Etappe 14 & letzter Tag – Ausrollen, Loslassen, Heimflug
Der letzte aktive Tag ist angebrochen. Keine „echte“ Etappe mehr – aber mit Rad in Orange County zu sein und nicht noch einmal loszufahren, wäre einfach falsch gewesen. Also rauf aufs Rad, ein letztes Mal Kalifornien aufsaugen.
Kalifornien liefert zuverlässig automobile Absurditäten. Pickup, Muscle Car, offene Motorhauben – alles dabei. Ich bleibe trotzdem beim ursprünglichen Plan: weiter entlang der Küste, hinein in den Crystal Cove State Park, südlich von Corona del Mar.
Ziel des Tages: letzte Küsteneindrücke sammeln und als Zwischenziel Laguna Beach ansteuern. Ein Ort, der für Mountainbiker fast schon mythisch ist – und an dem ich selbst schon oft unterwegs war.
Normalerweise eher wie diese Herrn mit Pickup und MTB.
Heute dann anders: Gravelbike statt Enduro. Hochgekämpft bis Top of the World, Startpunkt unzähliger technischer Trails. Mit dem Gravel allerdings eher auf einem Transfer unterwegs – Richtung Aliso Viejo.
Was hier erneut begeistert: die Infrastruktur. Breite Wege, saubere Übergänge, logisch geführt. Selbst wenn man „nur“ verbindet, fühlt sich Radfahren hier wertig an.
Vorbei am trockenen Flussbett des San Diego Creek, dann über den Freeway 405 zurück in Richtung Hotel.
Langsam setzt sich der Gedanke fest: Das war’s wirklich. Jetzt wird nicht mehr gefahren – jetzt wird verpackt.
Distanz: 60,1 km
Höhenmeter: 786 hm
Packen, Improvisieren & Abschied
Für den Rückflug braucht es Klassiker: Paketklebeband und Kabelbinder. Also ab zu Home Depot.
Nach der Rückfahrt und Wiederankunft im Hotel dann die Erkenntnis: Mit meinem Kompaktwerkzeug lassen sich die Pedale nicht lösen. Also direkt noch einmal los – diesmal gezielt für ein ordentliches Hex-Key-Set.
Der letzte Tag fühlt sich anders an. Nicht nur ich bin traurig – auch der kalifornische Himmel scheint mitzuspielen. Regen. Passend.
Mit Rad zu reisen bleibt eine Herausforderung. Shuttle, Umsteigen, Logistik – und selbst der Gang aufs WC wird zur Denksportaufgabe („
don’t leave your luggage unattended“).
Am Ende klappt alles. Rad aufgegeben, Stresslevel sinkt.
Noch ein letzter Blick aus dem Fenster auf diesen besonderen Fleck Erde.
Anflug auf München. Winterlich und damit auch irgendwie passend zur Ankunft am heiligen Abend.
Zu den Temperaturen hier muss ich Euch ja nichts erzählen.