Trail-Bike-Test 2025 – Santa Cruz Hightower: So schlägt sich der Testsieger von einst heute

Ein flexendes Fully fühlt sich erstmal nicht gut an. Die Leute im Test fahren besser als ich. Ich glaube ihnen, dass der Flex für sie Vorteile bringt. Für Otto normal ist es nichts. Du denkst dauernd, es wäre was nicht in Ordnung. Ziehst Schrauben nach, checkst Speichen, Lager oder Luftdruck. Und wie gesagt, beim Tyee schliff das Hinterrad an der Kettenstrebe, wenn man richtig Druck gemacht hat. Ich bin nie ein V10 gefahren, aber es würde mich wundern, wenn das eine andere Philosophie verfolgt und das Rad ist ja durchaus erfolgreich. Santas sind wartungsfreundliche gefällige Bikes, die sich qualitativ hochwertig anfühlen. Die Geo ist unauffällig, einfach erwartungsgemäß. Kann ja sein, dass irgendein Pro mit mehr Flex und mehr Reach 5 Sekunden mehr rausholt. Mir egal.

Der Flex muss einem auch zusagen. Als ich mal auf gleicher Strecke einen A/B Vergleich zwischen meinem 2018er V10 und dem 2017er Propain Tyee gemacht habe, habe ich auf einmal realisiert, was mich - +/-100kg Liga - am Tyee gestört hat.

Ich kann mangels Vergleich nicht beurteilen, wie das Tyee diesbezüglich eingeschätzt wird; mich hat es in ruppigen Abschnitten verkrampfen lassen und ich bin damit nicht klar gekommen. Unabhängig davon bin ich der Meinung, ein schleifendes Rad ist zu viel des Guten - auch bei einem leichten Fahrer.
Ich zitiere mich mal selber aus dem Trek Fuel MX Beitrag. Mir passte der Flex auch überhaupt nicht. Und ich bin ein Otto normal, der meinte, jetzt fällt gleich die Kiste auseinander. Vertrauensaufbau geht anders.
 
Flex und Fahrwerk haben nichts miteinander zu tun.
Flex kann Grip bringen, Kräfte sparen aber auch unpräzise sein und an verschiedenen Stellen wirken. Teils gewollt und teils ungewollt.
Da ja auch die Gabel neben dem den Felgen, den Reifen und dem Rahmen und dem Hinterbau (weniger der Dämpfer) flexen, trägt das Fahrwerk (Gabel!) ja auch schon zum Flex hinzu. Beim Hinterrad wird der seitliche Flex weniger durch den Dämpfer sondern mehr durch den Hinterbau bestimmt. Jedenfalls wirkt der unterschiedliche Flex sämtlicher genannter Bauteile zusammen, was, wie Du auch sagst, positive wie negative Auswirkungen haben kann.

Ich bin der festen Überzeugung daß eine vom Hersteller gut durchdachte Auslegung insbesondere des seitlichen Rahmen- und Hinterbauflex sich positiv auf die Fahreigenschaften auswirken kann.

In der MotoGP hat Ducati gefühlt Ewigkeiten gebraucht da was brauchbares zusammen zu zimmern. Deren Kohlefasermonocoque war zu steif und bot zu wenig seitlichen (fehlerverzeihenden) Rahmenflex, was sich als ein erheblicher Nachteil gegenüber der Konkurrenz entpuppte, die unisono auf Aluminium setzte, womit es ihnen offensichtlich bedeutend leichter fiel nen passenden Rahmenflex zu erzielen. Erst als Ducati dann auch auf ein Aluchassis ging und so quasi die Konkurrenz kopierte wurden ihre Maschinen fahrbarer. Der seitliche Rahmenflex ist bei der MotoGP auf Asphalt sicherlich auch bedeutender als bei Mountainbikes, jedoch auch dort nicht zu vernachlässigen. Mein Beispiel zeigt aber auf daß das Thema sehr komplex ist und auch langjährige Hersteller vor Probleme stellen kann.

Ich vermute daß man einen "guten" Rahmenflex beim Fahren kaum spürt, aber einen zu weichen bzw. einen zu harten Rahmen hingegen schon. Man kann insbesondere nen zu steifen Rahmen mit weicheren Laufrädern (bzw. umgekehrt) sicherlich ein wenig entschärfen, aber auch das wird seine physikalischen Grenzen haben.

Ich glaube daß von einer gelungenen Auslegung der Rahmensteifigkeit nicht nur Pros profitieren, wir ebenfalls. Ich bin mal nen Scott Ransom mit nem Carbonrahmen von nem Kumpel probegefahren, das fühlte sich unangenehm steif an. Zu weich hatte ich selten, höchstens bei uralten 26ern, wo insbesondere die dünnen Gabeln sich dermaßen verwindeten, daß der Geradeauslauf extrem litt und so das Fahrverhalten unpräzise bis angsteinflößend wurde.
 
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Ich bin der festen Überzeugung daß eine vom Hersteller gut durchdachte Auslegung insbesondere des seitlichen Rahmen- und Hinterbauflex sich positiv auf die Fahreigenschaften auswirken kann.
as stimmt sicher, aber es ist schwierig als kunde zu beurteilen ob Rahmen XY passend ausgelegt ist oder nicht.
Selbst wenn man das gefühl hat irgendwas stimmt nicht mit dem rad und man hat den rahmenflex in verdacht können noch zig andere ursachen in frage kommen.
 
Um sowas wie "Rahmenflex" sinnvoll gewollt auszulegen, müsste man das ja für jede Größe individuell machen. Mit dem jeweils dazugehörigen und am wahrscheinlichsten Gewicht von FahrerIn.

Und da würde dann nicht einmal das vordere Dreieck reichen, man müsste auch die Links und den Hinterbau bei der Auslegung mit dazu nehmen.

In der MTB Branche? Der MTB Branche! Die es zum Großteil noch nicht einmal hinbekommen, dass die verschiedenen Rahmengrößen unterschiedliche Dämpfer Tunes bekommen.

Wovon träumen hier eigentlich manche sonst noch so? :D
 
@aibeekey du triffst den Nagel auf den Kopf. Ich bin mit 187cm und 72kg ein klassischer xl Rahmenfahrer. Aber santas und pivot sind mir viel zu steif, das verunsichert mich beim Fahren unglaublich. Da ist mein alu tyee deutlich passender.
Ich kann verstehen das Hersteller aus Komplexitätsgründen hier keine verschiedenen layups anbieten, aber mit meinem Gewicht waren die santas einfach zu steif
 
@aibeekey du triffst den Nagel auf den Kopf. Ich bin mit 187cm und 72kg ein klassischer xl Rahmenfahrer. Aber santas und pivot sind mir viel zu steif, das verunsichert mich beim Fahren unglaublich. Da ist mein alu tyee deutlich passender.
Ich kann verstehen das Hersteller aus Komplexitätsgründen hier keine verschiedenen layups anbieten, aber mit meinem Gewicht waren die santas einfach zu steif
Bleibt die Frage, woher der Flex bei einem Alurahmen kommt. Aus den Rohren oder den Links? Ich tippe auf B.
 
Bleibt die Frage, woher der Flex bei einem Alurahmen kommt. Aus den Rohren oder den Links? Ich tippe auf B.
Die Links spielen da eine untergeordnete Rolle, entscheidend sind die Rohrlängen/Dicke und die Gestaltung der Knoten, so hat es mir ein Maschinenbauer mal erklärt.

Carbon bietet da wohl noch spezielle Gestaltungsmöglichkeiten, bei Alu gibt's leider nebenbei noch das grundsätzlich Probleme der Langzeithaltbarkeit durch Ermüdungseffekte innerhalb der Materialstruktur.

Das Thema scheint nicht ganz trivial zu sein. In wie weit die Hersteller die Möglichkeiten tatsächlich nutzen und ob der Kunde das wirklich merkt und bereit ist dafür zu zahlen? Man weiß es nicht 🤷

M.
 
@Remux natürlich kommt dazu das die Empfindung "zu steif" absolut subjektiv ist.
Das heißt ja nicht dass die bikes "unfahrbar" sind. Aber ich kann einfach entspannter und schneller fahren wenn mein Gehirn weniger damit beschäftigt ist auch noch Informationen über seitliche Schläge zu verarbeiten.

Beim tyee al 5 ist es definitiv so dass der hinterbau mehr seitlichen flex hat da keine verstrebung zwischen der linken und der rechten hinterbauhälfte ist. Und das Material und rohrgeometrie macht da sicher einiges aus.
 
@Remux natürlich kommt dazu das die Empfindung "zu steif" absolut subjektiv ist.
Das heißt ja nicht dass die bikes "unfahrbar" sind. Aber ich kann einfach entspannter und schneller fahren wenn mein Gehirn weniger damit beschäftigt ist auch noch Informationen über seitliche Schläge zu verarbeiten.

Beim tyee al 5 ist es definitiv so dass der hinterbau mehr seitlichen flex hat da keine verstrebung zwischen der linken und der rechten hinterbauhälfte ist. Und das Material und rohrgeometrie macht da sicher einiges aus.
Da hatte man damals stark beim Nomad V4 abgeschaut und Santa Cruz hat es verworfen.
 
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Ja stimmt der hinterbau des v4 nomad und der des propains haben tatsächlich Ähnlichkeiten. Leider bin ich das v4 nomad nicht gefahren. Hab bisher nur das bronson und vala getestet und die waren beide recht steif für meinen Geschmack .
 
Da ja auch die Gabel neben dem den Felgen, den Reifen und dem Rahmen und dem Hinterbau (weniger der Dämpfer) flexen, trägt das Fahrwerk (Gabel!) ja auch schon zum Flex hinzu. Beim Hinterrad wird der seitliche Flex weniger durch den Dämpfer sondern mehr durch den Hinterbau bestimmt. Jedenfalls wirkt der unterschiedliche Flex sämtlicher genannter Bauteile zusammen, was, wie Du auch sagst, positive wie negative Auswirkungen haben kann.

Ich bin der festen Überzeugung daß eine vom Hersteller gut durchdachte Auslegung insbesondere des seitlichen Rahmen- und Hinterbauflex sich positiv auf die Fahreigenschaften auswirken kann.

In der MotoGP hat Ducati gefühlt Ewigkeiten gebraucht da was brauchbares zusammen zu zimmern. Deren Kohlefasermonocoque war zu steif und bot zu wenig seitlichen (fehlerverzeihenden) Rahmenflex, was sich als ein erheblicher Nachteil gegenüber der Konkurrenz entpuppte, die unisono auf Aluminium setzte, womit es ihnen offensichtlich bedeutend leichter fiel nen passenden Rahmenflex zu erzielen. Erst als Ducati dann auch auf ein Aluchassis ging und so quasi die Konkurrenz kopierte wurden ihre Maschinen fahrbarer. Der seitliche Rahmenflex ist bei der MotoGP auf Asphalt sicherlich auch bedeutender als bei Mountainbikes, jedoch auch dort nicht zu vernachlässigen. Mein Beispiel zeigt aber auf daß das Thema sehr komplex ist und auch langjährige Hersteller vor Probleme stellen kann.

Ich vermute daß man einen "guten" Rahmenflex beim Fahren kaum spürt, aber einen zu weichen bzw. einen zu harten Rahmen hingegen schon. Man kann insbesondere nen zu steifen Rahmen mit weicheren Laufrädern (bzw. umgekehrt) sicherlich ein wenig entschärfen, aber auch das wird seine physikalischen Grenzen haben.

Ich glaube daß von einer gelungenen Auslegung der Rahmensteifigkeit nicht nur Pros profitieren, wir ebenfalls. Ich bin mal nen Scott Ransom mit nem Carbonrahmen von nem Kumpel probegefahren, das fühlte sich unangenehm steif an. Zu weich hatte ich selten, höchstens bei uralten 26ern, wo insbesondere die dünnen Gabeln sich dermaßen verwindeten, daß der Geradeauslauf extrem litt und so das Fahrverhalten unpräzise bis angsteinflößend wurde.
Du hast nicht Unrecht mit den Punkten wo ansprichst. Kommt schon viel zusammen damit alles passt. Was entspannt gefahren angenehm sein kann, kann halt unter Speed wieder unangenehm sein.

Du wirst es vermutlich nie allen recht machen können.

@aibeekey du triffst den Nagel auf den Kopf. Ich bin mit 187cm und 72kg ein klassischer xl Rahmenfahrer. Aber santas und pivot sind mir viel zu steif, das verunsichert mich beim Fahren unglaublich. Da ist mein alu tyee deutlich passender.
Ich kann verstehen das Hersteller aus Komplexitätsgründen hier keine verschiedenen layups anbieten, aber mit meinem Gewicht waren die santas einfach zu steif
Hab deine Größe, jedoch 8kg mehr. Mein Mega mit Zeb und RSV ist alles andere als weich, allgemein eine straffe Bude. Mein Heckler SL mit Lyrik und RSV, ist sicherlich auch nicht weich. Aber ich würde es nicht anders wollen, ich finde man beide sehr gut und präzise Fahren, direktes Feeling, vor allem das Mega. Sind beides die CC Rahmen.
Ich empfand auch Pivot nicht extrem auffällig bei den Testrides.

@Remux natürlich kommt dazu das die Empfindung "zu steif" absolut subjektiv ist.
Das heißt ja nicht dass die bikes "unfahrbar" sind. Aber ich kann einfach entspannter und schneller fahren wenn mein Gehirn weniger damit beschäftigt ist auch noch Informationen über seitliche Schläge zu verarbeiten.
Ich empfinde es genau umgedreht. Wenn ich mehr als die eigenen "80 % Komfortspeed" haben will, soll das Bike direkt, präzuse und sofort allen Input umsetzen den es von mir bekommt.
 
Ja wie gesagt, das Steifigkeit /compliance empfinden ist sicherlich etwas stark subjektives.
Aber ich persönlich empfinde mein tyee al nicht unpräzise zu fahren und für meine Verhältnisse kann ich damit auch locker über meinen Komfortspeed hinaus fahren, die Geschwindigkeit wird bei mir aber auch eher von den skills und tagesform limitiert als vom Material. Und ehrlich gesagt die Tage an denen ich weiter über die Geschwindigkeitskomfortzone hinausgehen sind mittlerweile auch eher seltener geworden, weil die Konsequenzen bei Fahrfehlern einfach zu groß sind. Vielleicht bin ich auch gerade deswegen nicht das Zielpublikum von steifen Rahmen.
 
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