California Ride - Von San Francisco nach Los Angeles

Ich bin überrascht, dass es doch ein paar Fahrradspuren gibt. Schön.

@cyclery.de
Was hast du da eigentlich Seltsames hinter dem Lenker hängen? Sieht aus wie zwei Getränkehalter.
In den städtischeren Gebieten hast Du schon sehr viele ausgewiesene Fahrradspuren. Aufmerksam muss man dennoch bleiben, insbesondere in Kreuzungsbereichen mit Rechtsabbiegern. Wobei ich noch keine grenzwertigen Situationen hatte. Die Amerikaner - und das mag man kaum glauben - fahren gegenüber Fußgängern und Radfahrern doch sehr zuvorkommend.

Das Seltsame an meinem Lenker nennt Cyclite selbst Food Pouches. Kann man für Trinkflaschen nutzen, ich nutze es eher für schnellen Zugriff auf Dinge wie Handy, Taschentücher o. ä.
Optisch vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber sehr praktisch, da man keine Klappe oder Reißverschluss aufmachen muss, um an die entsprechenden Dinge ranzukommen. Dafür besteht natürlich die Gefahr des Rausfallens bei Schlaglöchern etc. (mir schon zweimal passiert mit dem DJI Osmo Pocket).
 
Das Seltsame an meinem Lenker nennt Cyclite selbst Food Pouches. Kann man für Trinkflaschen nutzen, ich nutze es eher für schnellen Zugriff auf Dinge wie Handy, Taschentücher o. ä.
Optisch vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber sehr praktisch, da man keine Klappe oder Reißverschluss aufmachen muss, um an die entsprechenden Dinge ranzukommen. Dafür besteht natürlich die Gefahr des Rausfallens bei Schlaglöchern etc. (mir schon zweimal passiert mit dem DJI Osmo Pocket).
Food Pouches sind unerlässlich ;-) für Handy, Taschentuch, Nüsse/Leckerlis, kurz mal Handschuhe griffbereit behalten, aispods etc ….
 
Etappe 11: Thousand Oaks → Thousand Oaks

Ich habe Zeit – und das Hotel ist schön. Also bleibe ich einen Tag länger. Statt komplettem Stillstand entscheide ich mich für eine aktive Pause: ein wenig Ruhe, ein wenig Bewegung, ganz ohne Etappendruck.



Der Tag beginnt entspannt mit einem Kaffee. Kein frühes Packen, kein Ziel im Hinterkopf. Heute steht nur eine von Strava vorgeschlagene Rundtour durch den Conejo Canyon auf dem Plan.



Los geht’s mit minimal bepacktem Bike, ohne Rucksack. Was für eine Erleichterung. Das Rad fühlt sich sofort leichter und agiler an.



Zunächst rolle ich genau dort hinunter, wo ich mich am Vortag noch mühsam hochgekämpft hatte. Ein schöner Perspektivwechsel – heute mit deutlich entspannterem Puls.



Ganz ohne Anstiege geht es natürlich trotzdem nicht. Auch eine Ruhetagsetappe will erarbeitet werden.



Beeindruckend, wie schnell man aus dicht besiedeltem Gebiet im wunderschönen Hinterland landet. Kaum unterwegs, fühlt sich alles plötzlich weit und ruhig an.



Der Untergrund wird graveliger. Mit dem Gravelbike heißt das: saubere Linienwahl. Kein Mountainbike – also lieber einmal mehr schauen als einmal zu spät reagieren.



Die Landschaft ist abwechslungsreich, die Stimmung ruhig. Genau das Richtige für diesen Tag.





Es macht richtig Spaß – auch, weil klar ist, dass es heute keine lange oder harte Etappe wird.



Der Routenvorschlag möchte mich plötzlich direkt durch einen breiten Bachlauf schicken. Nasse Füße? Heute nicht. Ich halte kurz an und suche eine Alternative.



Ganz in der Nähe entdecke ich eine Brücke. Problem elegant gelöst.



Ab hier wird es fast schon mystisch. Immer wieder kreuzt der Weg das Wasser, Licht und Schatten wechseln ständig.



Man vergisst komplett, dass man nur wenige Kilometer von Wohngebieten entfernt ist.



Dann ein echtes Highlight: Paradise Falls. Ein kleiner Wasserfall mitten im Canyon – überraschend und wunderschön.



Nach dem kurzen Stopp geht es wieder bergauf. Noch einmal kämpfen, noch einmal schwitzen – aber mit Aussicht.



Langsam führt der Weg zurück Richtung Zivilisation. Radwege, Straßen, Häuser – der Kontrast könnte kaum größer sein.



Zeit für eine kleine Stärkung. Die Beine haben es sich verdient.



Kurz darauf folgt die große Stärkung. Speicher auffüllen, Energie nachladen.



Der Tag endet entspannt im Hot Tub. Besser kann eine aktive Pause kaum aussehen.



Distanz: 33,1 km
Höhenmeter: 472hm

 
Ich glaube ich muss mich nächstes Jahr mal für "a few days ... more" nach CA abmachen.
Eimne Super Tour mit super Bildern. Man fühlt sich mittendrin.

Vor über 20 Jahren habe ich mal dieses Foto vom Golden Gate gemacht. :-)

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Wunderschöne Fotos, herrliche Tour, schön erzählt! Ich kenne ähnlich wie @bMerry gefühlt fast jeden Meter...
Hab 6 Jahre in LA gelebt, auch immer wieder in SF (Freunde) und an der Küste und im Hinterland entlang, die allerdings nie mit dem Rad. Ach ja, und noch vorher mit dem Motorrad, aus Texas rüber und dann die Küste hoch bis Portland...

Wenn Du's nicht eh schon vorhast- meine Wahl für die letzte Etappe wäre unbedingt über die Küstenberge nach Malibu/ Palisades rüber.
Z.B. Kanaan/ Cornell Road, Mulholland Highway, Las Virgenes Road, dann Malibu Canyon direkt runter, oder noch weiter über Piuma Road und dann Abfahrt über Flores Canyon (würde ich machen, würde jeden Meter da oben auskosten, die Blicke sind gigantisch).
Oder vielleicht noch besser: Mulholland, dann Stunt Road, weiter Saddle Peak Road, dann Abfahrt Tuna Canyon...

Ab Will Rogers State Park dann auf dem Ocean Front Walk entlang bis bspw. Venice Beach...

Wünsch Dir einen grandiosen Abschluss!
 
Und wenn wir schon dabei sind. Wie hast die Logistik für den Rückflug organisiert? Also Versandkarton, Klamotten (hoffe ich für deine Sitznachbarn 😬) und Schuhe und so zeugs?
 
Grade erst entdeckt - danke für die tollen Impressionen! Habe noch die Vision, mal mit dem Cannondale zum Bahnhof von Cannondale zu radeln.
Im Oktober war ich Boston und hatte auch überlegt, ob ich mal kurz vorbeifahre. War da aber ohne Rad unterwegs. In jedem Falle steht noch ein Besuch des Cannondale-Bahnhofsgebäudes und von Cannondale selbst in Wilton, CT an. Zumal ich auch noch eine Einladung von denen offen habe :-)

Wunderschöne Fotos, herrliche Tour, schön erzählt! Ich kenne ähnlich wie @bMerry gefühlt fast jeden Meter...
Hab 6 Jahre in LA gelebt, auch immer wieder in SF (Freunde) und an der Küste und im Hinterland entlang, die allerdings nie mit dem Rad. Ach ja, und noch vorher mit dem Motorrad, aus Texas rüber und dann die Küste hoch bis Portland...

Wenn Du's nicht eh schon vorhast- meine Wahl für die letzte Etappe wäre unbedingt über die Küstenberge nach Malibu/ Palisades rüber.
Z.B. Kanaan/ Cornell Road, Mulholland Highway, Las Virgenes Road, dann Malibu Canyon direkt runter, oder noch weiter über Piuma Road und dann Abfahrt über Flores Canyon (würde ich machen, würde jeden Meter da oben auskosten, die Blicke sind gigantisch).
Oder vielleicht noch besser: Mulholland, dann Stunt Road, weiter Saddle Peak Road, dann Abfahrt Tuna Canyon...

Ab Will Rogers State Park dann auf dem Ocean Front Walk entlang bis bspw. Venice Beach...

Wünsch Dir einen grandiosen Abschluss!
Lucky Guy, ich hoffe, Du hast die Zeit hier ordentlich genossen! Danke für Deine Hinweise, da ich meistens einen Tag hinter hänge mit dem Schreiben, konnte ich Deine Empfehlung nicht mehr berücksichtigen. Aber Du wirst gleich lesen, dass es ganz ähnlich kam, wie von Dir vorgeschlagen 👍

Klasse Bilder, super Eindrücke!

Magst du vielleicht noch etwas zur Ausstattung schreiben?
Also bspw. auch welches Schloss ist dabei oder welches Werkzeug etc.
Danke Dir, sehr gerne gebe ich noch weitere Details zur Ausstattung Preis.
Bike: Cannondale Topstone Carbon 1 AXS (Phoenix Yellow) in Größe 58, komplett unverändert in Originalausstattung --> montiert sind 2 halboffene Flaschenhalter (praktisch zum Rein- und Rausmachen, aber vom Halt nicht perfekt)
Taschen: allesamt von Cyclite und in Light-Grey, wobei deren Produktportfolio noch darüber hinausgeht.
Schloss: ABUS Combiloop. Dieses schien mir ein ganz guter Kompromiss aus Leichtigkeit/Portabilität und etwas Sicherheit. Lange habe ich das Rad aber ohnehin nicht irgendwo stehen lassen.
Ersatzteile: Nur 4x Ersatzschlauch (nicht gebraucht) und 1 Set Flickzeug (nicht gebraucht)
Werkzeug: Reifenheber, ein Multitool und so einen akkubetriebenen Mini-Kompressor. Da ich keine Panne hatte, brauche ich nur das Multitool für den Aufbau am Flughafen.

Und wenn wir schon dabei sind. Wie hast die Logistik für den Rückflug organisiert? Also Versandkarton, Klamotten (hoffe ich für deine Sitznachbarn 😬) und Schuhe und so zeugs?
Für die letzten beiden Tage habe ich mir einen Mietwagen genommen. Ist dann einfacher für die Organisation von genau solchen Dingen. Einen Karton konnte ich mir heute schon organisieren. Lustigerweise von der OC (Orange County) Cyclery 8-)
Ansonsten habe ich meine Klamotten hier regelmäßig gewaschen. Zusätzlich habe ich noch eine "zivile" Hose und zwei normale T-Shirts mit. Schuhe aber nur 1 Paar. Das wird noch mal geputzt und dann ist gut.
 
Etappe 12: Thousand Oaks → Los Angeles



Der Morgen begann mit einem kleinen Schmunzeln. Vor dem Frühstück stand er da: ein weihnachtlich geschmückter Wrangler – nicht nur mit Rentiergeweih, sondern auch mit einer ordentlich verlegten Lichterkette. Kalifornien kann selbst Weihnachten irgendwie lässig.



Nach dem Frühstück ging es los. Thousand Oaks lag noch unter einer grauen, zugezogenen Decke. Kühl, ruhig, fast ein bisschen schwerfällig. Noch war nicht zu erahnen, was der Tag landschaftlich bereithalten würde.



Mit den ersten Höhenmetern kam Bewegung in den Körper – und langsam auch in den Himmel.



Je höher ich kam, desto mehr riss es auf. Obwohl es nicht direkt auf der Route lag, entschied ich mich für einen kleinen Umweg – einfach, um noch höher zu kommen. Erfolgreich: Sonne.



Der Blick hinab versprach genau das, was dann folgte.



Der Trail nach unten war schmal, eng und ziemlich holprig. Konzentration statt Flow. Unterwegs verlor ich eine Flasche, kurz darauf waren die Füße klatschnass. Gehört dazu.



Danach wartete der Anstieg des Tages: rund zehn Kilometer. Klingt nach Arbeit, ließ sich aber überraschend gut fahren, da nie wirklich steil.



Es ging über den schönen Mulholland Drive, weit, offen, typisch Kalifornien.



Ein Rennradler und ein Mountainbiker auf einem Pivot wollten mir zeigen, wo es langgeht. Am Ende hatte ich sie doch beide hinter mir gelassen.



Die letzten Meter des Anstiegs führten über die Temescal Fire Road – Way to go.



Oben angekommen lag die Landschaft ziemlich diesig vor mir. Hatte definitiv aus seinen Charm.
Eigentlich wollte ich hier auf den Backbone Trail.



Aber: gesperrt. Kontrolliertes Feuer. Stattdessen traf ich auf eine Gruppe Trail Volunteers, die mich freundlich beriet, mir eine Alternative empfahl und mich noch mit Wasser versorgte.



Die empfohlene Route führte über die Trailer Canyon Fire Road und endete schließlich im Ort Summit, nördlich von Pacific Palisades. Dort waren Spuren des Feuers vom Winter noch deutlich sichtbar.



Also die verbliebene Wirtschaft unterstützen: ein Stopp im Palisades Garden Cafe.



Danach ging es über die Strandpromenade von Santa Monica Richtung Venice.



Ein Teil von Los Angeles, den ich noch nie mochte – und vermutlich auch nie mögen werde. Trotzdem gab es einen wichtigen Einkauf zu erledigen.



Der Weg zum Hotel führte über Marina Del Rey, langsam wurde es Abend.



Mit ein paar ordentlichen GTA-Vibes rollte ich schließlich in Richtung Unterkunft.



Ankommen. Rad ins Zimmer. Kurz durchschnaufen.



Zum Abschluss noch Waschtag. Das Rad mit in die Dusche genommen, Staub und Spuren dieser Etappe abgewaschen.



Schnell noch etwas essen – und dann realisieren, dass es das fast schon war mit dem Trip. o_O



Distanz: ca. 79,2 km
Höhenmeter: ca. 1.296

 
Etappe 13: Feierabendrunde in Orange County

Der Tag begann ungewohnt – zu Fuß. Rund zwei Kilometer bis zum Frühstück, und das entwickelte sich schneller zum kleinen Hindernislauf als gedacht. Ziel war IHOP (International House of Pancakes).





Nach dem Frühstück stellten sich die ersten Rückflugvibes ein. Ein kurzer Abstecher in den Clutter’s Park, Flugzeuge über mir – ein Vorgeschmack auf das, was bald kommen würde.



In direkter Nähe wartete der Mietwagen für die letzten beiden Tage. Erste Aufgabe für ihn: raus aus der Stadt, rein ins Schöne – Orange County. Und wie es der Zufall wollte, gab es den benötigten Karton direkt bei der Orange County Cyclery.





Danach stand noch eine kurze, aber intensive Abschiedstour auf dem Programm. Startpunkt war Fashion Island – vorweihnachtlich gut besucht, Parkplätze entsprechend rar. Kaum unterwegs, tauchte auch schon der Grinch auf. USA eben.



Es ging weiter entlang der Newport Coast. Auch auf dieser vergleichsweise kurzen Runde sammelten sich wieder ordentlich Höhenmeter – typisch für die Gegend.



Ziel war der Pacific Ridge Trail im Crystal Cove State Park.



Oben angekommen eröffneten sich weite Gravelwege: breit, stellenweise bretthart, gezeichnet von Regenwasserrinnen – genau die Art Untergrund, die fordert, aber Spaß macht. (und auf der man sich teilweise etwas Federung wünscht)







Zum Abschluss noch ein erster Blick Richtung Laguna Beach. Die Sicht war nicht perfekt, und auch das Wetter kündigte bereits an, dass es in den kommenden Tagen ungemütlicher werden würde. Trotzdem: ein würdiger vorletzter Gravel-Moment über dem Pazifik.





Distanz: 32,8 km
Höhenmeter: 604 hm

 
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