Ladies mit ihren Bikes im Einsatz

so, nach Sichtung der Bild-Ausbeute aus 2 Wochen Westalpen gibt's hier mal wieder ein bisschen Thread-Futter :D

Angefangen hat's mit viel Flow und zwei leichten Übergängen.



Fahr- und Lauftechnisch leicht, aufgrund mangelnder Fitness und null Akklimatisation (von 140müN Wohnhöhe auf 2800müN Alpenpass) allerdings konditionell für mich leider gar nicht so leicht :( auf 2200Metern setzte die Schnappatmung ein :rolleyes:
Dafür spektakuläre Landschaft und noch recht genehme Temperaturen...







der letzte Grashügel zog sich ganz schön in die Länge mit kaum Gefälle und immer wieder Gegenanstiegen...



und die letzte Abfahrt wurde aufgrund von übertrieben viel Flow mit fotografischer Missachtung gestraft :cool:
 
Wo wart ihr denn stationiert? Sieht ja echt schon wieder saugeil aus....

hier und da... :D
Grob in den Westalpen, immer nahe der französisch-italienischen Grenze. Valle Varaita, Sturatal, Ubayetal, ein wenig Queyras, dann noch Entraque und zum Schluss noch Pistendownhill :mad: im Royatal.

Wir haben alle paar Tage Station gewechselt, quasi immer wenn die interessantesten Touren abgegrast waren, oder/und sich keine Übernachtungsmöglichkeit bot. Am Ende sind wir dann auch noch vor der drohenden Schlechtwetterfront aus dem Norden weiter Richtung Süden geflohen. Den ersten Tag waren wir bei Casteldelfino.
 
Hallo Scylla!
Schöne Bilder, Bekannte von mir waren auch erst in den Westalpen (Sturatal) und schwärmten davon. Ich kenne lediglich die Ecke um die LGKS/Tende recht gut. Was meinst Du mit "PistenDH:mad: im Royatal". Das Royatal ist doch eigentlich wild, abwechslungsreich und malerisch.

Und - erzähl - was gibts für ein neues Rad, Dein Leichtvill steht zum Verkauf.
Hattest Du nur das Hardtail in den Westalpen mit? Puh, anstrengend, das geht auf die Knochen... so gern ich selbst mit meinem kleinen Bergamont fahre, genieße ich das fluffige "Big Bike" immer wieder von Neuem gern :)
Grüße!
 
Was meinst Du mit "PistenDH:mad: im Royatal". Das Royatal ist doch eigentlich wild, abwechslungsreich und malerisch.

Das Royatal ist wunderschön anzuschauen. Runtergefahren sind wir trotzdem auf einer Piste... und zwar einer richtigen, nicht nur als Schimpfwort für einen langweiligen Trail. Wir hatten uns bei Tende einen in OSM eingestuften Wanderweg rausgesucht, zu dem man auf einer Piste rauffahren konnte. Das Ding war in der Wanderkarte drin, in OSM, und sogar laut lokaler Karte eine offizielle Mountainbikestrecke. Auf der Piste hingen auch noch entsprechende VTT Schilder. Oben angekommen waren da ein letztes Schild, eine Andeutung eines Wegs, eine Wiese, ein Zaun und ... noch mehr eingezäunte Schafweiden. Den Weg konnte man nur noch erahnen, wenn man dank GPS wusste, dass er da sein sollte. Keine Wandermarkierung, kein VTT Schild, nichts. Wir sind dann noch ein wenig runtergelaufen, aber es wurde nicht besser. Also Plan B: ein paar hundert Meter die Piste zurück und den nächsten Wanderweg nehmen. Diesmal war tatsächlich eine Markierung da, aber das oberste Stück war auch total verfallen. Beim nächsten Einstieg auf den Weg von der Piste aus sah's schon besser aus, da waren tatsächlich Steinmännchen. Aber auch hier war der Einstieg seltsam. Man musste von der Piste aus über ein verfallenes Steinmäuerchen klettern, und sah den Weg erst ein Stückchen weiter oben. Danach gab es tatsächlich rund 200 Höhenmeter fahrbaren und offensichtlich (wenn aus spärlich) benutzten Trail. Bei der nächsten Pistenkreuzung leider wieder dasselbe Spiel wie zu Anfang: der Wanderweg verlief sich im Nichts, die Spuren zweigten auf die Piste ab. Nach etwas Suchen mit Hilfe des GPS fanden wir tatsächlich verwitterte Wandermarkierungen, aber der Weg sah derartig verfallen und zugewuchert aus, dass wir beschlossen, es bleiben zu lassen. Das Risiko, nach wenigen hundert Metern sprichwörtlich im Wald zu stehen war zu hoch, und um wieder sinnlos hochzulatschen war's uns zu dumm. Also sind wir letztendlich gute 1300 Höhenmeter auf derselben Piste, die wir hochgekommen waren, wieder runtergefahren. Ein nicht ganz so netter Urlaubsabschluss. Wahrscheinlich hatten wir einfach nur Pech und die falsche Ecke erwischt... direkt bei Tende hätte ich das eigentlich nicht gedacht, dass die Wanderwege in einem derart miesen Zustand sind :confused: ... aber einen guten ersten Eindruck hat mir das Royatal trotzdem nicht hinterlassenm :(
 
Zuletzt bearbeitet:
weiter gehts...

Nachdem wir im Ankunftsort nur zwei Übernachtungen bekommen hatten (Ferienzeit in Italien und Frankreich... die Schwierigkeiten mit den Unterkünften sollten uns zwei Wochen lang begleiten :rolleyes:) beschlossen wir, eben eine Zweitagestour einzuschieben. Einmal um den Monte Viso herum...
die erste Etappe ging von Casteldelfino hoch am Rifugio Q. Sella vorbei zum Rifugio Pian del Re. Hoch haben wir den allerwunderschönsten Trail getragen. Viele S2 Flowstücke mit immer wieder eingeworfenen etwas böseren Technik-Passagen wo man hätte wunderbar einen ganzen Tag mit Spielen verbringen können :love:. Ich war die ganze Zeit damit beschäftigt, mich darüber zu ärgern, dass die Richtung falsch ist :mad:... wir kommen wieder! :D



Nach der Schlepperei eine kleine fahrbare "Hochebene" mit seltsamen Steinmännchen (ist es eigentlich Tradition in Italien, lange Steinspitzen aufrecht aufzustellen, anstatt konventionell Häufchen zu bauen? Haben wir jedenfalls noch öfter gesehen)



danach ging's erst mal ein Stückchen wellig bergab zum ersten Rifugio auf einem sehr schönen Flowtrail Marke "superanstrengend mit dem Hardtail" (Votec Tox weiß, was ich meine ;))







darauf erst mal Kaffee und Kuchen und weiter ging's, nicht mehr ganz so flowig:





die Brocken wurden immer größer, teilweise kindskopfgroßes loses Geröll. Superanstrengend! Die Müdigkeit+Hardtail zusammen mit dem Versuch, einen 1ply Reifen hinten zu fahren rächten sich irgendwann: Durchschlag :rolleyes: ... hatte ich seit bestimmt 1 Jahr nicht mehr! Also erst mal Platten flicken und weiter. Mittlerweile war's recht spät, daher gibt's ab da auch nicht mehr so viele Bilder, weil wir uns beeilen mussten.



Irgendwann waren wir dann doch noch am Rifugio, und bekamen sogar noch einen Schlafplatz. Waren zwar nicht viele Höhenmeter, aber mit hat's dicke gereicht, vor allem weil ich immer noch nicht an die Höhenluft gewöhnt war und daher über 2200 Metern alles doppelt so anstrengend erschien. Flachlandindianer halt :(
 
Monte Viso Umrundung Teil II:
in der Nacht hatte es am Pian del Re gewittert, entsprechend war es nass als wir aufbrachen. 50m einfahren zum Traileinstieg, dann kam wieder die übliche Trageorgie... Gott sei Dank war es recht einfach zu laufen auf einem alten Salz-Handelsweg, aber es zog sich. Beim Hochlaufen wurden wir von mehreren Wanderern mal wieder für verrückt erklärt, und gewarnt, dass es unmöglich sei, mit den Rädern durch den Buco di Viso zu kommen... einer der höchsten Tunnel in den Alpen. Egal, zur Not hätten wir auch einfach über den Pass laufen können. Der Tunnel war am Ende etwas zugeschüttet, aber nicht so kompliziert, wie erwartet. Erst den Rucksack hochbringen, dann Vorderräder raus, Räder hochreichen, fertig. Zu zweit eine lustige Übung, alleine wäre es etwas ätzender geworden.



Die Abfahrt war dann leider nicht so der Bringer. Erst mal eine nur minimal fahrbare Hangquerung mit zig Gegenanstiegen, dann ein viel zu kurzes lustiges Stück Abfahrt, dann war man schon auf der Hochebene beim Rifugio Viso. Gefälle? Fehlanzeige. Nach wenig Spaß und einem Omelette im Rifugio Viso, das wohl auch nicht mehr so ganz in Ordnung war ( = Magenschmerzen/Übelkeit) folgte Schlepporgie #2 über den Col Vallante. Auf halbem Weg erwischten uns die Wolken und es wurde auch noch eisig kalt, und sehen konnte man auch nicht mehr als 50m. Die Abfahrt zum Rifugio Vallante war der nächste Griff ins Klo, da so stark erodiert, dass man in den Erdrinnen auch immer nur mal 50m weit fahren konnte. Ab dem Rifugio war's dann eine 2m breite Wanderautobahn :( Kompletter Reinfall!
Die Tour würde ich so auf keinen Fall nochmal machen. Der erste Tag war schön, aber noch schöner wäre es in die andere Richtung gewesen, der zweite Tag war nur viel Mühe für gar nichts. Mal sehen, wie wir den ersten Tag "umgedreht" und etwas hübscher kombiniert bekommen, wenn wir das nächste Mal da unten sind. Ideen gibt es schon. Ohne Mehrtagestour kommt man aber wohl nicht aus, aber nicht mehr rund um den Viso.
 
Nach der Viso-Umrundung gab's zur Erholung eine kleine Tagestour mit leichtem Gepäck und einem Fahr-Uphill auf einem Straßenpass! Danach nur noch kurz Schleppen, eine flowige Wiesen-Abfahrt...



sehr leckeres Mittagessen am Rifugio, dann nochmal etwas länger Tragen, und dann dieser Ausblick :love:


(*räusper* ich hoffe es sei mir verziehen, dass nicht mein Rad im Bild liegt... der Landschaft wegen ;))

danach noch mehr Wiesenflowtrail

(nochmal *räusper*... bitte den nichtweiblichen Fahrer ignorieren)

nochmal kurz zum vierten und letzten Col des Tages hochschieben, und dann folgte der wirklich spaßige Teil des Tages:
eine allerfeinste Rumpelabfahrt zum Genießen... (leider schon wieder in den Wolken, die uns irgendwie immer, wenn wir von Frankreich nach Italien querten, auflauerten)







nachdem wir in den Wald eintauchten, wurde es dann letztendlich so unverschämt kehrig-flowig, dass wir jede Foto-Aktion verweigerten und einfach bis unten durchgesurft sind :cool:
 
Nach dem "Pausentag" ging's mit einer weiteren Mehrtagestour weiter. Diesmal war das Ubayetal das Ziel. Nach einem sehr leichten Uphill, der sich aber endlos flach ansteigend in die Länge zog eröffnete sich diese geniale Aussicht:



(ich hätte mir nach der Gipfelpause wohl mal den Hintern abstauben sollen :lol:)

Der Trail zog sich endlos das Hochtal entlang, mal flowig, dann wieder etwas verblockter und kniffliger...





... bis er zum bösen Ende dem Bach "zu nahe" kam. Anscheinend wurde der Wanderweg in den letzten Jahren verlegt, der "alte" Wanderweg verlief jedenfalls laut GPS Track auf der anderen Talseite etwas oberhalb. Wir beschlossen allerdings, auf dem neuen Weg zu bleiben, weil wir den alten nicht mehr vollständig sehen konnten. Das war auch eine gute Entscheidung, weil wir später sahen, dass auf der anderen Seite wohl ein wenig Hang abgerutscht war. Trotzdem kann ich bis heute nicht verstehen, wer einen Wanderweg so anlegt... komplett dämlich :mad: Der Weg verlief über eine längere Strecke direkt am Bachufer durch grobes Geröll (mit Geröll meine ich Felsbrocken, über die man richtiggehend klettern musste). Etwas höherer Wasserstand, und es gäbe kein Durchkommen mehr. Dann war in einer Sektion durch das sandig/erdige Steilufer :spinner: der Weg abgerutscht (was bei dieser Anlage durch einen fast senkrechten Sandhang ohne Wegsicherung irgendwie zu erwarten war). Die Leute hatten sich da nur notdürftig Tritte reingestapft 5m über dem Wasser. Mit Rad in der einen Hand und immer nur einem halben Fußbreit Tritt nicht gerade ungefährlich... wäre man abgerutscht und in den reißenden Wildbach gefallen hätte das böse enden können. An der Stelle hat man also wohl die Wahl zwischen Pest (alten Weg versuchen, und evtl nicht durch die abgerutschte Stelle am Steilhang kommen) oder Cholera (blödsinniger Wildbach-Weg) :(
Sei's drum, wir sind ja heile durchgekommen, und danach wurde es auch wieder fahrbar!
Der Rest des Weges verlief allerdings unerwartet wellig durch den Wald, was uns die letzten Kräfte kostete, und uns oft genug vom Rad zwang. Schön war das nicht mehr, einfach zu viele Gegenanstiege. Komplett fertig erreichten wir Maljasset, wo wir eine Unterkunft suchen wollten. Fehlanzeige, alles "complet"... selbst das Rifugio. Wir wurden also mit dem Kommentar "dann könnt ihr euch ja am nächsten Morgen eine halbe Stunde lang warmfahren, bis ihr wieder oben seid" runter nach St. Paul geschickt, wo noch ein Schlafplatz in der Gite frei war. Auf dem Weg hatte ich schon wieder einen Platten (dämlicher Highroller :mad:) und so erreichten wir erst im letzten Tageslicht die Unterkunft.

In der Gite in St Paul stellten wir die Räder neben einem alten Hochrad ab (die Dinger mit einem riesigen Rad auf dem man quasi sitzt und einem kleinen dahinter)... da dachten wir uns noch nichts dabei, außer "hübsches Museumsstück". Bis wir erfuhren, dass unser Zimmerkollege im mit dem Ding über die Alpen fuhr :eek:
Mit einem Gang, fixer Übersetzung (kein Freilauf), und einer total seltsamen Sitzposition hoch überm Boden war der Kerl tatsächlich an dem Tag schon über einen Pass gefahren, und wollte sich in den nächsten beiden Tagen bis Nizza vorarbeiten. Es gibt immer noch jemanden, der noch mehr spinnt als man selbst :D. Größte Hochachtung vor der Leistung! :daumen:
Die letzte Portion beim Abendessen war natürlich für den tapferen Hochradfahrer reserviert ;)
 
Ich habe jetzt bestimmt schon fünf mal rauf und runter gescrollt, weil ich mich an deinen Bildern nicht satt sehen kann :daumen: Deine Geschichte liest sich wie ein Krimi und die Bilder sind einfach nur sensationell :love:
 
Danke für Deinen Bericht, aber:

"superanstrengend mit dem Hardtail" (Votec Tox weiß, was ich meine )

...nicht nur VotecTox fährt Hardtail ;)

... und es macht immer wieder Spass :daumen:

Gibt es was neues "Weiches" bei Dir - verkaufst das 301??
 
Super Bericht! Wir müssen unbedingt mal zusammen fahren. Wallis können wir ja nächstes Jahr nachholen...
So doofe Wege direkt neben dem Bach/Fluss kenne ich zur Genüge. Wir haben einen Weg bei mir in der Nähe, welcher zig Kilometer direkt neben einem reissenden Fluss gelegt ist. Direkt neben dem Weg fliesst das Wasser. Die Jungs vom Biketreff sprinten da jeweils mit ca. 30 km/h entlang während ich immer denke, was passiert, falls ich ausrutsche. Wir sind inzwischen zum Schluss gekommen, dass mein Bike wohl schwimmen würde :lol:.
 
........Es gibt immer noch jemanden, der noch mehr spinnt als man selbst.........

:lol: aber es ist immer wieder schön, wenn man "gesponnen" hat ;)

:daumen::daumen::daumen: wow, super Leistung, alles hart erarbeitet.....ich schwelge in nicht ganz so extremen Erinnerungen.

Super Bericht! Wir müssen unbedingt mal zusammen fahren. Wallis können wir ja nächstes Jahr nachholen....

Jawoll, ich auch will ;)
 
@Scylla: will auch:(

allerdings hat es mich die Tage mal ins Flachland verschlagen:



und, was eigentlich in den Highlight-Thread gehört: gleich einen Auftakt mit 1046hm abgerissen:daumen:ab 900 hab ich zum ersten mal bisserl den Oberschenkel gemerkt..ansonsten keinerlei Probleme - mein neues Trainingslager in den Alpen wirkt Wunder:):love:
 
@kilkenny
und ich will auch... da wohnen wo du wohnst!
wollen wir tauschen? :D

... nach der Nacht in St Paul durften wir die versprochene halbe Stunde "Einrollen" auf Asphalt wieder hoch nach Maljasset kurblen. Halbe Stunde? :rolleyes: ... na ja, reden wir lieber nicht drüber. Mit dem Rennrad und sonst nix mehr vor am Tag hätte das vielleicht klappen können :lol:

Mehr als nötig "warmgefahren" in Maljasset angekommen ging die übliche Tragerei wieder los. Diesmal von der etwas übleren Sorte mit einer kleinen Kletterpassage zwischendrin.
Irgendwie war's auf dem Berg noch etwas "feiertagig" (der Tag vorher war Maria Himmelfahrt, in Frankreich und Italien gesetzlicher Feiertag)... jedenfalls war die Hölle los, ein Menschenrummel als wäre man in der Darmstädter Fußgängerzone :eek:







erst beim Aufstieg zum zweiten Übergang hatten wir dann unsere Ruhe, der war wohl nicht so beliebt wie der erste.
Die Abfahrt war so "Naja"... erst etwas grashügelig, dann am Ende noch etwas ausgesetzt.



Diesmal hatten wir in Maljasset tatsächlich einen Schlafplatz (hatten wir am Abend vorher schon klar gemacht). Wenigstens keine Extra-Höhenmeter in Sicht für den nächsten Morgen. Nur leider gab's zum Abendessen schon wieder... Polenta... oh Gott, wie ich das Zeug schon über hatte :kotz: können die in den Westalpen nicht mal was Anständiges kochen? :rolleyes:
 
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