Nach dem "Pausentag" ging's mit einer weiteren Mehrtagestour weiter. Diesmal war das Ubayetal das Ziel. Nach einem sehr leichten Uphill, der sich aber endlos flach ansteigend in die Länge zog eröffnete sich diese geniale Aussicht:
(ich hätte mir nach der Gipfelpause wohl mal den Hintern abstauben sollen

)
Der Trail zog sich endlos das Hochtal entlang, mal flowig, dann wieder etwas verblockter und kniffliger...
... bis er zum bösen Ende dem Bach "zu nahe" kam. Anscheinend wurde der Wanderweg in den letzten Jahren verlegt, der "alte" Wanderweg verlief jedenfalls laut GPS Track auf der anderen Talseite etwas oberhalb. Wir beschlossen allerdings, auf dem neuen Weg zu bleiben, weil wir den alten nicht mehr vollständig sehen konnten. Das war auch eine gute Entscheidung, weil wir später sahen, dass auf der anderen Seite wohl ein wenig Hang abgerutscht war. Trotzdem kann ich bis heute nicht verstehen, wer einen Wanderweg so anlegt... komplett dämlich

Der Weg verlief über eine längere Strecke direkt am Bachufer durch grobes Geröll (mit Geröll meine ich Felsbrocken, über die man richtiggehend klettern musste). Etwas höherer Wasserstand, und es gäbe kein Durchkommen mehr. Dann war in einer Sektion durch das sandig/erdige Steilufer

der Weg abgerutscht (was bei dieser Anlage durch einen fast senkrechten Sandhang ohne Wegsicherung irgendwie zu erwarten war). Die Leute hatten sich da nur notdürftig Tritte reingestapft 5m über dem Wasser. Mit Rad in der einen Hand und immer nur einem halben Fußbreit Tritt nicht gerade ungefährlich... wäre man abgerutscht und in den reißenden Wildbach gefallen hätte das böse enden können. An der Stelle hat man also wohl die Wahl zwischen Pest (alten Weg versuchen, und evtl nicht durch die abgerutschte Stelle am Steilhang kommen) oder Cholera (blödsinniger Wildbach-Weg)

Sei's drum, wir sind ja heile durchgekommen, und danach wurde es auch wieder fahrbar!
Der Rest des Weges verlief allerdings unerwartet wellig durch den Wald, was uns die letzten Kräfte kostete, und uns oft genug vom Rad zwang. Schön war das nicht mehr, einfach zu viele Gegenanstiege. Komplett fertig erreichten wir Maljasset, wo wir eine Unterkunft suchen wollten. Fehlanzeige, alles "complet"... selbst das Rifugio. Wir wurden also mit dem Kommentar "dann könnt ihr euch ja am nächsten Morgen eine halbe Stunde lang warmfahren, bis ihr wieder oben seid" runter nach St. Paul geschickt, wo noch ein Schlafplatz in der Gite frei war. Auf dem Weg hatte ich schon wieder einen Platten (dämlicher
Highroller 
) und so erreichten wir erst im letzten Tageslicht die Unterkunft.
In der Gite in St Paul stellten wir die Räder neben einem alten Hochrad ab (die Dinger mit einem riesigen Rad auf dem man quasi sitzt und einem kleinen dahinter)... da dachten wir uns noch nichts dabei, außer "hübsches Museumsstück". Bis wir erfuhren, dass unser Zimmerkollege im mit dem Ding über die Alpen fuhr
Mit einem Gang, fixer Übersetzung (kein Freilauf), und einer total seltsamen Sitzposition hoch überm Boden war der Kerl tatsächlich an dem Tag schon über einen Pass gefahren, und wollte sich in den nächsten beiden Tagen bis Nizza vorarbeiten. Es gibt immer noch jemanden, der noch mehr spinnt als man selbst

. Größte Hochachtung vor der Leistung!

Die letzte Portion beim Abendessen war natürlich für den tapferen Hochradfahrer reserviert
