Ich fahre eMTB aus verschiedenen Gründen. Zum einen, vorallem Anfangs, aus Ausgleich der Leistungsdifferenz, zum anderen weil es für mich mehr Sinn und auch mehr Spaß macht. Mehr Sinn für mich deshalb, weil ich mit einem Rad alles fahren kann ohne wirkliche Abstriche zu machen. Praktisch für den Geldbeutel und wenn man in den Urlaub fährt, statt meinem Top ausgestattetem eMTB hätte ich mir alternativ zwei MTBs mit einer Ausstattung der Einstiegsklasse von Händlermarken oder zweimal Mittelklasse von Direktversendern oder Cube kaufen können. Urlaub ist selbst erklärend, vier MTBs auf dem Radträger sind schwerer unter zu bringen als zwei eMTBs. Ich kann mit einem Rad alles von XC Tour bis Bikepark abdecken. Mehr Spaß, weil ich weniger erschöpft oben am Trail ankomme, es nur 3 bis 4kg schwerer (Ausstattungsbereinigt) als ein vergleichbares MTB ohne Motor wäre und somit kaum einen nennenswerten Unterschied bergab macht und weil ich Sachen fahren kann, die ich mit meinem Können ohne Motor nicht könnte, Motornachlauf in einem Wurzel oder Steinfeld als Beispiel. Mein nächstes MTB wird wieder ein eMTB werden. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich bergauf "schummeln" würde. Außerdem geht es mir nicht primär ums Training, sondern um den Spaß. Fürs Trainig fahre ich mit dem Gravel oder auf der Rolle, erfahrungsgemäß hat man auf der Straße einen höheren aufzeichenbaren Kalorienverbrauch als mit dem Enduro, wenn ich schätzen müsste wegen der längeren und konstanteren Leistungsabgabe.
Nur, damit das klar steht, das soll keine Belehrung sein, wieso ein eMTB besser sein soll als ein MTB, das sind nur Gründe, wieso ICH eMTB fahre und weiterhin fahren werde, nicht mehr, nicht weniger.
Ich denke, dass Absatzzahlen der MTBs aus ähnlichen Gründen zurückgehen. Auswahl hätte man zwar bei den MTBs bedeutend mehr als bei eMTBs, eMTBs in der Kategorie 120-140mm Federweg sind eher selten, eher im Bereich Light Assist, und auch weil man zwei indiskutable Entscheidungskriterien hat, die es am MTB nicht gibt. Zum einem Motor, welcher und vor allem welche Art von Motor, zum anderen Batterie, Größe sowie Batterieintegration, insbesondere fest verbaute Akkus können ein Totschlagkriterium sein. Im Gegensatz zu Pressfit Tretlagern und ICR, die ja auch verpönt sind, wo man alle zwei bis vier Jahre einmal sich mit einem Lagerwechsel rumschlagen muss, wird man bei jeder Ausfahrt merken, wenn der Akku oder Motor nicht zu einem passt.
Außerdem kaufen jetzt viele Gravels statt XC Hardtails und XC Fullies, weil es für Schotterwege einfach besser geeignet ist und auf der Straße besser rollt. Bisher hat man sich ein günstiges Hardtail gekauft, wenn man kein Trekkingrad wollte und doch auch abseits von Asphalt unterwegs war, jetzt sind es Gravels, die gerne mal ein paar Kilos leichter sind bei gleichen Kosten. Kenne ich selbst, mein Nachbar hat ein altes Specialized Epic, dass sogar noch mit einer 2x Schaltung ausgestattet war, mittlerweile 1x aber immer noch ohne Dropper, dass er auf Wettbewerben fährt. Seine Trainingsrunde wäre perfekt für ein Gravel und bei vielen der Rennen fahren auch Leute mit Gravels. Außerdem fährt mein Nachbar genau null technisch anspruchsvolle Sachen, das Fahrwerk braucht er eigentlich gar nicht und wenn ich schätzen müsste, würde das sowieso nicht mehr wirklich gut funktionieren
Ein Blick in meine imaginäre Kristallkugel sagt mir auch, dass die Absatzzahlen der MTBs nicht wieder steigen werden außer die ganzen Graveler kommen auf die Idee, dass Federung vorne und hinten mit Flatbars im Gelände geiler sind als als breite Reifen, die fast im Rahmen streifen, Starrgabel und Dropbars, egal wie wenig Drop der Lenker ist. Der Unterschied in der Optik und beim Gewicht zwischen eMTB und MTB werden einfach immer geringer, siehe die ganzen TQ Räder mit 360er Akku, dort erkennt man kaum noch, dass es sich um ein eMTB handelt. Akustisch gibt es auch nicht wahrnehmbare Motoren, eben bereits erwähnter TQ, somit bleibt eigentlich nur noch der sportliche und finanzielle Aspekt für viele sowie das eigene Ego/Stolz, der gegen das eMTB spricht. Damit meine ich nicht unbedingt Forenuser, sondern den Ottonormalverbraucher.