Liebe MTB-News Community,

die erste Woche ist vergangen und ich bin zwar nicht reicher im Geldbeutel, aber definitiv reicher an Erfahrungen geworden. Aber erstmal von vorne: Am Montag ging es endlich los. Die letzten Bedenken haben sich recht schnell in Vorfreude umgewandelt.

Flughafen Frankfurt - wenige Stunden vor dem Abflug
# Flughafen Frankfurt – wenige Stunden vor dem Abflug

Mit genau kalkulierten Gepäckstücken war ich gerade so noch im tolerierbaren Bereich und es wurde glücklicherweise alles mitgenommen.

Voll gepackt mit Vorfreude
# Voll gepackt mit Vorfreude

Der Flug hat sich wie erwartet ewig hingezogen und weil ich mit der Sonne geflogen bin, konnte ich auch kein Auge zudrücken. Der Tag ist quasi um 16:00 für 10 Stunden stehen geblieben.

Fast einmal um die halbe Welt
# Fast einmal um die halbe Welt

In Vancouver gelandet, hatte ich an der Grenze nicht so wirklich das Gefühl willkommen zu sein. Sehr knapp und kalt wurde ich gefragt, was ich hier will und wann ich wieder zurück fliege, vor allem ob ein Rückflug schon gebucht ist. Abgesehen davon sind die Kanadier ein echt nettes Volk. Wenn man sich nicht zu fein ist Leute anzusprechen, kommt man schnell und gut an sein Ziel.

Das Erste, was es nach dem langen Flug gab, war natürlich ein richtiger Burger.

Da kann das große M einpacken
# Da kann das große M einpacken

Meine ersten Tage in Vancouver bestanden hauptsächlich darin, ein wenig durch Vancouver zu laufen, mir eine Sim-Karte zu besorgen (ist bei einigen Anbietern recht einfach, obwohl ich davor oft gelesen hatte, dass man ohne ein Bankkonto keinen Vertrag bekommt) und Ausschau nach einem Auto zu halten.

Bei so vielen Geschäften und Platz hat man in Vancouver das Gefühl, es gibt mehr Orte zum Einkaufen als Einwohner
# Bei so vielen Geschäften und Platz hat man in Vancouver das Gefühl, es gibt mehr Orte zum Einkaufen als Einwohner

Beim Autokauf fing der Albtraum der letzten Woche an. Ich hatte mir einen alten 1988er GMC Camper Van ausgesucht, der auf den ersten Blick einen guten Eindruck gemacht hatte. Über den Kauf und alles danach könnte ich jetzt zehn Seiten schreiben, aber dann würde ich Euch auch noch die Laune verderben. Kurz gesagt, hatte ich sehr viel Pech mit dem Kauf. Ich habe zwar eigentlich das Auto checken lassen – aber um jetzt nicht zu tief ins Detail zu gehen, hat es sich herausgestellt, dass der vom Verkäufer vermittelte Mechaniker (der sogar Geld für seinen Check bekommen hat) die Inspektion überhaupt nicht sorgfältig durchgeführt hatte.

Im Endeffekt würde eine Reparatur den Kaufpreis um ein Vielfaches übersteigen und das Geld für das Auto bekomme ich nicht zurück. Ich bin zwar an Erfahrungen reicher geworden, was ich aber bei meinem nächsten Autokauf anders machen würde, weiß ich nicht. In diesem Fall hatte ich wohl einfach Pech gehabt und bin an die falschen Personen geraten. Einerseits ist es traurig, dass der Verkäufer ein deutscher Auswanderer ist, der eigentlich sehr nett war, andererseits heitert es mich auch ein wenig auf, weil so zumindest kein schlechtes Licht auf die Kanadier geworfen wird.

Alle anderen haben sich nämlich extrem viel Mühe gegeben, mir mit dem Auto zu helfen – offensichtlich ist es aber ein Totalverlust. Leider hat die letzte Woche zum Großteil daraus bestanden, irgendwie zu versuchen mein Geld zurück zu bekommen, beinahe hätte ich schon nach einer Woche genug von dem ganzen Trip gehabt…

…ein Glück bin ich ja zum Biken hier!

Endlich angekommen am Ziel der Träume - Whistler
# Endlich angekommen am Ziel der Träume – Whistler

In Whistler ist es richtig leicht und günstig eine Wohnung zu finden – zumindest derzeit. Überall sind Plätze in Wohnungen frei und die Miete für einen Monat fängt umgerechnet schon bei 280€ an. Ich konnte schon nach einer Nacht im Hotel in eine WG mit drei Mitbewohnern ziehen. Die meisten in Whistler sind hier irgendwie mal her gekommen und geblieben. Größtenteils sind es Briten, Australier und Schweden, die ihr Leben genießen und nebenbei jobben: Ein bisschen arbeiten, sonst Ski -, Kajak – oder Fahrrad fahren und abends feiern gehen – so ist der Alltag hier.

Das Geniale ist, egal wo man hin geht – die Leute, die hier arbeiten sind so wie man selbst. Geht man in einen Supermarkt räumt jemand mit Fox T-Shirt die Regale ein. Der Typ an der Kasse hat eine TLD-Kappe auf und die Bedienung im Café arbeitet nebenbei noch in einem Bikeshop. Es fühlt sich an wie der Himmel auf Erden.

Der erste Abend mit der WG – egal welcher Wochentag es ist, in Whistler Village ist genug los und man trifft massenhaft junge Leute
# Der erste Abend mit der WG – egal welcher Wochentag es ist, in Whistler Village ist genug los und man trifft massenhaft junge Leute

Einfach jeder, den ich bis jetzt getroffen habe, will hier nicht mehr weg. Deshalb und aufgrund der Umstände mit dem Auto werde ich wohl jetzt erst mal eine Weile hier bleiben. Damit man nicht völlig abhebt, hat Whistler so seine eigene Methode:

Wenn die Fertigpizza 7$ und das günstigste Bier in der Stadt in einem normalen Saftglas kommt und 5$ kostet, weiß man, dass man in Whistler ist
# Wenn die Fertigpizza 7$ und das günstigste Bier in der Stadt in einem normalen Saftglas kommt und 5$ kostet, weiß man, dass man in Whistler ist

Die Lebensmittel in Kanada sind vom Preis her zwar etwa gleich wie in Deutschland, nur kommt in Whislter dann nochmal ungefähr 60% „Whistler-Zuschlag“ oben drauf. Weil hier aber eigentlich jeder kein Geld hat und sparsam lebt, sind die Preise gar nicht so schlimm. Wenn man dann noch auf der Dachterasse von jemandem sitzt, den man erst wenige Stunden zuvor im Bikepark kennengelernt hat, ist man einfach nur noch glücklich.

Ein ganz normaler Ausblick in Whistler
# Ein ganz normaler Ausblick in Whistler

Leider kam ich diese Woche nur zweimal kurz aufs Rad und wurde vom Bikepark direkt mit Regen empfangen. Da ich das aber (wie jeder, der die letzten Jahre den German Cup mitgefahren ist) gewohnt bin, fand ich das gar nicht so schlimm.
Der Bikepark hat bis jetzt nur seinen unteren Teil geöffnet, der nächsthöhere Lift soll aber noch diese Woche aufmachen, deshalb gibt es diese Woche nur ein paar kleine Impressionen im Video:

Hey Kanada #2 von SLXDriver – mehr Mountainbike-Videos

Das Wetter ist für die kommende Woche durchgehend mit Sonne vorhergesagt und in Whistler gibt es einfach so viel zu sehen und vor allem zum Biken – ihr dürft gespannt sein.

Weitere Infos:

https://www.youtube.com/user/SLXDriver
https://www.facebook.com/SLXDriver

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Mehr von Kais Blog?

Kai in Kanada – Teil 1

  1. benutzerbild

    SLXDriver

    dabei seit 04/2010

    Danke
    Meldet Euch gerne wenn Ihr hier seid, ein paar Abfahrten oder ein Bierchen sind mit Sicherheit drinnen
  2. benutzerbild

    pfalz

    dabei seit 01/2007

    Da werden Erinnerungen wach...muss auch mal wieder unbedingt da hin.

    Wir sind immer nach Squamish gefahren zum Einkaufen (halt gleich nen Wocheneinkauf gemacht), teilweise waren die Lebensmittelpreise in Whistler schon unverschämt...
  3. benutzerbild

    Khakiflame

    dabei seit 12/2007

    ich hab da mal ne frage bezüglich der lift tickets in whistler.

    es gibt ja diese: direct to lift tickets, was ist das genau? kann ich damit einfach an der warteschlange vorbei?

    danke für die aufklärung...

    ride on and c u in b.c.
  4. benutzerbild

    SLXDriver

    dabei seit 04/2010

    Khakiflame schrieb:
    ich hab da mal ne frage bezüglich der lift tickets in whistler.

    es gibt ja diese: direct to lift tickets, was ist das genau? kann ich damit einfach an der warteschlange vorbei?

    danke für die aufklärung...

    ride on and c u in b.c.

    Davon hab ich nichts gehört ich kann mich aber mal umhören.
    Nach dem aktuellen Stand gibt es Tageskarten, `ne Saisonkarte und eine Saisonkarte bei der du nur von 5-20 Uhr fahren kannst. Es gibt eine Schlange die immer vor darf, das sind aber immer Mitarbeiter vom Bikepark oder ganze Fahrtechnikkurse. Vielleicht sind da ja auch welche dabei mit `ner anderen Karte, das würde das erklären..
    Find ich aber ziemlich nervig, weil irgendwie immer direkt vor mir wird stehen geblieben und die anderen werden reingelassen
  5. benutzerbild

    flyingcruiser

    dabei seit 01/2003

    direct to lift geht nur, wenn du eine Karte wie beispielsweise die triple play hast und deine Kreditkarte mit dieser verknüpft ist. Dann wird, sobald du die Karte nutzt und keine Tage mehr verfügbar sind, eine Tageskarte von deiner Kreditkarte abgebucht. Damit sparst du zwar das Anstehen am Tickethäuschen, richtig günstig ist das aber nicht. Besser ist es, schon vorher die Tage auf der Webseite aufzuladen. Allerdings musst du das 5 Tage im voraus tun.

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