Weil (vermutlich) alle Menschen doch die gleichen Physiologischen Grundlagen haben.
Der hier oft fallende Begriff "Verausgaben" wird von den meisten Menschen wohl mit einer gewissen körperlichen Erschöpfung verbunden.
Man unterscheidet prinzipiell drei verschiedene Arten der Belastung bzw. Energiebereitstellung:
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Im DH/ Enduro Sport ist man auf den Abfahrten im roten bzw. gelben Bereich unterwegs. Die Trainingsformen dafür sind Intervalle am Rad bzw. sehr viel Arbeit im GYM um schnell kontrahierende Muskelfasern zu "trainieren"
Nachdem DH Fahren nicht nur die Muskulatur sondern auch das Gehirn extrem leer saugt spielen auch noch die Glykogenspeicher in der Leber eine massive Rolle. (Das Bier nach dem Rennen ist in der Hinsicht ne sehr doofe Idee...)
Damit so ein Bruni sein DH Training (die fahren ca. um die 200 000 Tiefenmeter in der Offseason) überhaupt qualitativ hochwertig absolvieren kann braucht er dazu noch eine sehr solide aerobe Grundlage.
Klassisch wird im Ausdauersport (bei Pros mit viel Volumen) im Bereich 80% aerob (grün) und 20% Intensiv (gelb) trainiert
Im allgemeinen bewegen sich Menschen die das Gefühl haben sich zu "verausgaben" im Grenzbereich zwischen grün und gelb. Leider ist das für eine langfristige Verbesserung nicht zielführend. Man erreicht nur eine hohe Erschöpfung mit viel Regenerationsbedarf und kaum Verbesserung.
Trainingssteuerung ist sehr komplex. Im Prinzip versucht man kontinuierlich den Trainingsreiz in kleinen Schritten zu erhöhen damit der Körper mit einer Adaption reagiert.
Im gelben bzw. roten Bereich funktioniert die Trainingssteuerung noch sehr einfach. Man fährt z.B ein 5x30 Sekunden Intervalle und versucht sich dabei an die Kotzgrenze zu bringen.
Die Progression erreicht man z.B über eine Verlängerung der Intervalle von 30 auf 35 Sekunden oder die Erhöhung der Anzahl von 5 auf 6. usw.
Im grünen (aeroben) Bereich wird es leider komplexer. Mit Herzfrequenz, Leistung (Wattmesser) haben wir zwar am Rad sehr gute Werkzeuge um während des Trainings zu messen was wir da machen. Aber um besser zu werden müssen wir die Belastungsintensität bei jeder Einheit wieder in sehr kleinen Schritten anheben. Da Ausdauertraining mit der Dauermethode betrieben wird müssen wir diese Intensitätserhöhung über einen relativ langen Zeitraum (45 Minuten +) konstant halten. Jede Minute in der unsere Leistung zu weit nach unten oder oben abweicht setzen wir keinen nutzbaren Reiz. Das wird z.B durch Rückenwind, ein kurzes Gefälle etc. ausgelöst. Je länger wir auf dem Rad sitzen um so höher wird auch wieder der Regenerationsbedarf (Schlaf, Essen usw). Von daher ist das Interesse groß die Zeit für GA Training möglichst effizient und somit zeitlich begrenzt zu halten.
Da liegt ist leider die Crux am Ebike. Die Motorsteuerung lässt sich (auch beim neuen Orbea nicht) aktuell nicht so regeln das man die Belastung entsprechend fein steuern kann. Man müsste zum einen den Trainingsumfang im Vergleich zum unmotorisierten Bike massiv nach oben schrauben um die negativen Aspekte des Motors zu kompensieren. Die geringere Muskuläre Belastung müsste man über ein alternatives Kraftausdauertraining kompensieren.
Vielleicht hilft folgende Analogie um sich besser vorstellen zu können wie sich der Motor (auch bei passender Unterstützungsstufe) auswirkt:
Stellt euch vor ihr macht im Gym Kniebeuge mit der Langhantel.
Ihr hebt die Langhantel aus dem Rack, führt die Kniebeuge zu einem Viertel aus und legt die Hantel in die nächste Ablage im Rack.
Jetzt beugt ihr ohne Langhantel weiter bis in die tiefe Kniebeuge.
Ihr steht wieder auf. Bei 3/4 der Beistreckung seid ihr wieder auf Höhe eurer abgelegten Hantel, ihr nehmt sie wieder aus dem Rack und führt wieder das letzte viertel der Kniebeuge mit dem Zusatzgewicht aus.
Auf dem Papier habt ihr komplette Kniebeugen mit Zusatzgewicht gemacht...