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In den letzten Jahren hatte ich eigentlich immer mehr Spaß am Herumhüpfen und Trialen gefunden
In den letzten Jahren hatte ich eigentlich immer mehr Spaß am Herumhüpfen und Trialen gefunden - Rennen, geschweige denn seriöse Trainingseinheiten, standen keine mehr auf dem Programm.
Meine Form ist immerhin bergab ganz gut
Meine Form ist immerhin bergab ganz gut - zumindest sehe ich schnell aus, was bekanntermaßen ja das wichtigste ist © Lukas Thaller
Besonders mit Felix, der mir hier folgt, war ich regelmäßig unterwegs
Besonders mit Felix, der mir hier folgt, war ich regelmäßig unterwegs - (c) Lukas Thaller
Das ist Heiko
Das ist Heiko - Heiko ist sehr fit und mein Mann für's Epic Enduro! © Michael Bührer
Dank Radon ist Heiko jetzt mit einem top aktuellen Rad unterwegs
Dank Radon ist Heiko jetzt mit einem top aktuellen Rad unterwegs - © Michael Bührer
Die Freiburger Hausstrecken bieten sich auf jeden Fall als geeignetes Trainingsgebiet für Endurorennfahrer an
Die Freiburger Hausstrecken bieten sich auf jeden Fall als geeignetes Trainingsgebiet für Endurorennfahrer an - © Michael Bührer
Trotz Vollzeitjob als Elektroniker kann man Heiko durchaus als wohl trainiert bezeichnen
Trotz Vollzeitjob als Elektroniker kann man Heiko durchaus als wohl trainiert bezeichnen
Heiko beim Rucksacklauf
Heiko beim Rucksacklauf - Er fährt hier einfach mal in die Top 10 – er ist auf jeden Fall fit!

Unser Autor Jakob wird am 21.04.2019 beim Radon Epic Enduro mitfahren. Dass das sogar einen Vorbericht wert ist, liegt an diesem doch etwas besonderem Rennen. Denn dieses, so viel sei vorneweg schon verraten, trägt seinen Namen nicht umsonst. Viel Spaß beim Bericht unseres jetzt schon leicht nervösen Schreiberlings! 

„Wir brauchen jemanden, der einen lustigen Rennbericht über das Radon Epic Enduro schreibt”

So lautete die Anfrage von Hannes Ende Januar 2019. Für alle, die ihn nicht kennen: Hannes ist der nette Herr, der in seiner Funktion als Redaktionschef dafür sorgt, dass ihr hier genügend Sachen zum Lesen bekommt. Hm, denke ich, ich bin zwar 2017 mein letztes Endurorennen gefahren, aber eigentlich wäre es ja mal wieder ganz nett. Ob ich lustig bin, sei mal dahingestellt. Aber gut, ich mach’s. Liegt eh in den Osterferien, und es gibt ja schlimmeres, als in Südfrankreich Rad zufahren. Denke ich.

In den letzten Jahren hatte ich eigentlich immer mehr Spaß am Herumhüpfen und Trialen gefunden
# In den letzten Jahren hatte ich eigentlich immer mehr Spaß am Herumhüpfen und Trialen gefunden - Rennen, geschweige denn seriöse Trainingseinheiten, standen keine mehr auf dem Programm.
Diashow: Vorbericht zum Radon Epic Enduro 2019 - Über dumme Ideen und nicht zielführende Fähigkeiten
Heiko beim Rucksacklauf
Die Freiburger Hausstrecken bieten sich auf jeden Fall als geeignetes Trainingsgebiet für Endurorennfahrer an
Dank Radon ist Heiko jetzt mit einem top aktuellen Rad unterwegs
Meine Form ist immerhin bergab ganz gut
Trotz Vollzeitjob als Elektroniker kann man Heiko durchaus als wohl trainiert bezeichnen
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Nach etwas Recherche wird mir recht schnell klar, wie sehr ich irre. Und dass das Epic Enduro seinen Namen anscheinend zu Recht trägt. Besonders episches Ausmaß nimmt nämlich die schiere Anzahl an Höhenmetern an. Nämlich über 4.900, verteilt auf 10 gezeitete Stages bergab. Zuerst freut man sich noch. Lässig, da bekommt man ja auch richtig viel gewertete Zeit bergab, denkt man sich. So viel bergab im Renntempo zu fahren ist zwar anstrengend, aber man kann sich im Shuttle ja erholen. Und dann, langsam, schleicht die Erkenntnis an einen heran und lässt einen immer verzweifelter die französische Internetseite nach irgendwelchen Informationen über einen Shuttle durchwühlen. Doch da findet sich rien, nichts, nada. Dafür bohrt sich folgender Satz in die Augen:

„le tout en une journée et tout à vélo!”

Bedeutet soviel wie: Alles an einem Tag und alles mit/auf dem Rad. Start um vier Uhr morgens mit Lampe, dann den ganzen Tag strampeln. Verdammt. Leicht schwitzend überlege ich, wie viele Wochen ich normalerweise brauche, um eine solche Höhendistanz zu überwinden. Geschweige denn, wann ich das letzte Mal mehr als 1.000 Höhenmeter an einem Tag gefahren bin. Zudem startete meine Saison 2019 alles andere als optimal. Im November und weit in den Dezember hinein hat mich eine Nasennebenhöhlenentzündung ziemlich ausgeknockt. Über Weihnachten war ich erkältet. Und dann war das Wetter nicht so richtig schön. Zudem habe ich quasi die letzten 12 Monate auf dem Rad nur mit Spielereien verbracht – inwieweit die Fähigkeit, zu zweit einen Wheelie fahren zu können, allerdings hilfreich für ein langes Rennen ist, weiß ich noch nicht genau. Immerhin stand ich relativ viel im Wald beim Streckenbauen und hab dadurch einigermaßen stabile Arme bekommen. Alles, was Intervalltraining angeht, schaut allerdings sehr mau aus.

Aber mir bleiben ja noch gut acht Wochen. Als alter Optimist beschließe ich, dass das ein ausreichend großes Zeitfenster sein sollte und gehe direkt eine Runde joggen – das erste Mal seit gut vier Jahren. 15 Minuten später muss ich mit Krämpfen anhalten und beschließe beim nach-Hause-Humpeln, dass ich mir noch irgendwas einfallen lassen muss. EPO und sonstige Dopingmittel verwerfe ich direkt wieder. Viel zu teuer. Ich könnte einen auf Claas Relotius machen und einfach alles erfinden. Das wäre das einfachste … Aber nein, auch das bringe ich nicht übers Herz. Hätten mir meine Eltern nur nicht so viel Anstand mitgegeben!

Mir wird allerdings klar, dass ich jemanden brauche, der mich begleitet. Zum Glück habe ich auch die passenden Freunde dazu. Auf der einen Seite Felix Döring aka Demolition Döring. Wenn er nicht irgendwo in den Ausläufern des Massif Centrals sein Rad zerstört, dann reißt der die 5.000 Höhenmeter auf einer A****backe ab. Und zum anderen Heiko Gutmann, mein Geheimjoker. Ex-CC-Profi und aktuell einer der fittesten Freiburger, die auch noch richtig gut bergab fahren können. Die beiden Jungs brauchen überraschenderweise keinerlei Überzeugungsarbeit und sagen direkt zu – keine Ahnung, was in deren Köpfen vorgeht. Mein Plan ist also: ich fahre so lange mit, wie ich irgendwie kann. Im Idealfall natürlich die ganze Strecke, so viel sportlichen Ehrgeiz habe ich dann schon noch im Leib. Sollte ich aus irgendwelchen Gründen aber ausscheiden müssen, kann ich ganz entspannt beschreiben, wie die anderen beiden leiden. Meiner journalistischen Verantwortung wäre somit ja Genüge getan. Nicht, dass MTB-News noch wegen Fake News angeklagt wird.

Das ist Heiko
# Das ist Heiko - Heiko ist sehr fit und mein Mann für's Epic Enduro! © Michael Bührer
Dank Radon ist Heiko jetzt mit einem top aktuellen Rad unterwegs
# Dank Radon ist Heiko jetzt mit einem top aktuellen Rad unterwegs - © Michael Bührer
Die Freiburger Hausstrecken bieten sich auf jeden Fall als geeignetes Trainingsgebiet für Endurorennfahrer an
# Die Freiburger Hausstrecken bieten sich auf jeden Fall als geeignetes Trainingsgebiet für Endurorennfahrer an - © Michael Bührer
Trotz Vollzeitjob als Elektroniker kann man Heiko durchaus als wohl trainiert bezeichnen
# Trotz Vollzeitjob als Elektroniker kann man Heiko durchaus als wohl trainiert bezeichnen

Ein gelungener Schachzug, der etwas Druck nimmt. Dennoch ist so ein Event im Hinterkopf eine enorme Motivationshilfe. Anstatt nur Wheelies zu üben und ab und zu mal in das Fitnessstudio zu rennen, fahre ich tatsächlich für meine Verhältnisse trotz Winter viel Rad. Wer mich kennt weiß, dass ich eigentlich ein ziemlich fauler Sack bin, was strukturiertes Training angeht. Eine Struktur findet sich zwar auch weiterhin nicht in meinem Training, geschweige denn ein Wattmessgerät oder Pulsmesser oder sonstiger Schnickschnack – aber ich fahre einfach, sobald ich Zeit habe. Blöd nur, dass ich direkt Anfang Februar beim Trialen von einer Palette falle und mir das Kahnbein verletze. Tja, drei Wochen kein Radfahren möglich. Auch Langlaufen und Fitnessstudio unmöglich. Na toll. Genervt hole ich wieder meine Joggingschuhe hervor.

Währenddessen hat Heiko schon hunderte Kilometer auf seinen Skating-Ski abgespult – er trainiert für den legendären Rucksacklauf 100. Übrigens trotz 100 %-Job, das sei mal noch erwähnt. Wie der Name verrät, fährt man beim Rucksacklauf 100 Kilometer auf Langlauf-Ski mit Gepäck quer durch den Schwarzwald. Heiko wird dabei einfach neunter. Eine quasi perfekte Vorbereitung für ein Kindergartenrennen wie das Radon Epic Enduro. Und ein untrügliches Zeichen, dass er wieder mal recht fit ist. Ich schaffe es mittlerweile immerhin, 30 Minuten am Stück zu joggen. Am schlimmsten erwischt es allerdings Felix: Bei einem eigentlich harmlosen Sturz schneidet ihm Ende März ein Stein gekonnt seinen Unterarm auf. 20 Stiche und drei Wochen Zwangspause. Ich bin kein Trainingswissenschaftler, aber das finde sogar ich eine suboptimale Vorbereitung.

Heiko beim Rucksacklauf
# Heiko beim Rucksacklauf - Er fährt hier einfach mal in die Top 10 – er ist auf jeden Fall fit!
Unterschiedlicher können Rennvorbereitungen nicht sein
# Unterschiedlicher können Rennvorbereitungen nicht sein - Felix hat in Folge eines eigentlich harmlosen Sturzes einen dicken Cut am Unterarm und darf erst mal Pausieren. Immerhin ist er gut gelaunt.
Heiko dagegen ist besonders auf den Skatingskien fleißig
# Heiko dagegen ist besonders auf den Skatingskien fleißig

Die Zeit vergeht, meine Hand heilt, und nach und nach spüre ich, dass etwas Form kommt. Mit Heiko und Felix (bis zu seinem Sturz) fahre ich im feuchten März zumindest mehrere Male über 2.000 Höhenmeter. Stolz wie Oskar trinke ich danach einen Recovery Shake und fühle mich ziemlich profihaft. Kurz überlege ich, mir die Beine zu rasieren. Nein Spaß, so weit kommt es dann doch nicht. Aber ich bin begeistert, wie sehr das schlechte Gewissen einen motiviert. Vielleicht melde ich mich ab sofort jedes Jahr beim Radon Epic Enduro an, um meinem inneren Schweinehund mal ordentlich eins auszuwischen …

Meine Form ist immerhin bergab ganz gut
# Meine Form ist immerhin bergab ganz gut - zumindest sehe ich schnell aus, was bekanntermaßen ja das wichtigste ist © Lukas Thaller
Je wärmer es wird, desto besser für mich
# Je wärmer es wird, desto besser für mich - wehe, es regnet beim Epic Enduro!

Nun gut, mittlerweile befinden wir uns in der Woche vor dem Rennen. Ein Magen-Darm-Infekt hat mich noch einmal zu einer Zwangspause verdonnert – danke an die Kinder in meiner Schulklasse hierfür! Ansonsten war ich tatsächlich für meine Verhältnisse recht fleißig. Ich kann jetzt sogar Muscle-Ups und auf der Bankpresse wieder mein Körpergewicht drücken. Auch kann ich einhändig Wheelie fahren und dabei “Oh Susanna” auf meiner Mundharmonika spielen. Bei genauerer Betrachtung fällt mir auf, dass ich eigentlich ein paar coole Dinge beherrsche, diese mir allerdings, so fürchte ich, nicht besonders viel bei elendslangen Uphills bringen. Zumindest Heiko ist fit wie ein Turnschuh und dank Radon mit einem nagelneuen Rad ausgestattet. Auch Felix wird aufgrund seiner guten Wundheilung starten können – auch wenn sein ehemals verletzter Arm nur noch halb so dick ist wie sonst.

Wie wir drei uns schlagen werden, erfahrt ihr also nächste Woche hier auf MTB-News. Instagram-Usern lege ich den Account von MTB-News ans Herz, denn wir übernehmen am 21.04. ebendiesen. In diesem Sinne: drückt uns die Daumen!


Wie würdet ihr für ein Rennen wie das Radon Epic Enduro trainieren? Und: wer würde überhaupt mitfahren?

  1. benutzerbild

    roudy_da_tree

    dabei seit 02/2003

    Platz 7!
    Alta!

    Für dein Geheimnis würde viele eine Niere geben.

    Verneigung, geiler Scheiss.
  2. benutzerbild

    525Rainer

    dabei seit 09/2004

    Gratulation dir und auch deinen Sponsoren. Richtig geil!
  3. Anzeige

  4. benutzerbild

    Tyrolens

    dabei seit 03/2003

    roudy_da_tree schrieb:
    Platz 7!
    Alta!

    Für dein Geheimnis würde viele eine Niere geben.

    Verneigung, geiler Scheiss.



    Ryhno Power.

    Für mich eine unvollstellbare Leistung, obwohl ich recht viel Zeit am Bike und auch bergauf verbringe.
  5. benutzerbild

    JoDeCologne

    dabei seit 09/2016

    Wahnsinn! Platz 7 und 9 und 11
    ..ihr kleinen Streber :i2:
  6. benutzerbild

    Tyrolens

    dabei seit 03/2003

    Haben wahrscheinlich mörderisch tief gestapelt.
    Oder liegen jetzt auf der Reha Station.
    Wurden eigentlich Doping Kontrollen durch geführt oder hat der mit am meisten Ryno Power gewonnen?
    Zur Halbzeit noch einmal einen kolumbianischen Booster.


    Für mich sind solche Leistungen unvorstellbar. Wie trainiert man sowas? Wie schafft man sowas ohne intensivem Training?

    Der Gewinner ist auch kein unbeschriebenes Blatt.

    http://mtbcrosscountry.com/riders/alexis-chenevier/

    http://www.endurotribe.com/2018/05/video-gaoubi-episode-2-la-transv-dalexis-chenevier-et-theo-meuzard/

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