"Brückenschraube"? gelockert, Flüssigkeit ausgetreten — Sattel hin oder reparabel?

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Moin zusammen,

ich brauch mal eure technische Einschätzung, ich werde aus der Sache nicht ganz schlau.

Schimano Deore BR-M6120, 4-Kolben, vorn. Ich hab am Sattel rumgeschraubt — konkret die Schraube, die die beiden Sattelhälften zusammenhält, gelockert. Resultat: Dichtung an der Trennstelle hat nachgegeben, Bremsflüssigkeit ist ausgetreten. Selbst nicht weitergemacht, direkt in die Werkstatt.

Aussage dort: Bremssattel komplett tauschen, eine Reparatur sei nicht möglich. Hab dem vertraut, neuer Sattel rein, entlüftet, fertig.

Kurz darauf andere Geschichte: lockere Befestigungsschraube am neuen Sattel entdeckt, beim Nachziehen ins Leere gedreht. Zweite Werkstatt geguckt — Befestigungsschrauben am Gabelholm bei der Montage vertauscht. In 2 Minuten richtig gesetzt, fertig.

Und im selben Atemzug die Aussage der zweiten Werkstatt: der Komplettaustausch wegen der gelockerten Brückenschraube wäre eigentlich nicht nötig gewesen.

Jetzt meine Frage an euch:

Gelockerte Brückenschraube am Sattel - ausgetretene Bremsflüssigkeit ist das normalerweise mit Zusammenschrauben, Neudichten, Nachfüllen und Entlüften erledigt? Oder gibt es Fälle, in denen der Sattel danach tatsächlich Schrott ist und ein neuer zu 100% her muss?

Zur Einordnung: die Werkstatt mit der Aussage "unbedingt neu kaufen" war am Ende dieselbe, die es nicht hingekriegt hat, die Befestigungsschrauben richtig anzubringen.

Danke fürs Lesen.
 
Hilfreichster Beitrag geschrieben von Osti

Hilfreich
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Lockere Schrauben festziehen und dann siehst ja ob es dicht ist.
Neue Dichtungen bekommst du von Shimano nicht also könnte der Shop auch recht gehabt haben .

Außerden ziehen dumme Handlungen ( z.B. Schrauben zu öffnen ohne Ahnung von der Materie zu haben ) Strafen nach sich . ( Geldausgaben )
 
@memphis35 danke für die ehrliche Antwort, fair.

Klar — selbst Hand anlegen ohne Erfahrung war im Nachhinein keine gute Idee, das lerne ich gerade. Damit muss ich leben und mit den verlorenen 100€.

Nur kurze Klarstellung: es war konkret der Banjo-Bolzen am Bremsleitungs-Anschluss, den ich gelöst hatte. Macht in der Beurteilung vielleicht einen Unterschied.

Und zur Einordnung — ich wollte hier ja zwei Sachen trennen:

  1. Was ich falsch gemacht habe → klar, geschenkt. Darum auch sofort in die Werkstatt gegangen, als ich merkte, die lockere Schraube kann ich nicht festziehen.
  2. Was die Werkstätten zu der Situation gesagt haben → da war die eine für Komplettaustausch, die andere meinte rückblickend, es wäre weniger nötig gewesen. Mich interessiert technisch, wer da näher dran ist.
Und nebenbei: die Werkstatt mit der "muss neu"-Aussage war am Ende auch die, die die Befestigungsschrauben am Gabelholm vertauscht hat xD
 
... es war konkret der Banjo-Bolzen am Bremsleitungs-Anschluss, den ich gelöst hatte. Macht in der Beurteilung vielleicht einen Unterschied.
Ja - der Bremsleitungsanschluss / "Banjoschraube" ist NICHT diejenige, die den Bremssattel zusammenhält ;) . Was imho ein noch weniger günstiges Licht auf die (erste) Werkstatt wirft ...
edit: unter der Berücksichtigung des Beitrags von @on any sunday ... welche Schraube hast Du ahnungslos gedreht ?
 
Sorry, klingt für mich im besten Fall nach inkompetenter/unwilliger Werkstatt(-mitarbeiter) oder Abzocke.
1. Banjoanschluss gelockert: mal abgesehen, dass es evtl. etwas zu lose war und nennenswert Bremsmedium ausgetreten ist, ist diese Schraube ja auch dazu da, den Winkel des Banjos (in Grenzen) zu verstellen um die Leitungsführung an den Rahmen anzupassen. Evt. muss dann halt neu entlüftet werden.
(edit: siehe Beitrag on any sunday)
2. Sollte die Dichtung im Banjoanschluss dann doch hinüber sein (eher unwahrscheinlich) gibt es diese Schrauben für Shimano (je nach Sattel) mit Dichtung für ein paar Euro. z. B.:

Triggert mich jedes Mal, dieses Verhalten von "Fachbetrieben" und "Fachleuten".
Gerade erst beim Motorrad durchgemacht. Letztzendlich habe ich dann doch alles selber machen müssen, weil die "Fachleute" alles à la "leck mich, ist ja nicht meins" machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Banjo-Schraube ist dafür gedacht, auch mal gelöst zu werden. Wie sonst will man das Banjo so ausrichten, dass es zur Leitungsführung am Rahmen/Gabel passt?

Von daher: Bleib der ersten Werkstatt fern, und geh lieber zur Zweiten, wenn mal wieder was ist.
 

Okay, bevor ich mich verrenne mit Banjo oder nicht — das war konkret diese Schraube hier. So weit ich mich erinnere: die Schraube hatte ein Loch in der Mitte und war innen hohl.

Bildschirmfoto 2026-06-19 um 09.08.32.png
 
Die BR-M6120 hat keinen Banjo Anschluss.
Die hat einen direkten Anschluss mit Olive.
Da wir nicht wissen, welche Schraube tatsächlich geöffnet wurde:
Leitungsanschluss gelockert: ggf. Leitungkürzen und neu Verpressen, wenn möglch, ansonsten neue Leitung. Der Aufwand wäre für die Werkstatt der gleiche, da bei neuer Bremse ja ebenfalls durch den Rahmen gefädelt werden muss oder Länge der Leitung angepasst werden muss.

Wenn es tatsächlich die Schrauben waren, die den Sattel zusammenhalten, kann es, auch auch Sicherheitsbedenken seitens der Werkstatt, für sie sicherer sein etwas neues zu verbauen. Ob es tatsächlich nötig wäre, würde nur der Dichtigkeitstest nach dem wieder Zusammenschrauben und Entlüften zeigen.
 
Wenn es tatsächlich die Schrauben waren, die den Sattel zusammenhalten, kann es, auch auch Sicherheitsbedenken seitens der Werkstatt, für sie sicherer sein etwas neues zu verbauen. Ob es tatsächlich nötig wäre, würde nur der Dichtigkeitstest nach dem wieder Zusammenschrauben und Entlüften zeigen.
War mir ja selbst auch lieber so — kein Risiko bei einer Bremse, da bin ich voll dabei.

Aber das Ergebnis ist halt absurd: genau die Werkstatt, die kein Risiko eingehen wollte, hat dann die Befestigungsschrauben am Gabel vertauscht montiert. Und als ich damit zurück bin, konnte derselbe Mechaniker das Problem nicht mal sofort sehen — stattdessen: "so kannst du nicht fahren" (klar, frage mich nur wieso ich's überhaupt so bekommen habe), Rad dalassen, eventuell Gewinde nachschneiden. Da dachte ich nur noch: nichts wie weg.

Hätte schlimmer ausgehen können, aber ich hatte Glück: die zweite Werkstatt hat die Ursache sofort gesehen, in zwei Minuten gefixt und mich nett gebeten, der ersten Werkstatt Feedback zu geben. Hab ich gemacht, sachlich. Antwort darauf: Hausverbot. 😄

Edit: die zweite Werkstatt hat in den paar Minuten nebenbei auch festgestellt, dass zu viel Öl im System war, und das gleich mit korrigiert. Auch das hatte die erste Werkstatt nach dem Tausch und Entlüften offenbar nicht sauber hinbekommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Hausverbot geht wohl ins Leere, nehme ich an, denn den Laden wirst sicherlich ohnehin nicht mehr betreten. :D

Wer jetzt recht hatte im Hinblick auf die versehentlich gelöste Schraube, die die Sattelhälften zusammenhält, wird kaum noch zu klären sein, es sei denn Du hast den alten Bremssattel noch. Dann kannst es testen. Wie memphis35 richtig schreibt, rückt Shimano dafür keine Ersatzteile wie Dichtungen raus. Insofern: Wenn eine beschädigt wurde, ist wahrscheinlich in der Tat der Sattel nicht zu retten. Ansonsten wieder zusammenschrauben, neu befüllen/entlüften und gut.

P.S. Das "Scheibenbremsen-Kompendium" von Schildbürger ist hilfreich, um sich einzulesen: https://www.mtb-news.de/forum/t/scheibenbremse-bremst-nur-maessig.1007299/#post-20405365
 
Die erste Werkstatt hatte mir angeboten, den alten Sattel mitzunehmen. Ich dachte aber, dass ich ihn bestimmt nicht brauchen würde. 😞 Shit, hätte ich ihn doch bloß mitgenommen.

Halten wir fest. Neuer Sattel, war keine schlechte Idee aber nur halt von den falschen angebracht worden, so nach meiner Meinung.....
 
Wenn ich das nur wüsste, was in dem Moment durch meinen Kopf ging. Vermutlich wollte ich die Schraube lösen, um etwas Abstand zwischen Sattel und Scheibe zu schaffen — um zu schauen, ob das Quietschen weggeht oder das Rad wieder sauber läuft. Das war ja eigentlich mein Ausgangsproblem. Mir war schon klar, dass ich die Schraube danach wieder festziehen müsste — aber so hätte ich zumindest meine Vermutung bestätigt oder widerlegt, dass die Bremsbeläge gegen die Scheibe schleifen.

Symptom war ja halt: Reifen in der Luft (kein Bodenkontakt), Rad drehte maximal zwei Umdrehungen und blieb dann schlagartig stehen, dazu Dauerquietschen. Sobald ich das Rad nur leicht anschob oder berührte, ging's los. Beim harten Bremsen unterwegs war es weniger zu hören — vermutlich weil die Umgebungsgeräusche dann lauter waren. Mein Händler, womit ich ja eigentlich bereits wegen dem Problem dort war, der nur so: "Muss eingebremst werden"... oh mann... Auch so ein Unsinn irgendwie, die Bremse war def. "eingrembst" :(
 
Moin zusammen,

ich brauch mal eure technische Einschätzung, ich werde aus der Sache nicht ganz schlau.

Schimano Deore BR-M6120, 4-Kolben, vorn. Ich hab am Sattel rumgeschraubt — konkret die Schraube, die die beiden Sattelhälften zusammenhält, gelockert. Resultat: Dichtung an der Trennstelle hat nachgegeben, Bremsflüssigkeit ist ausgetreten. Selbst nicht weitergemacht, direkt in die Werkstatt.

Aussage dort: Bremssattel komplett tauschen, eine Reparatur sei nicht möglich. Hab dem vertraut, neuer Sattel rein, entlüftet, fertig.

Kurz darauf andere Geschichte: lockere Befestigungsschraube am neuen Sattel entdeckt, beim Nachziehen ins Leere gedreht. Zweite Werkstatt geguckt — Befestigungsschrauben am Gabelholm bei der Montage vertauscht. In 2 Minuten richtig gesetzt, fertig.

Und im selben Atemzug die Aussage der zweiten Werkstatt: der Komplettaustausch wegen der gelockerten Brückenschraube wäre eigentlich nicht nötig gewesen.

Jetzt meine Frage an euch:

Gelockerte Brückenschraube am Sattel - ausgetretene Bremsflüssigkeit ist das normalerweise mit Zusammenschrauben, Neudichten, Nachfüllen und Entlüften erledigt? Oder gibt es Fälle, in denen der Sattel danach tatsächlich Schrott ist und ein neuer zu 100% her muss?

Zur Einordnung: die Werkstatt mit der Aussage "unbedingt neu kaufen" war am Ende dieselbe, die es nicht hingekriegt hat, die Befestigungsschrauben richtig anzubringen.

Danke fürs Lesen.
Die erste Werkstatt hatte recht, aber nicht weil es technisch unmöglich ist, einen einmal geöffneten Sattel wieder dicht zu kriegen, sondern weil ein Risiko besteht, dass er nicht mehr dicht ist, wenn die Dichtungen, die zwischen den beiden Sattelhälften sind, nicht erneuert werden.
Für eine Werkstatt ist es ein großer finanzieller Aufwand, solche Jobs zu machen, wenn man mit einem Stundenlohn von 50 Euro rechnen muss, was Dir als Bastler ja nicht in die Rechnung geht.
Dann das Risiko, dass vielleicht eine der Dichtungen beim Murksen zu Hause beschädigt wurde.
Ich weiß nicht, ob Du dann als Kunde besonders zufrieden gewesen wärst, wenn Dir Werkstatt 1 70 Euro in Rechnung gestellt hätte und Du nach zwei Tagen bemerkt hättest, dass Öl am Bremssattel rausläuft. Mit allen Konsequenzen: erstmal extrem quietschende Bremsen mit Bremskraftverlust, dann erneutes Kontrollieren des Bremssattels, Beläge wegschmeißen und dann doch einen neuen Bremssattel brauchen. Als Werkstatt muss man diese Risiken in Betracht ziehen und dann bleibt eigentlich nur, sofort die Teile tauschen.
 
Sind da wirklich Dichtungen dazwischen?

Habe vor ein paar Wochen einen Trickstuff C21 Sattel zerlegt um die Quadringe zu tauschen. Da liegt keine Dichtung dazwischen und der Bremssattel ist auch dicht und der Druckpunkt perfekt
 
Sind da wirklich Dichtungen dazwischen?
Ältere Bremssättel u.a. von Hayes, Formula und Avid hatten zur Abdichtung O-Ringe zwischen den Gehäusehälften. Aus Neugierde schraubte ich vor einigen Jahren einen defekten Zweikolbenbremssattel von Shimano auseinander, da waren ebenfalls O-Ringe dazwischen.
Es gibt sicherlich verschiedene Konstruktionen, die Bremssattelhälften dicht miteinander zu verbinden, z.B. über eine hohle Verbindungsschraube.
Dass die Werkstatt aus Haftungsgründen den Sattel erneuerte, kann ich verstehen. Die unterschiedlich langen Schrauben verwechseln ist blöd, vielleicht hatte die Mechanikerin/der Mechaniker extremen Stress. Wahrscheinlich hätte ich das versucht zu reklamieren.
Ein guter Handwerksbetrieb ist eigentlich für eine Reklamtion dankbar. Besser als wenn der Kunde sein Geld zukünftig zum Mitbewerber bringt und allen vom Pfusch erzählt.
 
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