So, hier ist das gute Stück nun.
Knapp 8 Wochen hat's gedauert, aber nun ist es da.
Ausstattung:
Rahmenfarbe: Brown Metallic
Hauptdecor: Gold
Styledecor: Silver (nur das kleine Votec unter dem Hauptdekor, die 160 am Sitzstrebenrohr und das Frontemblem, sonst kein Styledecor)
Gabel: Fox 36 RLC Talas FIT 160 RLC (mit Kashima-Coat)

Dämpfer: Fox RP23 Boost Valve (mit Kashima-Coat)

Laufrad:
Mavic Deemax
Reifen:
Schwalbe Fat Albert 2.4
Bremsen: Formula The One, Vorderrad: 203mm, Hinterrad 203mm
Cockpit: Lenker:
Crank Brothers Iodine, Vorbau:
Crank Brothers Iodine,
Griffe:
Clamp On, Steuersatz: FSA Xtreme Pro
Sattel: Selle Italia XO (wird später gegen Yutaak gewechselt)
Sattelstütze: Rock Shox
Reverb
Antrieb: Schaltwerk:
Sram X9, Zahnkranz:
Sram X9 12-36 10-fach, Schalthebel:
Sram X9, Kurbel: Truvativ Hammerschmidt AM, Kettenblätter: 24, Kette:
Sram X9
Dazu kam noch der Cane Creek Seuersatz.
Heute war es zum ersten Mal draussen.
Hier ein kurzes erstes
Review für alle, die wie ich es tat mit einem Votec SX liebäugeln und sich noch unsicher sind, ob es was für sie ist.
Um es auch gleich vorweg zu nehmen, ich bin Votec-Erstkunde (bisher begeisterter Canyon Nerve-Fahrer) , habe mit der Firma Votec oder deren Mitarbeitern nix zu tun und erhalte keine Zuwendung gleich welcher Art von Votec oder egal wem für dieses Review.
Als Vergleich in Qualität und Fahreigenschaften dient mir mein 09er Canyon Nerve XC 9.0 SL, mit dem ich nach wie vor super zufrieden bin.
Warum also das Votec ?
Das Canyon ist ein Spitzenbike fürs CrossCountry, das heisst bei mir ein Mix aus Strassenabschnitten (um in den Wald zu kommen), befestigten und unbefestigten Waldwegen, Trails (meist mittel- bis mittel-anspruchsvolle Schwierigkeitsgrade), Abfahrten und Technikpassagen im Klein- und Mittelgebirgsregionen wie Taunus, Pfälzer Wald etc.. Das Canyon ist für ein Alu-Fully extrem leicht, agil, ein klasse Kletterer und auch für längere Touren super.
Aber nach dem ersten Bikepark-Besuch war klar, dafür ist es mit 120 mm Forke und Leichtbau an allen Enden einfach nix. An Drops oder selbst etwas gewagtere Jumps über Rampen ist schon gar nicht zu denken.
Also musste was Neues her. In die finale Auswahl kamen das Canyon Strive und das Votec V.SX.
Geworden ist es nun das V.SX, und ich habe die Entscheidung nicht bereut.
Ich bewerte mal der Übersicht wegen mit Thumbs von 0 (schlecht) bis 6 (Spitze)
Optik:






Der Hammer.
Mein Design hat Votec exakt so umgesetzt wie besprochen.
Sieht in Echt noch deutlich edler aus als auf den Handy-Cam-Bildern.
Verarbeitung:






Tadellos, das Bike ist 1a verarbeitet, da gibt es wenig zu meckern.
Gut, die Sache mit den Kabelzügen am Oberrohr, da finde ich die Canyon-Lösung mit innenverlegten Kabeln schon besser, zumindest, solange man nichts wechseln muss.
Was ich vermisst habe war ein Steinschlagschutz-Aufkleber unter dem Unterrohr wie bei Canyon. Nun, den habe ich nun selbst mit klarer Folie aufgebracht.
Ansonsten gibt's keine Abzüge, also Bestnote.
Dazu hat Votec noch die Talas und den Float mit dem neuen Kashima-Coat draufgepackt, der Hammer.
Funktion von Bike und Komponenten:





Zwar muss ich noch etwas Feintuning am Float und der Talas betreiben, bis es 100%ig passt, aber das V.SX ist aus einem Guss.
Alles passt für mich gut und stimmig zusammen.
Der Rahmen in L passt gut zu meinen knapp 190 cm und 89 kg und obwohl ich vor der Fahrt etwas Bedenken wegen dem extrem kurzen CB-Vorbau hatte, ist die Fahrposition ebenso perfekt, wie ich es vom Nerve mit seinem deutlich längeren Vorbau gewohnt bin.
Man sitzt auf dem V.SX in jeder Situation entspannt, ob nun mit runtergefahrener
Reverb bergab oder bei steilen Anstiegen bergauf.
Vom Canyon bin ich gewohnt, dass ich eigentlich nie, auch nicht bei steilsten Anstiegen, aus dem
Sattel muss. Wiegetrittfahren im Stehen kenne ich daher nur aus den extremen Technikpassagen des Bikeparks.
Umso überraschter war ich, dass auch mit dem Votec selbst steilste Anstiege locker sitzend gemeistert werden können. Dazu kommt als Schmankerl, dass stehendes Pedalieren in Technikpassagen deutlich kontrollierter und besser geht als mit dem Canyon. Hier kommt wohl der tiefere Schwerpunkt des Votec zum Tragen.
Der Rahmen ist für Alu sehr steif, viel steifer als das Canyon.
Ich teste das immer, indem ich bei schnellerer Fahrt leicht mit dem Lenker wackele und so das Bike zum schnellen Schlingern bringe. Weiche Rahmen verwinden sich nun, was man deutlich spürt.
Das V.SX ist vielleicht nicht mit der Verwindungsarmut von Carbonrahmen vergleichbar, aber für Alu finde ich es sehr gut.
Bei schnellen und ruppigeren Abfahrten macht sich das mit einer Extraportion Spass (durch das direkte Ansprechen auf Lenk-und Körpereinsatz) und Sicherheit bemerkbar.
Der kompakte und stabile Rahmen hat aber auch einen Nachteil, und der heisst leider Gewicht.
15,2 kg
zeigt die Waage im Auslieferungszustand, dazu kommen dann noch Pedale, Satteltasche mit
Werkzeug und Krimskrams, Bike-Computer, Micro-Luftpumpe, Wasserflasche mit Halter etc. und im Winter Beleuchtungsanlage mit Akku-Packs.
Da kommt also ganz schön was zusammen.
Nix XTR- Carbon- Trallala-Super-Leichtbau wie mein Nerve (das hatte bei Lieferung gerade mal zwei Drittel des Votec-Gewichtes, nämlich 10.5 kg

)
3 Thumbs für das hohe Gewicht.



Aber gut, dafür soll's ja auch was aushalten können.
Merken tut man das Mehrgewicht beim Fahren leider auch, und zwar besonders auf den ebenen Abschnitten , v.a. auf der Strasse.
Da gehört das V.SX nicht zu den schnellsten, es pedalliert sich deutlich behäbiger und anstrengender als das leichte Nerve.
Zum ersten Mal seit ewiger Zeit habe ich heute Abend wieder Muskelkrämpfe. Aua.

Wo man das Gewicht seltsamerweise gar nicht merkt (zumindest subjektiv), ist am Berganstieg. Da klettert das Votec leicht wie eine Ziege, und das liegt am Highlight dieses Bikes, der
Hammerschmidt AM- SRAM X9-10-Gang-Kombi.
Dazu sag ich nur: Supergeil-Deluxe & Ultracool.






+

An die Hammerschmidt musste ich mich erst mal gewöhnen, ein Klick und der Gang ist sofort da, nicht erst wie sonst nach einer halben Pedalumdrehung. Da macht das Schalten am Berg richtig Laune.
Umgewöhnen muss man sich dabei insgesamt, denn man hat nun echte 2 x 10 = 20 Gänge ohne Überschneidung. Also heisst es fleissig rauf- bzw. runterschalten, wenn man an der 10/11er Grenze ist.
Aber man gewöhnt sich dran.
Dank der feinen Abstufung der Hammerschmidt-X9-Kombi ist Klettern also trotz der Mehr-Kilos kein Problem.
Auch das Absenken der Talas ist nicht nötig. Ich bin alle heutigen Anstiege bis zu knapp unter 20% mit ausgefahrenen 160 mm ohne Probleme hochgekommen.
4 Thumbs + Love-Smiley für die Klettereigenschaften.




+

Einen Preis zahlt man aber doch, und der heisst Endgeschwindigkeit.
Bei 35 km/h in der Ebene und 45 km/h bergab unter vollem Kurbeleinsatz ist Schicht, schneller wurde es heute einfach nicht.
Es fehlt da in der Übersetzung einfach das Äquivalent zum grossen Kettenblatt, nix zu machen.
Das Canyon erreicht da im Schnitt jeweils locker 8-10 km/h mehr.
Meine gewohnte Durchschnittszeit auf der heutigen Hausrunde war mit dem Votec bei einem 16 km/h-Schnitt gegenüber sonst 19-22 km/h Durchschnittszeit mit dem Canyon Nerve völlig indiskutabel.
Künftig muss ich mir wohl bzgl. überholender Rentneromis auf Holländerrädern oder Muttis mit Kinderrücksitz auf dem Damenrad wieder Sorgen machen, bis ich den rettenden Wald erreicht habe.

Für den Endspeed und das deutlich anstrengendere Pedallieren gibt es daher lediglich 3 Thumbs und einen Heuler.



+
(
Update nach 4 Rides: So schlimm ist das Mehrgewicht nun doch nicht, man gewöhnt sich schnell daran. Die Zeiten auf der Hausrunde liegen bereits nach der 4.Ausfahrt und etwas Feintuning an Dämpfer und Gabel bereits nur noch minimal unter den gewohnten Rundenzeiten des Nerve)
Was gibt es sonst noch zu sagen ?
Die Formula The One sind über jeden Zweifel erhaben und
bremsen souverän, der Fette Albert tut seinen Dienst wie gewohnt, lediglich eine Tubeless-Umrüstung steht noch an.
Der
Sattel ist OK, nicht so komfortabel wie ein Yutaak, aber man kann's erst mal lassen. Keine Taubheitsgefühle.
An den Lock-Hebel des Float-Dämpfers kommt man während des Fahrens leider nur bedingt heran, zumindest wenn eine Wasserflasche installiert ist. Jetzt im Winter mit dicken Handschuhen kann man's komplett vergessen. Da das V.SX im Gegensatz zum Nerve aber auch bei offener Schwinge gut und wippfrei fährt (auch beim Klettern), ist das nicht so dramatisch. Aber optimal ist das nicht, da ich die enormen Vorteile des schnellen Wechsels von freier und geblockter Schwinge im CC-Einsatz vom Canyon her sehr schätzen gelernt habe.
Kein echtes Manko, aber gewöhnungsbedürftig ist die recht ausladende rechte Seite der Schwinge. Selbst mit meinen schmalen Sidi-Dragon klopft die Ferse regelmässig beim Pedallieren an der Schwinge an. Die stylischen Five Ten Hellcats-Schuhe kann ich da wohl wegen ihrer Breite dann vergessen.
Mein persönliches Fazit:
Das Votec SX ist nach meinem ersten Eindruck ein top verarbeitetes, etwas schwereres Bike mit erstklassigen Komponenten v.a. für das abfahrtsorientierte Gelände, wobei es aber auch jeden noch so steilen Anstieg dank der Hammerschmidt-X9 Kombi locker meistert, ohne dass sich der Luxus-Popo aus dem
Sattel heben müsste.
Für längere Touren oder schnelles, eher geschwindigkeitsorientiertes Cross Country , entsprechende Powertouren oder Marathon wäre es nicht meine Wahl.
Ich würde es so zusammenfassen:
Das V.SX ist 70% Abfahrts- & Trail-Enduro und 30% CC durch die guten Klettereigenschaften.
So, das war's.
Morgen geht's mit verbesserter Gabel-/Dämpfer-Abstimmung auf eine neue Runde.
Nachtrag:
War gerade bei Votec auf der aktuellen Site und habe mir das '12er SX-Angebot angeschaut.
Uff, bin ich froh, dass ich noch ein Bike zu 11'er Konditionen geordert habe.
Es gibt nur noch fixe Farbkombis (und die sind gelinde gesagt Geschmackssache oder eher auch nicht), kein Custom mehr was das Design angeht und die Preise haben mehr als deutlich angezogen für eine vergleichbare Zusammenstellung.
Sehr schade.
Gerade die breite Farbauswahl und die Möglichkeit zum Custom-Design waren letztlich meine Entscheidung zum V.SX. Sonst wäre es das Strive von Canyon geworden.
Glück gehabt.