Anfang Dezember riefen wir zur Unterstützung für die Trailsurfers auf, die mit dem Trail-Mekka Beilstein ein gerade für Baden-Württemberg sehr besonderes Projekt geschaffen haben und nun ein Trailnetz in Stuttgart aufbauen wollen. Nun wurde der Outdoor Award 2020 des Landes Baden-Württemberg tatsächlich gewonnen – wir sagen herzlichen Glückwunsch! Was die Trailsurfers mit dem Schub des Preises im Rücken für diese Saison anstoßen wollen, erfahrt ihr in der Pressemitteilung.

Ein toller Preis und was für eine Ehre diesen Preis nach nur 3,5 Jahren seit Vereinsgründung in der Landeshauptstadt, auf der Landesmesse mit voller Aufmerksamkeit der Presse entgegenzunehmen. Doch warum haben wir an diesem Award teilgenommen? Der eigentliche Grund war, die Mountainbike- und Trailbauszene Stuttgarts hinter uns zu formieren und dieser Prozess hat erst begonnen. Doch wir sind anderweitig weit über das Ziel hinausgeschossen, denn der Hype unserer abgeleisteten Arbeit bekannt als MTB-Mekka Bottwartal hallte über Kreisverbandsparteien in Heilbronn und Ludwigsburg bis in den Landtag! Danke an alle, die dies ermöglicht haben!

Zielsetzung war es, mit positiven Ideen und Gedanken die Zukunft unserer Freizeitaktivitäten zu gestalten – sozusagen das Trailsurfers Utopia! Ursprünglich als grafisches Kunstprojekt in Form einer Landkarte gedacht, entwickelte sich daraus unser Leitfaden als Word-Dokument. Was war das für ein Spaß, dieses Papier herunter zuschreiben. Als Vorstände haben wir uns gekrümmt vor Lachen. Wir bauten gedanklich das Freibad Oberes Bottwartal zur Area 49 (nur 49 Breitengrad) mit stehender Welle und einem Heliport zum Wingsuitfliegen um. Ließen die Gondel über unserem Vereinssitz hoch zum Stocksberg und dann nach Prevorst schweben und konkretisierten unser Projekt mit dem Arbeitstitel Punkt 4 „Kesseltrails“ – damit meinten wir die Trails in Stuttgart.

Mit Sicherheit ist diese Herzensangelegenheit, Trails in der Landeshauptstadt Stuttgart umzusetzen, ein eigenes Kapitel. Doch wir haben uns nicht den Namen Trailsurfers Beilstein oder Trailsurfers Bottwartal gegeben. Wir sind sehr stolz darauf, uns Trailsurfers Baden Württemberg e. V. zu nennen. Fast zeitgleich mit der Bewerbung für diesen Award haben wir unsere Saisoneröffnug, den SOD („Seasons Opening Day“), nach Stuttgart verlegt. Wir freuen uns sehr, dort die Mountainbikeszene kennenzulernen. Hier feiern wir ausgelassen am 19.04.2020 mit allen Unterstützern den Sieg des Outdoor Award 2020 stilgerecht unter dem Motto Bike & Wine und lassen dabei mal wieder unsere Gedanken schweifen.

Jetzt könnte natürlich die Erwartungshaltung wachsen, die Trailsurfers kommen und setzen ein Trailnetz in Stuttgart um. Warum sollen wir das tun? Wir haben doch unser MTB-Mekka Bottwartal schon vor der Haustüre.

Ja, wir werden es machen – wenn alle Voraussetzungen stimmen:

  • Wenn sich die Mountainbike-Industrie (Fachmedien, Hersteller, Profi-Mountainbiker, beispielsweise Bosch und der Motorpresse Verlag) hinter uns stellt
  • Wenn die Trailbauer Stuttgarts mit uns ein Trailnetz entwickeln und wir es gemeinsam tragen und verantworten
  • Wenn wir die Vereinsstrukturen den Erfordernissen in Stuttgart anpassen und mit genügend Manpower ausstatten
  • Wenn sich Landespolitiker zusammenschließen, um das politische Gewicht zu verändern
  • Wenn die Landeshauptstadt Stuttgart und der Forst BW erkennen, dass wir die einzige Chance sind, ihr Problem in den Griff zu bekommen
  • Wenn die untere Naturschutzbehörde, der NABU und der BUND bereit sind, Kompromisse im Wald einzugehen

Wenn wir das alles vereint haben und der Weg vorbereitet ist, dann werden wir aus unserem MTB-Mekka Bottwartal kommen, um ein Trailnetz zu planen und umzusetzen – und das alles zum Nulltarif als EHRENAMT.

Als Outdoor Award Gewinner 2020 ist das viel Arbeit für dieses Jahr, aber wir werden daraus keine unendliche Geschichte machen. Also sprecht uns gerne an, kommt persönlich zu unserem Vereinssitz nach Gagernberg – wir sind bereit.

Mehr zu den Trailsurfers: www.trailsurfers-bw.de

Seid ihr in einem MTB-Verein aktiv und wenn ja – was plant ihr für dieses Jahr?

Info: Pressemitteilung Trailsurfers BW
  1. benutzerbild

    rosenland

    dabei seit 11/2009

    Hockdrik schrieb:

    Sehe ich auch so, ABER: derzeit wird viel konsequenter, flächendeckender und regelmäßiger als je zuvor abgerissen. Einfach fahren ist also nicht mehr ganz so easy möglich wie bisher. Zudem sind im Dezember Gelder für ein "MTB bzw. Trail-Konzept" bewilligt worden.

    D.h. es wird auf jeden Fall etwas passieren und mir persönlich ist es lieber, dass wir Biker und dann eben zur Not auch "Bike-Vereinsheinis" an diesem Konzept mitarbeiten, als wie wenn das Sportamt dieses Konzept mit dem Forstamt und Umweltamt allein auskungelt und dann am Ende eben genau das in der Zeitung steht: "Bike Problem gelöst - Biker dürfen jetzt nur noch auf xy Trails fahren.".

    Wenn wir uns also nicht engagieren und nicht die bestehenden Vereine nutzen (RSV, SG Stern, DAV Schwaben) bzw. einen Verein nach Freiburger Vorbild gründen, wird man in Stuttgart weiterhin nur über die Biker reden und nicht mit den Bikern.


    Auf jeden Fall!

    Nur lässt sich das Problem nicht lokal in Stuttgart lösen, sondern nur auf Landesebene. Allerdings sollten wir in Stuttgart auch kein Exempel dafür schaffen, dass ein paar Ausnahmen ausreichen und es auch mit der 2-Meter-Regel klappt, sondern ähnlich wie in Freiburg und Heilbronn die 2-Meter-Regel defacto außer Kraft setzen.


    Ich bin grds. bei dir, so könnten sich ja mal ein paar der neuen E-Biker engagieren, welche mittlerweile auch den KB, RC, Indi oder Anaconda fahren. Die Trails sind aktuell in einem echt üblen Zustand. Wirklich schade, früher war im Winter deutlich weniger los.

    Außerdem haben die letzten Jahre gezeigt, dass vom Forst "zurückgebaute" Trails recht schnell wieder da sind, bsp KB.
  2. benutzerbild

    Ev1denz

    dabei seit 09/2015

    rosenland schrieb:


    Außerdem haben die letzten Jahre gezeigt, dass vom Forst "zurückgebaute" Trails recht schnell wieder da sind, bsp KB.

    Es kann ja nicht in unserem Sinne sein, alle 2-4 Wochen mühevoll Trails wiederherzustellen 😳🤷
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  4. benutzerbild

    oliver-j

    dabei seit 04/2009

    Einen Verein gründen in welchem alle Mtbler*innen zusammen eine Lobby bilden wäre bestimmt zielführend. Die vorhandenen Initiativen in allen Ehren, aber irgendwie sind die (für mich, bin da aber eh nicht groß drin) gefühlt immer das Anhängsel anderer Vereine. Das fühlt sich tatsächlich so an, als würden wir Mtbler*innen das nicht auf die Reihe kriegen einen eigenen Verein zu gründen.
    Als eigener Verein könnte man Mtb Interessen aktiv vertreten, und eben nur die. Oder z.B. beim näxten Bürgerhaushalt mal richtig und zielgerichtet Gas geben, so wie die Leute von der Neckarwelle, beim diesjährigen gabs ja ein paar Vorschläge, aber zielgerichtet stelle ich mir anders vor, ich denke da war die Streuung zu gross.
    Vielleicht sehe ich das aber alles auch falsch.
    Mit dem "Vereinsheinis" Thema tu ich mich auch schwer. Als Unterstützung denke ich ganz gut, eben für einen eigenen Verein, oder in dem Trailsurfers BW e.V. (so schreiben sie es ja auch...). Keine Ahnung.
    Wenn eine Vereinsgründung geplant ist, ich bin dabei.
  5. benutzerbild

    rosenland

    dabei seit 11/2009

    Also einen Verein gäbe es ja schon, laut Pressemitteilung....


    Mit Sicherheit ist diese Herzensangelegenheit, Trails in der Landeshauptstadt Stuttgart umzusetzen, ein eigenes Kapitel. Doch wir haben uns nicht den Namen Trailsurfers Beilstein oder Trailsurfers Bottwartal gegeben. Wir sind sehr stolz darauf, uns Trailsurfers Baden Württemberg e. V. zu nennen.
  6. benutzerbild

    Hockdrik

    dabei seit 03/2012

    oliver-j schrieb:
    Die vorhandenen Initiativen in allen Ehren, aber irgendwie sind die (für mich, bin da aber eh nicht groß drin) gefühlt immer das Anhängsel anderer Vereine.


    rosenland schrieb:
    Also einen Verein gäbe es ja schon, laut Pressemitteilung....


    Es gibt diverse Vereine:
    • den RSV, der eher sportlich und dafür weniger politisch aktiv ist (zumindest was nach außen sichtbar wird)
    • die SG Stern, die auch eher auf Freizeit-Aktivitäten als auf Interessenvertretung setzt (dito)
    • die MTB-Gruppe im DAV Schwaben, die man zwar als Anhängsel betrachten kann (s.o.), die aber immerhin als einziger Interessenvertreter der Biker im Stuttgarter Waldbeirat sitzt und auch sonst ganz gut vernetzt ist (aber ich verstehe, dass man von außen den (sichtbaren) Erfolg vermisst. Das hat vielleicht den Grund, dass man den Status der Zusammenarbeit mit den Ämtern nicht immer gleich in die Öffentlichkeit tragen kann oder will, aber liegt sicherlich auch daran, dass sich die Stuttgarter Verwalung tatsächlich in Sachen Mountainbike nur sehr langsam bewegt (und manchmal sogar in die aus Sicht der Biker falsche Richtung...))
    • es gibt zudem die MTB Gruppe im Radforum Stuttgart (die aber genauso unbekannt ist, wie das Radforum Stuttgart selbst...)
    • und es gibt die Trailsurfer, die bisher nach eigenen Worten auch noch keine ausreichenden Strukturen in Stuttgart haben, sondern - was die wesentlichen Macher angeht - aus Beilstein und Umgebung kommen. Entsprechend schreiben die Trailsurfer ja auch in ihrer aktuellen Pressemitteilung "Wenn wir die Vereinsstrukturen den Erfordernissen in Stuttgart anpassen und mit genügend Manpower ausstatten". Aber klar, die Trailsurfer haben in ihrem Kontext (ländliche Region, politisches Interesse an Tourismus, geringere Nacherholungs-Nutzungs-Dichte, geringere Naturschutzgebiet-Dichte, andere Bedeutung des Umweltamts, allgemein andere Entscheidungs-Strukturen, Befindlichkeiten und Begehrlichkeiten) konkerete Erfolge vorzuweisen und man könnte die dort immerhin schon bestehenden Strukturen nutzen.


    Und dann gibt es da noch den Mountainbike Freiburg e.V., den ich als sehr erfolgreiches Beispiel für eine Interessenvertretung im urbanen Raum sehe. Allerdings sind auch hier bestimmte, günstige Rahmenbedingungen die Voraussetzung gewesen, die auch die Trailsurfer in ihrer Pressemitteilung ansprechen: "Wenn die Landeshauptstadt Stuttgart und der Forst BW erkennen, dass wir [d.h. wohl die "die Biker"] die einzige Chance sind, ihr Problem in den Griff zu bekommen. Wenn die untere Naturschutzbehörde, der NABU und der BUND bereit sind, Kompromisse im Wald einzugehen."

    Und auf diese (anderen) Rahmenbedingungen (als in Freiburg) hat ein Verein nur bedingt Einfluss. Es hilft aber sicherlich, wenn viele, engagierte und in Stuttgart gut vernetzte/sich vernetzende Biker regelmäßig und über einen längeren Zeitpunkt hinweg Lobby-Arbeit für die Sache der Biker betreiben.

    Spricht aus meiner Sicht für einen starken Verein in Stuttgart, zunächst mal egal unter welchem Namen.

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