California Ride - Von San Francisco nach Los Angeles

Schnell die richtig schöne Unterkunft bezogen
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Die entspannte Mitnahme von Fahrrädern bis neben das Kopfkissen ist schon eindrucksvoll.
Das scheint in Nordamerika Standard zu sein. Selbst in sorgfältig renovierten denkmalsgeschützten Objekten hat da nie jemand auch nur ansatzweise gezögert.
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Die entspannte Mitnahme von Fahrrädern bis neben das Kopfkissen ist schon eindrucksvoll.
Das scheint in Nordamerika Standard zu sein. Selbst in sorgfältig renovierten denkmalsgeschützten Objekten hat da nie jemand auch nur ansatzweise gezögert.
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Einer der sehr positiven Punkte an Amerika. Man ist einfach in vielerlei Hinsicht entspannter als in Deutschland (wobei ich denke, dass man das Rad hier in den meisten Fällen auch mit ins Zimmer nehmen dürfte).
 
Etappe 4.5: Carmel Valley Village - Carmel Valley Village (Recovery-Tag)

Nach den vielen Highlights der letzten Tage war klar:
Heute wird bewusst Tempo rausgenommen. Die Unterkunft und das Carmel Valley waren einfach zu schön – und der Körper hat ebenfalls ein klares Zeichen gesendet.



Also statt großer Etappe nur eine kurze, lockere Erkundungstour über rund 25 Kilometer. Kein Druck, keine To-do-Liste. Einfach rollen lassen.



Die Strecke führte durch ruhige Straßen, herbstlich gefärbte Bäume und kleine Nebenwege. Genau die Art von Fahrt, die man sonst oft überspringt – die aber im Rückblick enorm wertvoll ist. Da störte es auch nicht, an der ein oder anderen Stelle "umplanen" zu müssen, wenn Radfahren verboten ist.



Zwischendurch immer wieder kleine Stopps, ein paar Fotos, ein Kaffee – und das Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein.



Am Ende des Tages bleibt vor allem eines hängen: Manchmal ist weniger einfach mehr. Stress hat man allgemein schon genug...

Strecke & Eckdaten:
• Distanz: ca. 25 km
• Höhenmeter: ca. 390 hm
• Charakter: locker, regenerativ
 
Etappe 5: Carmel Valley Village → King City

Zwischen Warnungen, Weite und dem ersten Gang.

Es war an der Zeit, wieder aufzubrechen. Natürlich nur nach einem ruhigen stärkendem Frühstück.



Durch die anhaltende Sperrung des PCH führte mich die Route tiefer landeinwärts. Die Gastgeberin des großartigen Inns in Carmel Valley Village riet mir jedoch nachdrücklich von meinem Plan ab, mit dem Rad bis nach King City zu fahren. Die Straße sei extrem schmal, gesäumt von Kreuzen verunglückter Verkehrsteilnehmer. In King City selbst – so ihre Worte – würden die Gangs regieren. Ihr Rat: Mietwagen nehmen, Rad einladen, Strecke überspringen.

Ich entschied mich bewusst dagegen. Schließlich sah das Licht schon auf meinem kurzen Weg zum Supermarkt schon zu einladend aus.



Und die Realität sah tatsächlich anders aus.
Die Straße war zwar schmal – aber sie war wunderschön. Kaum Verkehr, dafür umso mehr Ruhe.





Die Steigungen hatten es stellenweise in sich, es ging mehrfach nur noch im ersten Gang voran.



Doch genau hier zeigte sich, wie gut der gestrige Recovery-Tag getan hatte: körperlich stabil, mental stark. Es lief. Und mit jedem Höhenmeter wuchs auch die Zuversicht.





Die Landschaft öffnete sich zunehmend.
Sanfte Hügel, Weinreben in Herbstfarben, dazwischen große landwirtschaftliche Flächen. Kalifornien zeigte sich hier ruhig, fast meditativ.






King City selbst wirkte bei der Ankunft tatsächlich wenig königlich, auch wenn das Ortschild schon was hermachte.



Eher working class (nicht böse gemeint) – aber auf den ersten Blick auch nicht gefährlich. Dennoch: Mit einsetzender Dunkelheit zog ich mich lieber in mein kleines Zimmer zurück. Tür zu, Forumsbeitrag geschrieben und Beine hoch.





Manchmal sind es genau diese Tage, an denen sich zeigt, wie wenig allgemeine Warnungen mit der eigenen Realität zu tun haben.

Distanz: ca. 94,3 km
Höhenmeter: ca. 1.075 hm
Untergrund: überwiegend Asphalt, kurze Abschnitte auf Nebenwegen / Schotter

 
Schöner, entspannter Bericht hier! So wie das Völkchen dort.

Ich war nur einmal in Kalifornien. Highlights waren:
Joshua Tree NP
Palm Springs (wg Architektur)
Queen Mary in L.A.

Gute Reise weiterhin
 
Schöne Strecken, schöne Bilder! Buchst du deine Unterkünfte spontan oder ist die Tour halbwegs durchgeplant?
Das halte ich alles komplett spontan. Das einzig Feste waren Start (San Francisco) und Ziel (Los Angeles), der Rest ist komplett flexibel. Natürlich mache ich mir am Vortag schon Gedanken darüber, was streckentechnisch realistisch ist und welcher Zielort damit in Frage kommt. Die Buchung mache ich dann aber erst, wenn ich wirklich da bin (teilweise 2 Minuten vor Check-In).
Kann ja eben immer auch anders kommen und dann ist gut, wenn man nicht festgelegt ist. Hier ist gerade Nebensaison und die Verfügbarkeit entsprechend gut. Aber diese Art des Buchens mache ich in Amerika auch zur Hauptsaison und wenn ich mit Familie unterwegs bin. Gibt hier nicht nur mehr Burgerbuden, sondern auch mehr Hotels 8-)

Jupp, gute Frage und ergänzend vielleicht noch: Nach welchen Kriterien werden die Unterkünfte ausgewählt?
Es sollte jetzt nichts komplett runtergekommenes und auch nicht übertrieben abgehobenes sein. Ich checke meistens Google Maps und Booking.com
Frühstück ist nett, aber kein Musskriterium. Pool ebenso.
 
Etappe 6: King City → Gorda (PCH)

Gut gelaunt und bei bestem Wetter – morgens allerdings mit frischen 4 °C – startete ich in den Tag.



Ein ordentliches Frühstück bei Denny’s war Pflicht, denn heute standen richtig viele Höhenmeter an.





Geplantes Ziel: San Simeon am Pazifik. Es sollte anders kommen.

Nach einer kurzen Warmfahrphase folgten die ersten Anstiege – teilweise bis zu 20 %, kaum fahrbar.



Dann das erste echte Hindernis: Die vom Karoo Hammerhead geplante Route endete an einer Sperrung.
Knapp 100 Höhenmeter umsonst.



Auf der Abfahrt zurück zum Abzweig fiel mir dann auch noch eine Wasserflasche aus dem Halter.
Ein Liter weg – und kein Shop mehr auf der Strecke. Kein guter Moment.



Also lieber auf die schönen Dinge konzentrieren. Diese Sammlung von Hausnummern zum Beispiel.



Die Route führte weiter durch das Militärgebiet Fort Hunter Liggett.





Grundsätzlich kein Problem – solange man auf der Hauptstraße bleibt. Sollte sich aber erst später herausstellen.

Denn mein Navi (und auch Google Maps, was ich im Vorfeld als Gegenprüfung genutzt hatte) wollte mich anders leiten (Gravel Ride eben :awesome:). Das funktionierte schon mal nicht:



Gut, dachte ich, dann fahre ich halt etwas anders. Dafür gibt es ja die automatische Umplanung im Navi. Aber egal, welchen Weg er auch vorschlug, es gab kein Durchkommen. Die zahlreichen Warnschilder (zwischen "Live fire" und „Deadly force authorized!“) wirkten überzeugend genug, den Routenvorschlägen nicht zu folgen.



Moralisch war das extrem anstrengend: absolute Einsamkeit, stundenlang kein Internet.
Meine Frau zu Hause konnte mich nicht mehr live tracken – kein gutes Gefühl. Zumal die einzig fahrbare Hauptstraße nicht an mein Ziel führte.



Irgendwie musste ich in eine Region kommen, in der zumindest realistisch eine Unterkunft möglich war.
Über eine weiter nördlich gelegene Passstraße (Nacimiento Fergusson Road) ging es schließlich weiter.
Landschaftlich wunderschön – mental war ich dafür allerdings kaum empfänglich. Ich hatte ja auch immer noch das Wasserthema.



Eine rund 1000 hm-Abfahrt folgte, die normalerweise ein Highlight gewesen wäre. Heute irgendwie nicht.







Unten am Pazifik war alles in Wolken gehüllt, deutlich kälter (11°) als oben (18°).





Spontan entdeckte ich eine Unterkunft und griff zu – Alternativen gab es kaum.
Eine kleine Cabin, hübsch, aber zu einem ordentlichen Preis.
Essen ebenso überteuert, aber egal: satt werden, duschen, schlafen. Und natürlich darüber freuen, es heute geschafft zu haben.





Strecke: ca. 97,8 km
Höhenmeter: ca. 1.401 hm

 
Etappe 6: King City → Gorda (PCH)


Eine rund 1000 hm-Abfahrt folgte, die normalerweise ein Highlight gewesen wäre. Heute irgendwie nicht.
Die Fotos sind super! Es ist nachvollziehbar, dass Stress mit der Route das Erlebnis beeinträchtigt.
bikerouter sagt, die Abfahrt sei gut 800 hm https://bkrtr.de/dIZg9
und hätte wohl keine Abstecher ins militärische Sperrgebiet vorgeschlagen.
Vielleicht dieses Instrument als Gegencheck verwenden.
 
Die Fotos sind super! Es ist nachvollziehbar, dass Stress mit der Route das Erlebnis beeinträchtigt.
bikerouter sagt, die Abfahrt sei gut 800 hm https://bkrtr.de/dIZg9
und hätte wohl keine Abstecher ins militärische Sperrgebiet vorgeschlagen.
Vielleicht dieses Instrument als Gegencheck verwenden.
Danke für den Link, die Seite/das Tool kannte ich tatsächlich noch nicht. Im Nachgang hatte ich die Route auch noch mal mit Komoot geplant. Auch dort wäre das Militärgebiet nur auf den gestatteten Wegen durchfahren worden.
 
Hoffentlich kommt mein heutiger Etappenbeitrag noch rechtzeitig für den Morgenkaffee ☕

Etappe 7: Gorda → Morro Bay





Ein sonniger Start zurück auf dem Highway 1. Blauer Himmel, frische Luft – und direkt die erste Erkenntnis des Tages: Wer denkt, dass es entlang der Küste nur flach ist, der irrt gewaltig. Kaum losgefahren, geht es immer wieder spürbar hoch und runter.



Der Pacific Coast Highway zeigt sich hier von seiner sportlichen Seite. Kurven, kurze Rampen, dann wieder Abfahrten mit weitem Blick aufs Meer. Körperlich fordernd, mental aber absoluter Genuss.







Eine erste Stärkung in Ragged Point war Pflicht (in meiner Unterkunft gab es kein Frühstück).





Einer dieser Orte, an denen man zwangsläufig länger stehen bleibt als geplant – einfach weil man den Moment so richtig genießen kann. Und auch ins Gespräch kommt - hier mit jemandem, der ganz fasziniert war von meinem Rad/Setup.



Motivation liefert auch der Blick auf die Schilder: Los Angeles ist zumindest schon mal ausgeschildert. Auch wenn es noch ein gutes Stück ist – das Ziel rückt näher. Bitte bedenken: In Amerika benutzt man Meilen 😇



Weiter geht es entlang der offenen Küste. Der Verkehr bleibt überschaubar, die Landschaft dafür umso eindrucksvoller. Diese Etappe lebt weniger von einzelnen Highlights als vom permanenten Panorama.



Ein echtes Highlight am Wegesrand: Seeelefanten (ganz sicher!). Riesig, träge, völlig unbeeindruckt vom vorbeifahrenden Radfahrer. Einer dieser Momente, bei denen man automatisch langsamer wird.



Kurz darauf ein Stopp bei Sebastian’s General Store – man muss wissen, dass auch mein Name Sebastian ist.



Mittagsstärkung in Cambria. Sonne im Gesicht, etwas Warmes im Magen – genau das, was es braucht, bevor die letzten Kilometer anstehen.



Je näher Morro Bay rückt, desto goldener wird das Licht. Die Küste wirkt jetzt noch ruhiger, fast weichgezeichnet. Ein perfekter Abschluss für diesen Abschnitt.









Ankunft in Morro Bay. Die Sonne steht tief, das Licht ist warm, die Beine müde – aber genau so fühlt sich ein guter Tag auf dem Rad an.



Schnell noch das wiederum sehr schöne Zimmer bezogen und etwas gegessen, bevor es in den verdienten Schlaf geht.





Strecke: ca. 94,3 km
Höhenmeter: ca. 947 hm
 
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