Was hab ich bloß?

THBiker schrieb:
Mir geht´s zur Zeit ähnlich....bin z.B. extremst unzufrieden mit der ARbeit.....muss befürchten, dass ich vielleicht bald ohne Job bin.....das hat zur Folge, dass man privat auch unausgeglichen ist....und so wird das bei mir ein richtiger Teufelskreis!! Bin z.B zur Zeit ohne Elan...geh kaum noch weg, das einzigste was ich mache ist Sport, aber das fast jeden Tag (nicht nur biken). Schlafen könnte ich den ganzen Tag.....obwohl ich meistens auch auf meine 7-8 Stunde komme und am Wochenende mehr!

Hmmm Leidensgenosse........haargenauso gehts mir atm auch......Probs in der Arbeit deswegen Zukunftsangst (unbegründet) , extremst unzufrieden, vereinsamt und kaum noch Freunde und null Bock auf nix.

Man wird immer unausgeglichener und explodiert allein schon wenn nur ne Fliege an der wand sitzt.

Will auch nimmer weggehen, muss mich regelrecht dazu zwingen, bleibt nur der Sport der paar Glückhormone ausschüttet, man denkt das ist das einzige und wahre im Leben, man will mehr, der Körper wehrt sich....man bekommt Schmerzen....man wird deppressiv da ja das einzige im Leben das Spass bringt nicht mehr geht........usw usw Teufelskreis.

Naja wenn mal jemand die Ideallösung hat/findet bitte per PM an mich ;)

Mfg
 
Naja zum Glück hat man noch Freunde und Familie! Viele verstehen es zwar nicht und es kommen dann so tolle Kommentare...."hey die gehts doch super"...blabla....klar nach außen hin shcon......aber wer zeigt das schon jedem wie´s einem geht :(

Nuja ich hoffe mal, dass ich im Juni im Urlaub mal abschalten kann...vieles was jeztzt vielleicht liegen bleibt dort erledigen werde und dann wieder ne vernünftige Basis habe zum anfangen......

...keine Ahnung...ne Idee hab ich auch nicht....freeu mich aber wieder auf´s biken..... :D
 
THBiker schrieb:
So, nachdem ich das hier auch seit längerem Verfolge muss ich doch mal fragen, wie ihr den psychishcen Stress behandelt habt, bzw überwunden habt!

Mir geht´s zur Zeit ähnlich....bin z.B. extremst unzufrieden mit der ARbeit.....muss befürchten, dass ich vielleicht bald ohne Job bin.....das hat zur Folge, dass man privat auch unausgeglichen ist....und so wird das bei mir ein richtiger Teufelskreis!! Bin z.B zur Zeit ohne Elan...geh kaum noch weg, das einzigste was ich mache ist Sport, aber das fast jeden Tag (nicht nur biken). Schlafen könnte ich den ganzen Tag.....obwohl ich meistens auch auf meine 7-8 Stunde komme und am Wochenende mehr!
Wie ich das Problem aber anpacke weiß ich bisher selbst noch nicht :confused: :confused:
1. du kennst schon einen großen Stör-Faktor: deinen Job.
2. du erkennst den Teufelskreis

schon mal gute Voraussetzungen. Job kann man wechseln, oder zumindest etwas dran ändern. Flüchte dich nicht in den Sport, das lenkt zwar ab, löst aber die Probleme nicht, sie bleiben liegen, bis du vom Sport zurück kommst... versuche, dir ein Lösungskonzept zu erarbeiten. Schreibe Bewerbungen, auch wenn das nicht auf Anhieb klappt, hast du das gute Gefühl, den ersten Schritt in die richtige Richtung getan zu haben. Wenn du Sport machst, mache es mit Freunden.

Bei mir waren es noch Beziehungsdinge, die belastet haben, da hat nur Zeit geholfen.... vor allem bin ich dann noch zum Abschalten mit einem sehr guten Freund für drei Wochen nach Asien abgehauen, abspannen, das tat auch sehr gut. Viel erholsamer, als hier und da mal eine Runde biken zu gehen. Man muss auch mal aus dem Alltag ausbrechen (und Sport kann auch zum Alltag werden, wenn man es jeden Tag macht).

Geh mal ins Kino, anstatt Sport, oder ins Thermalbad. Man muss auch mal Mut zur Muße haben, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Und wenn du morgen keinen Job mehr hast, wirst du nicht sterben. Das Leben geht IMMER weiter :daumen:
 
Wenn einem schon von Außenstehenden gesagt wird "mach mal langsamer" oder "der Mann setzt sich selbst unter Druck" muss wohl was dran sein.Selbst möchte man es sich wohl nicht eingestehen. Als erste Maßnahme hab ich den Schotten-MA am nächsten W-Ende gecancelt. Mein Trainingstagebuch schließe ich weg. Meinen Trainingsplaner aufm PC deinstalliere ich. Nächste Woche fahr ich in Urlaub, 2,5 Wochen. Bike kommt mit, ich fahre aber definitiv nur dann wenn ich WIRKLICH Lust drauf habe und nicht dann wenn es mir - so wie sonst - mein Trainingsplan sagen würde.

Für das restliche Jahr hab ich mir vorgenommen:

Gebikt wird nur nach Lust und Laune. Sonst nicht.
MA`s plane ich nicht vor sondern fahre sie ebenfalls möglichst spontan. Bin zwar schon für 3 gemeldet aber pfeif auf die Kohle.

Bis später, muss arbeiten.
 
hallo ihr ;-)

neulich in der buchhandlung, mein mann stöberte mal wieder herum, und ich stand vor meinem lieblingsregal. "Gesundheit" weil ich mal wieder schauen wollte, was es neues zu "meinem" thema MS gibt. Ich ging die Reihe mit meinen augen entlang und entdeckte ein kleines buch " Natürliche MS-Therpien" ich nahm es heraus und begann ein wenig quer zu lesen. plötzlich, ich war schon recht vertieft, klopfte jemand auf meine schultern. es war mein mann, der fertig war, und er meinte, oh, wieder ein buch für dich? komm wir nehmen es mit.

was dieses buch jetzt hier mit diesem thread zu tun hat? direkt sicher nichts, da ja sicher keiner, ausser mir MS hat. aber indirekt eben schon. weil es in diesem buch um mehr geht ;-)

in diesem buch geht es darum, sein leben umzustellen. in sämtlichen bereichen. ich las jeden abend in diesem buch ein paar seiten, und irgendwie musste ich bei jedemkapitel erneut vor mich hin nicken. unbewusst habe ich bisher, seitdem ich MEINE diagnose habe dinge verändert. oft ohne es zu wissen, jedoch gab ich mir vom ertsen tag an der diagnose den impuls in mich hinein zu hören. für mich ein natürlicher reflex, andere brauchen einen schubbs. ich habe aber nicht nur in mich hinein gehört, nein ich habe auch begonnen dinge zu verändern. step by step. meine diagnose ist nun knapp 1, 5 jahre her. und mir geht es körperlich und seelisch so gut wie nie zuvor. ich fahre wieder richtig rad (hatte ich fast 5 jahre nicht gemacht), ich habe 15 kilo abgenommen,ich habe meine ernährung umgestellt, ich fühle mich wohl, ich stehe zu mir und meiner krankheit und das wichtigste ich mag MICH.

immer wieder stoße ich in diesem buch auf kleine leitsätze, diese könnten von mir stammen wie zb " gesundheit ist unser natürlicher zustand. jede wirkliche heilung ist in wahrheit selbstheilung" - " es begann ein neuer weg, fast ein zweites leben..." - "ich nehme mich wichtig und schaue liebevoller und gütiger auf mich selbst..."

mein zauberwort heisst "balance" die balace zu finden, sich ernst zu nehmen, etwas zu verändern.

was uns krank macht:
großes bedürfnis nach kontrolle, ordnung, planung und überblick, angst vor veränderungen und unvorhersehbarem, wenig selbsvertrauen, zukunftsangst, großer ehrgeiz, perfektionismus, berufliche karriere, rigorismus und intoleranz.

was uns gut tut:
selbstvertrauen und vertrauen in die eigene zukunft, flexibilität, gelassenheit, optimismus, neugier, veränderung, ruhe und entspannung, toleranz üben, andere meinung gelten lassen.

man muss erkennen und lernen das "eigene leben zu lernen"

wie gesagt, auch das geht nicht von jetzt auf gleich, bei mir hat es über 1 jahr gedauert. und auch jetzt gibt es bei mir noch dinge die ich am verändern bin. ICH LEBE


Grüße coffee
 
Coffee schrieb:
hallo ihr ;-)

was uns krank macht:
großes bedürfnis nach kontrolle, ordnung, planung und überblick, angst vor veränderungen und unvorhersehbarem, wenig selbsvertrauen, zukunftsangst, großer ehrgeiz, perfektionismus, berufliche karriere, rigorismus und intoleranz.

was uns gut tut:
selbstvertrauen und vertrauen in die eigene zukunft, flexibilität, gelassenheit, optimismus, neugier, veränderung, ruhe und entspannung, toleranz üben, andere meinung gelten lassen.

man muss erkennen und lernen das "eigene leben zu lernen"

wie gesagt, auch das geht nicht von jetzt auf gleich, bei mir hat es über 1 jahr gedauert. und auch jetzt gibt es bei mir noch dinge die ich am verändern bin. ICH LEBE


Grüße coffee

schöne antwort, da sollte der ein oder andere (inkl. mir selbst) mal drüber nachdenken...

schade find ich nur das man heutzutage solche sachen aus büchern "lernen" muß und nicht mehr aus dem kreis der familie oder von guten freunden rechtzeitig hilfestellungen kommen.

unsere hochleistungsgesellschaft erzeugt halt auf beruflicher (status,finanzen) und privater ebene (mein haus ,mein auto,aussehen=schönheitswahnsinn,hobby=schau mal was ich für ein teures bike habe)
für den einzelnen einen derartigen stress, der bei den meisten zu körperlichen und psychischen Problemen führt,die man natürlich erst wahrhaben will, wenn wirklich ernsthafte probleme entstanden sind.

hauptproblem ist für mich die einzelkämpfermentalität die sich nach und nach bei uns breitmacht...jeder versucht egal wie sich möglichst umsonst das größte und beste stück von irgendwelchen kuchen zu nehmen wobei halt die auf der strecke bleiben, die die kleinsten ellenbogen besitzen... bzw. keine lobby besitzen

fazit: glücklich können die sein die in ihrem persönlichen umfeld personen haben, die ihnen in dieser situation wirklich weiterhelfen und sei es auch nur mit einem guten buchtip aus einem guten internetforum...

joe
 
Hi,

oft ist es so, dass erst in einer Extremsituation, also, wenn es nicht mehr wie üblich weitergehen kann, man sich andere Gedanken macht. Eine Bereicherung ist es , wenn man dies als Chance betrachtet und wirklich einiges ändern kann. Da muß ich dem Joe absolut Recht geben, wie wichtig es ist, Rückhalt in der Familie oder Freundeskreis zu finden, die wirklich ehrlich zu einem sind und einen annehmen wie man ist. Meine Lebensaufgabe wird es wohl sein, gelassener zu werden, aber ich finde ich mache Fortschritte, wenn auch nur ganz kleine.
Wie coffee schon erwähnt hat, sich zu mögen und z.B auch die Krankheit anzunehmen, nur so kann man eine Balance halten. Ich bin auch noch am Üben. Also, dann wünsche ich allen auch weiterhin ein Durchhalten am "Üben".

Liebe Grüße

Yvoxl
 
Liebe Leute,

ich möchte nicht mit anderen Diagnosen konkurrieren oder mich wichtig machen! Nur als Beispiel aber möchte ich auf mein Thema "Angstpsychose und Biken" vom Dez. 03 hinweisen. Eine typische Geschichte von Druck, Stress, ungeknackten Problemen und Selbstüberforderungen. Das sind Signale, die man unbedingt ernst nehmen muss!! Schließlich teilen wir alle irgendwo und irgendwie die Erfahrung, dass das tägliche Leben im Grunde lebensfeindlich sein kann, uns mehr abverlangt, als wir auf Dauer leisten und geben können! Die Selbstwahrnehmung im Sinne von Balance oder Ausgeglichenheit droht dabei belächelt zu werden als etwas Spinnertes, als Seelenkrämerei, als Psycho-Mist, den nur Schwächlinge nötig haben. Das ist ein solcher Unsinn!!! Ohne Balance und das Streben nach Ausgeglichenheit geht es nicht. Ohne die Möglichkeit, die Reserven wieder aufzuladen, geht es nicht. Die Folgen sind hier schon mehrmals beschrieben worden: sie reichen von chronischer Unlust bis hin zum Burn-Out.
Coffee und andere sprechen mir aus der Seele und dem Herzen: es ist so wichtig, ab und zu mal inne zu halten, sein Leben zu prüfen, sich auf die kleinen und wichtigen Dinge zu besinnen, und den Mut zu Veränderungen nicht zu verlieren. Wenn man sich selbst immer nur als Getriebene(r), also als Opfer einer Situation erfährt, verliert man das Zutrauen in die eigene Stärke und wird zur abhängigen Marionette. Wenn man aber die Fäden in die eigene Hand nimmt, entwickelt man positives Konfliktpotential und erlebt sich als aktiv!
Ich für mich verändere gerade meine Jobsituation durch eine intensive Weiterbildung. Daneben hab ich den Erwartungsdruck aus dem Sport rausgenommen, fahre keine Rennen mehr, sondern lasse das Lustprinzip zusammen mit einer gesunden Form von etwas (!) Ehrgeiz regieren.
Ich lerne für mich, auf meine Seele zu achten, die Dinge zu intensivieren, die mir gut tun, ohne dadurch ein schlechtes Gewissen zu bekommen! Dadurch hatte und habe ich das Glück, dass die im Dezember 03 geschilderten Dinge weg sind!
Das Leben wird nur dann lebensfreundlich, wenn wir selber etwas dafür tun und/oder es Anderen weitergeben können! Und genau das ist mit diesem christlichen Satz "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" gemeint: achte auf Deinen inneren Frieden und hilf Anderen, das auch zu versuchen! Und dabei kommen wir nicht darum herum, über die wahren, lebenserhaltenden Werte nachzudenken! Schaut Euch die Werbung im Fernsehen doch mal an: Die Typen mit den dicken Autos werden immer jünger!

Vielleicht ist das ´ne typische Pfarrerperspektive, aber in meiner Arbeit als Studierendenseelsorger sehe ich, wie der gesellschaftliche Druck schon bei jungen Menschen bisweilen seltsame, weil schlimme Blüten treibt....
Vielleicht sollten wir endlich mal ernst machen mit dem Glauben daran, dass wir EBEN NICHT wertvoll sind, weil wir 16 Stunden am Stück durchabeiten können und in unserem Betrieb der Chef selbst die Pizza an den Tisch bringt. Sondern weil wir als Geschöpf wertvoll sind, sensibel, liebevoll, empathisch, mit all unseren Ängsten und Sorgen, aber auch mit all unseren Stärken und Hoffnungen.
Der kleine Mensch, der einem morgens verschlafen aus dem Spiegel entgegenblinzelt, ist es wert, geliebt zu werden.


liebe grüße
 
@prediger&all
Danke für die vielen Tipps. Hab ich anderen Thread mal versucht ausführlich zu beschreiben was in mir gerade vorgeht.
Dieses "sich getrieben fühlen", Opfer von - meiner Meinung nach - schwer veränderlichen Situationen zu sein, das kenne ich nur zu gut.

Ich kann nur hoffen daß ich im meinem Urlaub ab Do. nächste Woche den Kopf habe mal ne komplette bestandaufnahme zu machen.
 
Adrenalino schrieb:
@prediger&all
Danke für die vielen Tipps. Hab ich anderen Thread mal versucht ausführlich zu beschreiben was in mir gerade vorgeht.
Dieses "sich getrieben fühlen", Opfer von - meiner Meinung nach - schwer veränderlichen Situationen zu sein, das kenne ich nur zu gut.

Ich kann nur hoffen daß ich im meinem Urlaub ab Do. nächste Woche den Kopf habe mal ne komplette bestandaufnahme zu machen.

ich bin mir sicher, denn mit deinen postings hier, hast du gezeigt, das der ansatz bereits vorhanden ist ;-)

viel erfolg


coffee
 
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