Hallo Stefan,
die Firma ist von
Shimano gekauft worden und in der Versenkung verschwunden.
Das System hat nie richtig funktioniert. Im Grunde wurde die Technik des bescheidenen allerersten GripShift Schalters verdoppelt, so daß zwei Züge angelenkt werden konnten.
Viele Grüße,
Georg
Nicht ganz. In dem Schalthebel war eine etwas kompliziertere Mechanik drin, die ermöglichte, dass bei einer 3x8-Schaltung die Gänge in der Reihe ihrer Übersetzung geschaltet wurden. Will heissen: vom leichtesten zum schwersten Gang konnten alle Übersetzungen in einer Reihe durchgeschaltet werden. Damit das möglich war, schalteten regelmässig Umwerfer und Wechsel gleichzeitig, um den nächstliegenden Gang nach der aktuellen Übersetzung zu erwischen.
Die Idee war eigentlich für den Otto-Normalradler eigentlich genial. Nicht wenige Radfahrer sind von je zwei Hebelchen zum Drücken und zum Ziehen schon überfordert. Und wenn sie dann auch noch darauf achten sollten, dass die Kette nicht übers Kreuz läuft und gleichzeitig dran denken müssten, wie sie den grossen Gangsprung des Umwerfers wieder kompensieren, geht das Fahrvergnügen definitiv flöten.
Probleme des französischen Schaltsystems EGS waren, dass Otto-Normalradler auch gerne flüssig weitertritt beim Schalten und so kaum ein HG-System den Gangwechsel an Kurbel und Kassette gleichzeitig ohne Klemmer hinkriegt. Dazu waren die Schalthebel nicht ganz so präzise, klobig und von einer beängstigend unangenehmen Haptik. Als die Firma dann eine Revolver-Funktion einbaute (Nach jedem Schaltvorgang musste der Drehgriff wieder in die Ausgangsposition zurückgebracht werden, bevor man weiterschalten konnte), war defintiv aus und EGS ging Konkurs.
Shimano hat aber das Potenzial erkannt und sich die Rechte nach dem Konkurs von EGS sicher nicht einfach fürs Gruselkabinett gekauft. Was man selber hat, muss man ja vielleicht nicht selber auch herstellen. Hauptsache ein Mitbewerber kann es auch nicht...
Kurz vor dem Ende im Jahr 2000 produzierte EGS passend zum cnc-gefrästen Rennhebel auch noch ein ebenbürtiges Schaltwerk mit aussergewöhnlich hoher Umschlingung der Kassette plus dazu passende Bremshebel. Nicht über das Prototypenstadium raus kam die Hinteradnabe, bei der der die Kassette am Rahmen blieb, wenn das Rad ausgebaut wurde.
Vor etwa einem Jahr verkaufte ein Vollkoffer auf Ricardo so ein Schaltset - aber Schalthebel und Schaltwerk getrennt und mit einer Woche Abstand dazwischen
