Aluschrauben an Scheibenbremse

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Hat das schon einmal jemand probiert?


Bremsscheiben
Reichen hinten 3 Aluschrauben?

Vorne bin ich mir unschlüssig ob 6 Alu oder 3 Alu und 3 Titan

Gibts da erfahrungswerte?

Kann man an den PM Adaptern bedenkenlos Aluschrauben verwenden?

Danke
 

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Re: Aluschrauben an Scheibenbremse
Bei den Profis fahren so was einige, ich meine Sauser hätter 3 Alu Schräuchen an den Scheiben.
Ich würde mindestens 3 Titanschrauben verbauen! Wobei ich lieber auf Nr sicher gehen würde und komplett Titan verbauen.
 
wie viel bzw. wenig Gramm ist euch eure Sicherheit wert ?
Aluschrauben an sich sind an der Scheibe schon grenzwertig aber dann noch die Hälfte der Schrauben weglassen halte ich schon für grob fahrlässig.
Leichtbau hin oder her
 
Es gibt ja auch Kunststoffschrauben mit ziemlich guten Festigkeitswerten, davon sollten 2 locker ausreichen.
Die Scheibe würde ich dann aber mit Zweikomponentenkleber an die Nabe kleben, damit sie schön plan aufliegt und nicht schleift... :daumen:
 
Die einzie Stelle, bei der ich mir Aluschrauben trauen würde ist die hintere Postmountaufnahme des Bremssattels. Ansonsten würde ich da lieber die Finger davon lassen. Mag schon sein das manche Profis das machen, aber 1. verbauen die vielleicht jedes mal neue und 2. machen die manchmal auch ganz schönen Mißt.
 
Mal angenommen, wir haben eine 160er Scheibe, ein Fahrergewicht von 100 kg und eine Verzögerung von 6m/s^2. Daraus ergibt sich ein Moment beim Bremsvorgang von 168 Nm, welches von der Scheibenverschraubung aufgenommen werden muss. Bei einem Lochkreisdurchmesser von 44mm und 6 Schrauben, muss jede einzelne 1270 N Querkraft aufnehmen.

Mit korrekten 5 Nm angezogen, haben wir 436 N/mm^2 Zugspannung infolge Montage. Dazu kommen die Querkräfte mit einer Schubspannung von 228 N/mm^2 (Querkraft geteilt durch Kerndurchmesser). Die Vergleichsspannung beträgt nach v.Mises nunmehr 479 N/mm^2. Wir benötigen also Schrauben mit einer Streckgrenze von über 480 N/mm^2 (6.8 reicht als Festigkeitsklasse). Die Alu-Schrauben sind etwas dehnbarer als ihre Stahl-Pendants - somit können Setzungserscheinungen besser kompensiert werden und die Restsicherheit gegen Querkraftrutschen beträgt 1,14 (gg. 0,93 bei Stahl) - die Kräft können entsprechend kraftschlüssig übertragen werden und die Schraube wird gar nicht quer beansprucht.

Mit weniger als 6-Schrauben würde ich nur fahren, wenn ich die Bremse am Hinterrad einsetze und weniger als 75 kg wiege. Titanschrauben dann am Vorderrad...

(Schraubenberechnung erfolgte nach nach VDI 2230)
 
Wobei man beachten sollte, dass Ermüdungserscheinungen (und im speziellen die Ermüdung von Aluminium gg. Stahl und Titan) hierbei nicht berücksichtigt ist. Und das ist ein wichtiger Faktor, denn wer tauscht seine Schrauben regelmäßig?

Mal angenommen, wir haben eine 160er Scheibe, ein Fahrergewicht von 100 kg und eine Verzögerung von 6m/s^2. Daraus ergibt sich ein Moment beim Bremsvorgang von 168 Nm, welches von der Scheibenverschraubung aufgenommen werden muss. Bei einem Lochkreisdurchmesser von 44mm und 6 Schrauben, muss jede einzelne 1270 N Querkraft aufnehmen.

Mit korrekten 5 Nm angezogen, haben wir 436 N/mm^2 Zugspannung infolge Montage. Dazu kommen die Querkräfte mit einer Schubspannung von 228 N/mm^2 (Querkraft geteilt durch Kerndurchmesser). Die Vergleichsspannung beträgt nach v.Mises nunmehr 479 N/mm^2. Wir benötigen also Schrauben mit einer Streckgrenze von über 480 N/mm^2 (6.8 reicht als Festigkeitsklasse). Die Alu-Schrauben sind etwas dehnbarer als ihre Stahl-Pendants - somit können Setzungserscheinungen besser kompensiert werden und die Restsicherheit gegen Querkraftrutschen beträgt 1,14 (gg. 0,93 bei Stahl) - die Kräft können entsprechend kraftschlüssig übertragen werden und die Schraube wird gar nicht quer beansprucht.

Mit weniger als 6-Schrauben würde ich nur fahren, wenn ich die Bremse am Hinterrad einsetze und weniger als 75 kg wiege. Titanschrauben dann am Vorderrad...

(Schraubenberechnung erfolgte nach nach VDI 2230)
 
Wobei man beachten sollte, dass Ermüdungserscheinungen (und im speziellen die Ermüdung von Aluminium gg. Stahl und Titan) hierbei nicht berücksichtigt ist. Und das ist ein wichtiger Faktor, denn wer tauscht seine Schrauben regelmäßig?

Braucht man nicht, im Idealfall! sind die Schrauben an den Bremsen rein statisch belastet. Ich fahre jedenfalls seit Jahren komplett Alu an der Bremse, ausgenommen den vorderen Bremsssattel, da hängen zwei Titanschräubchen.
 
Mal angenommen, wir haben eine 160er Scheibe, ein Fahrergewicht von 100 kg und eine Verzögerung von 6m/s^2.

dieser maximale Verzögerungswert ist rein thoretisch und ohne Reifenschlupf. Keine einzige Bremse bringt am Hinterrad diese Verzögerungswerte auch wirklich auf den Boden, da massiv früher der Bremsgrip schon weg ist und das Hinterrad blockiert. Ausserdem wenn man arg in die Eisen steigt hat man hinten Bremskraft komplett 0, da der Hinterbau schon längst in der Luft ist.
 
Es ist wirklich die frage ob dir die paar Gramm deine sicherheit wert sind....
Geh doch mal die Teileliste von deinem Bike durch, da gibbet bestimmt noch was, woran du völlig ungefährlich sparen kannst...

Mal nen anderer Aspekt, die Gewinde der Nabe können sich mit Schlamm/Dreck zusetzen, wenn sie frei bleiben:rolleyes:
 
Apropos Sicherheit: Titanschrauben (und auch Aluschrauben) haben gegenüber Stahlschrauben bei dieser geringen Einschraublänge durchaus Vorteile. Die Montagevorspannkraft bleibt auch nach dem Setzen in großem Maße erhalten. Bei Stahl sieht das anders aus.

Ich für meinen Teil rüste sofort auf Titan (vorn) und Alu (hinten) um.
 
Was wiegt eigentlich Tesafilm?

Vielleicht kann man dann ganz auf Schrauben verzichten?

Nix verstanden? Die Umrüstung auf Titan bzw. Alu erfolgt aus Sicherheitsgründen!!! Bei Stahlschrauben wird das Bremsmoment über Scherung der Schrauben übertragen. Bei nachgiebigeren Schrauben erfolgt dies kraftschlüssig. Somit werden Gewinde (Nabe) und auch Schrauben weniger belastet.
 
Nix verstanden? Die Umrüstung auf Titan bzw. Alu erfolgt aus Sicherheitsgründen!!! Bei Stahlschrauben wird das Bremsmoment über Scherung der Schrauben übertragen. Bei nachgiebigeren Schrauben erfolgt dies kraftschlüssig. Somit werden Gewinde (Nabe) und auch Schrauben weniger belastet.
Was für ein Schmarrn.
Stahlschrauben kann ich fester anziehen als Aluschrauben, somit ist der Kraftschlusss höher als bei Aluschrauben. Selbstverständlich werden die Schrauben regelmäßig kontrolliert und ggf. nachgezogen.
Aluschrauben haben an einer Bremsscheibe nichts verloren.
 
Nix verstanden? Die Umrüstung auf Titan bzw. Alu erfolgt aus Sicherheitsgründen!!! Bei Stahlschrauben wird das Bremsmoment über Scherung der Schrauben übertragen. Bei nachgiebigeren Schrauben erfolgt dies kraftschlüssig. Somit werden Gewinde (Nabe) und auch Schrauben weniger belastet.

:lol: sagenhafte Theorie...:lol:
bitte ab heute alle Bremsscheibenschrauben und Radbolzen "entlasten", das ist riesiger Sicherheitsgewinn bei Millionen von Auto´s, Motorrädern, bikes....
oje, nein, das geht nicht weil zu teuer, lassen wir es bei den Milliarden von Stahlschrauben

P.S. Anfreund: falls du im 1. Semester Festigkeitslehre bist sei dir verziehen.
 
Is nur komisch, dass ab und zu sogar Sitzstreben an der Bremssattelaufnahme brechen....
Statische Haltbarkeit schön und gut, aber wie ist es wenn die Bremse vibriert?

Dann vibriert mit Sicherheit nicht die Schraubverbindung, sondern der Rahmen oder die Gabel. Aluschrauben sollte man übrigens nach einiger Zeit noch einmal Nachziehen, die neigen nämlich wegen der geringeren Festigkeit zu anfänglicher Kriechverformung.
 
Was für ein Schmarrn.
Stahlschrauben kann ich fester anziehen als Aluschrauben, somit ist der Kraftschlusss höher als bei Aluschrauben. Selbstverständlich werden die Schrauben regelmäßig kontrolliert und ggf. nachgezogen.
Aluschrauben haben an einer Bremsscheibe nichts verloren.

Die Schrauben kannst Du nur so fest anziehen, wie es das Gewinde erlaubt und das ist bei Alu und M5 nun einmal irgendwas um 5Nm. Und was das Anzugsmoment überlebt, hält (in diesem Falle) auch im Einsatz. Ich sage es ja immer wieder gern, Formula hat ganze Bremsenserien ausschließlich mit Aluschrauben ausgeliefert und meines Wissens haben die Verschraubungen da nie Probleme gemacht.
 
Hmm wieso gehen eigentlich immer alle davon aus, dass die Kräfte nur in der Ebene der Bremsscheibe auftreten?! Wenn die Scheibe mal nen Schlag hat bekommen die Schrauben durchaus was ab (mit der Dauerfestigkeit von vorgespanntem Alu ist es ja jetzt mal nicht so toll bestellt). Wäre vielleicht auch noch interessant in wie weit die Bremsscheibe Wärme auf die Schrauben überträgt.
Ansonsten neigt Alu nicht nur anfänglich zum Kriechen, Kaltverfestigung im Sinne von Stahl ist bei dem Zeug nicht möglich.

Mein Senf zum Thema: Möglich ist es, empfehlen würde ich es jedoch Keinem. Vor allem nicht da hier teils unbedarfte Bastler mitlesen und dann auf dumme Ideen kommen. Titan oder Stahl und fertig.
 
Hmm wieso gehen eigentlich immer alle davon aus, dass die Kräfte nur in der Ebene der Bremsscheibe auftreten?! Wenn die Scheibe mal nen Schlag hat bekommen die Schrauben durchaus was ab (mit der Dauerfestigkeit von vorgespanntem Alu ist es ja jetzt mal nicht so toll bestellt).

Verstehe ich nicht, wie soll das gehen? Es wirkt trotzdem nur eine tangentiale Kraft.

Wäre vielleicht auch noch interessant in wie weit die Bremsscheibe Wärme auf die Schrauben überträgt.

Selbst wenn die Scheibe glüht, ist sie in der Regel nahe der Befestigung nur noch handwarm, Stahl ist nicht gerade für seine herausragende Wärmeleitfühigkeit bekannt. Wenn es da ein Problem gäbe, bestünde das bei Alunaben genauso.

Ansonsten neigt Alu nicht nur anfänglich zum Kriechen, Kaltverfestigung im Sinne von Stahl ist bei dem Zeug nicht möglich.

Natürlich erreicht man da mit Kaltverfestigung von Aluminium nicht dieselbe Festigkeitsklasse wie bei Stahl, aber bei Raumtemperatur kriecht das Zeug nicht bis zur Unendlichkeit, weil Verformung da quasi nur durch Versetzungskriechen möglich ist und das ist begrenzt. Korngrenzengleiten setzt extreme Feinkörnigkeit voraus, Diffusionsvorgänge deutlich höhere Temperaturen.
 
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