So dann, leider wieder zurück

Es war tatsächlich ziemlich warm. Das Tourenprogramm hat entsprechend gelitten, an manchen Tagen war es mehr Schatten und Brunnen-Hopping als Radfahren. Die Anzeige auf dem Tacho hat nicht selten die 40° geknackt. Trotzdem haben wir einiges abgearbeitet, wenn auch nicht so viel wie vorgesehen.
Es war sehr sehr gut, und wir werden mit Sicherheit wiederkommen!
Am allerbesten hat mir die Ecke rund um Santa Engracia gefallen. Sehr sehr geil, fast alles da. Die Highlights für mich:
- Pico Lleras nach Rivert (Serrat de les Coves). Sowohl Panorama als auch Trail sehr gut. Nix gebautes, Wanderweg mit jeder Menge Kiesgeröll drin, rutschig wie die Hölle, aber gut.
- Roques Pelades und Feixancs. Wahnsinnig gutes Terrain mit den ganzen Slickrocks. Für meinen Geschmack untenraus am besten kombiniert mit dem unteren Teil von Valkyries, Roques Pelades lower hat keine Features mehr, nur noch Querung. Escorpines ist auch kein Schaden, aber mehr fürs Panorama als für den Trail. Wir haben an dem Hügel einen ganzen Tag lang geshuttelt, normalerweise käm ich auf so eine Idee niemals weil fad, hier war's geil. Die Trails werden immer besser je besser man die Linien kennt. Einzig auf Bruixes würde ich verzichten, den fand ich todlangweilig.
- Santa Engracia Classic
- Moreto und Corrals de Gurp, beides im Großteil eher flowige Trails, aber landschaftlich Knaller
- Torralla Skyline ist ebenso mehr fürs Panorama als für den Trail. Fahrradfahr-technisch hat mir der mehr Angst als Fun gemacht, rundes Kiesgeröll als Untergrund zusammen mit potentiell tödlicher Sturzzone 100m eine glatte Felswand runter... war nicht meins, würd's trotzdem nochmal tun der Landschaft wegen. La Madeleine unterhalb von Toralla taugt dann gut zur flowigen Entspannung.
Am oberen Ende vom See bei Pobla Segur ist der Montsor das Highlight. Apolotrail, Arreposador (der Landschaft wegen), Font de l'Us. Die Trails bei Cervoles (Trailforks) kann man getrost auslassen.
Canarill, Zona Bloc ist auch sehr gut, in der Zona Bloc wieder sehr schönes Felsgelände gut genutzt und markiert, Serpenti danach allerdings arg zerfurcht, hier finde ich dann den Cami vell de Claverol die bessere Wahl.
Auf der Ostseite von Tremp am "Antennenhügel" Roc Neret hat mir am besten die Kombination Slickrock Pallars, Scream, Bartotrail gefallen. Maf ist auch ganz witzig als Flowtrail am Abend.
Das "Bikepark-Gebiet" westlich zwischen Tallarn und Tremp: extrem viele flowige Lines in offenem Gelände in den Lehmboden geritzt. Auch immer schön die Topografie genutzt. Meins wars trotzdem nicht Wir haben da auch nicht viel gemacht, nur angetestet. Wenn man Anliegerstrecken auf Highspeed mag aber sicher sehr lustig. Der Bereich ist so voller Lines, dass man da sicher mehrere Tage verbringen könnte, wenn es einem taugt. Achtung bei Regen, wir hatten beim einzigen Gewitter die dumme Idee "schnell da runter" zu rollen. Danach waren wir sowas von panniert mit rotem Papplehm. Bei Trockenheit ist der Boden aber sehr griffig.
Mirapallars weiter südlich: für Special Interest ist der 100-Kurven Wanderweg toll. Aber Achtung, reinstes Stolperbiken, vor allem in der oberen Hälfte sehr hakelig, in der Mitte ein total lästiger Trage-Zwischenuphill zur Kapelle mit leichter Kraxelei am Anfang. Sonst nimmt man halt den roten Lo Pedalet. Egal wie, den Gratweg am Anfang darf man auf keinen Fall auslassen!
Eher enttäuschend fand ich:
Sant Cornelli. Die Abfahrt fand ich vergleichsweise fad, vor allem im unteren Teil eher monoton mit 100 Varianten derselben leicht schottrigen breiten Kehre. Oben gute Aussicht. Wenn man bequem auf einer Straße hochfahren könnte, wärs mal ok, aber wenn man das Bike zuerst hochtragen muss erwarte ich eine spannendere Abfahrt.
Montsec Nordseite. Scheint nicht viel befahren oder bewandert zu werden, eher verwildert. Kann man mal zum Abenteuer machen, aber der Funfactor auf den gepflegten Trails rund um Tremp ist deutlich höher.
Touristenkram:
Den Congost de Monte Rebei haben wir wie geplant mit dem Gravel angeschaut, und zwar in Richtung Nord>Süd. Ich bereue nichts und würde es genauso nochmal machen. Landschaftlich einfach geil. Der große Bezahlparkplatz am Nordende war gesperrt als wir dran vorbei sind, ein paar Wanderer hatten weiter nördlich geparkt und sind die Straße runtergelaufen. Der Parkplatz am Südende war offen, aber von dort aus ist es halt zu Fuß schon echt weit bis man im eigentlichen Congost ist. Das Schild am Anfang und Ende vom Trail weist es nach wie vor als "nicht empfohlen" für Mountainbikes aus (kein Verbot, nur Antiempfehlung). Das Pictogramm ist dämlich, der Text sagt was anderes.
Dem würde ich auch folgen, macht als Mountainbiketrail keinen großen Sinn. Andere Fahrräder sind da sinnvoller

Mit dem Gravelbike, sofern man sich auf dem Gerät einigermaßen sicher bewegen kann, fährt man höchstens 5m weniger als man es mit einem Mtb tun würde. Dafür ist es mit dem schmalen Lenker deutlich entspannter an Leuten vorbei zu kommen. Begegnungen gab es, die meisten kamen von der Montfalco Hängebrücke hoch, aber alle sehr entspannt, man hat sich an passenden Plätzen Platz gemacht und mal kurz gewartet. Wenn man außen vorbei geht und dem Wanderer das Halteseil an der Innenwand lässt, hatten auch ängstlichere Leute kein Problem mit unseren Rädern.
Kinderwagentauglich, wie von
@stuntzi weiter vorne behauptet... naja, Blödsinn! Das will ich (lieber nicht) sehen wie sich da einer mit dem Kinderwagen her verirrt. In der Nord-Süd Richtung gibt's direkt im Congost ein paar giftige felsige Zwischenanstiege. Da käme man mit einem Kinderwagen nicht durch, selbst zwei Leute hätten exquisiten Spaß so ein Teil da hochzubugsieren. Ein Fahrrad egal welcher Art, wuchtet, schiebt und trägt man da. In der Gegenrichtung müsste man schon Todessehnsucht haben es mit einem Enduro-Mtb zu fahren weil der Fels sehr glitschig abgetreten ist und die Sturzzone senkrecht... ich würd's nicht tun. Die "Abfahrten" in Richtung Nord-Süd sind hingegen bis auf eine (mir) zu gefährliche Engstelle von 2m alle fahrbar und nicht extrem riskant. Hinter der Engstelle des Congost ist der lange Gegenanstieg zum Pas d'en Giler zum Großteil fahrbar (mit Motor dürfte es komplett gehen), und alles was danach abwärts geht ist mit etwas Fahrtechnik auch fürs Gravelbike kein Problem.
Runde: Figols de Tremp - El Meüll (Schotterpiste) - Torre d'Armagos (verkehrslose Minimalstraße) - Congost de Monte Rebei (Trail) - Port d'Ager (Minimalstraße und Schotterpiste) - Ager Torres diagonal (Trail) - Ager (mal durch die Mittelalterstadt durchfahren, schön!) - Noguera Pallaresa (Hauptstraße, aber geile Schlucht und als wir da waren, waren's eh nur 5 Autos) - Collmorter (Piste und Straße) - Collmorter DH (Trail) - Radweg/Suonentrails am Fluss zurück. Macht mit einem Gravelbike viel Spaß und zu sehen hat man auch viel, mit einem Mtb wär's Quälerei und Langeweile.