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Trust Shout – als Parallelogramm-Gabel ein richtiger Exot
Trust Shout – als Parallelogramm-Gabel ein richtiger Exot - die Gabel stellt 178 mm Federweg zur Verfügung, kann mit 29"- und 27,5"-Laufrädern gefahren werden und wartet mit einigen konstruktionsbedingten Highlights auf. Der Preis? Satte 2.299 €.
Herzstück der Trust Shout – die Hebelage der Parallelogramm-Gabel
Herzstück der Trust Shout – die Hebelage der Parallelogramm-Gabel - anders als bei der Teleskop-Federgabel wird die Achse nicht linear geführt, sondern in einer speziellen Raderhebungskurve.
Besonders ist der Trust-Ansatz nicht nur optisch
Besonders ist der Trust-Ansatz nicht nur optisch - da wäre zum Beispiel der Anti-Dive, der dafür sorgt, dass die Gabel beim Anbremsen nicht durchsackt.
Spannend ist auch der dynamische Nachlauf
Spannend ist auch der dynamische Nachlauf - bereits die kleine Schwester „The Message“ konnte in dieser Hinsicht durch beeindruckende Kurvensicherheit begeistern.
In der Carbon-Struktur befinden sich mehrere Gummiabdeckungen
In der Carbon-Struktur befinden sich mehrere Gummiabdeckungen - dahinter verstecken sich gleich zwei Luftventile, eins pro Gabelholm.
Setup-Hilfe via Anleitung und Indikator
Setup-Hilfe via Anleitung und Indikator - aufgrund des teil-integrierten und übersetzten Kolbens lässt sich der SAG über diesen Indikator einfacher ablesen.
Unter der größten Abdeckung kommt die Druckstufen-Verstellung zum Vorschein
Unter der größten Abdeckung kommt die Druckstufen-Verstellung zum Vorschein - ein Versteller für den Open-Mode, einer für den Trail-Mode. Dahinter steckt eine sehr spannende Dämpfungsarchitektur.
Oben an der Struktureinheit gibt es Plattform und Lockout – einfach erreichbar
Oben an der Struktureinheit gibt es Plattform und Lockout – einfach erreichbar - besonders ist die Dämpfung aufgrund der Kombination von Thru-Shaft- und Twin-Tube-Konstruktion, das hinsichtlich von Hysterese extrem verfeinert sein soll.
Auch wenn hier der Zugstufen-Versteller sitzt, gibt es über der Dämpfung zusätzlich eine Luftfeder
Auch wenn hier der Zugstufen-Versteller sitzt, gibt es über der Dämpfung zusätzlich eine Luftfeder - der Dämpfungsschaft ragt oben aus der Dämpfung heraus und dient in der Luftkammer direkt auch als Airshaft. Double Duty!
Bei kaum einem anderen Produkt ist der Blick in diese Kiste und das darin enthaltene Handbuch so wichtig
Bei kaum einem anderen Produkt ist der Blick in diese Kiste und das darin enthaltene Handbuch so wichtig - der Setup-Prozess ist unkonventionell und etwas aufwändiger, als man es gewohnt ist, geht dank guter Anleitung und klaren Empfehlungen doch schneller als man denkt.
Uphill bei schmierigen Bedingungen
Uphill bei schmierigen Bedingungen - Schon im Uphill zeigte die Parallelogramm-Federgabel, was sie leisten kann.
„Vorne bleiben!“
„Vorne bleiben!“ - Wer es schafft, konstant Gegendruck auf die Gabel aufzubauen, wird fürstlich mit Traktion belohnt.
„Was ist da los?“
„Was ist da los?“ - Jeder Testfahrer war direkt überrascht, wie anders sich die Shout gegenüber „normalen“ Federgabeln auf dem Trail verhält.
Brummer
Brummer - Obwohl sie schwer aussieht, fällt die Trust Shout eher leicht aus. Beim Springen sollte man besser mit dem Vorderrad zuerst oder mit beiden Rädern gleichzeitig landen.
Schmierige Trails und besser daheim bleiben? Nicht mit diesem Teil.
Schmierige Trails und besser daheim bleiben? Nicht mit diesem Teil. - Egal in welcher Lage: Die Trust Shout vermittelt immense Sicherheit durch ein sehr berechenbares Fahrverhalten und schier nicht enden wollenden Grip.
Sicherheitsgefühl
Sicherheitsgefühl - systembedingt weniger Bremsnicken und immer hoch im Federweg – diese Gabel schenkt Sicherheit.
Innen fahren bei allen Bedingungen
Innen fahren bei allen Bedingungen - Hat man sich eingewöhnt, bleibt man über der Front und profitiert von einem nie zuvor gespürtem Sicherheitgefühl. Insbesondere dann, wenn die Grip-Verhältnisse schwierig sind.
Drauf und drüber
Drauf und drüber - Egal ob Matsch oder loser Staub im trockenen Sommer – Kontrolle über die Lage und Linie ist immer da.
Der größte Lieferumfang, den wir je gesehen haben
Der größte Lieferumfang, den wir je gesehen haben - Eine Dämpferpumpe, eine spezielle Spreizkralle für den Carbon-Schaft, Huckpucks und ein Drehmoment-Schlüssel sind bei jeder Trust Shout mit dabei.
Neben kleinen Helferlein für die Kabelführung an der Shout liefert Trust auch jede Menge Clips für die restliche Organisation am Rahmen.
Neben kleinen Helferlein für die Kabelführung an der Shout liefert Trust auch jede Menge Clips für die restliche Organisation am Rahmen.
Druckstufendämpfung
Druckstufendämpfung - Unter einer Gummiabdeckung befinden sich die Einsteller für die Druckstufen.
Speziell oder spezial?
Speziell oder spezial? - Der Look polarisiert. In manchen Rahmen passt es optisch besser als in anderen.
Vertrauen wie selten zuvor
Vertrauen wie selten zuvor - Sobald es so richtig schmierig wird, glänzt die Trust Shout über allem. Systembedingt steht sie hoch im Federweg, folgt dem Grund wie keine andere Federgabel und spendet in den unmöglichsten Bedingungen noch ein enormes Selbstvertrauen. Sie hat ihre Schwächen in anderen Bereichen, aber wer primär am Boden unterwegs ist und sich den größtmöglichen Grip und Berechenbarkeit wünscht, wird sehr begeistert sein.

Trust Shout im Test: Im Trail-Federgabel-Vergleichstests Ende 2019 hat eine Federgabel viele neugierige Blicke auf sich gezogen – die Trust Performance The Message. Auch auf dem Trail waren wir von den Eigenschaften angetan, welche die Message von der Masse abheben. Zur Eurobike wurde der spannenden Parallelogramm-Federgabel schon eine Version mit mehr Federweg zur Seite gestellt. Geht das eigene Konzept von Trust Performance auch in Bikes für gröberes Gelände auf? Wir haben die Trust Shout ausführlich getestet.

Dezember 2019: Unser Test der Trust Shout beginnt. Trust bemüht sich währenddessen um einen Vertrieb in Deutschland – soweit ist für Trust alles auf Kurs, die ersten 1.000 Einheiten sind verkauft. Dann kommen Corona und mit der sich anbahnenden Pandemie die Lieferengpässe.

April 2020: Die aufstrebende Firma wird früh von Corona in die Knie gezwungen; die fehlende Möglichkeit, an Kapital zu kommen, lähmt das Unternehmen. Ob und wie es weitergeht ist momentan unklar, aber man hofft bei Trust, das Geschäft ab einem gewissen Punkt wieder aufnehmen zu können. Die Federgabeln gibt es aktuell nicht flächendeckend zu kaufen, Restbestände werden noch angeboten. Nach dem Test der Message war aber klar: Trust hat Potential. Wir wollten die gewonnenen Eindrücke dennoch mit euch teilen und nahmen die Trust deshalb mit in den Vergleichstest auf.

Trust Shout: Infos und Preise

Mit der Shout schickt Trust Performance sein zweites Produkt in den umkämpften Suspension-Markt. Optisch polarisierend wie die kurzhubige Version, soll die Shout vor allem an Enduro-Bikes zum Einsatz kommen. Dabei ersetzt die Parallelogramm-Federgabel herkömmliche Teleskop-Gabeln mit 160 bis 180 mm Federweg. Dazu passend gibt es eine Einbauhöhe von 580 mm – wem das nicht reicht, der kann bei Trust eine untere Steuersatzschale mit 17 mm Bauhöhe dazu erwerben. Aufgrund der fehlenden Gabelbrücke können 27,5″- und 29″-Laufräder in der gleichen Gabel gefahren werden. Soweit zu den Eckdaten – aber für welchen Fahrertypen ist die Trust Shout gedacht?

Trail- und Enduro-Fahrer mit „aggressivem“ Fahrstil, die Wert auf Traktion und Kontrolle legen, sollen mit der Shout glücklich werden. Egal ob bei Vollgas in ruppigem Terrain oder auf großen Sprüngen.

  • Einsatzbereich Bikes, die man in Kombination mit Gabeln mit 160 – 180 mm Hub fahren würde
  • Laufradgrößen 27,5″, 29″
  • Federweg 178 mm
  • Einstellmöglichkeiten Luftdruck, Zugstufe, Lowspeed-Druckstufe, Plattform-Härte, Plattform-Lockout-Hebel
  • Farben Anthrazit-grau, acht Decal-Farben
  • Gewicht 2165 g (Herstellerangabe) 2.116 g (nachgewogen)
  • www.trustperformance.com

Preis aktuell nicht verfügbar, letzter bekannter UVP: 2.299 € (UVP) | Bikemarkt: Trust Shout kaufen

Trust Shout – als Parallelogramm-Gabel ein richtiger Exot
# Trust Shout – als Parallelogramm-Gabel ein richtiger Exot - die Gabel stellt 178 mm Federweg zur Verfügung, kann mit 29"- und 27,5"-Laufrädern gefahren werden und wartet mit einigen konstruktionsbedingten Highlights auf. Der Preis? Satte 2.299 €.

Diashow: Trust Shout im Test: Nicht nur eine Revolution im Kurvenfahren
Uphill bei schmierigen Bedingungen
Bei kaum einem anderen Produkt ist der Blick in diese Kiste und das darin enthaltene Handbuch so wichtig
Auch wenn hier der Zugstufen-Versteller sitzt, gibt es über der Dämpfung zusätzlich eine Luftfeder
Sicherheitsgefühl
Spannend ist auch der dynamische Nachlauf
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Im Detail

Eine Parallelogramm-Gabel arbeitet anders als eine Teleskop-Gabel. Teleskop-Gabeln führen die Rad-Achse in einer linearen Bewegung auf und ab. Standrohre und Tauchrohre überlappen sich, geführt wird durch Gleitbuchsen im Inneren des Castings oder bei einer USD-Gabel in den Standrohren. Auch an der Parallelogramm-Gabel werden Gleitbuchsen verwendet – diese haben aber nichts mit der Führung des Vorderrads zu tun. Stattdessen wird die Achse, wie bei einem Hinterbau, über Hebel geführt, die wiederum gelagert sind. Verbunden werden die drei Hebel miteinander und der Struktureinheit durch Drehpunkte, in denen Kugellager zum Einsatz kommen. Zwei Lager pro Drehpunkt – macht bei vier Drehpunkten pro Seite 16 und noch ein Kugellager für jede Feder-Dämpfungs-Aufhängung – in Summe sind in einer Shout oder Message damit 18 Stück verbaut. Damit kann man die Reibung einer Teleskop-Gabel unter Idealbedingungen nicht zwangsläufig unterbieten, aber die Teleskop-Gabel verwindet sich, wodurch die Reibung an den Gleitbuchsen steigt. Das passiert der Parallelogramm-Gabel nicht, außerdem kommt hinzu, dass der Federweg zusätzlich übersetzt ist. Eine höhere Übersetzung kann helfen, bestehende Reibung im System, beispielsweise an den Dichtungen, leichter zu überwinden. In Summe soll die Shout dadurch wesentlich reibungsärmer sein und ein feineres Ansprechverhalten bieten als konventionelle Teleskop-Gabeln.

Herzstück der Trust Shout – die Hebelage der Parallelogramm-Gabel
# Herzstück der Trust Shout – die Hebelage der Parallelogramm-Gabel - anders als bei der Teleskop-Federgabel wird die Achse nicht linear geführt, sondern in einer speziellen Raderhebungskurve.

Aber nicht nur das lässt die Parallelogramm-Bauweise auf dem Papier interessant wirken. Weitere Vorteile und Eigenheiten gibt es in folgenden Bereichen:

  • Steifigkeit
  • Raderhebungs-Kurve
  • Anti-Dive
  • Dynamischer Trail (Nachlauf)

Im Test der Trust The Message sind wir auf diese Punkte im Detail eingegangen: Trust The Message im Test: Wie viel Revolution steckt in der Linkage-Federgabel?

Besonders ist der Trust-Ansatz nicht nur optisch
# Besonders ist der Trust-Ansatz nicht nur optisch - da wäre zum Beispiel der Anti-Dive, der dafür sorgt, dass die Gabel beim Anbremsen nicht durchsackt.
Spannend ist auch der dynamische Nachlauf
# Spannend ist auch der dynamische Nachlauf - bereits die kleine Schwester „The Message“ konnte in dieser Hinsicht durch beeindruckende Kurvensicherheit begeistern.

Ausführlicher wollen wir uns wieder mit Federung und Dämpfung auseinandersetzen.

Federung & Dämpfung

In der klassischen Teleskop-Gabel, wie wir sie Tag ein, Tag aus verwenden, sind Feder und Dämpfung jeweils in einem eigenen Gabelholm untergebracht. Trust geht hier einen etwas anderen Weg. Links sitzt wie gewohnt eine Federeinheit, rechts ist ein Zugstufen-Einstellrädchen erkennbar, aber auch ein Luftventil. Denn die Luftfeder ist zweigeteilt – auf beiden Seiten verwendet der Hersteller je eine Federung. Hinsichtlich der Steifigkeit und des Gewichts soll diese Konstruktion sinnvoller sein als eine einzelne Feder und eine einzelne Dämpfungs-Kartusche.

In der Carbon-Struktur befinden sich mehrere Gummiabdeckungen
# In der Carbon-Struktur befinden sich mehrere Gummiabdeckungen - dahinter verstecken sich gleich zwei Luftventile, eins pro Gabelholm.
Setup-Hilfe via Anleitung und Indikator
# Setup-Hilfe via Anleitung und Indikator - aufgrund des teil-integrierten und übersetzten Kolbens lässt sich der SAG über diesen Indikator einfacher ablesen.

Ab Werk sind fünf Volumen-Spacer (Trust nennt sie Huck Pucks) pro Seite verbaut. In der Bedienungsanleitung wird außerdem der Hinweis gegeben, dass man bei Anpassungen der Positivkammer auf jeden Fall die gleiche Anzahl an Volumen-Spacern in beiden Kammern fahren muss.

Bei der Dämpfung verwendet Trust ein System, wie es aktuell wohl an kaum einem anderen MTB-Suspension-Produkt eingesetzt wird. Teile davon kennen und sehen wir öfter in Verwendung, aber die Kombination? Konkret reden wir hier über einen TwinTube-Aufbau mit ThruShaft-Design. Aufgrund dessen ist (eigentlich) keine klassische Bladder, IFP oder ähnliches notwendig, um das Volumen des Schafts auszugleichen. Dieser steht zu jeder Zeit voll im Öl – es wird also kein Volumen verdrängt. Nach oben ragt er dann in die Luftfeder und dient gleichzeitig als Airshaft. Trotzdem verwendet Trust eine Gasfeder, die Druck auf das inkompressible Öl ausübt und das vergrößerte Ölvolumen bei warm gelaufener Dämpfung aufnehmen soll. Vorteil dieser Konstruktion: Ein Aufschäumen des Öls soll quasi unmöglich werden und die Reaktionszeit auf hochfrequente Lastwechsel deutlich schneller erfolgen. Ziel der Konstruktion: so wenig Hysterese wie möglich. Grund dafür war, dass Praxistests mit World Cup-Rennfahrern laut Weagle vor allem eines zeigten: Die Dämpfer, die auf möglichst wenig Hysterese ausgelegt waren, kamen bei den Teamfahrern immer besser an.

Unter der größten Abdeckung kommt die Druckstufen-Verstellung zum Vorschein
# Unter der größten Abdeckung kommt die Druckstufen-Verstellung zum Vorschein - ein Versteller für den Open-Mode, einer für den Trail-Mode. Dahinter steckt eine sehr spannende Dämpfungsarchitektur.
Oben an der Struktureinheit gibt es Plattform und Lockout – einfach erreichbar
# Oben an der Struktureinheit gibt es Plattform und Lockout – einfach erreichbar - besonders ist die Dämpfung aufgrund der Kombination von Thru-Shaft- und Twin-Tube-Konstruktion, das hinsichtlich von Hysterese extrem verfeinert sein soll.

Was ist Hysterese?

Mit dieser Technologie verspricht sich der Hersteller absolute Kontrolle über die Dämpfung, denn Hysterese-Effekte sollen fast keine auftreten. Ihr fragt euch, was zum Teufel überhaupt Hysterese ist? Um hier den Rahmen des Berichts nicht komplett zu sprengen, versuchen wir uns an einer etwas reduzierten Erklärung. Wer sich tiefer mit der Thematik beschäftigen möchte, findet in diversen Suchmaschinen eine Menge Lernmaterial.

Betrachtet man den kompletten Zyklus eines Ein- und Ausfeder-Vorgangs, so verhalten sich diese beiden Vorgänge nicht zwangsläufig identisch. Betrachten wir also einige der Teilbereiche, die hier zusammenspielen. Ein System mit einem IFP oder Bladder setzt das Dämpfungs-Medium (Öl) unter Druck. Dies ist unter anderem notwendig, um Kavitations-Effekte (Bildung von Blasen im Öl) zu vermeiden. Primär muss allerdings eine Verdrängung des Öls durch den Schaft des Dämpfers ausgeglichen werden.

An einem ThruShaft-System, wie es die Trust Shout verwendet, generiert der Schaft keine Volumenänderung im Öl, weil er immer komplett im Öl steht. Dadurch bewegt man weniger Bauteile. Grundsätzlich gilt: Für jedes Teil, welches man in Bewegung setzen muss, ist Energie notwendig. Das resultiert letztendlich in einer verzögerten Reaktionszeit des Systems sowie einer unkontrollierten Umwandlung von Bewegungsenergie in Wärme durch Reibung. In der sogenannten Hysterese-Kurve (Kraft-Geschwindigkeits-Diagramm) zeigt sich dies in einer Fläche, welche von den beiden dargestellten Kurven umschlossen ist.

Reduziert man die Faktoren, welche die Trägheit und die ungewollte Reibung generieren, so beschleunigt man im Umkehrschluss die Reaktionszeit der Dämpfung. Die Hysterese-Kurve umschließt eine kleinere Fläche und die Dämpfung wird berechenbarer, da sie so gestaltet werden kann, dass ungewollte Parameter wie Reibung und Verzögerung nicht mit im Dämpfungsverhalten berücksichtigt werden müssen. Kurz formuliert: Man erhält ein direkteres Ansprechverhalten der Dämpfung.

Wie bereits erwähnt, generiert ein ThruShaft keine Volumenänderung des Öls. Trotzdem verwendet Trust eine Gasfeder, welche das Öl unter Druck setzt. Während des Dämpfungsvorgangs entsteht Wärme und diese sorgt für eine leichte Ausdehnung des Öls, welche ausgeglichen werden muss. Bedingt durch die Bauart kann Trust zufolge der Druck sehr hoch gewählt werden und man hat trotzdem keine Nachteile durch eine hohe Hysterese. Aufschäumen ist quasi unmöglich und die Reaktionszeit auf hochfrequente Lastwechsel außerordentlich schnell.

Dave Weagle beschreibt die Vorteile, die er damit in der Trust Shout vereint haben will, folgendermaßen: Die Dämpfung sei nicht zwangsläufig höher in seinem System, sondern niedriger. Durch die schnelle Reaktionszeit und das Ausschließen ungewollter Verzögerungen soll die Dämpfung jedoch „öfter“ reagieren können – sie arbeitet also durchgängiger.

Ein ThruShaft-Design ist übrigens nicht neu: Trek verwendet die Technologie seit ein paar Jahren in ihren Bikes.

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Was innerhalb des Dämpfers passiert, ist nicht weniger spannend. Besonders interessant ist der Haupt-Kolben, der aus zwei Teilen besteht und aufwändig konstruiert ist. Ein Nadelventil im Kolben beeinflusst die Lowspeed-Zugstufe, ein Shimstack sorgt für die Kontrolle von mittleren bis schnellen Schaft-Geschwindigkeiten beim Ausfedern. Zusätzlich gibt es ein strammes Blow-Off-Ventil in Druckstufen-Richtung. Mit 26 mm Durchmesser fällt der Querschnitt der Kartusche sehr groß aus, vor allem, wenn man mit anderen TwinTube-Kartuschen vergleicht. Somit kann auf größerem Raum mit größeren Öl-Flussmengen operiert werden, was insbesondere hohe Schaft-Geschwindigkeiten besser kontrollierbar macht. Zusätzlich ermöglicht es ein besseres Hitze-Management.

An der Druckstufen-Einheit, die zwischen Feder- und Dämpfungs-Zylinder sitzt, werden zwei Nadeln mit semi-parabolischer Spitze verwendet. Eine Nadel für den offenen Modus, eine für den mittleren. Mit Umlegen des Hebels dreht man eine Torspule und lenkt den Ölfluss auf die entsprechende Nadel. Im Lock-Modus wird der Ölfluss über Low- und Highspeed-Ventile komplett gestoppt. Hier gibt es dann nur noch das Blowoff-Ventil auf dem Haupt-Kolben. Besonderheit dieses Systems: Oft wird im Lock-Modus der Ölfluss komplett auf den Highspeed-Shimstack gelenkt, der dann gegebenenfalls kompromissbehaftet abgestimmt werden muss. Bei Trust kann die Abstimmung von diesem Modus komplett unabhängig von außen und gezielt auf den hauptsächlichen Zweck – die Dämpfung – erfolgen.

In Summe will Trust mit der Kartusche eine sehr effiziente Dämpfung erreicht haben. Auch was die Hysterese angeht, ist man zufrieden: Kontrolle und Reaktionsgeschwindigkeiten sollen auf einem sehr hohen Niveau sein.

Auch wenn hier der Zugstufen-Versteller sitzt, gibt es über der Dämpfung zusätzlich eine Luftfeder
# Auch wenn hier der Zugstufen-Versteller sitzt, gibt es über der Dämpfung zusätzlich eine Luftfeder - der Dämpfungsschaft ragt oben aus der Dämpfung heraus und dient in der Luftkammer direkt auch als Airshaft. Double Duty!

Setup

Wie an der Trust Message auch erhält man im umfangreichen Lieferumfang der Shout eine sehr verständlich ausgearbeitete Anleitung zum Setup. Trust empfiehlt, das eigene Körpergewicht in Pfund umzurechnen und den erhaltenen Wert je nach Vorliebe um 10 Psi zu erhöhen oder zu verringern. Einen Luftdruck von unter 100 Psi sollte man dabei nicht verwenden. Den Druck pumpt man dann nicht nur in eine, sondern zwei Luftkammern. Um die beiden Aircaps von den Autoventilen zu schrauben, benötigt man Werkzeug. Zum Glück ist der Schlitz zwischen Ventil und Struktureinheit so klein, dass man die Aircaps nicht im Carbon-Rohr verlieren kann. Beide Luftfedern werden mit dem gleichen Druck befüllt und man benötigt eine Dämpferpumpe mit einem langen Aufsatz. Diese Variante ist mittlerweile zum Standard geworden, im Lieferumfang ist zusätzlich auch eine passende Pumpe enthalten.

Für die Dämpfung gibt Trust abhängig vom Luftdruck Empfehlungen ab – sowohl für die Zugstufe als auch für den Open- und den Mid-Modus der Druckstufe. Ein wichtiger Kritikpunkt an der Message war die umständliche Montage der Volumenspacer. An der Shout kann dies in der eigenen Werkstatt realisiert werden, bei der Montage der Dämpfungs-Einheit braucht es kein Werkzeug zur korrekten Ausrichtung mehr. Benötigt werden nur passende Klemmbacken, um die Kartusche festzuhalten.

Bei kaum einem anderen Produkt ist der Blick in diese Kiste und das darin enthaltene Handbuch so wichtig
# Bei kaum einem anderen Produkt ist der Blick in diese Kiste und das darin enthaltene Handbuch so wichtig - der Setup-Prozess ist unkonventionell und etwas aufwändiger, als man es gewohnt ist, geht dank guter Anleitung und klaren Empfehlungen doch schneller als man denkt.
Running Change nach Defekt
# Running Change nach Defekt - ein anderes Magazin hatte den Alu-Schaft der Kartusche kaputtgemacht.
Neu mit Stahlschaft
# Neu mit Stahlschaft - der Wechsel auf Stahl macht sich auch auf der Waage bemerkbar.
Selbst ausrichtende Verschraubung
# Selbst ausrichtende Verschraubung - hier hat Trust nachgebessert, das Ergebnis erleichtert den HuckPuck-Einbau wesentlich und braucht kein Spezialwerkzeug.
Rechte Einheit der Message
# Rechte Einheit der Message - hier wird durch eine Überwurfmutter gesichert, dazu ist aber ein Werkzeug zur Ausrichtung der beiden „Dämpferaugen“ notwendig.
Trust_SETUP_GUIDE_Anleitung_deutsch_GERMAN

Technische Daten

Alle technischen Daten, Details, Standards und Infos zum Service zur Trust Shout findet ihr im folgenden Abschnitt zum Ausklappen:


 DVO Onyx SC D1Fox 38Manitou MezzerMarzocchi Z1 CoilRockShox Zeb UltimateTrust Shout
Federweg160 – 180 mm160 – 180 mm140 – 180 mm150 – 170 mm150 – 190 mm178 mm
Verfügbare Laufradgrößen27,5"
29"
27,5"
29"
27,5"
29"
27,5"
29"
27,5"
29"
27,5"
29"
FederLuft–Stahl, OTT-Negativfeder-EinstellerLuft–Luft, Ausgleich beim EinfedernLuft–Luft, simultane Befüllung über ein Ventil, IRTLuft–Luft, Ausgleich beim EinfedernLuft–Luft, Ausgleich in NullstellungLuft–Luft, Ausgleich beim Einfedern, Zweiseitige Feder
Lowspeed DruckstufeExtern, 6 KlicksExtern, 16 KlicksExtern, 10 KlicksExtern, Stufenlos, HSC
und LSC gleichzeitig
Extern, 17 KlicksExtern, 20 Klicks
Highspeed DruckstufeExtern, 29 KlicksExtern, 8 KlicksExtern, 4 KlicksExtern, Stufenlos, HSC
und LSC gleichzeitig
Extern, 4 KlicksIntern
Lowspeed ZugstufeExtern, 25 KlicksExtern, 9 KlicksExtern, 10 KlicksExtern, XX KlicksExtern, 17 KlicksExtern, 20 Klicks
Highspeed ZugstufeInternExtern, 8 KlicksInternInternInternIntern
Volumen-
veränderung
Intern, ÖlIntern, Volumen-SpacerKeine, dafür
hydraulischer
Durchschlagschutz und IRT
Intern, Volumen-SpacerIntern, Volumen-Spacer
Weiteres TuningOTT, 11 UmdrehungenFox Factory TuningIRT LuftfederMedium Einstellung 5 Klicks
Einbauhöhe592 mm (29", 180 FW)593,7 mm (29", 180 FW)594 mm (29", 180 FW)577,1 mm (29", 170 FW)596 mm (29", 180 FW)580 mm (29", 178 FW)
SchaftTapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Tapered 1 1/8"-1,5"Carbon, Tapered 1 1/8"-1,5"
Standrohr-
durchmesser
36 mm38 mm37 mm36 mm38 mm
BremsaufnahmePM7" (180 mm)PM7" (180 mm)PM7" (180 mm)PM7" (180 mm)PM8" (200 mm)PM7" (180 mm)
max. Bremsscheibe220 mm230 mm220 mm203 mm220 mm203 mm
AchseSchraubachse 15 mmQR oder Schraubachse, 15 mm SteckachseSchraubachse 15 mmQR 15 mm SteckachseSchraubachse 15 mmSchraubachse 15 mm
Offset44 mm (29")
42 mm (27,5")
44, 51 mm (29")
37, 44 mm (27,5")
44, 51 mm (29")
37, 44 mm (27,5")
44, 51 mm (29")
37 mm (27,5")
44, 51 mm (29")
38, 44 mm (27,5")
Dynamisch
Einbaubreite110 mm110 mm110 mm110 mm110 mm110 mm
ReifenfreiheitDetails im Artikel, ca. 2,6"2,6″2,6″ mit Schutzblech / 2,8″ ohne Schutzblech2,6″2,8"29" x 2,6"; 27.5" x 2,8"
Farbenschwarz, grün, blauschwarz, orange, pistachioschwarzschwarz, rotschwarz, grau, schwarz-mattanthrazit
Gewicht (Herstellerangabe)2.250 gab 2180 g2.060 gab 2.525 g2.265 g2.165 g
Gewicht (nachgewogen, gekürzter Schaft, Kralle, Achse)2.335 g2.332 g2.080 g2.470 g2.245 g2.116 g
Preis (getestete Version)1.099 €1.589 €1.090 €949 €1.089 €2.299 €

Auf dem Trail

Beginnen wir mit dem Elefanten im Raum: Trust hat nicht nur der Message, sondern auch der Shout eine sehr spezielle Optik spendiert. Traf man seine Kollegen am Trail-Einstieg, polarisierte ihr Aussehen teilweise extrem. Von „Ich find’s total geil“ bis hin zu „Die würde ich mir nie ans Bike packen egal, wie gut sie funktioniert“ waren alle Meinungen vertreten. Wir stellten den Look hinten an und beschränkten uns auf die reine Funktion. Ob jemand zugunsten der Optik auf bestimmte Fahreigenschaften verzichten möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wäre es möglich, die Front an einem Bike komplett zu verstecken, so könnte man auf den ersten Metern auf dem Parkplatz oder im Stand nicht unbedingt sagen, ob da eine „reguläre“ oder eine „Linkage“-Federgabel arbeitet. Im Uphill funktioniert die Trust Shout sehr unaufgeregt, den Griff zum Hebel auf der Oberseite für die Kletterhilfe kann man sich fast immer sparen. Wer hart im Stehen sprinten möchte, erhält mit einer Drehbewegung am Hebel praktisch eine Starrgabel.

Spannend wird es auf dem Trail, wenn die ersten Schläge auf das Fahrwerk einwirken. Selten passte der Begriff des Glattbügelns besser als an der Trust Shout: Dieser Umstand liegt nicht nur an ihrer Bauweise, die mehr an eine Hinterbau-Kinematik erinnert als die gewohnte Erscheinung einer 1:1 übersetzten Teleskop-Federgabel. Die ThruShaft-Dämpfungs-Kartusche ist auf hohe Reaktionsgeschwindigkeiten getrimmt, somit gewinnt die Trust Shout an Sensibilität und verschluckt Schläge bis zu einer bestimmten Größe vollkommen unbeeindruckt. Man fragt sich teilweise, ob sie überhaupt arbeitet – so unauffällig ist dieser Vorgang. Der Blick über den Lenker auf die Gabel offenbart hier wenig, denn die sich bewegenden Hebel werden von der Gabel größtenteils verdeckt.

Uphill bei schmierigen Bedingungen
# Uphill bei schmierigen Bedingungen - Schon im Uphill zeigte die Parallelogramm-Federgabel, was sie leisten kann.

Im unwegsamen Gelände mit größeren Hindernissen greift die Dämpfung deutlich ein. Solange man in gerader Linie mit genügend Gegendruck am Lenker auf alles einfach draufhält, planiert die Trust Shout in feinster Manier vor sich hin und hat immer noch genügend Reserven. Einige Tester bevorzugten hier etwas mehr Progression und rüsteten einige Huckpucks (Volumenspacer) nach, um die Luftkammern etwas zu verkleinern. Bei der Dämpfung selbst blieben alle eher im mittleren und offenen Bereich.

Egal wie schmierig die Trails im Winter, egal wie rutschig die staubigen Strecken im Sommer – keine andere Federgabel bot bisher solch immensen Grip und Sicherheit an der Front wie die Trust Shout.

Vor Kurven gilt es, die Geschwindigkeit entsprechend anzupassen. Reguläre Teleskop-Gabeln neigen hier systembedingt vermehrt zum Nachgeben. Bei diesem Vorgang schiebt das Fahrergewicht von hinten und arbeitet von oben gegen den Federweg. In etlichen Jahren und zahllosen Ausfahrten auf Bikes mit regulären Federgabeln haben wir alle verinnerlicht, dass wir gegen diese Eigenheit arbeiten müssen. Hierbei werden Arme und Beine gestreckt, man spannt die Muskulatur an – dieser Vorgang ist in der Fahrtechnik von jedem von uns stark verankert. Macht man sich dies nicht bewusst, geschieht auf dem Trail mit der Shout etwas, dass sich im ersten Moment sehr seltsam anfühlt und nicht zwangsläufig von jedem Tester auf Anhieb adressiert werden konnte.

Trust schafft es an der Shout, das Bremsnicken zu verringern, wodurch sie höher im Federweg verbleibt, selbst, wenn man stark auf der Bremse steht. Unbewusst verlagert man dennoch sein Gewicht bei einem Bremsvorgang nach hinten. Hierbei verringert sich der Druck auf den Lenker, den die Trust aber benötigt, um die Schläge in sich aufzunehmen. Dementsprechend beginnt sie bei dieser Fahrweise und in diesen Situationen, mehr durchzureichen und unkomfortabel zu werden. Geht man von hier aus den Weg über weniger Dämpfung und weniger Luftdruck, so gibt die Federgabel für Fahrer, die gerne springen oder generell ein breiteres Spektrum an Kräften ins Fahrwerk einleiten, zu viel Hub frei – die Trust Shout fühlt sich indifferent an. Es gilt also, je nach Fahrerprofil weniger das Setup als vielmehr Position und Fahrtechnik auf dem Bike anzupassen.

„Vorne bleiben!“
# „Vorne bleiben!“ - Wer es schafft, konstant Gegendruck auf die Gabel aufzubauen, wird fürstlich mit Traktion belohnt.
„Was ist da los?“
# „Was ist da los?“ - Jeder Testfahrer war direkt überrascht, wie anders sich die Shout gegenüber „normalen“ Federgabeln auf dem Trail verhält.

Die Tester mit einer Vorliebe von Spaß in der Luft waren etwas gespalten. Auf der einen Seite hält die Trust Shout in Absprüngen angenehm gegen und spendiert entsprechend viel Pop und Sprunghöhe, auf der anderen Seite mag sie lieber Landungen, bei der das Vorderrad zuerst oder zumindest gleichzeitig mit dem Hinterrad aufsetzt. Drückt man notgedrungen oder zum Spaß das Hinterrad in der Luft nach unten und lässt die Front harsch aufschlagen, so kann die Shout diese Belastungsrichtung nicht so gut abfangen wie eine Teleskop-Federgabel. Hierbei reicht sie den Schlag an die Hände weiter, bei sehr harten Aufschlägen dieser Art hört man die Dämpfungs-Kartusche kurz im Casting vibrieren.

Brummer
# Brummer - Obwohl sie schwer aussieht, fällt die Trust Shout eher leicht aus. Beim Springen sollte man besser mit dem Vorderrad zuerst oder mit beiden Rädern gleichzeitig landen.
Schmierige Trails und besser daheim bleiben? Nicht mit diesem Teil.
# Schmierige Trails und besser daheim bleiben? Nicht mit diesem Teil. - Egal in welcher Lage: Die Trust Shout vermittelt immense Sicherheit durch ein sehr berechenbares Fahrverhalten und schier nicht enden wollenden Grip.

Blicken wir aber dahin, wo die Trust Shout mit Abstand für den größten Eindruck sorgt: Grip. Egal wie schmierig die Trails im Winter, egal wie rutschig die staubigen Strecken im Sommer – keine andere Federgabel bot bisher solch immensen Grip und Sicherheit an der Front wie die Trust Shout. Selbst dann, wenn der Grip nur in kleinen Dosen zur Verfügung steht und der Reifen früh wegrutscht, lässt sich der Drift phänomenal kontrollieren. Besonders Fahrer, die gerne auch bei wirklich nassen oder rutschigen Verhältnissen unterwegs sind, werden diese Eigenschaft sehr zu schätzen wissen.

Sicherheitsgefühl
# Sicherheitsgefühl - systembedingt weniger Bremsnicken und immer hoch im Federweg – diese Gabel schenkt Sicherheit.
Innen fahren bei allen Bedingungen
# Innen fahren bei allen Bedingungen - Hat man sich eingewöhnt, bleibt man über der Front und profitiert von einem nie zuvor gespürtem Sicherheitgefühl. Insbesondere dann, wenn die Grip-Verhältnisse schwierig sind.
Drauf und drüber
# Drauf und drüber - Egal ob Matsch oder loser Staub im trockenen Sommer – Kontrolle über die Lage und Linie ist immer da.

Das ist uns aufgefallen

  • Running Change Im Testbetrieb eines anderen Bike-Magazins brach der Dämpfer-Schaft am rechten Gabelholm. Trust reagierte sofort und tauschte den Alu-Schaft gegen einen aus Stahl. Wir haben die überarbeitete Kartusche erhalten und montiert, bei uns sind an keiner der beiden Kartuschen Mängel aufgetreten. Das Ersatzteil erhöht das Gewicht um gute 30 g.
  • Ein- und Umgewöhnung Da sich die Trust Shout systembedingt anders verhält im Fahrbetrieb, braucht man eine längere Zeit, um damit umzugehen. Durch weniger Bremsnicken kann man zentraler auf dem Bike bleiben. Allerdings ist man dies von konventionellen Federgabeln nicht gewohnt. Man muss sich aktiv umgewöhnen und darf sein Gewicht nicht nach hinten bringen – auch nicht unbewusst. Verlagert man sein Gewicht dennoch, so fehlt der Shout der Gegendruck von oben und reicht Vibrationen und Schläge durch – das ist anstrengend.
  • Landen mit dem Hinterrad zuerst In manchen Fahrsituationen zieht man aktiv die Front nach oben und landet zuerst mit dem Hinterrad. Dabei schlägt das Vorderrad oft hart und vom Winkel ungünstig auf den Boden. Was Teleskop-Federgabeln mittlerweile gut wegstecken, mag die Trust nicht sonderlich gerne. Solche Aktionen reichen mehr Feedback an die Hände des Piloten durch, je nach Härte kann es zu einem Scheppern der Dämpfungs-Kartusche im Casting kommen.
  • Kurvenverhalten Man kann es gar nicht oft genug betonen: In Kurven verhält sich die Trust Shout phänomenal. Egal wie rutschig oder uneben der Untergrund ist. Sicher wird der Bodenkontakt gehalten, man kann sicher und berechenbar seine Linie ziehen.
  • Endprogression Wie auch an der Message waren an der Shout Volumenspacer notwendig, um die Endprogression anzuheben. Zum Glück ist der Einbau hier sehr viel einfacher gehalten als an der kurzhubigen Gabel – Spezialwerkzeug braucht es trotzdem. Ein geschickter Mechaniker schafft den Prozess in 15 bis 20 Minuten.
  • Trust gibt es noch zu kaufen? Aktuell hängt Trust aufgrund der Corona-Krise etwas in der Luft. Die Gabeln sind nicht lieferbar und auf Rückfrage bei Dave Weagle bekamen wir die Aussage, dass die Türen noch nicht komplett geschlossen sind. Ob und wie es weitergeht, ist aktuell unklar. Das Testmuster erreichte uns vor diesem Zustand und wir beschlossen aufgrund des spannenden Funktionsweise, den Test dennoch durchzuführen.
Der größte Lieferumfang, den wir je gesehen haben
# Der größte Lieferumfang, den wir je gesehen haben - Eine Dämpferpumpe, eine spezielle Spreizkralle für den Carbon-Schaft, Huckpucks und ein Drehmoment-Schlüssel sind bei jeder Trust Shout mit dabei.
Neben kleinen Helferlein für die Kabelführung an der Shout liefert Trust auch jede Menge Clips für die restliche Organisation am Rahmen.
# Neben kleinen Helferlein für die Kabelführung an der Shout liefert Trust auch jede Menge Clips für die restliche Organisation am Rahmen.
Druckstufendämpfung
# Druckstufendämpfung - Unter einer Gummiabdeckung befinden sich die Einsteller für die Druckstufen.
Speziell oder spezial?
# Speziell oder spezial? - Der Look polarisiert. In manchen Rahmen passt es optisch besser als in anderen.

Fazit – Trust Shout

Trust bedient mit der Shout nicht nur einen speziellen Look, sondern auch eine sehr bestimmte Zielgruppe: In unserem Testerfeld profitierten die Leute am meisten, die großen Wert auf Spurtreue am Boden und exakte Linienwahl legten – alles am liebsten unter widrigsten Bedingungen. Mit ihrem einzigartigen Ansatz von Kinematik und Dämpfungskartusche ohne IFP macht es die Shout aber nicht für alle Fahrer und Fahrerinnen einfach, einen schnellen Zugang zu dem besonderen Fahrverhalten zu finden. Wer bereit ist, sich die Zeit für die Abstimmung und vor allem für die Ein- oder besser Umgewöhnung zu nehmen, wird beeindruckt sein. Eine Trust Shout ist kein Komfortwunder – aber das ist ein ernsthaftes Sportfahrwerk eigentlich nie. Im Austausch für den größeren Kraftaufwand erhält man ein Kurvenverhalten und eine Traktion, die schlicht und einfach beeindruckend ist.

Pro
  • Phänomenales Kurvenverhalten
  • Verhalten unter starkem Bremsen
  • Traktion in jeder Lage
  • Bügelt auf gerader Linie alles weg
Contra
  • Etwas längere Eingewöhnungszeit notwendig
  • Abstimmung aufwändig
  • Performance geht zulasten des Komforts
  • Preis

Würdet ihr der langhubigen Trust Shout euer Vertrauen schenken?

Vertrauen wie selten zuvor
# Vertrauen wie selten zuvor - Sobald es so richtig schmierig wird, glänzt die Trust Shout über allem. Systembedingt steht sie hoch im Federweg, folgt dem Grund wie keine andere Federgabel und spendet in den unmöglichsten Bedingungen noch ein enormes Selbstvertrauen. Sie hat ihre Schwächen in anderen Bereichen, aber wer primär am Boden unterwegs ist und sich den größtmöglichen Grip und Berechenbarkeit wünscht, wird sehr begeistert sein.

Testablauf

Die Trust Shout wurde während dem Testzeitraum von verschiedenen Fahrern in unterschiedlichen Bikes gefahren. Für jeden Tester wurde ein individuell passender Setup eingestellt, externe Tester wurden durch die Haupttester betreut.

Hier haben wir die Trust Shout getestet

  • Hometrails: Vielseitige Trails mit verschiedenen Untergründen
  • Bikepark Oberammergau: Alles was eine Federgabel will: Wurzeln, Anlieger, Sprünge.
  • Reschenpass: Ruppige Highspeed-Trails
  • Vogesen: Schnelle und teils steile Trails
Tester-Profil: Kai Christian
„5863 kg82 cm„56184 cm
Fährt gerne Fahrrad! Am liebsten im Wald oder in den Bergen, egal, wie die Industrie den Einsatzzweck gerade nennt. Enduro, Hardtail, Pumptrack, Downhill … zum Einkaufen.
Gerne schnell technisch und ruppig aber auch flowig. Besondere Vorliebe für groooße Jumplines.
Fahrstil
Hinterherfahrer sagen Ihm einen verspielten, sprunglastigen und katzengleichen Fahrstil nach.
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails Alpin, Pumptrack, Downhill
Vorlieben beim Fahrwerk
Plush mit genügend Gegenhalt für Fahrerinput.
Vorlieben bei der Geometrie
Kettenstreben ab 440mm, Reach eher lang, Lenkwinkel Flach! (65° abwärts).
Tester-Profil: Andreas Knodel
„60108 kg86 cm„56184 cm
Andreas ist einer der Biker, der versucht so viel wie möglich aufs Bike zu kommen, aber es aus beruflichen Gründen oft nicht schafft. Fitness und Gewichtsklasse könnten dementsprechend besser sein. 12 weit abgestufte Gänge, eine angenehme Sitzposition und eine Geometrie sowie Suspension, die Sicherheit bietet, nimmt er gerne mit, um sich die Ausfahrten mit den trainierteren Kollegen zu erleichtern.
Fahrstil
Gerne schnell mit technischen Abschnitten im Gelände. Eher mehr Bodenkontakt als Vorliebe für Luftakrobatik.
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails und Bikepark.
Vorlieben beim Fahrwerk
Komfortabel
Vorlieben bei der Geometrie
Langer Reach für einen langen Oberkörper. Vorbau nicht zu kurz und Lenker nicht zu schmal.
Tester-Profil: Christoph Spath
49 cm70 kg94 cm60 cm190 cm
Chris fährt gerne alles, von Dirt Jump über Trail und Enduro bis Downhill, gerne schnell, in grobem Gelände und mit viel Luftstand
Fahrstil
flüssig
Ich fahre hauptsächlich
Downhill, Enduro
Vorlieben beim Fahrwerk
auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
Vorlieben bei der Geometrie
vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel
Tester-Profil: Yannick Noll
55 cm74 kg90 cm56 cm178 cm
Yannick kommt aus dem DH-Racing und fährt gerne steile Trails, aber lässt keine Gelegenheit aus, an einer Wurzel abzuziehen und an Kickern Airtime zu sammeln.
Fahrstil
Sehr gerne in der Luft
Ich fahre hauptsächlich
Hauptsächlich Enduro und etwas Dirt. Auf den richtigen Strecken auch mit dem Big Bike
Vorlieben beim Fahrwerk
Lieber straffer und an der Front etwas schneller
Vorlieben bei der Geometrie
Ein bisschen kürzer und verspielter
Tester-Profil: Joshua Roth
68 cm75 kg82 cm54 cm175 cm
Josh kommt aus dem DH-Race-Bereich und fährt am liebsten steile Techtrails, aber auch schöne technische Jump-Lines und Skinnys dürfen in seinem Leben nicht fehlen.
Fahrstil
sauber, Linien-orientiert und schnell
Ich fahre hauptsächlich
Von Enduro über große Sprünge bis hin zu Downhill alles
Vorlieben beim Fahrwerk
Etwas langsamer, Front etwas weicher als das Heck
Vorlieben bei der Geometrie
Das Gesamtkonzept muss passen. Primär bevorzuge ich kürzere und verspieltere Räder
Tester-Profil: Michael Heizenberg Auth
63 cm85 kg84 cm66 cm185 cm
Ich fahre grundsätzlich gerne auf zwei Rädern. In der Jugend bin ich im ADAC Motorrad-Trial gefahren. Mitte des Physik-Studiums habe ich bei einem Auslandsaufenthalt in Griechenland Enduro für mich entdeckt. Danach habe ich direkt mit Downhill-Rennen begonnen, denn dort lernt man, wie man schnell gute Linien fährt (zwei Jahre bei den Elite Men). Seitdem nehme ich immer wieder an Enduro- und Downhill Rennen teil. Gelegentlich fahre ich auch mal Motorrad und Motocross.
Fahrstil
Eher aggressiv und auf Geschwindigkeit bedacht als auf Style
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
Vorlieben beim Fahrwerk
Eher satt für mehr Bodenkontakt und Kontrolle
Vorlieben bei der Geometrie
Es muss stimmig sein. Wenn es kürzer ist und funktioniert, taugt mir das genauso, als wenn es länger ist und funktioniert.
Tester-Profil: Jens Staudt
60 cm95 kg91 cm61 cm190 cm
Jens fährt von Bahnrad bis Downhill alles, was zwei Räder und eine Kette hat. Bikes fürs Gelände am liebsten in herausforderndem, technischen und steilem Gelände, egal mit welchem Federweg.
Fahrstil
Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
Ich fahre hauptsächlich
Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
Vorlieben beim Fahrwerk
Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, moderat progressive Kennlinie
Vorlieben bei der Geometrie
Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher


  1. benutzerbild

    magura_newton

    dabei seit 06/2007

    Viel mehr Sorgen macht mir die "Seal Cap" von Seite 22 im Dämpfer Service Manual. Da Wird immer eine neue Kappe genommen. Warhscheinlich weil man die nicht unbegrenzt mit Nadeln zum befüllen durchstechen kann. Muss man dann mal gucken ob man das Gummi in dem Seal Cap einzeln tauschen kann etc. Irgendwas wird man sich schon zurechtbasteln wenn es soweit ist. 3D Drucker, CNC etc. alles zur Hand falls es notwendig wird. Aber der ganze Aufwand smilie 😓
    Ich gebs ja zu, ich lass ab und zu auch gerne mal den Service machen einfach nur weil ich auch mal keine Lust auf Basteln hab.
    Da hast du recht. evtl musst du da auf einen Adapter warten. Sowohl beim Marzocchi als auch Fox habe ich dort ein Autoventil als "Charge Port" nachgerüstet. Man kann dort schon paar mal reinstechen, aber wie du selbst sagst, nur begrenzt. Jedoch ist das ein einfacher, mittelharter Gummipuffer und mit Glück findet man da schnell was, denn so unüblich sind die Dinger nicht.
    @yoobee Bleibt halt auch immer eine relative Frage ab wenn es übertrieben ist. Ich lache auch über Leute die ihr Auto nur per Handwäsche sauber halten und finde das übertrieben, gehe selber aber hin und habe für jede Wetterlage bis zu 4 verschiedene Kettenschmiermittel. Man möchte sich halt was gönnen. Frei nach dem Motto: "Jedem sein Fetisch". Die Akzeptanz dafür ist heutzutage halt ein Wenig zurückgegangen. Oder ich bilde es mir nur ein, mag sein.
    Ich bilde mir ein, dass das was mit dem Deutschen Bewusstsein/Verhältnis zu Autos zu tun hat. Geh mal in den Mittelmeerraum. Dort werden Autos überwiegend als "Nutzfahrzeuge" angesehen und repariert, wenn's nötig ist. In DE ist das ein Statussymbol und ein Hobby, dass man kleinen Jungs am besten von Tag 0 mit allen Mitteln indoktriniert. Für Verschwörungstheoretiker: Ich glaube die Auto-Lobby steckt dahinter... o_O Aber ich schweife ab ...
  2. benutzerbild

    yoobee

    dabei seit 08/2009

    Noch mal zum Thema Service und Drehmoment. Ich hab eben mal aus der 2. Shout (für die auch Ersatz unterwegs sein soll) die Dämpferseite ausgebaut, um vielleicht zu sehen, was passiert war. Die lag nämlich komplett im Öl in ihrer Tüte, als sie bei mir ankam smilieops: Es hat doch tatsächlich diese rote Kappe am Dämpfer abgerissen!!! Siehe Foto. Keine Ahnung, ob das einfach so passiert ist, oder jemand zu fest angezogen hatte. Rechts die intakte Version. Leider hab ich die Kappe nicht gefunden, ist wohl herausgefallen, die hab ich unbesehen direkt mit der Tüte entsorgt...
  3. benutzerbild

    magura_newton

    dabei seit 06/2007

    Eh... ich kann mir beim besten willen nicht Vorstellen, dass die im Eingebauten Zustand wirklich einfach heraus fällt. Wie wird die überhaupt gehalten? Ich dachte immer, dass die eingeschraubt wird, da darunter ja ein Diaphragma zu finden sein sollte. Ich denk mal eher, dass da jemand komplett neben der Spur war beim Einbau smilie
  4. benutzerbild

    yoobee

    dabei seit 08/2009

    Ja, geschraubt, Du siehst doch noch den Ring innen, das ist das abgerissene Gewinde der Kappe!

    Hier noch die abgerissene Hohl-Schraube der Gabelkralle bei meinem Kumpel. Hatte der Lieferant der Aluteile Qualitäts-Probleme??
  5. benutzerbild

    magura_newton

    dabei seit 06/2007

    Ja, geschraubt, Du siehst doch noch den Ring innen, das ist das abgerissene Gewinde der Kappe!

    Hier noch die abgerissene Hohl-Schraube der Gabelkralle bei meinem Kumpel. Hatte der Lieferant der Aluteile Qualitäts-Probleme??
    Bei der dünnen Wandstärke wundert mich das aber nicht. Kerbwirkung, geringe Wandstärke und dann noch Alu?? smilieDa muss man penibel aufs Anzugsmoment achten.

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