Ok ok, ich seh schon, Ihr nehmt mir die Geschichte vom Freiherrn von und zu Draisine nicht so recht ab

Nun gut, ich hab da ja noch eine auf Lager ... und die geht so:
Dass der Gutshof von einer klösterlichen Bruderschaft bewirtschaftet wurde, stimmt tatsächlich. Und auch der Single Trail, die beiden Brücklein und der Zaubertrankgarten sind seit langer Zeit vor Ort zu finden. Aber das Radlerherz darf doch tatsächlich noch einmal höher hüpfen: Es gibt da nämlich eine durchaus haarsträubende Verbindung zwischen dem Hofe der Brüder und den wilden Kopfsteinpflasterklassikern, die da jetzt gerade im fernen Nordwesten fröhliche Urständ feiern!
Damals nämlich, noch viel länger her als die Erfindung des Bergradls, schrieb Maria aus Donauwörth ihrem lieben Göttergatten ein Brieflein, in dem sie um seine baldige Heimkehr bat, da sie ihn so schrecklichst vermisste. Zu gleicher Zeit, welch dummer Umstand doch, schrieb sie einem ritterlichen Freund auch ein ganz harmloses Briefchen. Beide Briefe bekam ein ungeschickter Bote, der links und rechts und so - schwierig.
So nahm denn das Unglück seinen Lauf - der von Hause aus schon recht eifersuchtsgesegnete Gatte kam zu des Ritters Brief und dachte fortan nur noch an Rache. Und manchmal geht es im wirklichen Leben noch grausamer zu als im Märchen: der heimgekehrte Gatte fragte nicht lange und machte seine liebe Maria stante pede einen Kopf kürzer.
Nachdem der Heimkehrer sein Mütchen gekühlt hatte, schwante ihm dann doch langsam Ungutes. Sein liebes Weiblein war ihm gar nicht untreu gewesen, der Bote war schuld und alles eigentlich ganz einfach zu erklären. Und so fand er jahrelang keinen ruhigen Schlaf mehr, bis ihm endlich der florierende Ablasshandel der römisch Katholischen Gelegenheit bot, Sühne zu leisten. So ließ er ein Kloster errichten und hoffte darauf, dass ihm dieses die Gunst seines vermeintlichen Schöpfers wieder verschaffen würde.
Das Kloster wuchs und wurde älter, Padres kamen, Padres gingen und irgendwann kam in des Klosters Besitz der kleine Gutshof hinzu, an dem noch heute die beiden Eichen von der gar schaurigen Ehegeschichte der lieben Maria vom Kopfsteinplaster erzählen.
Denn Maria kam zwar aus Donauwörth, ihre adligen Vorfahren aber hatten ihre ursprüngliche Heimat in ihrem Namen verewigt - und dort nannten sie so manch Kopfsteinpflasterweglein ihr eigen, auf denen heute RadlerInnen mit knüppelharten Rädern fahren müssen, ganz so als hätte der Karl aus Karlsruhe die Federgabel noch nicht erfunden

Wer jetzt errät, wo das Kloster steht, der hat nur noch ein paar Kilometer auf geradem Weg zum Höflein mit dem Eichenpärchen.
Und ich mach mir jetzt Nudeln mit Mangold
