einem horizontal über dem Tretlager positionierten Dämpfer. Der besondere Clou am Forbidden Druid ist dabei die nach hinten gerichtete Raderhebungskurve. Um ganze 22 mm längt sich der Hinterbau, wenn man die gesamten 130 mm Federweg nutzt. Das soll dazu führen, dass das Heck bei Schlägen nach hinten ausweicht und sich so nicht an Wurzeln und anderen sperrigen Hindernissen auf dem Trail aufhängt.

Das Druid hat eine über den gesamten Federweg nach hinten gerichtete Raderhebungskurve, sodass das Hinterrad sich deutlich weniger an Schlägen aufhängen soll.
# Das Druid hat eine über den gesamten Federweg nach hinten gerichtete Raderhebungskurve, sodass das Hinterrad sich deutlich weniger an Schlägen aufhängen soll. – Um den mit dem hohen Hauptdrehpunkt einhergehenden Pedalrückschlag zu minimieren, setzen die Kanadier in typischer Forbidden-Manier auf eine Kettenumlenkung.

Im Vergleich zum Druid V1 hat Forbidden dabei die Längung des Hinterbaus um etwa 5 mm reduziert, was laut Forbidden für mehr Gegenhalt im mittleren Federwegsbereich sowie ein agileres Fahrverhalten sorgen soll – beides keine schlechten Eigenschaften bei einem auf dem Papier eher kurzhubigen Trail-Allrounders. Durch den Wechsel auf ein Viergelenker-System konnte Forbidden außerdem den Anti-Rise stark anpassen. Beim V1 lag der Anti-Rise über den gesamten Federweg bei deutlich über 100 %. Im Bereich rund um den Sag-Punkt liegt er beim Druid V2 nun bei knapp über 100 %, fällt im weiteren Verlauf des Federwegs auf knapp unter 50 %. Das soll für ein aktiveres Heck und spürbar mehr Grip bei harten Bremsmanövern, die tief im Federweg passieren, sorgen.

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Auch das Übersetzungsverhältnis hat Forbidden angepasst und insgesamt erhöht. Über den gesamten Federweg liegt die Progression bei etwa 30 %, was niedriger als am Vorgänger, aber dennoch ein vergleichsweise hoher Wert ist. Ansonsten fällt natürlich die charakteristische Ketten-Umlenkung auf. Diese ist weiterhin notwendig, um den mit dem hohen Hauptdrehpunkt einhergehenden Pedalrückschlag zu minimieren. Außerdem kann Forbidden am Druid V2 nun auf die untere Kettenführung verzichten, was in einer höheren Effizienz und weniger Anfälligkeit für unschöne Geräusche resultieren sollte.

Beim Hinterbau hat sich im Vergleich zum Vorgänger einiges getan: Viergelenker statt Eingelenker, dazu ein in manchen Aspekten weniger extremer Ansatz
# Beim Hinterbau hat sich im Vergleich zum Vorgänger einiges getan: Viergelenker statt Eingelenker, dazu ein in manchen Aspekten weniger extremer Ansatz – trotzdem tanzt das Druid auch in zweiter Generation in vielen Aspekten spürbar aus der Reihe.

Einen vollumfänglichen Kofferraum auf der Oberseite des Unterrohrs gibt es am Forbidden Druid V2 nicht – aber immerhin ein kleines Staufach, das vor dem Tretlager in den Unterrohr-Schutz integriert ist und sich werkzeuglos öffnen und schließen lässt. Außerdem gibt es auf der Unterseite des Oberrohrs eine Aufnahme für einen Tool Strap. Und so komplex der Hinterbau des Druids ist, so simpel ist der Rahmen ansonsten gestaltet: Auf Flip Chips oder sonstige Anpassungen am Rahmen verzichtet Forbidden. Das bedeutet auch: Man muss sich beim Kauf entscheiden, ob man das Forbidden Druid als 29er oder mit Mullet-Laufrädern fahren möchte. Die neue, geschmiedete Umlenkung mit größeren Lagern sowie das geschraubte Tretlager dürften bei Hobby-Schraubern hingegen für viel Freude sorgen. Erwähnenswert sind außerdem noch die lebenslange Garantie, die Forbidden allen Erstbesitzern gewährt, sowie das übersichtlich gestaltete Tech-Archiv auf der Website, wo alle wichtigen Infos zu bestehenden und älteren Modellen von Forbidden hinterlegt sind.

Der Dämpfer ist tief im Hauptrahmen platziert, während die Formsprache typisch Forbidden ist
# Der Dämpfer ist tief im Hauptrahmen platziert, während die Formsprache typisch Forbidden ist – mit der blau-schwarzen Lackierung ist das Druid V2 in jedem Fall ein ziemlicher Hingucker und hinterlässt einen starken ersten Eindruck.

Geometrie

Forbidden bietet das Druid V2 in vier Größen an, die auf die Bezeichnung S1 bis S4 hören und die traditionelle Spanne von S bis XL abdecken. Unser Testbike in Größe S3 hat mit einem Reach von 480 mm und einem Stack von 637 mm moderne Werte, die im Vergleich zu anderen Trail-Bikes nicht auffällig aus der Reihe tanzen. Auch der 65° flache Lenkwinkel sowie der 77° steile Sitzwinkel sind für ein Rad mit 130 mm Federweg nicht ungewöhnlich. Spannender wird es da schon bei der Länge der Kettenstreben. Diese wachsen nicht nur über jede Rahmengröße hinweg um rund 15 mm an, sondern sind insgesamt auf der langen Seite: 452 mm messen sie an unserem Testbike – und durch die nach hinten gerichtete Raderhebungskurve längen sie sich über den gesamten Federwegsbereich auch noch. Die angegebenen Werte gelten für die 29″-Version – die Daten des Mullet-Setups unterscheiden sich mit Ausnahme der Tretlager-Absenkung nur unwesentlich vom 29er. Einen Flip Chip oder sonstige Möglichkeiten, um die Geometrie anzupassen, gibt es am Druid V2 nicht.

Rahmengröße S1 S2 S3 S4
Laufradgröße 29″ 29″ 29″ 29″
Reach 440 mm 460 mm 480 mm 500 mm
Stack 610 mm 624 mm 637 mm 651 mm
STR 1,39 1,36 1,33 1,30
Lenkwinkel 65° 65° 65° 65°
Sitzwinkel, effektiv 77° 77° 77° 77°
Oberrohr (horiz.) 581 mm 604 mm 627 mm 650 mm
Steuerrohr 90 mm 105 mm 120 mm 135 mm
Sitzrohr 400 mm 420 mm 440 mm 470 mm
Kettenstreben 423 mm 437 mm 452 mm 466 mm
Radstand 1.177 mm 1.218 mm 1.259 mm 1.299 mm
Tretlagerabsenkung 35 mm 35 mm 35 mm 35 mm
Tretlagerhöhe 337 mm 337 mm 337 mm 337 mm
Gabel-Offset 42 mm 42 mm 42 mm 42 mm
Federweg (hinten) 130 mm 130 mm 130 mm 130 mm
Federweg (vorn) 150 mm 150 mm 150 mm 150 mm
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Ausstattung

  • Federgabel RockShox Lyrik Ultimate (150 mm)
  • Dämpfer RockShox Super Deluxe Ultimate (130 mm)
  • Antrieb SRAM X0 Transmission
  • Bremsen SRAM Maven Ultimate
  • Laufräder Crankbrothers Synthesis 11 Carbon
  • Reifen Michelin Wild Enduro MS / Michelin Wild Enduro MH
  • Cockpit Burgtec Ride Wide Carbon (780 mm) / Burgtec Enduro MK3 (42,5 mm)
  • Sattelstütze OneUp V3 Dropper (180 mm)

Aus Gründen der optimalen Vergleichbarkeit haben wir abweichend von der Serien-Ausstattung alle Modelle im Trail-Bike-Vergleichstest 2025 mit einheitlichen Michelin Wild Enduro-Reifen sowie mit identischen Griffen und Sätteln von Ergon ausgestattet. Außerdem haben wir an jedem Test-Bike ein Schutzblech von Unleazhed montiert und Bike Pflege- sowie Reinigungs-Produkte von Muc-Off verwendet.

Am von uns getesteten Top-Modell für stolze 10.899 € werkelt ein RockShox Ultimate-Fahrwerk bestehend aus Lyrik und Super Deluxe am Heck.
# Am von uns getesteten Top-Modell für stolze 10.899 € werkelt ein RockShox Ultimate-Fahrwerk bestehend aus Lyrik und Super Deluxe am Heck.
SRAM Maven-Bremsen an einem Bike mit 130 mm Federweg?
# SRAM Maven-Bremsen an einem Bike mit 130 mm Federweg? – Sehr gerne, denn auf dem Druid bewegt man sich gerne auch mal mit Enduro-Speed über den Trail.
Wir haben alle Bikes in unserem Vergleichstest mit einheitlichen Wild Enduro-Reifen aus dem Hause Michelin ausgestattet
# Wir haben alle Bikes in unserem Vergleichstest mit einheitlichen Wild Enduro-Reifen aus dem Hause Michelin ausgestattet – bei unseren herbstlichen Testbedingungen war es definitiv von Vorteil, so stabile und traktionsstarke Reifen zu haben. Serienmäßig kommt das Druid nämlich mit einem Maxxis Forekaster am Heck.
Die verbaute SRAM X0 Eagle Transmission hat sich wie das gesamte Rad im Test als äußerst leise erwiesen
# Die verbaute SRAM X0 Eagle Transmission hat sich wie das gesamte Rad im Test als äußerst leise erwiesen – ein sehr angenehmer Kontrast zu den anderen, teils sehr lauten Bikes im Testfeld.
Dank steilem Sitzwinkel nimmt man eine sehr zentrale Sitzposition auf dem Druid ein
# Dank steilem Sitzwinkel nimmt man eine sehr zentrale Sitzposition auf dem Druid ein – für eine bessere Vergleichbarkeit haben wir den Serien-Sattel an allen Bikes gegen einen Ergon SMS ausgetauscht.
Auch am Cockpit haben wir auf eine optimale Vergleichbarkeit gesetzt
# Auch am Cockpit haben wir auf eine optimale Vergleichbarkeit gesetzt – bedeutet in diesem Fall: Einheitliche Ergon GA2-Griffe und Lenkerbreiten von 780 mm.
Lenker und Vorbau stammen aus dem Hause Burgtec
# Lenker und Vorbau stammen aus dem Hause Burgtec – und ja: Wir haben im Laufe des Tests die Anzahl der Spacer unterm Vorbau reduziert …
Angeblich soll Matsch ja toll für die Haut sein, doch beim Testen ist Schlamm im Gesicht dann doch eher hinderlich
# Angeblich soll Matsch ja toll für die Haut sein, doch beim Testen ist Schlamm im Gesicht dann doch eher hinderlich – dank Unleazhed M02-Schutzbleche an jedem Testbike hatten wir keine Probleme mit ungewolltem Dreckbeschuss.
Muc-Off hat uns mit passenden Reinigungs- und Pflege-Produkten für unseren Vergleichstest unterstützt
# Muc-Off hat uns mit passenden Reinigungs- und Pflege-Produkten für unseren Vergleichstest unterstützt – und tatsächlich ist das Thema Reinigung am Druid durchaus relevant. Doch dazu später mehr!

Auf dem Trail

Dass das Forbidden Druid ziemlich aus der Reihe tanzt, lässt sich bereits in der Theorie vermuten – und dieser Eindruck bestätigt sich schnell in der Praxis. Der Trail-Feger aus Kanada ist definitiv ein Bike mit Charakter und auch eines, das nicht jedermanns Sache sein wird. Aber: Die passenden Trails vorausgesetzt, macht das Druid V2 nicht nur verdammt viel Laune, sondern überflügelt die Konkurrenz auch in einigen Aspekten.

Mit 130 mm Federweg am Heck erfüllt das Forbidden Druid V2 die im Jahr 2022 von der Bike abgedruckte Definition eines Trail-Bikes ziemlich perfekt
# Mit 130 mm Federweg am Heck erfüllt das Forbidden Druid V2 die im Jahr 2022 von der Bike abgedruckte Definition eines Trail-Bikes ziemlich perfekt – darf man damit auch Enduro? Oder ist das noch All Mountain?

Bei gerade einmal 130 mm Federweg könnte man denken, dass das Druid bergauf eine Spur schneller unterwegs als die Konkurrenz ist. Mit dieser Vermutung liegt man allerdings falsch: Das eher kurzhubige High-Pivot-Heck des Druids wippt auch bei rundem Tritt spürbar. Mit einem Griff an den Plattform-Hebel lässt sich das Wippen zwar schnell eliminieren, doch mit offenem Dämpfer war hier deutlich mehr Bewegung im Fahrwerk als bei den anderen Bikes im Testfeld. Die Sitzposition fällt aufgrund des steilen Sitzwinkels sehr zentral aus, sodass man auch in steilen Anstiegen ausreichend Druck auf dem Vorderrad hat. Trotz des knapp bemessenen Federwegs ist das Druid bergauf also kein Sprint- oder Effizienz-Wunder, macht dafür aber aufgrund der Geometrie und der guten Traktion viel Laune in technisch anspruchsvollen Uphill-Sektionen.

Im Uphill überzeugt das Druid einerseits mit einer sehr zentralen Sitzposition, andererseits wippt das Heck trotz knappem Federweg deutlich vernehmbar
# Im Uphill überzeugt das Druid einerseits mit einer sehr zentralen Sitzposition, andererseits wippt das Heck trotz knappem Federweg deutlich vernehmbar – wer den Lockout betätigen will, muss sich tief nach unten beugen.

Auch bergab hat das Druid V2 schnell für Verwirrung im positiven Sinne gesorgt. Die Phrase, dass sich ein Bike nach mehr Federweg anfühlt, als es auf dem Papier hat, ist vermutlich so alt wie das Fahrrad selbst – beim Forbidden mit seinem Trifecta-System trifft sie aber ganz klar zu. Das trifft vor allem für den Anfang des Federwegs zu, denn insbesondere bei kleineren Schlägen arbeitet der Hinterbau äußerst feinfühlig und verwöhnt mit sehr viel Komfort, ohne sich träge oder undefiniert anzufühlen. Das Heck geht insgesamt effizient mit dem begrenzten Federweg um – vor allem im letzten Drittel merkt man dann aber die vergleichsweise hohe Progression. Bei harten Einschlägen ist es daher ratsam, sich etwas mehr am Lenker festzuhalten.

Insbesondere auf kleineren bis mittleren aufeinanderfolgenden Schlägen merkt man den ungewöhnlichen Hinterbau-Ansatz des Druids deutlich
# Insbesondere auf kleineren bis mittleren aufeinanderfolgenden Schlägen merkt man den ungewöhnlichen Hinterbau-Ansatz des Druids deutlich – hier fühlt sich das Trail-Bike aus Kanada nach etwas mehr Federweg an.

Während auf den Bikepark-Strecken in Winterberg beim Forbidden etwas der Wow-Faktor gefehlt hat, hat sich dieser Eindruck auf naturbelassenen, technischen Trails ins Gegenteil umgekehrt. Auf eher flachen, wurzeligen Passagen hat das Forbidden auf beeindruckende Art und Weise die hart erarbeitete Geschwindigkeit mitgenommen, statt sich an jeder kleinsten Unebenheit aufzuhängen. Gleichzeitig bietet es ein erst sehr sattes, tiefer im Federweg sehr definiertes Fahrgefühl. Das macht das Druid V2 zu einem hervorragenden Begleiter für technische Hometrails.

Die Geometrie kann gewöhnungsbedürftig sein
# Die Geometrie kann gewöhnungsbedürftig sein – die Kombination aus sehr langem Heck und steilem Lenkwinkel führt zu viel Traktion am Vorderrad, verlagert das Gewicht aber auch weit nach vorne.

Durchaus gewöhnungsbedürftig ist das Geometrie-Konzept, das Forbidden verfolgt. Insgesamt ist das Druid einfach ein langes Bike – sowohl nach vorn als auch nach hinten. Durch die sich längenden Kettenstreben kann es gerade in steilen, härteren Passagen vorkommen, dass viel Gewicht aufs Vorderrad verlagert wird. In Kombination mit dem verhältnismäßig steilen Lenkwinkel vermittelt das Druid in solchen Szenarien nicht so viel Sicherheit wie die Konkurrenz im Vergleichstest. Davon abgesehen war das Druid V2 aber in so ziemlich jeder anderen Trail-Situation ein sehr souveräner und verlässlicher Begleiter.

Auf Loamern wie diesem ist das Forbidden Druid ein absoluter Traum
# Auf Loamern wie diesem ist das Forbidden Druid ein absoluter Traum – die passenden Trails vorausgesetzt, liefert das High Pivot-Gerät eine tolle Performance. Aber: Wer viel auf Loamern unterwegs ist, wird sich früher oder später über die knapp bemessene Reifenfreiheit ärgern.

Insgesamt ist das Druid V2 ein Rad, das in unserem Test recht stark polarisiert hat – vor allem in Abhängigkeit davon, wo wir es bewegt haben. Während unseres Testcamps in Winterberg konnte das Forbidden die Stärken, die es zweifelsohne hat, nicht wirklich ausspielen. Auf unseren technischen, teils loamigen Hometrails hingegen hat das Druid jedem unserer Tester hingegen ein fettes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Essenziell ist neben der Wahl der passenden Trails unserer Ansicht nach auch, sich nach den Setup-Empfehlungen von Forbidden zu richten: Tendenziell sollte man das Heck mit satten 35 % Sag fahren und zu Beginn muss man etwas häufiger die Klicker am (leider recht schlecht erreichbaren) Dämpfer betätigen, damit das Forbidden Druid sein volles Potenzial entfaltet. Hat man das aber mal erledigt, kann man sich für naturbelassene, technisch anspruchsvolle Trails kaum einen besseren Begleiter vorstellen.

Im Vergleich

Trotz reduziertem Federweg muss das Forbidden Druid V2 den direkten Vergleich mit der Konkurrenz im Testfeld keineswegs scheuen. Wer auf der Suche nach einem klassischen Allrounder ist, bei dem Draufsetzen und Wohlfühlen das Motto sind, sollte wohl lieber einen anderen Kandidaten ins Auge fassen. Wer es bis zu diesem Punkt im Review geschafft hat, wird den Reiz am Forbidden Druid V2 aber schon ziemlich gut nachvollziehen können … es ist definitiv ein Bike mit Charakter!

Ziemlich einzigartig im Testfeld ist die Kombination aus gut ansprechendem, feinfühligem Hinterbau, der in normalem Geläuf mehr als ausreichend Reserven bietet und gleichzeitig in zahlreichen Situationen dafür sorgt, dass man viel Momentum mitnimmt. Das Santa Cruz Hightower hat beispielsweise ähnlich viel Speed vermittelt – hat dabei trotz eines Plus an Federweg mehr Feedback weitergereicht. Das dürfte am steifen Gesamtpaket, das die Kalifornier auf die Beine gestellt haben, liegen. Das Forbidden Druid lässt sich hingegen mit weniger Kraftaufwand auf Geschwindigkeit halten. Anders sieht es allerdings aus, wenn das Gelände steil und gleichzeitig sehr hart wird, denn hier kündigt sich dann irgendwann das progressive Ende der 130 mm am Heck an.

Den Vergleich zu den anderen Kandidaten muss das Druid V2 definitiv nicht scheuen. In vielen Situationen konnte das kurzhubige Trail-Bike mehr als nur mithalten
# Den Vergleich zu den anderen Kandidaten muss das Druid V2 definitiv nicht scheuen. In vielen Situationen konnte das kurzhubige Trail-Bike mehr als nur mithalten – vor allem auf unseren naturbelassenen Hometrails im Taunus, aber auch im Bikepark Winterberg, wo wir sehr bequem viele Testeindrücke sammeln konnten. Vielen Dank für den Support!

Ein Vergleich zwischen Forbidden Druid V2 und Raaw Jibb LT ist ebenfalls naheliegend – allein schon aus dem Grund, dass sowohl Forbidden als auch Raaw eher Exoten als Mainstream-Firmen sind und man sich sicher sein kann, dass die Teams, die die Räder entwickelt haben, selbst extrem viel Zeit in den heimischen Wäldern verbringen. Grundsätzlich verfolgen beide Bikes recht unterschiedliche Ansätze, die aber beide zum Ziel führen. Und bei beiden Bikes hat man den Eindruck, dass sie in einer höheren Gewichtsklasse boxen, als es der Federweg vermuten lässt. Das Jibb LT erinnert dabei eher an ein sattes Enduro, das viel Sicherheit vermittelt und auch in hartem Gelände glänzt, während man beim Druid V2 mehr davon mitbekommt, was unter einem passiert. Auf dem Trail wirkt das Druid außerdem eine ordentliche Spur leichtfüßiger. Allerdings kann die sich verändernde Geometrie gewöhnungsbedürftig sein und auch bei Aspekten wie der Reifenfreiheit und der Erreichbarkeit des Dämpfers hat das Jibb LT klar die Nase vorn.

Das ist uns aufgefallen

  • Alles nur Hype? Das Forbidden Druid V2 ist das einzige High-Pivot-Bike im Test und aus unserer Sicht gibt es definitiv einige Aspekte, die an einem eher kurzhubigen Trail-Bike gegen solch einen vergleichsweise komplexen Ansatz sprechen. Andererseits muss man festhalten, dass das Druid V2 ein ziemlich eigenes Fahrverhalten bietet, was das Rad zu einem sehr fähigen, gleichzeitig aber auch speziellen Allrounder macht. Wer ein Bike mit Charakter sucht, könnte hier fündig werden. Probleme mit einer erhöhten Geräuschentwicklung oder einem Effizienzverlust durch die Umlenkung konnten wir während unseres Tests keine feststellen. Gerade in der nasskalten Jahreszeit empfiehlt es sich jedoch, diesen Bereich regelmäßig zu reinigen und zu pflegen.
  • Knapp bemessene Reifenfreiheit Die Reifenfreiheit am Heck des Druid V2 ist durchaus knapp bemessen. Bei der 29″-Konfiguration sind laut Forbidden maximal 2,4″ breite Reifen freigegeben – ein Wert, der nicht so wirklich zum Abfahrts- und Trail-Fräs-Potenzial des Bikes passen will. Serienmäßig wird das Rad übrigens mit einem Maxxis Forekaster-Hinterreifen ausgeliefert …
  • Verbastelte Angelegenheit Der Bereich rund ums Tretlager und den Dämpfer ist ganz schön vollgepackt und wirklich viel Platz ist hier nicht vorhanden. Zwar hat Forbidden die Öffnung im Rahmen für den Dämpfer vergrößert, sodass hier auch Coil-Dämpfer Platz finden. Allerdings ist es je nach Dämpfer wirklich schwierig, die Einstellknöpfe zu erreichen – zum Beispiel den Rebound am RockShox Super Deluxe, der an allen Serien-Bikes verbaut ist. Außerdem ist es praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, den Druid-Hinterbau wirklich gründlich zu reinigen. Das wirkt sich zwar nicht auf die Performance auf dem Trail aus, doch wer sein Bike auch im Herbst und Winter fährt, könnte hier das ein oder andere Mal fluchen.
  • Setup Insgesamt ist das Forbidden Druid V2 ein Bike, auf dem man ziemlich schnell ziemlich viel Spaß haben kann. Es lohnt sich aber definitiv, sich mit dem passenden Setup etwas intensiver zu beschäftigen. Unserer Erfahrung nach funktioniert der Hinterbau am besten mit einem Sag von 35 %, was gerade in Anbetracht des knapp bemessenen Federwegs und der hohen Progression in der Theorie etwas verwunderlich ist. In der Praxis liefert der Hinterbau so aber bergab eine tolle Performance.
Der Dämpfer sitzt sehr tief und zentral im Rahmen, ist insgesamt aber nicht besonders toll zugänglich
# Der Dämpfer sitzt sehr tief und zentral im Rahmen, ist insgesamt aber nicht besonders toll zugänglich – wer etwa den Rebound am Superdeluxe verstellen will, wird schnell genervt sein. Außerdem sammelt sich in der hinteren Dämpferanlenkung schnell viel Dreck.
Generell ist die Hinterbau-Konstruktion äußerst verschachtelt
# Generell ist die Hinterbau-Konstruktion äußerst verschachtelt – das Druid nach einer matschigen Ausfahrt richtig zu reinigen, ist fast schon ein Ding der Unmöglichkeit. Außerdem ist die Reifenfreiheit mit maximal 2,4ʺ Breite wirklich knapp bemessen.

Fazit – Forbidden Druid V2

Das Forbidden Druid V2 ist ein äußerst spaßiges Trail-Bike, das in den allermeisten Situationen mühelos mit der langhubigeren Konkurrenz mithalten kann und auf den passenden Trails richtig glänzt. Der High Pivot-Hinterbau kann richtig bügeln, wirkt gleichzeitig aber auch richtig energetisch und vermittelt ein sehr kontrolliertes Gefühl – eine tolle Kombination. Rational betrachtet gibt es am High-Pivot-Allrounder aus Kanada zwar einige Aspekte zu kritisieren, etwa die eingeschränkte Reifenfreiheit, die schlechte Zugänglichkeit oder den wippenden Hinterbau im Uphill. Und generell kann man die Frage stellen, ob man die erhöhte Komplexität an einem Trail-Bike wirklich braucht. Doch wer die Sache rational angeht, wird sich kaum für ein Forbidden interessieren. Wer hingegen gerne die Vernunft gegen Fahrspaß austauscht, könnte mit dem Forbidden Druid sehr glücklich werden.

Artikelbild

Forbidden Druid V2 – Pro / Contra

Stärken

  • starke Kombination aus Pop und Bügeln
  • hält gut Momentum
  • sensibles Ansprechverhalten
  • fühlt sich nach mehr Federweg an

Schwächen

  • geringe Reifenfreiheit
  • wippt spürbar im Uphill
  • schwer zugänglicher Dämpfer & Hinterbau
Das Forbidden Druid hat viele Stärken, ist aber auch nicht frei von Schwächen
# Das Forbidden Druid hat viele Stärken, ist aber auch nicht frei von Schwächen – wer mit einem Kauf des außergewöhnlichen Trail-Bikes aus Kanada liebäugelt, sollte sich also im Klaren darüber sein, worauf er oder sie sich einlässt. Kann man über die Schwächen hinwegsehen, bekommt man eine Trail-Fräse mit eingebauter Fahrspaß-Garantie!

High Pivot am Trail-Bike: Wie spannend findest du das Forbidden Druid?


Testablauf

Die fünf Trail-Bikes in unserem Vergleichstest sind im direkten Vergleich auf den vielfältigen Strecken im THE MOTHER Bikepark Winterberg bei herbstlichen, gut vergleichbaren Bedingungen gefahren worden. Von flowigen Strecken mit gebauten Anliegern über sprunglastige Tracks bis hin zu kurzen, wurzeligen und naturbelassenen Loam-Segmenten war für die fünf Allrounder praktisch alles dabei. Dank Lift-Unterstützung konnten wir uns während des Testcamps in Winterberg vor allem auf die Abfahrtsqualitäten konzentrieren und viele Tiefenmeter sammeln. Neben typischen Bikepark-Laps gibt es in Winterberg aber auch im direkt angrenzenden Trailpark die Möglichkeit, deutlich naturbelassenere Trails unter die Stollen zu nehmen – eine Möglichkeit, die wir uns selbstverständlich nicht haben entgehen lassen.

Anschließend sind wir alle Räder im Vergleichstest auf unseren Home-Trails im Taunus auf ausgiebigen Touren inklusive längerer und technischer Anstiege gefahren, um typische Wochenend-Ausfahrten zu simulieren. Zusätzlich konnten wir weitere Test-Eindrücke auf technischen, naturbelassenen und anspruchsvollen Taunus-Strecken während mehrerer Shuttle-Sessions sammeln.

Kontaktpunkte & Sponsoren

Zur optimalen Vergleichbarkeit sind alle Bikes im Test mit Michelin Wild Enduro-Reifen ausgestattet worden – eine optimale Wahl für die herbstlichen Testbedingungen. Alle Lenker sind von uns auf eine Breite von 780 mm gekürzt und mit einheitlichen Ergon GA2-Griffen bestückt worden. Für den nötigen Sitzkomfort haben wir Ergon SMS-Sättel im Team-Design an jedem Testrad verbaut. Außerdem haben wir an jedem der fünf Trail-Bikes ein Unleazhed M02-Schutzblech montiert. Zusätzlich haben uns die Reinigungs-Experten von Muc-Off mit den nötigen Produkten zur Wäsche und Pflege unserer Testräder ausgestattet. Bedanken möchten wir uns außerdem noch beim THE MOTHER Bikepark Winterberg für die tolle Unterstützung bei der Durchführung unseres Vergleichstests sowie bei Piste & Pedale, die mit optimal ausgestatteten Apartments direkt am Bikepark die perfekten Unterkünfte für Action-Urlauber in Winterberg anbieten.

Hier haben wir das Forbidden Druid getestet

  • THE MOTHER Bikepark & Trailpark Winterberg Der legendäre Bikepark im Hochsauerland hat uns während unseres Test-Camps mit einer Vielzahl von Strecken, herbstlichen Bodenverhältnissen und viel flüssigem Sonnenschein verwöhnt. Dank der zahlreichen Sessellifte konnten wir uns auf den spaßigen Abfahrten voll und ganz auf das Sammeln der Tiefenmeter konzentrieren und die fünf Räder im Tests auf verschiedensten Arten von Strecken testen. Im Trailpark Winterberg, der direkt gegenüber des Bikeparks liegt, konnten wir außerdem das abwechslungsreiche und naturbelassene Streckennetz erkunden.
  • Taunus, Hessen Naturbelassene, wurzelige und anspruchsvolle Trails, die während unserer Testfahrten in einem feuchten, aber insgesamt sehr gut fahrbaren Zustand waren. Der Fokus lag hier neben den Abfahrtsqualitäten auf technischen Home-Trails auch auf dem Sammeln von Höhenmetern, um die Uphill-Eigenschaften der Trail-Bikes gut beurteilen zu können.
Tester-Profil: Arne Koop
67 cm74 kg87 cm63 cm184 cm
Arne ist seit 2010 auf dem Mountainbike unterwegs. Am liebsten scheucht er Enduro- oder Trail-Bikes auf ruppigen, natürlichen Trails bergab. Wenn sich die Gelegenheit bietet, springt er jedoch auch gerne mal aufs Downhill-Bike oder dreht eine Runde mit dem Rennrad.
Fahrstil
sauber, hohes Grundtempo
Ich fahre hauptsächlich
Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
vorne straffer als hinten, schneller Rebound, nicht zu viel Dämpfung
Vorlieben bei der Geometrie
geräumiger Reach, keine zu kurzen Kettenstreben, flacher Lenkwinkel

Tester-Profil: Gregor Sinn
60 cm76 kg85,5 cm61 cm183 cm
Gregor fährt gerne Fahrräder jeglicher Kategorie, von Mountainbike bis Rennrad. Am liebsten ist er jedoch auf Downhill- und Enduro-Bikes unterwegs – gerne auch unter Zeitdruck im Renneinsatz.
Fahrstil
verspielt
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
unauffällig, eher progressiv, wenig Druckstufe
Vorlieben bei der Geometrie
ausgewogen, nicht zu lang, Lenkwinkel nicht zu flach

Tester-Profil: Michael Biernoth
71 cm100 kg92 cm68 cm194 cm
Mitch ist seit 2013 auf dem Mountainbike unterwegs. Gern bügelt er mit dem Enduro- oder Trail Bike auf heimischen Trails, egal ob flowig oder steil und technisch. Einer seiner Leidenschaften ist das Segeln, jedoch nicht auf dem Wasser, lieber durch die Luft am Local Jumpspot oder anderen Gelegenheiten in den Bikeparks dieser Welt.
Fahrstil
verspielt, strammes Grundtempo, lieber eine Kurve mehr als Straightline
Ich fahre hauptsächlich
Enduro, Trail, Jumps und auch gern mal Downhill
Vorlieben beim Fahrwerk
etwas straffer, schneller Rebound, so wenig Dämpfung wie nötig
Vorlieben bei der Geometrie
ausreichender Reach, mittellange Kettenstreben, tendenziell flacher Lenkwinkel

Tester-Profil: Moritz Zimmermann
61 cm90 kg85 cm61 cm184 cm
Moritz ist seit vielen Jahren auf dem Mountainbike unterwegs – vor allem auf Enduro- und Trail-Bikes, gerne aber auch im Bike Park.
Fahrstil
Räder auf dem Boden, saubere Linienwahl
Ich fahre hauptsächlich
Trail, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
relativ straff mit viel Dämpfung, Heck eher langsam
Vorlieben bei der Geometrie
mittellanges Oberrohr, hoher Stack, lange Kettenstreben, flacher Lenkwinkel


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90 Kommentare

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  1. Aus eigener Erfahrung mit dem V2 Druid (und auch dem V1 Dread) auf gleichen Strecken wie im Test (Taunus zum größten Teil) kann ich eigentlich komplett zustimmen. Für die Strecken hier ist es echt wie gemacht. Mehr braucht man eigentlich nicht. Die Uphillzeiten sind im Vergleich zum V1Dread auch deutlich besser, Idler merkt man beim Treten nicht wirklich. Beim V1Dread sieht das anders aus bei eigentlich gleicher Bereifung (Mary Radial Ultrasoft, TackyChan Soft).
    Bergab ist es trotz Kettenstrebenlänge deutlich agiler als die V1 Plattform und vor allem poppiger und fährt sich ingesamt weniger träge. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist das Setup von Mitch. Ich liege auch im Sommer mit Bekleidung und Ausrüstung um die 97kg und kam mit 35% SAG auf dem SDU Rockshox Dämpfer nicht klar trotz schnellem Rebound, aber relativ wenig Druckstufe. Auch auf dem Intend Hover danach nicht. Der Gummiring war praktisch ständig auf Anschlag unten. Weniger Sag wirkt dem zwar entgegen, nimmt aber die Feinfühligkeit direkt. Mit dem Long Stroke Cascade Link funkt das für mich jedoch deutlich besser. Leverage Curve wird minimal nach unten parallel verschoben mit 5mm mehr Hub, in den die Progression weiter reinlaufen kann. Man kann damit 55er Dämpfer nutzen und hat 138mm Federweg bei wie gesagt praktisch identischem Kurvenverlauf mit mehr Endprogression. Von den anderen Eigenschaften büßt man praktisch nichts ein damit. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu doof zum Abstimmen smilie
    Sehr negativ empfinde ich jedoch diverse Designentscheidungen. Vor allem die Reifenfreiheit ist ein Witz. Der Hinterbau innerhalb der Sitz- und Kettenstreben ist nach den ersten 3 Fahrten und 100km schon massiv verkratzt trotz Tape. Ich hatte beim Hochfahren über Geröll- und Schotterwege einige Fälle, in denen ein Stein übers Profil mitgenommen wird und den Reifen kurz blockieren lässt durch die Engstelle zwischen Reifen und Streben. So stark, dass man das als Ruck/Bremsen wahr nimmt samt Geräuschkulisse.
    Dazu gibt es auch andere "Nussknacker"-Stellen (zwischen Kettenstreben und vorderem Rahmendreieck und am Idler). Ausserdem ist stellenweise die Lackqualität unterirdisch (Klarlack mangelhaft gesprüht, Lack an Lagersitzen usw).
    Ich find das allgemein eher schade, auch wenn es wirklich viel Spass macht. Aber bei den aufgerufenen Preisen für Rahmenkits eigentlich ein Unding. Das arme Ding sieht nach einer Saison schon zerstörter aus als mein V1Dread nach 4 Jahren.
    Die Probleme mit lack und hinterbau haben se beim Dreadnought V2 leider 1:1 übernommen. "Bequem" Platz ist da nur mit kleinem Hinterrad.

    Ich hätte ja gerne Mal ein deviate, da man da ja Recht wenig von Problemen liest. So ein claymore V2 wäre schon geil. Leider sind die "Exoten" quasi nicht zu akzeptablen Preisen wieder zu verkaufen.

    Einzig die Druid ebikes sind derzeit sackteuer
  2. Ich denke im Dreadv2 mit längerem Ausfallende sollte die Reifenfreiheit auch weniger Thema sein.
    Wiederverkaufspreise sind wirklich im Keller. Es sind zwar für alle Plattformen immer mal Rahmensets auf Kleinanzeigen, die aber vergleichsweise lange drin sind oder günstiger drin stehen. Ich habe auch mal überlegt beide Sets zu verscherbeln und doch ein v2 dread aufzubauen. Macht aber bei den Preisen einfach null Sinn, da behält man lieber beide und fährt sie durch. Der Markt ist dafür auch einfach so gut wie tot. Zusätzlich will keiner für ein nach 100km verkratztes Set kaufen, wenns rabattiert alte Farben schonmal unter 3k neu gibt.
    Die ebike Druids sind auch schon deutlich rabattiert angeboten worden (T3 Core Modell für 7.2k statt 9k). "Leider" fährt sich das Teil aber auch einfach wirklich gut smilie

  3. Ich lieb mein v2. Die erwähnten Cons kann ich zum Teil nachvollziehen, allerdings unterliegen diese im Vergleich zu den Qualitäten für mich persönlich. Zudem kommt natürlich auch, das mir persönlich die Karre und Marke echt zusagt. Vor dem v2 habe ich mir die klassischen Enduros aufgebaut. Auf 80% meiner Strecken war es mir dann aber gerne mal zu viel Fahrrad. Mit dem Forbidden war mein Ziel, "weniger" Fahrrad, also Leichtigkeit, Spritzigkeit etc. zu bekommen aber Gleichzeitig keine Kompromisse einzugehen. Bedeutet für mich, mit dem Bike mindestens genau so hämmern zu können wie mit dem klassischen Enduro. Für mich persönlich geht das voll auf und mir machts seit dem wieder mehr Spaß, lass gerne das E-bike stehen und nehme das Druid. Wie das Bike den Hindernissen aus dem Weg geht und sich quasi nicht aufhängt finde ich echt beeindruckend. Die Geo braucht bissel Zeit, aber wenn es Click macht ist das Potenzial beeindruckend. Am meisten Zeit habe ich mit dem Cockpit verbracht - das kann ich jedem nur nahelegen hier ein paar Versuche zu machen.

  4. Interessanter Beitrag zu diesem schönen Fahrradtest 😘

    Sprichst du immer ungefragt fremde Leute an um Ihnen mitzuteilen das du nichts mit Ihnen zu tun haben willst ? Das geht schon in eine komische Richtung...
    Frohe Weihnachten Digga.
    Hör Dir doch mal selber zu.
    Man kann vortrefflich über Eigenschaften von diversen Rädern streiten, aber so zu tun als hätte man die Weisheit mit Löffeln gefressen, gerne Andersdenkende als ahnungsbefreite Fanboys bezeichnen, das schreit doch geradezu nach Begrenzung.

    Selbst wenn Du inhaltlich hier und da Recht hättest, der Ton macht die Musik.
  5. Aus eigener Erfahrung mit dem V2 Druid (und auch dem V1 Dread) auf gleichen Strecken wie im Test (Taunus zum größten Teil) kann ich eigentlich komplett zustimmen. Für die Strecken hier ist es echt wie gemacht. Mehr braucht man eigentlich nicht. Die Uphillzeiten sind im Vergleich zum V1Dread auch deutlich besser, Idler merkt man beim Treten nicht wirklich. Beim V1Dread sieht das anders aus bei eigentlich gleicher Bereifung (Mary Radial Ultrasoft, TackyChan Soft).
    Bergab ist es trotz Kettenstrebenlänge deutlich agiler als die V1 Plattform und vor allem poppiger und fährt sich ingesamt weniger träge. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist das Setup von Mitch. Ich liege auch im Sommer mit Bekleidung und Ausrüstung um die 97kg und kam mit 35% SAG auf dem SDU Rockshox Dämpfer nicht klar trotz schnellem Rebound, aber relativ wenig Druckstufe. Auch auf dem Intend Hover danach nicht. Der Gummiring war praktisch ständig auf Anschlag unten. Weniger Sag wirkt dem zwar entgegen, nimmt aber die Feinfühligkeit direkt. Mit dem Long Stroke Cascade Link funkt das für mich jedoch deutlich besser. Leverage Curve wird minimal nach unten parallel verschoben mit 5mm mehr Hub, in den die Progression weiter reinlaufen kann. Man kann damit 55er Dämpfer nutzen und hat 138mm Federweg bei wie gesagt praktisch identischem Kurvenverlauf mit mehr Endprogression. Von den anderen Eigenschaften büßt man praktisch nichts ein damit. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu doof zum Abstimmen smilie
    Sehr negativ empfinde ich jedoch diverse Designentscheidungen. Vor allem die Reifenfreiheit ist ein Witz. Der Hinterbau innerhalb der Sitz- und Kettenstreben ist nach den ersten 3 Fahrten und 100km schon massiv verkratzt trotz Tape. Ich hatte beim Hochfahren über Geröll- und Schotterwege einige Fälle, in denen ein Stein übers Profil mitgenommen wird und den Reifen kurz blockieren lässt durch die Engstelle zwischen Reifen und Streben. So stark, dass man das als Ruck/Bremsen wahr nimmt samt Geräuschkulisse.
    Dazu gibt es auch andere "Nussknacker"-Stellen (zwischen Kettenstreben und vorderem Rahmendreieck und am Idler). Ausserdem ist stellenweise die Lackqualität unterirdisch (Klarlack mangelhaft gesprüht, Lack an Lagersitzen usw).
    Ich find das allgemein eher schade, auch wenn es wirklich viel Spass macht. Aber bei den aufgerufenen Preisen für Rahmenkits eigentlich ein Unding. Das arme Ding sieht nach einer Saison schon zerstörter aus als mein V1Dread nach 4 Jahren.
    Die Referenz ist für mich ausschlaggebend, danke!
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