Fahrräder aus nachwachsenden Rohstoffen

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Hoffe, das ist die richtige Kategorie... heute gefunden auf Spiegel online.

Neue Werkstoffe im Fahrradbau

Bambus statt Blech

Fahrradrahmen aus Carbon und Aluminium waren gestern. Eine wachsende Zahl
von Bike-Designern experimentiert mit nachwachsenden Rohstoffen. Vor allem
Bambus erweist sich als geeigneter Werkstoff - doch auch Hanf kommt zum Einsatz...

Quelle: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,667888,00.html
 
Neue Werkstoffe im Fahrradbau
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1895
 
metalle haben eine recycling-quote von über 80%. ist ja nicht so, dass man die verbraucht. da gibt es doch dringlicheres, wo man mit nachwachsenden statt endlichen rohstoffen experimentieren sollte...
 
metalle haben eine recycling-quote von über 80%. ist ja nicht so, dass man die verbraucht. da gibt es doch dringlicheres, wo man mit nachwachsenden statt endlichen rohstoffen experimentieren sollte...

Meinst du jetzt Bio-Kettenöl und Hanfschutzbleche oder willst du Ketzerei im Bereich Automobilbau betreiben?
 
Meinst du jetzt Bio-Kettenöl und Hanfschutzbleche oder willst du Ketzerei im Bereich Automobilbau betreiben?

ketzerei? wieso das? also 2/3 meiner lieferanten bedienen sich ausschließlich aus recyclingstahl, so umweltorientierte unternehmen sind das :love: stahl, alu und erst recht die anderen NE-metalle werden nicht verbraucht, sondern großteils wiederverwetet
 
Ich dachte eher an den Verbrauch von Kunststoffen und Energie.

Wie viel Schrott in einer Gießerei verarbeitet wird habe ich in einem Praxissemester kennen gelernt (aber auch, dass ein Induktionsofen in 6 Min meinen Jahresbedarf an Strom frisst).
 
Wir kriegen ja nicht mal hin, die Weltbevölkerung aus nachwachsenden Rohstoffen satt zu kriegen.

Wenn wir in den Industrienationen jetzt auch noch anfangen, die Anbauflächen der Welt mit Nutzpflanzen für unseren Materialbedarf vollzupflastern, müssen wir uns langsam ein biologisch abbaubares Massenvernichtungsmittel für die dann überflüssige Bevölkerung der 3. Welt ausdenken.

In Brasilien sind z.B. schon beträchtliche Anbauflächen für Nahrungsmittel in Plantagen für BTL-Pflanzen umgewandelt worden.

Ich für mein Teil bescränke den Rohstoffbedarf meiner Bikes, indem ich die Dinger laaaange benutze.

Ohne Nachhaltigkeit geht hier auf der Kugel in ein Paar Hundert jahren nicht nur das Licht aus...
 
Wieso abbaubare Massenvernichtungsmittel für die Dritte Welt? Nahrungsmittelmangel löst sich von selbst ...

Zumal wir denke ich genug haben, nur nicht am richtigen Ort.
Auf der anderen Seite ist unsere Gesellschaft eh genial, durch Steuerliche Gründe ist es günstiger eine Pelletheizer mit Getreide zu betreiben als eine Öl/Gas Heizung.
Zur Fortbewegung kauft man sich den besten Wagen, den man sich leisten kann ... hier in D sind es noch harmlos, in den USA ist es normal mindestens 3 Liter Hubraum zu haben, besser 5 Liter und dann fährt man auf die Interstate und haut den Tempomat bei 110 km/h rein, bevorzugt alleine mit einem 2 - 3 Tonnen SUV/Pickup.
 
Zumal wir denke ich genug haben, nur nicht am richtigen Ort.

Stimmt: Italienische Dosentomaten in Mocambique z.B. Die werden mit EU-Fördergeldern da hin verschachert. Der ortsansässige Tomatenbauer ist dann frei für die örtliche Guerillatruppe. Da krigt er wenigstens ein Paar Kröten, um seine Familie durchzubringen, bis sie von der Gegenseite massakriert wird, die den Platz für den Anbau von genmanipulierten Ölpflanzen braucht...
 
Ich dachte eher an den Verbrauch von Kunststoffen und Energie.

Wie viel Schrott in einer Gießerei verarbeitet wird habe ich in einem Praxissemester kennen gelernt (aber auch, dass ein Induktionsofen in 6 Min meinen Jahresbedarf an Strom frisst).

ok, dann verschrotten wir alle pc´s der welt arbeiten nur noch per brief wie anno duwak und schon sparen wir mal richtig strom. ach ja, fernseher, handys, i pods etc hab ich glatt vergessen.
 
Intelligentes Energiesparen ist das definitiv nicht, ein Handy/Ipod braucht pro Ladung 5 Wh und hält eine Woche (ungefähr), darüber muss man also nicht diskutieren. Wenn es aber als selbstverständlich angesehen wird, dass für die 2 km Arbeitsweg 1,5 - 3 Tonnen Material bewegt werden soll, ist das für mich Verschwendung.

Schau dir mal den Durchschnittlichen Spritverbrauch von PKWs an (von Spritmonitor.de):
1980 - 2000 6,5 l Diesel/100 km bzw. 8,5 l Benzin/100 km
2000 - 2010 6,6 l Diesel/100 km bzw. 8,1 l Benzin/100 km
Die Werte könnten deutlich niedriger werden, aber man fährt heutzutage halt mit doppelt so viel Leistung und 50% Mehrgewicht rum. Aber nennenswert schneller kommt es mir auf der Straße nicht vor.

Bei den PCs ist es ähnlich, zum surfen einen 3 Ghz Quadcore halte ich für Geld und Energieverschwendung. Da bringt eine 2 Ghz Core 2 Duo Notebookcpu das selbe inclusive Leistungsreserve.

Den Rahmen im Beitrag oben sehe ich als ökologische Augenwischerei an:
Man klebt ein paar Bambusrohre mit nem Pfund Epoxydharz zusammen, laminiert Metallbuchsen für Tretlager, Lenkung, Sattelstütze und Räder dran um 1,5 kg Alu einzusparen. Dann gibt man dafür 2700 € aus. Für den Preis kriegt man einen sehr guten Carbonrahmen, in dem genauso Epoxydharz und Metallbuchsen verbaut sind. Evtl. spart man mit dem Bambusrahmen 2 Liter Erdöl und man kann guten Gewissens in den Q7 rumfahren, weil man ja schon mit dem Fahrrad so viel gutes getan hat.

Der einzige Grund evtl. so einen Rahmen zu fahren währen für mich die im Beitrag genannten Dämpfungseigenschaften, wobei mich auch die Dauerhaltbarkeit in der Praxis interessieren würde. Und optisch müsste sich noch was tun, so ist er nämlich nicht mein Fall.
 
Interessant, wie sich das hier seit gestern entwickelt.

Bin gar kein Öko-Typ, hab die Nachricht nur zur Info hier reingestellt - ist ja ein Bike-Thema... ;-))

Aber nett zu sehn, was Ihr hier so draus macht.


In diesem Sinne
S.
 
Kann mich mwulf nur anschließen.

Solange Strom noch so billig ist, dass Leute ihre Geräte auf "Standby" laufen lassen, brauchen wir keine Bambus-Rahmen.
Solange Energie noch so billig ist, dass Leute ihre gesamte Bude auf 22 Grad heizen, brauchen wir keine Bambus-Rahmen.
Solange noch irgendjemand so krank ist mit dem Auto zur Arbeit zu fahren (oder wg Haus in der Pampa gar dazu gezwungen), brauchen wir keine Bambus-Rahmen.
Solange dicke Autos, schnelle Rechner mit Mehrkernprozessoren und riesige Fernseher von der Gesellschaft angestrebt werden, brauchen wir keine Bambus-Rahmen.

Es ist unbestritten eine nette Spielerei, allerdings wird sich noch viel im Alltag verändern müssen bis es sinnvoll wird einen Bambus-Rahmen nur aus dem Grund des nachwachsenden Rohstoffs in Serie zu produzieren.
 
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