Steinschlag am Rahmen - schlechte/falsche Bereifung?

Registriert
31. März 2020
Reaktionspunkte
6
Ort
Königstuhl
Hi,

seit einem Jahr fahre ich das Kona Hei Hei (Modell 2023) mit Alu-Rahmen und bin enttäuscht, wie vermackelt der Rahmen im Bereich des Unterrohr/Sitzrohr nach gerade mal 1.000 km aussieht. Die Hausrunde geht dabei hauptsächlich bergauf über Forststraßen (viel loser mittel-grober Schotter) und abwärts über Wald-Trails, gemischt steinig bis erdig. Als Bereifung sind ab Werk die Maxxis Forekaster EXO TR DUAL 29x2.35 verbaut.

Stein-zwischen-Stollen.jpg


Die Maxxis Forekaster sind wahre Stein-Magneten bzw. -Schleudern und gefühlt habe ich alle 100 Meter nen Steinchen in den Stollen stecken, der sich nicht sofort von selbst wieder löst und schön über das Rohr von der Wippe schleift. Da hilft dann nur anhalten und händisch wegdrücken. Oder es gibt dauernd Querschläger, die mir gegen den Rahmen donnern. Da blutet mir jedes mal das Herz!

Steinschlag-Alurahmen.jpg


Mittlerweile, wie ich finde, sieht der Rahmen schon gut mitgenommen aus. Frage in die Runde: ist das noch normal? Bin ich zu pingelig? Ist die Lack-Qualität in den letzten Jahrzehnten einfach schlecht geworden, dass die nichts mehr aushält? Oder sind die Reifen letztendlich ungeeignet für das Terrain?

Nun soll Schluss mit der Schoße sein und ich suche neue Reifen, die den Rahmen nicht so strapazieren: falls es das denn gibt? Möchte gerne das Bike möglichst lange fahren. Spaß macht mir das Hei Hei!

Welche neue Reifen wären empfehlenswert? Gerade in der Hinsicht keine extreme Steinschleuder zu sein? Mehr Platz als für die 29x2.35 hat der Rahmen nicht. Aber das langt für meinen Einsatzzweck dicke aus!

Vielen Dank schon mal und Grüße!
David
 
au, da ist wirklich kein Platz mehr. da muss es ja nicht einmal ein Stein sein, da ist ja auch sofort mit Matsch zu.
Steinmagnetreifen kenn ich, allerdings waren es da nicht die Seitenstollen sondern direkt die Lauffläche. Teravail Ehline, klang dann so, als würde man wirklich nonstop hinter einem Streuwagen herfahren. Hab ich so bei noch keinem andren Reifen erlebt.

Schmäler als 2,35" würde ich an einem MTB tatsächlich nicht gehen wollen und würde mal einen mit moderaten Seitenstollen reinhalten. Denke das hier die Stollenhöhe verantwortlich ist.
 
Mtb ist halt n Gebrauchsgegenstand

Aber vorm ersten fahren den Rahmen abkleben wäre wohl kein Fehler gewesen...!

Und Du glaubst ernsthaft, das Abkleben an der Stelle etwas gebracht hätte? Der Hinterbau ist einfach nur eine Fehlkonstruktion bei so wenig Reifenfreiheit. Meine Enduros sehen nicht so aus, und die sind aus Carbon.
 
Hi, ich denke nicht, dass das Hei Hei eine Fehlkonstruktion sein soll. Eher eine schlechte Wahl der Reifen? Bis auf das, dass die Steinchen im Profil der Reifen ständig hängen bleiben, fährt es sich sehr gut (flott) und agil. Kein Probleme bei der Fahrstabilität. Vorher hatte ich das Process, was im Vergleich bergauf sehr müheselig zu fahren ist, dafür bei der Talfahrt sich von rauen Trails sehr unbeeindruckt gelassen hat. Hier habe ich jedoch das Gefühl, dass die Qualität vom Lack höher und beständiger/strapazierfähiger ist. Auch hatte ich nie das Problem mit Steinchen im Reifenprofil zwischen Stollen. Als Reifen waren da die Maxxis Minion DHF verbaut.

Kona-Hei-Hei-Rahmen-Hinterbau.jpg


Es hat nichts mit Glück zu tun, dass es kein Carbon-Rahmen ist. Ich habe mich bewusst als Kaufkriterium für einen Alu-Rahmen entschieden.

Natürlich ist ein MTB ein Gebrauchsgegenstand, dem viel abverlangt wird. Gerade dann, wenn es durchs raues Gelände fährt. Jedoch sollte sich der Verschleiß in grenzen halten und nach einem Jahr nicht schon so aussehen, als hätte ich es 10 Jahre gefahren?

Als weiteren Schritt werde ich einfach mal die Firma Kona anschreiben und fragen, was die davon halten. Im Netz habe ich nicht viel zu diesem Thema gefunden. Scheint kein großes Problem zu sein? Hingegen schon, dass die Forekaster tatsächlich gerne Steinchen sammeln und herum schleudern. Keine gute Kombination mit dem engen Rahmenabstand.

Als Bereifung kam der erste Tipp:
  • Schwalbe Wicked Will in Größe 29x2,25
Dazu werfe ich mal in den Raum:
  • Maxxis Rekon Race hinten und Rekon vorne in 29x2,25
  • Schwalbe Racing Ralph in 29x2,25
Gibt es noch Vorschläge?

Tatsächlich bin ich ein Schön-Wetter-Fahrer, wenn ich die Auswahl habe. Bei Regen muss ich nicht MTB-fahren, da weiche ich dann aus. Probleme mit festsitzenden Matsch/Schlamm hatte ich bisher also nicht und wäre mir als Kriterium bei der Auswahl des richtigen Reifens nicht so wichtig.

Grüße
David
 
Hi, ich denke nicht, dass das Hei Hei eine Fehlkonstruktion sein soll.
Darfst dir das gerne schönreden. Aber wenn ein aktueller Rahmen bei einer Reifengrösse, die vor ca. 15 Jahren aktuell war, Probleme mit Steinchen hat, dann ist das sicherlich nicht anständig konstruiert und liegt nicht am Reifenaufbau.
 
Der Reifen ist definitiv zu breit und hoch für den Rahmen.

Die Hausrunde geht dabei hauptsächlich bergauf über Forststraßen (viel loser mittel-grober Schotter) und abwärts über Wald-Trails, gemischt steinig bis erdig.
Der Forecaster erscheint mir ein bißchen zuviel Reifen für die Beschreibung.
Abhängig von der Schwierigkeit der Trails ergibt sich die Reifenwahl.
Ich fahre Nobby Nic / Wicked Will. Das rollt recht gut und hat bergab ausreichend Grip. Bin damit in den Alpen S2+ und auch im Schnee unterwegs gewesen.
Sollte der Will nicht reichen, dann den Nic hinten und vorn.
Neue Reifen - vorallem mit weichem Gummi - sammeln die ersten zwei Wochen Steinchen. Dann läßt die Klebkraft nach.
 
Immerhin, das Alurad wurde tatsächlich mit 2.35er Reifen ausgeliefert.

https://bike-test.com/test/kona-hei-hei-2022/ (Aluversion wie hier)
https://bikepacking.com/bikes/2025-kona-hei-hei-review/ (Carbonversion für 2.5er Reifen)

Da steht auch, dass es beeindruckende 25 Jahre Garantie gibt, also falls wegen dem Steinschlag was ist, da gibts ne Adresse mit denen man reden sollte.

Oben das Bildchen mit dem Stein, ich denke, dass das gestellt ist, dieser Stein kann da garnicht so haften, schon garnicht bei den Fliehkräften, weil er a) trocken ohne Matsch ist und b) die Stollen konisch geformt sind, also Lauffläche der Stollen kleiner als die Basis. Physikalisch so unmöglich. Der Dreck, der diese Schäden verusachte sieht sicher ganz anders aus.

Einen Mudguard da noch dazwischen zu quetschen wäre evtl ein Lösungsansatz, aber ich befürchte, es wird schwierig sein, den in der Engstelle so unter zu bringen, dass er nicht schleift. Das Fahrrad mag insgesamt gut sein, siehe obigen Testbericht, aber diese Engstelle ist für diese Reifenbreite eindeutig eine Fehlkonstruktion der Aluversion. Empfehlung von mir: Hinten einen dünneren Reifen nehmen und dann einen Mudguard rein.
 
Darfst dir das gerne schönreden.
Du darfst es gerne als Fehlkonstruktion sehen, ich tue es nicht. Wir müssen da nicht einer Meinung sein. Beim Hei Hei ist die Reifenknappheit bauartbedingt tatsächlich knapp, es ist ein XC-Bike und nicht auf große/breite Reifen ausgelegt. Die Kombination mit den Maxxis Forekaster und meinem gefahrenen Terrain eignet sich offensichtlich nicht. Würde ich mehr über erdigen, waldigen Boden fahren, wäre mir das Problem nicht bewusst geworden. Es ändert auch nichts daran, dass das Rad ansonsten gut läuft und Spaß macht.

Oben das Bildchen mit dem Stein, ich denke, dass das gestellt ist, dieser Stein kann da garnicht so haften, schon garnicht bei den Fliehkräften, weil er a) trocken ohne Matsch ist und b) die Stollen konisch geformt sind, also Lauffläche der Stollen kleiner als die Basis. Physikalisch so unmöglich. Der Dreck, der diese Schäden verusachte sieht sicher ganz anders aus.
Schade das Du das so vernimmst und mir eine Lüge unterstellst. Es bringt mir ja nichts, euch hier mit Lügen zu behelligen/täuschen. Da ist nichts gestellt sondern entspricht der Wahrheit und dieses Foto zeigt wie es ist. Ich muss anhalten um den Stein lösen zu können. Ab und zu reicht aber auch ein kleiner Bunnyhop aus und die Erschütterung löst das Steinchen.

Da steht auch, dass es beeindruckende 25 Jahre Garantie gibt, also falls wegen dem Steinschlag was ist, da gibts ne Adresse mit denen man reden sollte.
Ja, den Gedanken hatte ich auch. Ich denke das Betrifft aber nur herstellungsbedingte Fehler am Rahmen ohne die Lackierung, nicht aber verschleißbedingten Schaden/Kratzer durchs fahren wie z.B. aufgeschleuderte Steine etc. Destotrotz werde ich Kona anschreiben.

und den Durchlauf mit dünnem Blech abkleben.
Ich werde die verkratzten Stellen mit feinem 1000er Nassschleifpapier behandeln, klar lackieren, polieren und dann als weitere Schadensbegrenzung gucke ich mal wegen dem Tipp Mudguard oder eventuell auch nach Schutzfolien. Das mit einem sehr dünnen Blech ist auch eine gute Idee! Man muss nur Kreativ sein :-)

Im Netz gibt es bei Reddit zwei Beiträge, die das selbe Problem schildern:
https://www.reddit.com/r/MTB/comments/sbvmkc/2022_kona_hei_hei_frame_issue/
und hier
https://www.reddit.com/r/mountainbiking/comments/14nm2oh/tire_too_big/

Einzige Lösung ist tatsächlich, hinten einen schmaleren Reifen 2.25 mit niedrigeren Profil zu wählen. Und wie einige angedeutet haben, ist es der Forekaster für mein Einsatzgebiet eh überdimensioniert. Von daher passt es dann so!
Ich werde mir die Reifen mal genauer im Detail angucken.

Danke soweit für die Anregungen und Tipps!
 
Miß mal mit einem Meßschieber genauestens Feögenbreite, Höhe und Stollenbreite des Forecasters. Kann sein, daß ein Wicked Will in 2.4 reinpaßt. Schwalbe ist immer ein bißchen untermaßig. Nur beim Gewicht nicht ;)
Früher gabs den Ground Control in 2.3, war genauso breit wie ein Schwalbe in 2.4. Der GC ist bei mir aber wegen schwachen Seitenwänden rausgefallen. Ist aber schon zehn Jahre her.
 
@CC.
Als Felgen sind die WTB ST i27 TCS 2.0 verbaut, also 27 mm Innenbreite. Mit den Forekaster 29x2.35 beträgt die Reifenbreite (unbelastet) ca. 58 mm (am Mantel) bis 60 mm (an den äußeren Stollen). Der Abstand zwischen Stollen und Rahmen ist an der engsten Stellen ca. 3,5 mm. Auch wenn der Wicked Will mit 2.40 Zoll reinpassen sollte, Ziel sollte es ja sein, mehr Freiraum zu schaffen und nicht den vorhandenen noch weiter auszunutzen.

Eine Überlegung die mir noch in den Sinn kommt: würde es etwas bringen, von Schlauch auf Tubeless umzusteigen? Zwar würde durch den niedrigeren Reifendruck bei Tubeless sich der Reifenmantel unter Belastung etwas mehr (in die Breite) ausdehnen, aber dafür könnte sich durch das neue Abrollhalten weniger Steine in im Profilzwischenraum festsetzen?

Wie wäre denn die Kombination:
...als XC-Kombination für Forststraßen und leichten bergab Trail-Fahrten (rundum am Königstuhl).
 
Der Rahmen ist einfach Unsinn und mit Steinschlag hat das nix zu tun. Mit so wenig Platz sind ein paar mm weniger Reifen oder Feinheiten im Profil komplett nebensächlich. Da hilft nur ein 27,5 Laufrad hinten - oder war das Bike eigentlich als Mullet konzipiert?
 

Ähnliche Themen

Zurück