Braking Bad

D

Deleted 244202

Guest
Ich versuche bereits seit einigen Wochen besser meine Vorderradbremse zu nutzen, bzw. das Zusammenspiel aus VR- und HR-Bremse zu verbessern. Was wären eure Tipps, wie man das am besten angeht? Wäre für jede nützliche Hilfe dankbar!
 
Hm, schwierig, ich habe das damals gelernt als ich meinen Motorradführerschein gemacht habe, das war ca vor 12 Jahren und das erste Motorrad mit ABS in Serie war ne Honda CBF 1300 wenn ich das richtig in Kopf habe, bei allen anderen hieß es noch richtig bremsen, wozu auch eine Gefahrbremsung auf dem Übungsplatz gehörte, in der Prüfung bitte ohne ablegen :D
Ich meine mein Fahrlehrer hat mir eingetrichtert vorne soviel wie geht, hinten nur wenn nötig, da blockiert es eh direkt, kann man sich also auch sparen.
Ich fahre zwar lange kein Mopped mehr, halte es aber auf dem Rad ähnlich, vorne immer ordentlich reingreifen, hinten eher locker mitschleifen lassen. Lässt sich natürlich nicht auf jede Fahrsituation übertragen, aber ich komme damit in der Regel gut zurecht. Natürlich auch immer auf den Untergrund achten und langsam rantasten, ein ausbrechendes Hinterrad fängt man evtl noch, ein Vorderrad is da schon schwieriger.
Hoffe das hilft Dir ein wenig :bier:
Gruß
Järrit
 
Du hast nicht geschrieben, worum es konkret geht.
Bei einer Straßenverkehrs-Schreckbremsung macht man automatisch die vordere Bremse zu, von daher ist es nie verkehrt, das vorher zu üben. Das größte Problem dabei ist, sich dem Bremslastwechsel entgegenzustemmen, also mit Körperspannung und Armen und Beinen das Körpergewicht hinten zu halten. Es dauert erfrahrungsgemäß sehr lange, bis das automatisch klappt. Universelle MTB-Reifen haben auch oft keinen berauschenden Straßengrip, daher beim Bremsen immer geradeaus fahren.
Im Gelände wird's z.B. schwierig, wenn in einer steilen Abfahrt enge Kurven auftauchen. Dann muss man vorne bremsen und gleichzeitig lenken. Also quasi balancieren.
In Kurven sollte man mMn nicht gleichzeitig schnell sein und bremsen. Und wenn doch, dann vorsichtig.
 
Bremsen lässt sich doch recht leicht üben, wenn man wie Du grundsätzlich weiß was zu tun ist. Abhang/Böschung mit ordentlich Gefälle suchen und probieren. Gewicht deutlich variieren, auf's VR bzw. HR. Was passiert, wenn Du im Bremsvorgang, das Gewicht deutlich verlagerst, etc..
 
Wichtig ist herausfinden wie viel Druck am VR möglich ist bevor es wegrutscht und sich dieser Grenze soweit wie möglich anzunähern. Wenn ich nicht genau weiß wie viel Druck der Untergrund ermöglicht führe ich einfach eine Probebremsung durch bis das VR blockiert. Die hintere Bremse dosierte ich so dass das HR möglichst nicht blockiert dabei ist die Bremswirkung am höchsten und der Anteil der hinteren Bremse an der Gesammtbrrmswirkung darf nicht unterschätzt werden. Hab ich nach einem plötzlichen Defekt der hinteren Bremse und anschließendem Kontakt mit Stacheldraht mal rausgefunden...
 
Vielen Dank für die Antworten, da sind bereits sehr gute Aspekte dabei.
Bremsen lässt sich doch recht leicht üben, wenn man wie Du grundsätzlich weiß was zu tun ist.
Bremsen gehört für mich mit zu den komplexesten Techniken beim Biken und daher finde ich hier einen Austausch dazu wichtig! Miteinander kann man sehr viel voneinander lernen :daumen:

Bestes Beispiel:
Im Gelände wird's z.B. schwierig, wenn in einer steilen Abfahrt enge Kurven auftauchen.
Wenn es in engen Kurven bergab geht, dann habe ich immer das Gefühl, dass ich Unmengen Grip am Vorderrad bräuchte. Und da finde ich folgenden Tipp schonmal sehr gut:
Wenn ich nicht genau weiß wie viel Druck der Untergrund ermöglicht führe ich einfach eine Probebremsung durch bis das VR blockiert

Bei einem Stoppie finde ich das allerdings schwierig, da ich Gleichzeitig meinen KSP nach oben/vorne bringe. Da reicht der Grip am Vorderrad gefühlt irgendwie nie aus... Und woanders wurde bereits erwähnt, dass man dafür eigentlich nicht so viel Grip bräuchte. Daher gehe ich erstmal davon aus, dass bei meinem Bremsvorgang irgendwas falsch/anders ist und versuche das jetzt zu optimieren. Für weiteren Input bin ich da immer dankbar!
 
Wenn die Bremskraft vorne nicht ausreicht, ist Dein Schwerpunkt zu weit hinten. Probier mal aus was ich geschrieben habe. Zwischen "bremst nicht" und "Stillstand" liegen evtl. nur 20cm Gewichtsverlagerung. Wenn man den Punkt gefunden hat, hilft das enorm und spart auch auf langen steilen Abfahrten massiv Fingerkraft. Dazu passt auch Deine Aussage, dass enge steile Kurven und der Stoppie schwer fallen. Aus eigener Erfahrung würde ich sagen NOCH weiter nach vorne.
 
Also mein Schwerpunkt ist schon sehr zentral. Nur beim Stoppie muss mein Vorderrad ja die gesamten Kräfte übertragen. Da habe ich noch nicht den Punkt gefunden, wie das ohne viel Grip (vom Boden her) klappt. Reifen ist ein Trailking BC 2.4 mit 1,5bar.
 
Also mein Schwerpunkt ist schon sehr zentral. Nur beim Stoppie muss mein Vorderrad ja die gesamten Kräfte übertragen. Da habe ich noch nicht den Punkt gefunden, wie das ohne viel Grip (vom Boden her) klappt. Reifen ist ein Trailking BC 2.4 mit 1,5bar.
Wo liegt denn genau dein Problem? Zielgenau zum stehen zu kommen oder die Balance zu halten?
 
Ich würde mir im Sommer eine saftige, flache Wiese und ein Rad mit Flat Pedals nehmen und einfach so lange üben, bis es geht. Das Bewegungsmuster kann man sich schlecht anlesen!
 
Ich gehe in Ermangelung weiterer Infos von gemächlicher, technischer Fahrt (im Gefälle) aus. Ich nehme weiterhin an, Du ziehst die HR Bremse gerade so stark, dass das Rad nicht blockiert.

Also mein Schwerpunkt ist schon sehr zentral. Nur beim Stoppie muss mein Vorderrad ja die gesamten Kräfte übertragen. Da habe ich noch nicht den Punkt gefunden, wie das ohne viel Grip (vom Boden her) klappt.
Ich schreibe: Gewicht auf's VR, Du schreibst: zentral...?? Wenn Dein VR auf wenig griffigem Untergrund keinen Grip hat, bist Du zu schnell und/oder hast zu wenig Gewicht auf dem VR. Ebenso hast Du weniger Bremswirkung, weil Dein Körpergewicht von Hinten schiebt.

Ich würde mir im Sommer eine saftige, flache Wiese und ein Rad mit Flat Pedals nehmen und einfach so lange üben, bis es geht.
Ich dagegen würde mir ein Gefälle suchen, und den Bremspunkt am VR in Abhängigkeit von der Schwerpunktverlagerung "erfahren". In der Ebene lässt sich m.M.n. vielleicht eine Vollbremsung üben, aber nicht das Bremsen im Berg, auch wenn die Idee mit dem rutschigen Wiesenuntergrund sicher auch ihren Effekt haben wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich schreibe: Gewicht auf's VR, Du schreibst: zentral...?? Wenn Dein VR auf wenig griffigem Untergrund keinen Grip hat, bist Du zu schnell und/oder hast zu wenig Gewicht auf dem VR. Ebenso hast Du weniger Bremswirkung, weil Dein Körpergewicht von Hinten schiebt.
Danke, werde ich mal ausprobieren! Noch mehr Gewicht auf's Vorderrad könnte evtl. helfen.
 
Also wenn ich auf dem Vorderrad fahre/stehe muss ich mehr Gewicht aufs Vorderrad bringen um mehr Grip zu haben. Habe ich das jetzt richtig verstanden?

(und was ist mit dem lastenfreien Lenker? :D)

:crash:
 
und wie ist das zu bewerkstelligen?

Bezogen auf den lastenfreien Lenker hilft eindeutig nur Wheelie fahren... Wobei, evtl. kommt da kurzzeitig negative Kraft zum Zuge :D
Im Ernst, was ist genau Deine Frage jetzt? Bei Druck aufs Vorderrad zum Stoppie fahren hast Du wohl eher keinen lastenfreien Lenker oder worauf willst Du hinaus?
 
Der unerschütterliche Glaube an den begnadeten Autodidakten. :teufel:
Bei vielen langts dann gerade mal zum Sandler.

Ich will die Heilige Kuh "Fahrtechnik" ja nicht schlecht reden, auch ein Fahrtechnik-Kurs kann sicher sinnvoll sein. Aber es ist in der Tat so, Autodidaktik gehört dazu wie ich finde. Wobei Autodidaktik hier auch als Begabung angesehen werden kann. Allein von Vokabeln lernen werde ich ja auch kein Sprachgenie. "Können" kann man halt nicht lernen :daumen:
 
@Alpe7: Verwechsle bitte Gewicht aufs Vorderrad nicht mit Arme beugen. Denn ersteres geht durch a) Arme beugen, b) Beine strecken (Tief-Hoch-Bewegung, Arme bleiben aber weiterhin auf dem üblichen Abstand, leicht gebeugt) oder c) Schräge der Abfahrt.

Alles führt zu mehr Gewicht auf dem VR, aber nicht jede Technik geht immer. Beispiel:
Endo/Stoppie mit stark gebeugten Armen ("Kinn am Vorbau") ist komisch und schwer kontrollierbar imho.
Tief-Hoch-Bewegung in steilem Geläuf kann leicht zu Köpper führen.
usw.
 
Das mit dem "mehr Gewicht auf dem VR" hab ich immer noch nicht verstanden.
Sobald das Hinterrad in der Luft ist, gibt es noch genau einen Kontaktpunkt zwischen Fahrrad und Boden, und der ist die Aufstandsfläche des Reifens am Vorderrad. Folglich ist da sowieso alles Gewicht drauf (solange mir keine Flügel wachsen oder ich von der Erdscheibe falle). Wo soll denn mehr Gewicht als alles Gewicht herkommen?
Ich kann durch weiter nach vorne gehen meinen Schwerpunkt noch mehr in Richtung Kipppunkt bewegen, oder ich kann meinen Schwerpunkt durch Strecken oder Anwinkeln der Arme minimal höher oder tiefer legen. Aber all das führt doch nicht zu "mehr Gewicht auf dem Vorderrad" wenn sowieso schon alles Gewicht auf dem Vorderrad lastet.
:ka:

(Jetzt hab ich dasselbe Problem, das Oldie-Paul letztens bei der Kurventechnik hatte. Nur dass das mit dem Steine aufheben beim Stoppie nicht so einfach ist :lol:)
 
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