Frage zur Speichenwahl für E-Enduro LRS

Registriert
11. Dezember 2015
Reaktionspunkte
1
Hallo Zusammen,

ich möchte für mein kommendes E-Bike einen Laufradsatz bauen. Fest stehen bisher die Felgen (Carbon WeAreOne Convergence Traid) in Mullet. Vorne 28 Loch, hinten 32. Naben werden wohl DT350 Classic werden. Ich hadere allerdings noch mit der Speichenwahl. Für meine Bio-Enduro Laufräder bin ich bisher gut mit Sapim Race gefahren ohne mir allzu tiefe Gedanken darüber gemacht zu haben. Meine Grundidee war, dass die 5kg mehr fürs Rad jetzt nicht den riesigen Unterschied machen sollten zu einem normalen Enduro LRS.
Wenn man sich nun aber die ganzen fertigen E-Bike-LRS anschaut werden da häufig sehr stabile Speichen wie die Sapim Strong oder DT Alpine III verbaut und ich frage mich warum? Antrieb, höhere Systemgewichte?

Zu mir:
Systemgewicht (Ich+Bike+Ausrüstung): ca. 100kg großzügig gerechnet
Alter: 43 falls das ne Rolle spielt
Fahrstil: Zügig und auch gern härteres Gelände (Finale, Reschen, sowas) aber jetzt auch kein Ex-Downhill-Profi.
Linienwahl: Nicht immer die Beste 😬

Ziel für den LRS:
Gute Compliance, daher auch die Felgenwahl, aber trotzdem ordentliche Seitensteifigkeit, insbesondere hinten.
Auch wenn es ein E-Bike ist, muss es nicht der schwerste LRS werden. Das übernehmen schon die Reifen ;-)
Spaß beim Aufbauen und ne hohe Haltbarkeit (wünscht sich wohl jeder)

Fragen:
Welche Speichen als Grundidee? Strong, Race oder D-Light oder doch lieber CX-Ray / Sprint?
Abweichungen für Antriebseite HR (DJI Antrieb) und Bremsseite VR (220mm Scheibe)?
3-fach gekreuzt oder ggf. sogar unterschiedlich?

Vielleicht hat der ein oder andere mit viel Erfahrung hier ein paar Tips für mich?
Danke :-)
 
Hilfreichster Beitrag geschrieben von felixthewolf

Hilfreich
Zum Beitrag springen →
Ich nehme für e Bikes hinten rechts sapim Race, hinten links sapim d light. Vorne würde ich Laser/ d light Mix verhauen Alles 3 Fach gekreuzt.
 
Wenn es schon ein leichtes E-Bike LRS werden soll, dann schlage ich Dir PSRTB2018 vor für hinten rechts. Vorne PSRTB2026 - warum? Sie ist im Kopf Bereich 4x Stärker als eine herkömmliche. Also Ideal für Dein Bedürfnis. Leicht und Stark. LG
 
Zuletzt bearbeitet:
An e-bikes wird gerne, wenn DT, die Hybrid Nabe verbaut. Die hat neben einem Stahl-Kassettenkörper größere Speichenbohrungen. Da passen die im Bogen stärkeren Speichen besser.
 
Wenn es schon ein leichtes E-Bike LRS werden soll, dann schlage ich Dir PSRTB2018 vor für hinten rechts. Vorne PSRTB2026 - warum? Sie ist im Kopf Bereich 4x Stärker als eine herkömmliche. Also Ideal für Dein Bedürfnis. Leicht und Stark. LG
Da kann wohl jemand zaubern?
Oder was ist denn eine "Herkömmliche"?

Gruss, Felix
 
Hallo Zusammen.
Sorry für die Verspätung für diese Erklärung.
Herkömmliche Speiche sehe ich die double Butted = 2mm-1.8mm-2mm (dicke Speiche 1.8mm).
PSRTB2018 ist eine triple Butted = 2.2mm-1.8mm-2mm.
Die dicke beim Kopf 2.2mm - ergibt eine 4x stärkere - Belastung beim Kopf der Speiche, als die double Butted.
Hier in Spanien - setzen wir sie ein für Light E-bike Wheels - ohne Probleme. Trotz des harten Terrain.
Für mich - ist die Pillar Spoke einer der besten Brand in der Fahrradindustrie. Als Hersteller die zuverlässigsten im Markt. Deshalb glaube ich an Ihre Aussagen und Bewertung. Sie produzieren für weitere namhaften Hersteller.

Lieber Gruss Paolo



doubel-buted.jpg
tripel-buted.jpg
graphik.jpg
 
Sorry, ich sehe hier nur Marketing-BS.

Ich erkenne hier eine Art Spannungs- Dehnungsdiagramm.

Die „normale“ Speiche scheint sich ca 8mm zu dehnen, bevor sie reißt (bei 280kgf?)
Die Pillar dehnt sich sich offenbar deutlich mehr (28mm?). Die max Kraft scheint bei ca.350kgf zu liegen)

Eine 4-fache Dehnung hat aber mal rein garnichts mit 4-fach „stronger“ zu tun.

Weiterhin erklärt der verstärkte Kopf nicht die 4-fache Dehnung, sonders das Material wird anders beschaffen sein…

Auf jeden Fall sind wir hier deutlich im Bereich der plastischen Dehnung, da sollte man in der Praxis deutlich drunter bleiben. Wird sonst auch schwierig mit der Gewindelänge, wenn die Speiche auf einmal 20mm länger geworden ist…. ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Man muss schon jedes technische Verständnis ablegen, um von dem gezeigtem Graph heraus zu lesen die Pillar wäre 4x stärker.
Der Graph zeigt vor allem, dass eine Pillar, wenn das Material einmal zu fließen beginnt, bis zu 28mm längt bevor sie bei ca. 3500N reißt
Die Vergleichssepeiche reißt bei 2800N und hat sich dann bereits um 8mm gelängt.
Für ein Laufrad hat dieser test allerdings keine Praxisrelevanz.
Wird eine Speiche im Einsatz durch Überlastung auch nur um 1mm im plastischem Bereich gelängt, muss der Nippel bereits 2 volle Umdrehungen nachgespannt werden. Bei 8mm sind es 16 Umdrehungen und bei 28mm sogar 56 Umdrehungen. Wenn man so viel Nachspannen muss, ist es auch egal ob die Speiche gerissen ist.

Die Aussage, die Pillar sei 4x stärker ist daher vollkommener Quatsch.
Pillar-Speichen sind gut und mit den Speichen von DT, Sapim und Alpina gleichauf. Aber eben zaubern können auch die nicht.

Gruss, Felix
 
Zuletzt bearbeitet:
„Hallo lieber Felix, danke für deine Analyse. Nicht der Speichenbruch sondern es geht um den Speichenkopf. (Vielleicht reden wir uns vorbei). Ich möchte gar nicht tiefer in theoretische Graphen einsteigen, sondern den Fokus auf die Praxis lenken:

Die Aussage zur Stärke bezieht sich nicht auf die reine Zugkraft bis zum Abriss – da hast du recht, das wäre für die Praxis irrelevant. Es geht um die Ermüdungsresistenz. Die 2.2 mm Verstärkung am Kopf der PSRTB2018 (Triple Butted) sorgt für einen massiveren Formschluss in der Nabe. Das reduziert die Mikrobewegungen, die bei Light E-Bikes durch die hohen Drehmomentspitzen entstehen.

Während eine Standardspeiche im Labor vielleicht ähnliche Zugwerte erreicht, hält die Pillar durch das Materialplus an der kritischen Stelle den dynamischen Lastwechseln deutlich länger stand. In unserem harten Terrain ist das kein ‚Quatsch‘, sondern der Grund, warum wir keine Speichenbrüche (Kopf) mehr sehen (bei Light E-Bike) Am Ende zählt für mich das Ergebnis auf dem Trail – und da liefert diese Konstruktion genau die Zuverlässigkeit, die wir brauchen.“ Die Praxis gibt uns da bisher absolut recht.“

Gruss Paolo
 
Zuletzt bearbeitet:
„Hallo lieber Felix, danke für deine Analyse. Nicht der Speichenbruch sondern es geht um den Speichenkopf. (Vielleicht reden wir uns vorbei). Ich möchte gar nicht tiefer in theoretische Graphen einsteigen, sondern den Fokus auf die Praxis lenken:
DU hattest den Fokus auf eine absurde Marketingbehauptung gelenkt und versucht, das ganze mit einem für die Praxis kaum aussagekräftigem Graph zu untermauern.
Die Aussage zur Stärke bezieht sich nicht auf die reine Zugkraft bis zum Abriss – da hast du recht, das wäre für die Praxis irrelevant. Es geht um die Ermüdungsresistenz. Die 2.2 mm Verstärkung am Kopf der PSRTB2018 (Triple Butted) sorgt für einen massiveren Formschluss in der Nabe.
Der Formschluss bei einer Speiche kommt immer dort zu Stande, wo ihr Kopf größer ist als das Loch in der Nabe. Durch das heranlegen der Speiche an den Nabenflansch könnte man sich jetzt mit viel Phantasie noch einen Kraftschkuss herleiten. Auch hier wirfst du mit Begriffen um dich, deren Bedeutung dir nicht geläufig zu sein scheint.
Das reduziert die Mikrobewegungen, die bei Light E-Bikes durch die hohen Drehmomentspitzen entstehen.
Was sollen das für Mikrobewegungen sein?
Die Lastspitzen sind durch eine konifizierte Speiche nach dem prinzip der Dehnschraube abzufangen.

Während eine Standardspeiche im Labor vielleicht ähnliche Zugwerte erreicht, hält die Pillar durch das Materialplus an der kritischen Stelle den dynamischen Lastwechseln deutlich länger stand. In unserem harten Terrain ist das kein ‚Quatsch‘, sondern der Grund, warum wir keine Speichenbrüche (Kopf) mehr sehen (bei Light E-Bike) Am Ende zählt für mich das Ergebnis auf dem Trail – und da liefert diese Konstruktion genau die Zuverlässigkeit, die wir brauchen.“ Die Praxis gibt uns da bisher absolut recht.“
Wie breit ist denn diese Praxis abgestützt. Gibt es Erfahrungen mit anderen hochwertigen Speichen die 2mm am Bogen aber eine strengere Konifizierung (also 2,0-1,65 oder gar 1,5mm) haben?

Gerade wenn Felgen für soche Anwendungen immer steifer werden, braucht es keine dicken oder gar dickeren Speichen. Denn diese gehen nur die Folgen aber nicht das Problem von möglichen Speichenbrüchen an.

Felix
 
DU hattest den Fokus auf eine absurde Marketingbehauptung gelenkt und versucht, das ganze mit einem für die Praxis kaum aussagekräftigem Graph zu untermauern.
Habe gar nichts versucht! Ohne zu Fragen etwas zu Behaupten ist unschön.


Der Formschluss bei einer Speiche kommt immer dort zu Stande, wo ihr Kopf größer ist als das Loch in der Nabe. Durch das heranlegen der Speiche an den Nabenflansch könnte man sich jetzt mit viel Phantasie noch einen Kraftschkuss herleiten. Auch hier wirfst du mit Begriffen um dich, deren Bedeutung dir nicht geläufig zu sein scheint.
„Mechanisch betrachtet bleibt es ein Formschluss: Die Zugkraft wird durch die Geometrie (Kopf grösser als Bohrung) übertragen. Ein Kraftschluss (Reibschluss) würde voraussetzen, dass die Verbindung allein durch Anpressdruck hält – ohne den Kopf als Barriere würde die Speiche aber sofort durchrutschen. Die Begriffe sind also klar voneinander abgegrenzt; Phantasie ist für diese physikalische Unterscheidung nicht nötig.“

Was sollen das für Mikrobewegungen sein?
Die Lastspitzen sind durch eine konifizierte Speiche nach dem prinzip der Dehnschraube abzufangen.


Wie breit ist denn diese Praxis abgestützt. Gibt es Erfahrungen mit anderen hochwertigen Speichen die 2mm am Bogen aber eine strengere Konifizierung (also 2,0-1,65 oder gar 1,5mm) haben?

Gerade wenn Felgen für soche Anwendungen immer steifer werden, braucht es keine dicken oder gar dickeren Speichen. Denn diese gehen nur die Folgen aber nicht das Problem von möglichen Speichenbrüchen an.

Felix
Und an diesen Punkt lieber Felix finde ich wird's interessant.

Absolut richtig. Das Geheimnis eines haltbaren Laufrads liegt nicht in der schieren Dicke der Speichen, sondern in der Dauerschwingfestigkeit des Gesamtsystems. Eine steife Felge verhindert extreme lokale Verformungen, wodurch wir dünnere, elastischere Speichen verwenden können. Diese wirken wie Dehnschrauben: Sie halten die Vorspannung konstanter und verhindern so das Ermüden des Materials im Speichenbogen – das eigentliche Problem bei Speichenbrüchen.

Ich finde es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass E-Bikes zwingend dicke Speichen brauchen. Tatsächlich ist oft das Gegenteil der Fall: Gerade weil moderne Felgen – besonders im Light-E-Bike-Segment – immer steifer werden, sind elastische High-End-Speichen wie die CX-Ray oder Pillar Wing technisch die deutlich bessere Wahl.
Das Geheimnis liegt in der Kaltverfestigung beim Schmieden, die diesen Speichen eine enorme Ermüdungsbeständigkeit verleiht. Sie fungieren im System wie eine hochpräzise Zugfeder: Während eine dicke, starre Speiche bei jeder Entlastung am Boden sofort ihre Spannung verliert und dadurch am Bogen ermüdet, halten diese elastischen Profile die Vorspannung konstant aufrecht. Die WING von PIllar bietet durch ihre spezielle Form zusätzlich genau die Seitensteifigkeit, die man für das präzise Handling beim E-Bike braucht. Man bekämpft damit also nicht nur die Symptome von Speichenbrüchen, sondern löst das physikalische Grundproblem der Materialermüdung direkt an der Wurzel.
Würde vielleicht bei Pillar die WING21 (Mittelteil mit 1,3mm) für E-Bikes wählen.
Anmerkung für Felix: Praxis noch leider zu wenig.

Lieber Gruss Paolo
 
Zuletzt bearbeitet:
DU hattest den Fokus auf eine absurde Marketingbehauptung gelenkt und versucht, das ganze mit einem für die Praxis kaum aussagekräftigem Graph zu untermauern.

Der Formschluss bei einer Speiche kommt immer dort zu Stande, wo ihr Kopf größer ist als das Loch in der Nabe. Durch das heranlegen der Speiche an den Nabenflansch könnte man sich jetzt mit viel Phantasie noch einen Kraftschkuss herleiten. Auch hier wirfst du mit Begriffen um dich, deren Bedeutung dir nicht geläufig zu sein scheint.
DU hattest den Fokus auf eine absurde Marketingbehauptung gelenkt und versucht, das ganze mit einem für die Praxis kaum aussagekräftigem Graph zu untermauern.

Der Formschluss bei einer Speiche kommt immer dort zu Stande, wo ihr Kopf größer ist als das Loch in der Nabe. Durch das heranlegen der Speiche an den Nabenflansch könnte man sich jetzt mit viel Phantasie noch einen Kraftschkuss herleiten. Auch hier wirfst du mit Begriffen um dich, deren Bedeutung dir nicht geläufig zu sein scheint.

Was sollen das für Mikrobewegungen sein?
Die Lastspitzen sind durch eine konifizierte Speiche nach dem prinzip der Dehnschraube abzufangen.


Wie breit ist denn diese Praxis abgestützt. Gibt es Erfahrungen mit anderen hochwertigen Speichen die 2mm am Bogen aber eine strengere Konifizierung (also 2,0-1,65 oder gar 1,5mm) haben?

Gerade wenn Felgen für soche Anwendungen immer steifer werden, braucht es keine dicken oder gar dickeren Speichen. Denn diese gehen nur die Folgen aber nicht das Problem von möglichen Speichenbrüchen an.

Felix

Was sollen das für Mikrobewegungen sein?
Die Lastspitzen sind durch eine konifizierte Speiche nach dem prinzip der Dehnschraube abzufangen.


Wie breit ist denn diese Praxis abgestützt. Gibt es Erfahrungen mit anderen hochwertigen Speichen die 2mm am Bogen aber eine strengere Konifizierung (also 2,0-1,65 oder gar 1,5mm) haben?

Gerade wenn Felgen für soche Anwendungen immer steifer werden, braucht es keine dicken oder gar dickeren Speichen. Denn diese gehen nur die Folgen aber nicht das Problem von möglichen Speichenbrüchen an.

Felix
 
Zurück