Mal angenommen, wir haben eine 160er Scheibe, ein Fahrergewicht von 100 kg und eine Verzögerung von 6m/s^2. Daraus ergibt sich ein Moment beim Bremsvorgang von 168 Nm, welches von der Scheibenverschraubung aufgenommen werden muss. Bei einem Lochkreisdurchmesser von 44mm und 6 Schrauben, muss jede einzelne 1270 N Querkraft aufnehmen.
Mit korrekten 5 Nm angezogen, haben wir 436 N/mm^2 Zugspannung infolge Montage. Dazu kommen die Querkräfte mit einer Schubspannung von 228 N/mm^2 (Querkraft geteilt durch Kerndurchmesser). Die Vergleichsspannung beträgt nach v.Mises nunmehr 479 N/mm^2. Wir benötigen also Schrauben mit einer Streckgrenze von über 480 N/mm^2 (6.8 reicht als Festigkeitsklasse). Die Alu-Schrauben sind etwas dehnbarer als ihre Stahl-Pendants - somit können Setzungserscheinungen besser kompensiert werden und die Restsicherheit gegen Querkraftrutschen beträgt 1,14 (gg. 0,93 bei Stahl) - die Kräft können entsprechend kraftschlüssig übertragen werden und die Schraube wird gar nicht quer beansprucht.
Mit weniger als 6-Schrauben würde ich nur fahren, wenn ich die Bremse am Hinterrad einsetze und weniger als 75 kg wiege. Titanschrauben dann am Vorderrad...
(Schraubenberechnung erfolgte nach nach VDI 2230)