Hinterbau neu lagern, welche Lagerqualität?

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Deleted 125853

Guest
Servus Forengemeinde,

ich habe vor (spätestens) im Winter dem Hinterbau meines FRX neue Lager zu spendieren. Als Freund rostfreier Metalle stelle ich mir die Frage, ob ich eventuell Edelstahllager verwenden soll?!
Da Edelstahl jedoch nicht so hart ist, wie ein spezieller Lagerstahl unterscheiden sich die Tragzahlen dieser Lagertypen z. T. deutlich voneinander. Hat jemand von Euch schon Erfahrungen zum Thema Edelstahllager im Hinterbau sammeln können? Was führt schneller zum Versagen der Lager? Tod der Lager durch Rost, oder durch Einlaufen?

Die Verwendung beidseitig gedichteter Lager ist dabei selbsverständlich (z. B. 2RSH).

Gruß,

Markus
 
In meinem Nerve baue ich regelmässig Inlinerlager ein, billigste Qualität ohne Schleifdichtung (wechseln ist easy...).

Kaputt gehen die, weil die sich ja immer nur wenige Grad bewegen, teils nichteinmal über den Abstand der einzelnen Kugeln hinaus.

Einlaufen können die von daher garnicht. Sie gehen einfach fest, durch Dreck und Rost. Letzteres hättest du ja mit Edelstahl vermieden. Auch mit Schleifdichtung kommt aber Dreck hinein.
 
Da hast Du sicher recht! Wobei ich denke den Dreck drückt man in den meisten Fällen bei der "Pflege" des Bikes in die Lager ;-).
Einlaufen war eventuell der falsche Ausdruck. Durch die "quasistatische" Belastung der Lager in so einem Hinterbau kann es bei entsprechender Belastung durch zu große Kräfte zu einer plastischen Verformung im Bereich der Kugelauflagefläche kommen. Das Lager hat dann sozusagen einen Rastpunkt/ Rastbereich. Ob und wie sich das auf die Performance eines Hinterbaus auswirkt weiss ich nicht, weswegen ich auch meine Frage an die Gemeinde gestellt habe.
Lohnen sich Deiner Meinung nach hochwertige Lager nicht? Ein 608 2RSH von SKF kostet ja auch "nur" 2,20- 2,80 €.
Da ich den Hinterbau noch nicht auseinandergenommen habe kann ich halt noch nicht abschätzen was mich mehr ärgern würde. Die Preise für haltbarere Lager, oder das Auswechseln der Lager.

Gruß,

Markus
 
Ich denke schon, dass sich Lager, die länger halten, lohnen.
Wenn die Rastpunkte, die die Lager bekommen, von zu weicherm Material herrühren, wäre das ein Argument; zumindest in meiner VeltecDH Nabe waren es eindeutig Rastpunkte, und die kommen sicher davon, dass das billige Lager die Schläg nicht vertrug.

Ich hatte halt 50 St. Inlinerlager übrig...
 
So, hab mich für die guten SKF- Lager entschieden (kein Edelstahl). Werde berichten, wie die sich schlagen im Vergleich zu den Serienlagern.

Gruß,

Markus
 
Die Lebensdauer der Hinterbaulager wird nicht von der Tragzahl begrenzt, sondern von
- der Qualität des Schmierstoffs (d.h. es sollte kein Wasser und kein Dreck drin sein) und damit
- der Qualität der Dichtungen
- der Korrosionsbeständigkeit der Wälzkörper und Ringe

Nimm also lieber ein Edelstahllager mit guter Dichtung - und das von einem renomierten Hersteller wie z.B. SKF.
Ich hab z.B. W608-2RSH verwendet.
- W steht für Edelstahl
- 608 ist die Lagerreihe und der Bohrungsdurchmesser
- 2RSH sind beidseitige, berührende Dichtungen. Die RSH ist die 'dichteste' Variante.
 
So ich hab mein 09er FRX auch koplett zerlegt um den Lack abzubeizen!
Meint Ihr ich soll gleich alle Lager tauschen?
Sehen eigentlich noch recht ordentlich aus, aber ich weiss nicht so genau... (Ich muss sicher das Lager zwischen Kettenstreben und Hauptrahmen noch genäuer überprüfen, geht etwas zäh...)

PS: brauche ich Spezialwerkzeug für das Ein- und Auspressen? oder gibt es da irgendwelche Triks?
 
@derwolf02: Im Prinzip hast Du recht, aber bei Mountainbikes werden die Kugellager für einen Belastungsfall eingesetzt, für den sie nicht konzipiert sind.
Für einen solchen Belastungsfall würde man eigentlich auch kein Kugellager, sondern ein selbsschmierendes Gleitlager verwenden. Hier ist allerdings die axiale Kraft das Problem. Auch Kegelrollenlager wären hier eine bessere Lösung, sind allerdings nicht in solchen Dimensionen zu bekommen und bedürfen einer "extra" Dichtung, um Schmutz und Feuchtigkeit von den Wälzkörpern fern zu halten. Auch ist der Aufbau der Lagerung und die Einstellung des Lagerspiels nicht ganz einfach zu realisieren, da nur beschränkter Bauraum zur Verfügung steht.
Die komplette Konstruktion der Lagerung bei gefederten Hinterbauten im Fahrrad Bereich scheint mir doch arg kompromissbehaftet.

Pauschal zu sagen Dreck und Feuchtigkeit zerstören die Lager eher, als die Belastung halte ich in solch einem Fall für gewagt.

Nur meine Meinung
 
@volleybecker: Klar wären selbstschmierende Gleitlager für oszillierende Bewegungen wie am Hinterbau besser, aber geringere Anlaufreibung und einstellbares Spiel (je nach Konstruktion der Wälzlagerlösung) sind gute Argumente für Wälzlager.

Dass die Tragzahl relativ egal ist hab ich nur aus Erfahrung behauptet. Jedes der Lager, das ich bisher rausgeholt hab aus meinen Hinterbauten, hat geknirscht und ist rauh gelaufen aufgrund von Schmutz im Fett - und nicht aufgrund von Eindrückungen auf der Laufbahn, was auf Unterdimensionierung schließen lässt.
 
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