Tremp! (Spanische Pyrenäen)

Der Trail hat keinen Namen der mir bekannt wäre. Wanderweg halt. Karte: "Port Benasque"/"Porte Venasque"/"Portillon de Benas" nach Hospice de France in Frankreich. Für den Rückweg bietet sich Paso de Escaleta - Puerto Picada an.
Nicht zu früh im Jahr anpeilen! In der Scharte oben auf der Nordseite dürften sich Schneefelder lange halten, und wenn sich das über den Weg zieht ist es bestimmt kein sonderlicher Spaß. Da können auch im August noch Schneefeldchen-Reste im Hang sein.
Dann kommt der für Anfang/Mitte Juni nicht in den Topf.
Vielleicht auf der Südseite den in der Sierra Negra, wobei der auch auf 2700m hoch geht.
Aber danke @scylla für die Info
 

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Re: Tremp! (Spanische Pyrenäen)
Sierra Negra ist obenrum ein sanfter Schotterhang ohne abgeschattete Bereiche. Da dürfte der Schnee zügig verschwinden wenn's jetzt heiß und sonnig wird, und wenn irgendwo noch eine Kleinigkeit liegen sollte wär's in dem Gelände auch nicht tragisch.
 
So dann, leider wieder zurück :(
Es war tatsächlich ziemlich warm. Das Tourenprogramm hat entsprechend gelitten, an manchen Tagen war es mehr Schatten und Brunnen-Hopping als Radfahren. Die Anzeige auf dem Tacho hat nicht selten die 40° geknackt. Trotzdem haben wir einiges abgearbeitet, wenn auch nicht so viel wie vorgesehen.

Es war sehr sehr gut, und wir werden mit Sicherheit wiederkommen!

Am allerbesten hat mir die Ecke rund um Santa Engracia gefallen. Sehr sehr geil, fast alles da. Die Highlights für mich:
  • Pico Lleras nach Rivert (Serrat de les Coves). Sowohl Panorama als auch Trail sehr gut. Nix gebautes, Wanderweg mit jeder Menge Kiesgeröll drin, rutschig wie die Hölle, aber gut.
  • Roques Pelades und Feixancs. Wahnsinnig gutes Terrain mit den ganzen Slickrocks. Für meinen Geschmack untenraus am besten kombiniert mit dem unteren Teil von Valkyries, Roques Pelades lower hat keine Features mehr, nur noch Querung. Escorpines ist auch kein Schaden, aber mehr fürs Panorama als für den Trail. Wir haben an dem Hügel einen ganzen Tag lang geshuttelt, normalerweise käm ich auf so eine Idee niemals weil fad, hier war's geil. Die Trails werden immer besser je besser man die Linien kennt. Einzig auf Bruixes würde ich verzichten, den fand ich todlangweilig.
  • Santa Engracia Classic
  • Moreto und Corrals de Gurp, beides im Großteil eher flowige Trails, aber landschaftlich Knaller
  • Torralla Skyline ist ebenso mehr fürs Panorama als für den Trail. Fahrradfahr-technisch hat mir der mehr Angst als Fun gemacht, rundes Kiesgeröll als Untergrund zusammen mit potentiell tödlicher Sturzzone 100m eine glatte Felswand runter... war nicht meins, würd's trotzdem nochmal tun der Landschaft wegen. La Madeleine unterhalb von Toralla taugt dann gut zur flowigen Entspannung.

Am oberen Ende vom See bei Pobla Segur ist der Montsor das Highlight. Apolotrail, Arreposador (der Landschaft wegen), Font de l'Us. Die Trails bei Cervoles (Trailforks) kann man getrost auslassen.
Canarill, Zona Bloc ist auch sehr gut, in der Zona Bloc wieder sehr schönes Felsgelände gut genutzt und markiert, Serpenti danach allerdings arg zerfurcht, hier finde ich dann den Cami vell de Claverol die bessere Wahl.

Auf der Ostseite von Tremp am "Antennenhügel" Roc Neret hat mir am besten die Kombination Slickrock Pallars, Scream, Bartotrail gefallen. Maf ist auch ganz witzig als Flowtrail am Abend.

Das "Bikepark-Gebiet" westlich zwischen Tallarn und Tremp: extrem viele flowige Lines in offenem Gelände in den Lehmboden geritzt. Auch immer schön die Topografie genutzt. Meins wars trotzdem nicht Wir haben da auch nicht viel gemacht, nur angetestet. Wenn man Anliegerstrecken auf Highspeed mag aber sicher sehr lustig. Der Bereich ist so voller Lines, dass man da sicher mehrere Tage verbringen könnte, wenn es einem taugt. Achtung bei Regen, wir hatten beim einzigen Gewitter die dumme Idee "schnell da runter" zu rollen. Danach waren wir sowas von panniert mit rotem Papplehm. Bei Trockenheit ist der Boden aber sehr griffig.

Mirapallars weiter südlich: für Special Interest ist der 100-Kurven Wanderweg toll. Aber Achtung, reinstes Stolperbiken, vor allem in der oberen Hälfte sehr hakelig, in der Mitte ein total lästiger Trage-Zwischenuphill zur Kapelle mit leichter Kraxelei am Anfang. Sonst nimmt man halt den roten Lo Pedalet. Egal wie, den Gratweg am Anfang darf man auf keinen Fall auslassen!

Eher enttäuschend fand ich:
Sant Cornelli. Die Abfahrt fand ich vergleichsweise fad, vor allem im unteren Teil eher monoton mit 100 Varianten derselben leicht schottrigen breiten Kehre. Oben gute Aussicht. Wenn man bequem auf einer Straße hochfahren könnte, wärs mal ok, aber wenn man das Bike zuerst hochtragen muss erwarte ich eine spannendere Abfahrt.
Montsec Nordseite. Scheint nicht viel befahren oder bewandert zu werden, eher verwildert. Kann man mal zum Abenteuer machen, aber der Funfactor auf den gepflegten Trails rund um Tremp ist deutlich höher.

Touristenkram:
Den Congost de Monte Rebei haben wir wie geplant mit dem Gravel angeschaut, und zwar in Richtung Nord>Süd. Ich bereue nichts und würde es genauso nochmal machen. Landschaftlich einfach geil. Der große Bezahlparkplatz am Nordende war gesperrt als wir dran vorbei sind, ein paar Wanderer hatten weiter nördlich geparkt und sind die Straße runtergelaufen. Der Parkplatz am Südende war offen, aber von dort aus ist es halt zu Fuß schon echt weit bis man im eigentlichen Congost ist. Das Schild am Anfang und Ende vom Trail weist es nach wie vor als "nicht empfohlen" für Mountainbikes aus (kein Verbot, nur Antiempfehlung). Das Pictogramm ist dämlich, der Text sagt was anderes.
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Dem würde ich auch folgen, macht als Mountainbiketrail keinen großen Sinn. Andere Fahrräder sind da sinnvoller ;) Mit dem Gravelbike, sofern man sich auf dem Gerät einigermaßen sicher bewegen kann, fährt man höchstens 5m weniger als man es mit einem Mtb tun würde. Dafür ist es mit dem schmalen Lenker deutlich entspannter an Leuten vorbei zu kommen. Begegnungen gab es, die meisten kamen von der Montfalco Hängebrücke hoch, aber alle sehr entspannt, man hat sich an passenden Plätzen Platz gemacht und mal kurz gewartet. Wenn man außen vorbei geht und dem Wanderer das Halteseil an der Innenwand lässt, hatten auch ängstlichere Leute kein Problem mit unseren Rädern.
Kinderwagentauglich, wie von @stuntzi weiter vorne behauptet... naja, Blödsinn! Das will ich (lieber nicht) sehen wie sich da einer mit dem Kinderwagen her verirrt. In der Nord-Süd Richtung gibt's direkt im Congost ein paar giftige felsige Zwischenanstiege. Da käme man mit einem Kinderwagen nicht durch, selbst zwei Leute hätten exquisiten Spaß so ein Teil da hochzubugsieren. Ein Fahrrad egal welcher Art, wuchtet, schiebt und trägt man da. In der Gegenrichtung müsste man schon Todessehnsucht haben es mit einem Enduro-Mtb zu fahren weil der Fels sehr glitschig abgetreten ist und die Sturzzone senkrecht... ich würd's nicht tun. Die "Abfahrten" in Richtung Nord-Süd sind hingegen bis auf eine (mir) zu gefährliche Engstelle von 2m alle fahrbar und nicht extrem riskant. Hinter der Engstelle des Congost ist der lange Gegenanstieg zum Pas d'en Giler zum Großteil fahrbar (mit Motor dürfte es komplett gehen), und alles was danach abwärts geht ist mit etwas Fahrtechnik auch fürs Gravelbike kein Problem.
Runde: Figols de Tremp - El Meüll (Schotterpiste) - Torre d'Armagos (verkehrslose Minimalstraße) - Congost de Monte Rebei (Trail) - Port d'Ager (Minimalstraße und Schotterpiste) - Ager Torres diagonal (Trail) - Ager (mal durch die Mittelalterstadt durchfahren, schön!) - Noguera Pallaresa (Hauptstraße, aber geile Schlucht und als wir da waren, waren's eh nur 5 Autos) - Collmorter (Piste und Straße) - Collmorter DH (Trail) - Radweg/Suonentrails am Fluss zurück. Macht mit einem Gravelbike viel Spaß und zu sehen hat man auch viel, mit einem Mtb wär's Quälerei und Langeweile.
 
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Noch ein paar Kommentare zur Gegend allgemein:
Tremp und La Pobla de Segur sind echt hässlich. Betonblocksiedlungen. Klar hat es auch mal eine schnucklige Ecke im Altstadtbereich, aber in den meisten Wohnbezirken, puh architektonisch Katastrophe.
Dafür die Leute: wow, so nette entspannte Menschen, ALLE, hab ich noch nirgends erlebt. Egal wem man wie begegnet, wirklich jeder ist der netteste Mensch. Unsere Ferienapartment war in einem auf den ersten Blick eher ranzigen Betonblockviertel, enges Treppenhaus, davor der Jugendtreff mit Kippen und Bier etc. Beim Ankommen"ohjeohje", dann hat uns direkt eine Nachbarin mit den Fahrrädern im Treppenhaus geholfen... und so ging's weiter. Mit jedem dem man begegnet kommt man ins Quatschen, selbst wenn man sich mit der Sprache schwertut.
Um der Hitze etwas zu entgehen, haben wir wo immer es ging frühmorgends das Auto auf dem Berg geparkt, und abends dann mit den Gravelbikes wieder abgeholt. Am Anfang haben wir noch versucht uns wie gewohnt um die Straßen rumzudrücken. Nach ein paar Tagen sind wir ganz relaxed die Hauptstraße langgefahren. Ich hab mich ernsthaft noch gar nirgends in ganz Europa so wohl gefühlt auf einer Straße mit Autos. Jeder respektiert den anderen, alle machen ganz weit Platz für Radfahrer, keinerlei gefährlichen Überholmanöver, Rennradfahrer grüßen fröhlich Mountainbiker.

Die alten Siedlungen in den Randbereichen oder oben auf den hügeln sind dafür umso pictoresker. Lost Places, alte Ruinendörfer, gibt es sehr viele.

Brunnen gibt es reichlich. In jeder Siedlung mindestens ein Trinkwasser-Spender. Allerdings meistens gechlortes Leitungswasser, auf Dauer nicht lecker, aber wenn man Durst hat ist es trotzdem praktisch... Die natürlichen Quellen (agua non tratada) sind besser, allerdings seltener.

Wenn man zum ersten Mal in das weite Tal mit dem Stausee reinfährt ist es optisch eher enttäuschend. Aber nicht beirren lassen! Man muss einfach den Felsriffen an den Seiten nah genug kommen, und das tut man auf den Trails, dann ist es landschaftlich nicht nur schön, sondern außerordentlich.

Die landwirtschaftliche Nutzung in der Gegend ist ... gewöhnungsbedürftig. Alle Nase lang (wörtlich) ein ekelhaft stinkender Massentierhaltungs-Stall. Auf den Trails kriegt man's glücklicher Weise nicht mit, nur auf dem Zuweg, da ist es aber auffällig, besonders olfaktorisch. Ich bin mal temporär zum Veganer konvertiert aus Protest ;)
 
Schöne Zusammenfassung👍
Wir waren letzte Woche 3 Tage in Tremp. Aus Mangel an vernünftigen Wohnmobil Stellplätzen oder Campingplätzen sind wir dann weiter.
Für mich ist es in 1. Linie Urlaub, wo mich meine bessere Hälfte trotzdem viel Radfahren lässt.
Tremp hat mir sehr sehr viel Spaß gemacht. Bin am 1. Tag nachmittags angekommen und noch die Runde Roques Pelades und Slick Rock gefahren, mega👍. Am Neret auch👍👍 und die Strecken im roten Gebirge um den Afganistrail sind alle echt empfehlenswert.
Gestern noch in Ainsa ne schöne Runde gedreht, aber nun wird's da auch sehr warm. Also weiter.
Ach ja die Schlucht Congost de M. Rebei: Kinderwagen 🫣 Rad🫣😂 zu Fuß🤷🫣. Kanu, früh morgens um 10 Uhr mietet, das können wir empfehlen.
 
Wir waren Anfang Mai mit dem Camper in Tremp. Der Camping Collegats hinter La Pobla de Segur kam für uns aufgrund der Entfernung zu den Trails nicht infrage, da blieb dann nur der Camping Gaset übrig. Die Lage am See mit eigenem Strand ist okay. Dieser stand leider tief unter Wasser, da der Sant Antoni mehr als voll war. Vom freundlichen Mitarbeiter an der Rezeption wurde uns der nach der Einfahrt links liegende Bereich des Campingplatzes empfohlen, da ruhiger und auf der anderen Seite nur wenige freie Plätze zwischen den vielen Dauercampern frei seien.

Wir standen dort dann auch so gut wie alleine mit schöner Sicht auf den See, dazu folgendes:
  • alle Zelt-/Stellplätze sind sehr uneben, ohne Auffahrkeile geht hier nichts
  • für größere Camper ist dieser Bereich des Campings eher ungeeignet, mit unserem kleinen Ford Transit aber i.O.
  • WCs und Duschen im Sanitärgebäude alt aber sauber, Wasser ordentlich warm aber bei Tag ist es dort drinnen stockdunkel, so dass wir mit einer Taschenlampe für eigenes Licht gesorgt haben. Bei Nacht ist dann alles hell beleuchtet. Spülen außerhalb des Gebäudes vergammelt, teils verstopft
  • weit und breit keine Möglichkeit, Müll zu entsorgen
Als wir am zweiten Tag von einer Wanderung zurück kamen, waren wir von einer Jugengruppe mit mindestens 50 Zelten eingekreist. Sauberkeit im Sanitärbereich dann auch aufgrund von Regen und Matsch eher unterirdisch. Wir haben uns dann im Bereich der Dauercamper einen neuen Platz gesucht. Hier trafen wir dann auch auf andere Biker.

Auf dieser Seite des Campingplatzes sind
  • die Sanitärgebäude und Spülen neuer, sauberer, heller, also vollkommen i.O.
  • die Stellpläte teilweise deutlich größer, aber ebenfalls uneben
Für 4 Nächte haben wir zu zweit, ohne Strom 101,52 Euro bezahlt. Das war im Vergleich zu vielen anderen Plätzen während unserer Tour durch Spanien doch recht teuer. Notgedrungen werde ich aber aufgrund fehlender Alternativen hier auch beim nächsten Mal wieder stehen.

Die Trails der Roques Pelades Zone (Escorpins, Roques Pelades, Valkyries, ...) sind vom Camping Gaset aus prima erreichbar. Slick Rock und andere Trails in der Zona Antenes sind abseits der stark befahrenen Straße nach Tremp, teilweise über Singletrails auch mit dem Bio-Bike gut machbar.

Bei Nässe würde ich mich auf alle Fälle an den Empfehlungen von https://www.territorilopodall.com/en/routes/ orientieren. Wie @scylla schon erwähnte, der rote Lehmboden pappt zäh am Bike und Fahrer.

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Na sowas, duschen ohne Bike, das geht ja gar nicht :oops:
 
Kannst an der Repsol Tankstelle die Räder abspritzen. 1 Euro für 3 Minuten und die haben sogar extra eine Vertiefung in den Waschplätzen damit das Rad aufrecht stehen kann.

Die Zone La Gessera (White Line, Serengueti, Afghanistrail etc) bei Regen oder am Tag danach noch meiden, die Trailbauer danken es da das wirklich den Trail nicht gut tut und richtig Arbeit ist die wieder herzustellen. Bei Regen sind die Trails am Nerets und Antenne richtig gut, da leicht sandig und teilweise besserer Grip als wenn es komplett trocken ist.
 
Ich war sowieso sehr erstaunt, wie gut die Trails in Schuss waren. Wir waren ja ganz knapp nach der großen Regenzeit in Spanien dort, und auf den Pisten hat man teils noch ganz üble eingetrocknete Furchen im Lehmboden gesehen, wo Bikes oder Geländewagen langgefahren sind. Die Trails hingegen waren schon wieder zum Großteil perfekt glattgezogen, einzig der Serpenti war sehr rinnig/furchig. Da steckt richtig Arbeit drin das so gut in Schuss zu halten, Chapeau!
 
Ich war sowieso sehr erstaunt, wie gut die Trails in Schuss waren. Wir waren ja ganz knapp nach der großen Regenzeit in Spanien dort, und auf den Pisten hat man teils noch ganz üble eingetrocknete Furchen im Lehmboden gesehen, wo Bikes oder Geländewagen langgefahren sind. Die Trails hingegen waren schon wieder zum Großteil perfekt glattgezogen, einzig der Serpenti war sehr rinnig/furchig. Da steckt richtig Arbeit drin das so gut in Schuss zu halten, Chapeau!

Habe ich auch festgestellt, als ich dort war. Deshalb habe ich den Jungs und Mädels von Lo Podall eine kleine Spende als Dank für ihre Engagement zukommen lassen. Kann man im Onlineshop erledigen.
 
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