Blindseetrail Lermoos wird geschlossen.

Aber genau darauf haben ja jetzt schon einige Berichte von Ride abgezielt, dass es in Zukunft vielleicht nicht mehr so ist, dass die Lifte so eh laufen.
Aktuell haben die Bergbahnen vom Wintergeschäft wohl noch soviel über, dass man den Sommer mit subventionieren kann. Irgendwann macht es vielleicht keinen Sinn mehr und die lassen die Lifte aus, siehe Interview Davos.
Die Gemeinden / Betreiber schauen wohl inzwischen genauer, wo sie sparen können, weil der Winterbetrieb auch schon wacklig ist. Dass manche (wie Davos) jetzt einzelne Lifte stehen lassen, ist aber wohl eher die Ausnahme - noch.
 
Aber doch nicht wegen den Abfahrern sondern wegen Bernd und Beate auf dem eBike.
Doch, genau wegen denen. Der Vinschgau (genauer Latsch - Schlanders) war schon deutlich vor dem E-Bike-Boom ein Hotspot. Und ist es immer noch.

Wo das tatsächlich komplett umgedreht hat, ist der Gardasee. Da findest du auf den Trails erschreckend wenige mit den Bikes, auch am Hafen von Riva sind Enduros und Freerider die Ausnahme. Dafür hast du Massen an E-Bikes, sowohl am Hafen von Riva, als auch an der alten Ponale-Straße.
 
Aktuell haben die Bergbahnen vom Wintergeschäft wohl noch soviel über, dass man den Sommer mit subventionieren kann. Irgendwann macht es vielleicht keinen Sinn mehr und die lassen die Lifte aus, siehe Interview Davos.
Warum sollte ein Liftbetreiber ein Sommerdefizit mit den Wintereinnahmen subventionieren? Betriebswirtschaftlich gesehen würde dies seinen Gewinn auffressen, keinem Unternehmer würde so etwas einfallen.
 
Warum sollte ein Liftbetreiber ein Sommerdefizit mit den Wintereinnahmen subventionieren? Betriebswirtschaftlich gesehen würde dies seinen Gewinn auffressen, keinem Unternehmer würde so etwas einfallen.

Frag die Bergbahnbetriebe, warum sie es dennoch machen. Die meisten haben ja eh einen (stark) reduzierten Betrieb und halten nur die wichtigsten Bahnen am Laufen.
Gut möglich, dass es bisher noch nicht so schmerzhaft war und man so die Mitarbeiter übern Sommer auch beschäftigen konnte?
 
Warum sollte ein Liftbetreiber ein Sommerdefizit mit den Wintereinnahmen subventionieren? Betriebswirtschaftlich gesehen würde dies seinen Gewinn auffressen, keinem Unternehmer würde so etwas einfallen.
Dazu muss man sich nur mal als Beispiel die Leoganger Bergbahnen GmbH ansehen. Größter Gesellschafter ist die Leogang Holding, große Anteile an dieser haben Fam. Altenberger (Krallerhof, Asitzbräu, Alte Schmiede) und andere Hotelliers. Diese sitzen auch im Aufsichtsrat der Bergbahnen. Das betriebswirtschaftliche Ergebnis der Bergbahnen ist zweitrangig, wichtig ist die Auslastung der Hotels.
 
Frag die Bergbahnbetriebe, warum sie es dennoch machen. Die meisten haben ja eh einen (stark) reduzierten Betrieb und halten nur die wichtigsten Bahnen am Laufen.
Gut möglich, dass es bisher noch nicht so schmerzhaft war und man so die Mitarbeiter übern Sommer auch beschäftigen konnte?
Schmerzhaft wird es mit Sicherheit werden. Und wenn diese Bahnen eine Zukunft haben wollen, sollten sie auch im Sommer kostendeckend fahren.
 
Dazu muss man sich nur mal als Beispiel die Leoganger Bergbahnen GmbH ansehen. Größter Gesellschafter ist die Leogang Holding, große Anteile an dieser haben Fam. Altenberger (Krallerhof, Asitzbräu, Alte Schmiede) und andere Hotelliers. Diese sitzen auch im Aufsichtsrat der Bergbahnen. Das betriebswirtschaftliche Ergebnis der Bergbahnen ist zweitrangig, wichtig ist die Auslastung der Hotels.

hatte ich auch in Serfaus mal gelernt, Sommer-Betrieb ist dafür da, um bei den Hotels und Pensionen eine stabile Auslastung zu erzielen. Davon haben die Orte insgesamt mehr wenn x FeWo/Pensionen überleben und im Winter Betten bereitstellen und man dafür in Relation zum Winter eher überschaubar für den Liftbetrieb draufzahlen muss.
 
hatte ich auch in Serfaus mal gelernt, Sommer-Betrieb ist dafür da, um bei den Hotels und Pensionen eine stabile Auslastung zu erzielen. Davon haben die Orte insgesamt mehr wenn x FeWo/Pensionen überleben und im Winter Betten bereitstellen und man dafür in Relation zum Winter eher überschaubar für den Liftbetrieb draufzahlen muss.
Das ist schon richtig, nur sollte dabei von der Betreibergesellschaft zum Jahresabschluss auch ein entsprechender Gewinn präsentiert werden. Sonst gehts auf die Dauer nicht gut.
 
Der Unterschied zwischen Winter und Sommer ist vor allem, dass du im Winter die Bahnen auf voller Last laufen lassen kannst, und sich die Skifahrer trotzdem über den Berg verteilen.

Die gleiche Anzahl an Mountainbikern wird man nie auf Trails unterbringen können, also wird es niemals das gleiche (gute) Geschäft werden können, so lange man noch eine Schneeflocke aus einer Kanone pressen kann.

Genau! Die Jagdlobby ist in Österreich erstklassig lokal vernetzt und hat sehr viel Einfluss in solchen Gremien wir dem Gemeinderat. Dass der Blindsetrail da für Mountainbiker freigegeben war wird in solchen Kreisen als Betriebsunfall gesehen der korrigiert werden muss. Das hat jetzt funktioniert und wird halt mit aufgeblasenen Schauergreschichten garniert. Wir schon gesagt wäre jeder tatsächlich stattgefundene spektakuläre Vorfall da von der Lokalpresse ausgeschlachtet worden.

Zur Diskussion mit dem Geld verdienen: Mountainbiker sind an nicht immer nur Singles sondern haben Familie/Freunde die vielleicht gar nicht unbedingt alle selbst Trails fahren aber mitkommen und an so Destinationen wie Finale oder Molveno auch Geld liegen lassen.

Jedenfalls wird da seit Jahrzehnten bei mir weit mehr Geld ausgegeben als fürs Skifahren.
Mir sagte ein Hüttenbetreiber auf der Seiser Alm vor 2-3 Jahren mal, dass sie im Sommer an den besten Tagen 10-12.000 Leute auf der Alm haben, im Winter durchschnittlich 40.000 - 50.000.

Gut, das sind auf der Alm fast nur Wanderer, weil es keine Trails gibt. Aber damit würden es sicher auch keine 30.000 Leute zusätzlich werden.
 
Um hier mal wieder den Bogen zurück zum Ausgangspunkt, nämlich der kommenden Sperrung des Trails für MTB, zu schlagen: Nachdem sich hier ja offensichtlich alle einig sind, dass sich der Sommerbetrieb für Downhill-orientierte Mountainbiker nicht lohnt, weil das so wenige sind, ist es dann ja offensichtlich, dass das Störpotential eben dieser wenigen MTBer nicht so groß sein kann und entsprechend dieses Argument ein vorgeschobenes ist. Wären es viele MTBer, wäre das Störpotential eventuell vorhanden, dann wären die MTBer aber wirtschaftlich ein Faktor und man würde sich um eine echte Lösung des Problems kümmern, wenn es denn ein echtes Problem wäre. Diese Überlegung zeigt dann doch, dass MTB insgesamt einfach nicht sehr große Bedeutung besitzt und zusätzlich wenig Lobby, weshalb Mountainbiker dann bei lokalen Auseinandersetzungen verschiedener Interessengruppen schnell mal unter dem Bus landen. Soviel zum Thema, durch den bösen E-Bike-Boom würde alles überlastet und die herkömmlichen Biker hätten darunter zu leiden. Das Gegenteil ist der Fall. Die Anzahl der bergab-fokussierten Biker ist unter den E-Bikern eher geringer, weshalb man auf die anderen weniger Rücksicht nehmen muss. Insofern trägt dann der E- Bike-Boom schon zur vorliegenden Entwicklung bei, aber nicht weil diese Gruppe die Trails überlasten würde, sondern weil sich einerseits E-Biker (mit vielen wenig sportlich und/oder bergab-orientierten Fahrern) und die kleine Gruppe der unmotorisierten, bergab-orientierten Biker sehr gut auseinander dividieren lassen und die E-Biker eben den potentiellen Verlust der anderen Gruppe auffangen.
 
Die Jagdgroßgrundbesitzerlobby gibt ihren Grund halt nur für millionenschwere Pachtverträge her. Und da auch nicht die Filetstücke die sie selber nutzen wollen. Gegen Wanderer können sie sich nicht wehren, aber wenn sie könnten würden die ihre Grundstücke überall absperren. Der Blindseetrail wurde jetzt dem Druck dieser Lobby geopfert weil die da halt im Gemeinderat sitzt bzw. der halt voll von deren Sympathisanten ist.

 
Die Jagdgroßgrundbesitzerlobby gibt ihren Grund halt nur für millionenschwere Pachtverträge her.

Mag schon sein - aber dem Befahren des Blindsee-Trails haben die Eigentümer ja offenbar auch ursprünglich mal zugestimmt, weil sonst wäre das ja nie offiziell möglich gewesen.
 
Wenn das in Gemeinderat entscheiden werden kann gehört wahrscheinlich zumindest ein Teil des Geländes der Gemeinde. Und die oder halt das Skigebiet wollte mit dem Trail Touristen anlocken. Das Jagdrecht auf den Grundstücken über die der Trail verläuft kann an unterschiedliche Parteien verpachtet sein oder da grenzen noch Privatgrundstücke an auf denen auch gejagt wird. Denen war das sehr wahrscheinlich von Anfang an ein Dorn im Auge dass da Mountainbiker diesen Wanderweg benutzen. Über die Zeit haben die halt dann in dem Gremium Druck ausgeübt bis jetzt halt der Stecker gezogen wurde.
 
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