Nach längerem Hin und Her hat sich der Gemeinderat von Albstadt in der gestrigen Sitzung vom 25.06.2020 mehrheitlich für die Austragung der Weltcup-Rennen 2021 und 2022 auf der schwäbischen Alb ausgesprochen. Wenn die Gremien des Radsportweltverbands UCI Albstadt den Zuschlag für die beiden kommenden Jahren vergeben sollten, werden im Albstädter Bullentäle in den nächsten beiden Jahren Weltcup-Rennen stattfinden.

Die Diskussionen über die Fortführung weiterer Weltcup-Veranstaltungen in Albstadt haben ein Ende: Nachdem zu Beginn der Corona-Pandemie von einem Verbund verschiedener Fraktionen des Albstädter Gemeinderats das sofortige Ende aller Ambitionen bezüglich weiterer Austragungen von Weltcuprennen gefordert wurde, hatte sich das Meinungsbild des Gemeinderates bis zur letzten Sitzung am 25.05.2020 erheblich geändert: Damals sprach sich bereits ein Großteil des Gremiums für die Fortführung weiterer Weltcup-Events aus, einige Fraktionen forderten jedoch im Hinblick auf die nicht absehbaren finanziellen Folgen der Corona-Pandemie noch etwas Bedenkzeit. Ausgerechnet an dem Tag, an dem unter normalen Umständen die ersten Wettkämpfe der abgesagten Weltmeisterschaft hätten stattfinden sollen, hat der Albstädter Gemeinderat nun in der zweiten Diskussionsrunde über die Weltcup-Veranstaltungen einen endgültiger Beschluss gefasst: Die bereits abgegebenen Bewerbungen für Weltcup-Events in den Jahren 2021 und 2022 sollen aufrechterhalten werden.

Damit werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch in den kommenden Jahren die weltbesten Cross-Country-Fahrer des Planeten in Albstadt gastieren. Die Wahrscheinlichkeit einer Zustimmung der UCI dürfte dabei aufgrund der abgesagten Weltmeisterschaft in diesem Jahr und der hohen Relevanz des Standorts Deutschland vermutlich recht hoch sein, sodass davon auszugehen ist, dass auch in den kommenden beiden Jahren Weltcup-Rennen im Albstädter Bullentäle stattfinden werden.

Am vergangenen Donnerstag hätten in Albstadt bei der Weltmeisterschaft die ersten Medaillen vergeben werden sollen
# Am vergangenen Donnerstag hätten in Albstadt bei der Weltmeisterschaft die ersten Medaillen vergeben werden sollen - Die Corona-Pandemie machte den Organisatoren rund um die Stadt Albstadt einen Strich durch die Rechnung. Nun hat sich der lokale Gemeinderat nach längerer Diskussion endgültig für die Fortführung weiterer Weltcupveranstaltungen ausgesprochen.

Fast alle Fraktionen stimmen für Weltcup

Laut einem Bericht des Schwarzwälder Boten konnten insbesondere die Unterstützungen der Kommunen durch die Bundes- und Landesregierung im Zuge der Corona-Krise die finanziellen Bedenken einiger Fraktionen ausräumen. So könnte, laut dem Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler unter Berufung auf den Stadtkämmerer der Gemeinde, davon ausgegangen werden, dass die Ausfälle der Gewerbesteuereinnahmen im Zuge der Corona-Pandemie durch die Unterstützung des Bundes und des Landes Baden-Württemberg weitestgehend ausgeglichen werden.

Fraktionsübergreifend sprachen sich laut Schwarzwälder Bote schließlich fast alle Redner insbesondere im Hinblick auf die touristische Bedeutung und die möglichen Auswirkungen auf Hotellerie, Gastronomie und die lokalen Vereine für eine Fortführung der Weltcup-Veranstaltungen aus. Einzig die FDP-Fraktion stimmte letztlich gegen den Vorschlag und begründete dies laut Schwarzwälder Bote mit der Forderung, detailliertere Abrechnungen der Weltcup-Veranstaltungen der vergangenen Jahre zu ermitteln und das touristische MTB-Konzept unter der Eigenmarke „Bikezone“ besser mit den Weltcup-Veranstaltungen zu verzahnen.

Event-Organisator Salscheider freut sich über „Rückenwind“

Stephan Salscheider, CEO der Event-Agentur Skyder Sportpromotion, welche von der Stadt Albstadt für die Organisation der Weltcupveranstaltung beauftragt ist, äußerte sich sehr positiv über den Beschluss des Gemeinderats. Der Mit-Initiator der seit 2005 ausgetragenen Mountainbike-Wettkämpfe im Albstädter Bullentäle war bei der Sitzung vor Ort.

Ich freue mich sehr über die Unterstützung des Gemeinderats. Ich erlebte bei der Sitzung eine sehr positive Stimmung mit vielen konstruktiven Redebeiträgen. Die überaus geschlossene Entscheidung zugunsten weiterer Weltcupveranstaltung bedeutet für alle beteiligten Organisatoren der Stadt Albstadt und für unsere Agentur enormen Rückenwind, darüber hinaus sehe ich die Entscheidung auch als ein enorm starkes Statement für die verschiedenen unterstützenden Vereine vor Ort.

Für den MTB-Sport in der Region wäre der Zuschlag für die kommenden Events durch die UCI eine runde Sache: Der Tourismus im Zuge der städtischen Initiative „Bikezone Albstadt“ könnte davon sicherlich noch mehr profitieren als bisher.

Stephan Salscheider, CEO Skyder Sportpromotion

Freut ihr euch auf weitere Weltcup-Events in Albstadt?

  1. benutzerbild

    _coco_

    dabei seit 01/2008

    Dann haben se jetzt genug Zeit n gescheiten Kurs auf die Beine zu stellen, is doch ne feine Sache.
  2. benutzerbild

    ufp

    dabei seit 12/2003

    Freut mich vor allem für die lokalen Biker in Baden-Württemberg.
    Wo sonst noch könnten sie außerhalb, bzw in diesem Fall, innerhalb der 2 Meter Regel noch fahren .
    Baden-Württemberg das West Korea Österreichs .
  3. benutzerbild

    aufgehts

    dabei seit 01/2008

    Die 2 Meter nimmt hier keiner ernst.... 🙄
  4. benutzerbild

    Sansibar73

    dabei seit 12/2007

    Heureka, eine Kehrwoche - äh, Kehrtwende. Das klingt anständig! Dann soll der Radfahrclub noch sein „Go“ geben und man kann mal wieder XC-Racing vor der Haustüre schauen.
  5. benutzerbild

    boxy

    dabei seit 04/2004

    Gute Entscheidung

    Wer einmal am Albstadt Marathon teilgenommen hat, weis was die Leute wollen und wie diese hinter dem Sport stehen. Solch eine Stimmung und Support neben der Strecke
    Darum ist diese Entscheidung Pro Worldcup sehr vernünftig.

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