Die Regenbogentrikots in der Cross-Country-Disziplin im Jahr 2021 sind vergeben. Nachdem am vergangenen Donnerstag bereits die Weltmeistertitel in der Juniorenklasse und dem neu eingeführten Short Track-Wettbewerb vergeben wurden, jagten nun die Fahrerinnen und Fahrer der U23-Kategorie und der beiden Eliteklassen auf den steilen und technisch anspruchsvollen Rundkurs im italienischen Trentino. Der Artikel wird laufend aktualisiert.

Herren: Triumphales Comeback von Schurter, Brandl überrascht auf Fünf

Allzeitdominator Nino Schurter meldete sich nach einem Jahr ohne bisherigen Sieg in einem Cross-Country-Rennen eindrucksvoll zurück und sicherte sich seinen insgesamt neunten Weltmeistertitel in der Cross-Country-Disziplin. In einem packenden Sprint-Duell mit seinem Landsmann Mathias Flückiger hatte Schurter die besten Beine und das bessere taktische Gespür und siegte letztlich mit acht Sekunden Vorsprung. Dahinter landete der Franzose Victor Koretzky auf dem Bronzerang, dicht gefolgt vom Rumänen Vlad Dascalu auf Rang vier und dem überraschend starken Max Brandl auf Rang fünf.

The GOAT is back! 2019 jubelte Nino Schurter bei Weltmeisterschaften zuletzt, nun feierte er seinen bereits neunten WM-Titel
# The GOAT is back! 2019 jubelte Nino Schurter bei Weltmeisterschaften zuletzt, nun feierte er seinen bereits neunten WM-Titel - In dieser Saison lief für den Dominator der vergangenen Jahre nicht allzu viel zusammen, umso mehr dürfte er sich über den Triumph in Val di Sole freuen

Das mit großer Spannung erwartete Rennen der Herren in Abwesenheit der beiden Straßen- und Cyclocross-Talente Tom Pidcock und Mathieu van der Poel wurde zu einer Machtdemonstration der Schweizer Stärke im MTB-Sport. Nachdem sich zu Beginn des Rennens der Herren eine rund zehnköpfige Spitzengruppe absetzen konnte, war es der Dominator der vergangenen Jahre, Nino Schurter, der in Runde zwei das Tempo erhöhte. Einzig Mathias Flückiger konnte mit großer Mühe folgen, woraufhin sich im weiteren Verlauf des Rennens ein dramatisches Duell an der Spitze entwickelte. Insbesondere Flückiger versuchte mehrfach seinen Begleiter Schurter abzuschütteln, doch der ließ nicht locker und bewies Nervenstärke auf den letzten Metern. In der letzten Abfahrt gelang es Schurter vor den letzten flachen Metern vor dem Ziel die Führung zu übernehmen und eine entscheidende Attacke zu setzen. Flückiger hatte nichts mehr entgegensetzen, sodass Schurter unter dem Jubel der Zuschauer zu seinem bereits neunten Weltmeistertitel fuhr. Enttäuscht musste Mathias Flückiger mit der Silbermedaille Vorlieb nehmen, zumal der Schweizer bereits bei den olympischen Spielen in Tokio denkbar knapp an der Goldmedaille vorbeigeschrammt war.

Parallel zum Duell um die Goldmedaille lieferten sich im Verfolgerfeld mehrere Fahrer packende Positionskämpfe um die verbliebene Bronzemedaille und die weiteren Plätze in den Top Ten. Überraschend mit von der Partie war auch Max Brandl, der bereits im Short Track am vergangenen Donnerstag mit dem Gewinn der Bronzemedaille für eine kleine Sensation sorgte. Nach einem schlechten Start und einem zusätzlichen Sturz kämpfte sich Brandl schnell an die Verfolger des Spitzenduos heran und setzte sich gemeinsam mit dem Rumänen Vlad Dascalu auf den Positionen fünf und sechs fest.

Max Brandl mischt die Weltspitze auf
# Max Brandl mischt die Weltspitze auf - Nach dem Gewinn der Bronzemedaille im Short Track am vergangenen Donnerstag ließ der junge Deutsche eine erneut herausragende Leistung folgen und landete auf dem fünften WM-Rang

Zwischen Brandl/Dascalu und Nino Schurter/Mathias Flückiger an der Spitze lagen lediglich der Franzose Victor Koretzky und der Tscheche Ondrej Cink. Während Cink wie bereits bei den olympischen Spielen in Tokio durch einen Defekt aus dem Kampf um die Medaillen geworfen wurde, konnte sich Koretzky auf dem dritten Rang festsetzen und sich dem herannahenden deutsch-rumänischen Duo hinter ihm erwehren. Koretzky verteidigte letztlich souverän den dritten Rang, im Kampf um den vierten Rang bewies schließlich Vlad Dascalu das bessere Stehvermögen als Max Brandl. Brandl verlor in der letzten Runde den Anschluss an Dascalu, belegte nichtsdestotrotz einen hervorragenden fünften Rang.

Auch die weiteren deutschen Starter in der Eliteklasse wussten zu überzeugen: In verletzungsbedingter Abwesenheit des amtierenden deutschen Meisters, Manuel Fumic, landeten Luca Schwarzbauer auf dem 21. Rang, Georg Egger auf Position 30 und Niklas Schehl auf Rang 33.

Damen: Richards fährt sensationell zu Gold

Überraschung im Damenrennen: Die Britin Evie Richards sicherte sich nach einem eindrucksvollen Rennen in Val di Sole den WM-Titel bei den Damen. Silber ging an die Niederländerin Anne Terpstra, Bronze an die Schweizerin Sina Frei, die in einem packenden Zielsprint ihre Landsfrau Jolanda Neff auf Rang vier verweisen konnte.

Die Sensation der Weltmeisterschaft
# Die Sensation der Weltmeisterschaft - Die Britin Evie Richards düpierte alle Kontrahentinnen der Damenkonkurrenz und fuhr völlig unerwartet zur Goldmedaille

Wohl kaum einer hätte damit gerechnet, dass die Britin Evie Richards im Damenrennen eine so souveräne Vorstellung abliefern würde und mit einer derartigen Dominanz das Regenbogentrikot an sich reißen würde. In den bisherigen Cross-Country-Rennen der Weltcupserie nie über einen siebten Rang hinausgekommen, galt Richards im Vorfeld der Weltmeisterschaften nicht unbedingt als Medaillenkandidatin, vielmehr noch weniger als Anwärterin auf den WM-Titel. Doch bereits nach der Startrunde war die Britin an der Spitze vertreten und fuhr eine erste Lücke, welche die Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot zu Beginn des herausfahren konnte zu. Während Ferrand-Prévot im weiteren Veraluf des Rennens nicht die allerbesten Beine erwischte und letztlich bis auf den sechsten Rang zurückfiel, zog Richards an der Spitze des Feldes auf und davon. Konstant baute sie infolge dessen ihren Vorsprung an der Spitze des Feldes aus und fuhr am Ende mit 1:03 Minuten Vorsprung vor der Zweitplatzierten Anne Terpstra über den Zielstrich.

Die Niederländerin Terpstra erwies sich als stärkste Fahrerin der Verfolgerinnen und schob sich in der dritten von fünf zu fahrenden Runden auf den Silberrang vor. Dieser geriet bis ins Ziel auch nicht wirklich mehr in Gefahr, obwohl sich dahinter ein dramatisches Duell um die Bronzemedaille anbahnte. Vier Fahrerinnen, darunter die beiden Olympiamedaillengewinnerinnen aus der Schweiz, Jolanda Neff und Sina Frei, Pauline Ferrand-Prévot und die Polin Maja Wloszczowska fuhren gemeinsam in die letzte Runde. Dort erwiesen sich die beiden Eidgenossinnen als die stärksten Fahrerinnen, blieben jedoch gemeinsam bis auf die letzten Meter zusammen. So kam es schließlich zu einem packenden Zielsprint zwischen Frei und Neff mit dem besseren Ende für Frei, die sich damit nach ihrem Erfolg im Short Track die zweite WM-Medaille in Val di Sole sicherte.

Hinter Jolanda Neff auf Rang vier landete Maja Wloszczowska in ihrem letzten WM-Rennen ihrer Karriere auf dem fünften Rang. Die Polin, die bei den letzten Weltmeisterschaften in Val di Sole im Jahr 2008 Fünfte war, beendet nach dieser Saison ihre Karriere und fuhr ein überraschend starkes Rennen.

Aus deutscher Sicht konnte Nina Benz mit einem starken Rennen bei ihrem ersten WM-Rennen in der Eliteklasse glänzen. Aus den hinteren Startreihen ins Rennen gegangen arbeitete sich die junge Deutsche schnell in die Top 15 und legte anschließend Rundenzeiten auf den Parcous, die mit den Top 5 des Rennens mithalten konnten. Nadine Rieder belegte nach ihrem zweiten Einsatz nach einer Sprunggelenksverletzung den sehr respektablen 17. Rang, Elisabeth Brandau wurde 57.

U23-Herren: Vidaurre fährt zu historischem Chile-Gold

Martin Vidaurre, Fahrer des deutschen Teams Lexware Mountainbike, ist der neue Weltmeister in der U23-Klasse der Herren. Mit einer beeindruckenden Solo-Fahrt bescherte er sich und seinem Heimatland den ersten WM-Titel in der Geschichte des Mountainbikesports. Dabei verwies er den Italiener Juri Zanotti und den Schweizer Joel Roth auf die Plätze zwei und drei, David List belegte als bester deutscher Fahrer den achten Rang.

Martin Vidaurre wechselt sein chilenisches Meistertrikot mit dem Regenbogentrikot
# Martin Vidaurre wechselt sein chilenisches Meistertrikot mit dem Regenbogentrikot - Vidaurre, der auch Wurzeln in Deutschland besitzt, ließ in der U23-Klasse der Herren der Konkurrenz keine Chance und bescherte dem deutschen Lexware Team nach dem Gewinn des Juniorenweltmeistertitels durch Lennart Krayer im Vorjahr den zweiten WM-Titel in der Geschichte

Bereits in der zweiten von insgesamt fünf zu fahrenden Runden drückte Vidaurre dem Rennen der U23-Herren seinen Stempel auf. Nachdem zuvor sich sechs Fahrer an der Spitze absetzen konnten, sprengte Vidaurre in Runde zwei die Spitzengruppe und fuhr auf und davon. Kein Kontrahent konnte ansatzweise folgen, sodass der Chilene letztlich einen 1:03 Minuten großen Vorsprung ins Ziel bringen konnte. Dahinter konnten sich zunächst die beiden späteren Medaillengewinner Juri Zanotti und Joel Roth auf der zweiten und dritten Position festsetzen. Während Zanotti sich in der ersten Verfolgerposition behaupten konnte, fiel Roth in der dritten Runde wieder etwas zurück und fand sich schließlich gemeinsam mit seinem Landsmann Luca Schätti im Kampf um Position drei wieder. Roth besaß jedoch letztlich das größere Stehvermögen und setzte sich in der letzten Runde entscheidend von Schätti ab. Bronze ging damit an den Europameister Roth, Luca Schätti musste mit der undankbaren Holzmedaille Vorlieb nehmen.

Mit leichten Medaillenhoffnungen gestartet, verpasste der deutsche U23-Meister David List bereits zu Beginn des Rennens den Anschluss an die Spitze. Zeitweise außerhalb der Top Ten liegend, biss sich List schließlich ins Rennen zurück und landete auf dem achten Rang. Ex-Juniorenvizeweltmeister Leon Kaiser wurde 22., Markus Eydt belegte in seinem ersten WM-Rennen in der U23-Klasse Rang 31.

U23-Damen: Österreichischer Doppelsieg für Mitterwallner und Stigger

In krankheitsbedingter Abwesenheit der aktuellen Gesamtweltcupführenden in der Eliteklasse, Loana Lecomte, fuhr die Österreicherin Mona Mitterwallner im Rennen der U23-Damen einen ungefährdeten Sieg ein. Mit stolzen 2:04 Minuten Vorsprung ließ sie der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. Die Silbermedaille sicherte sich ihre Landsfrau Laura Stigger, die ähnlich wie Mitterwallner ein einsames Rennen auf Position zwei fuhr. Bronze ging an die Dänin Caroline Bohé, die Deutsche Ronja Eibl verpasste als Sechstplatzierte eine erhoffte Medaille.

Ein gewohntes Bild, das sich auch bei den Weltmeisterschaften in Val di Sole wiederholte
# Ein gewohntes Bild, das sich auch bei den Weltmeisterschaften in Val di Sole wiederholte - Die Österreicherin Mona Mitterwallner stürmte in der U23-Klasse der Damen eindrucksvoll zum Sieg und streifte sich damit nach ihrem Erfolg in der Juniorenkategorie im Vorjahr bereits zum zweiten Mal in ihrer Karriere ein Regenbogentrikot über

Bereits auf den ersten Metern des WM-Rennens der U23-Klasse zog das siegreiche österreichische Duo an der Spitze davon. Einzig die deutsche Medaillenhoffnung, Ronja Eibl, konnte zunächst noch am Hinterrad von Mona Mitterwallner und Laura Stigger folgen, jedoch nur mit kurz anhaltendem Erfolg. Bereits in Runde eins von vier fuhr die spätere Siegerin Mitterwallner so schnell, dass weder Stigger noch Eibl am Hinterrad bleiben konnten und so stürmte die junge Österreicherin von da an unaufhaltsam zum Sieg. Stigger konnte sich im Gegensatz zu Ronja Eibl fangen und festigte sich auf dem zweiten Rang. Eibl wurde zunächst in eine Verfolgergruppe zurückgereicht und konnte dort schließlich auch nicht mehr um Bronze kämpfen. Im Feld der Verfolgerinnen erwies sich Caroline Bohé als stärkste Fahrerin: In der zweiten Runde setzte sie sich an die dritte Position und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab.

Ergebnisse

Herren

Results(5)

Damen

Results(3)

U23-Herren

Results(4)

U23-Damen

Results(2)

Alle Artikel zur XC WM in Val di Sole 2021:

  1. benutzerbild

    Schmal

    dabei seit 06/2010

    Ich fand Flückigers erstes Statement jetzt auch nicht clever; die Sache sollte aber doch nach der Entschuldigung- egal jetzt wie - und den Reaktionen von Schurter + Frischi aus der Welt sein.

    Ich kann den Frust und die Emotionalität von Math aber schon verstehen. Genau genommen arbeitet er sich schon seit dem Aufstieg aus der U23 an Schurter ab, robbt sich über Jahre immer näher ran, und scheint ihn dieses Jahr nun endlich im Sack zu haben - und dann wird’s doch wieder nix mit dem WM-Titel…. Dass man da nach dem bisherigen Saisonverlauf erst mal ordentlich bedient ist, ist schon verständlich.

    Wie ist eigentlich das Verhältnis der beiden zu beurteilen? Einen wirklichen Draht haben die nicht zueinander, oder? Es gab meines Wissens noch nie gemeinsame Bilder oder Trainings, weder privat noch mit der Nationalmannschaft….
  2. benutzerbild

    pseudosportler

    dabei seit 04/2004

    Finde es aber auch einen Unterschied ob man jemanden direkt nach einem Wettkampf, egal ob jetzt hier bei Radsport, Fußball oder sonst was, ein Mikro unter die Nase hält, oder ob man selbst auf den "Sozialenmedien" was von sich gibt.
    Die Entschuldigung finde ich halbherzig und unglaubwürdig, ein kurzes Sorry und Entschuldigung an Nino wäre der richtige Weg in meinem Augen, das ganze zusätzliche gerede ist nicht zielführend.
    Aber wie immer nur meine Meinung und Einschätzung.

    MfG pseudosportler
  3. benutzerbild

    seven21

    dabei seit 01/2012

    Finde es aber auch einen Unterschied ob man jemanden direkt nach einem Wettkampf, egal ob jetzt hier bei Radsport, Fußball oder sonst was, ein Mikro unter die Nase hält, oder ob man selbst auf den "Sozialenmedien" was von sich gibt.
    Die Entschuldigung finde ich halbherzig und unglaubwürdig, ein kurzes Sorry und Entschuldigung an Nino wäre der richtige Weg in meinem Augen, das ganze zusätzliche gerede ist nicht zielführend.
    Aber wie immer nur meine Meinung und Einschätzung.

    MfG pseudosportler
    Ganz ehrlich hat es nicht geklungen. Ist jetzt halt so. Bringt mehr Pfeffer in die Wettbewerbe smilie
  4. benutzerbild

    dino113

    dabei seit 11/2020

    Die hätte aber eh im U23 rennen starten müssen.
    Mitterwallner hätte von ihren Rundenzeiten auch bei der Elite aufmischen können. o_O
    Auch hier nochmal kurz zur Info
    Die U23 sind eine leicht abgeänderte Strecke gefahren. Die mussten z.b. nicht das Steinfeld runter, bei dem Jolanda im Training gestürzt ist.
  5. benutzerbild

    baloo

    dabei seit 01/2004

    Ganz ehrlich hat es nicht geklungen. Ist jetzt halt so. Bringt mehr Pfeffer in die Wettbewerbe smilie
    Glaube ich nicht das hier zu viel Pfeffer in der Suppe sein wird, für das ist Nino viel zu abgeklärt und gereift!
    Siehe Verhältnis zu Avancini, dort haben die Medien auch immer was reininterpretiert wo gar nichts war!

    apropos Avancini, weiss man schon wie es bei ihm weiter geht?

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