Mir ging es weniger um die Radialkarkasse, obwohl hier der druchschlagswert natürlich auch interessant ist, es geht mir ehr darum die neue Gravity Diagonalkarkasse mit vergleich zur konkurenz einzuordnen.
Kommunziert schwalbe denn zur neuen Radialkarkasse das der druck erhöht werden muss? klang im test nicht so.
Gibt es denn schon solche Aufbau-Querschnitte zu den neuen Karkassen, wie es sie für die alten gab? Oder Details, welche TPI Gewebe verwendet werden und welche weiteren (Teil-)Einlagen in den Karkassen sind? Ich würde fast annehmen, dass sich Gravity Diagonal zum Super Gravity nicht sehr unterscheiden wird. In einigen Tests waren die Stabilitätswerte von Super Gravity jenseits derer von DH Karkassen der wichtigsten Konkurrenten. Ich wüsste also nicht, warum Schwalbe da aufrüsten sollte. Super DH hat sich eventuell einfach als überflüssig erwiesen, keine Ahnung wieviele Käufer meinten, dass sie mehr als Super Gravity brauchen. Bei Gravity Radial wird der Aufbau von den Lagen/Einlagen ähnlich sein, nur ist die Verformbarkeit der Karkasse aufgrund der anderen Ausrichtung der Gewebelagen größer, was dann im Effekt (deutlich) geringere Durchschlagswerte liefert.
Ich weiß nicht, ob Schwalbe explizit empfiehlt, bei Radialkarkassen so und so viele bar/psi mehr zu fahren. Ich bin aber relativ sicher, dass dir irgendein Luftdruckrechner für Radialkarkassen höhere Werte ausspucken wird als für herkömmliche Karkassen, egal ob bei Schwalbe oder auch bei Herstellern, die ihre Räder mit Radialreifen ausrüsten. Aber allgemein ist der Luftdruck immer individuell und wer gerne damit experimentiert, wird irgendwo anfangen und den Druck solange absenken, bis es zu viele Durchschläge gibt oder die Seitenstabilität zu gering wird oder auf Straße vielleicht auch der RoWi zu hoch wird. Der Grip wird ja mit sinkendem Luftdruck besser und das ist Anreiz genug. Dann kann es gut sein, dass man nach der Methode mit der Radialkarkasse bei 0,2 bar mehr Druck herauskommt, aber der Grip trotzdem besser ist als bei der Diagonalkarkasse mit niedrigerem Druck. Nach Definition der Vorgehensweise sollte dann die Stabilität der beiden Karkassen mit den jeweiligen Drücken vergleichbar sein, was noch offen bleibt, ist der RoWi; aber wenn der RoWi nicht sehr nachteilig ist, warum sollte ich dann nicht die Radialkarkasse mit mehr Druck fahren? Stabilität ist dann gleich und Grip besser.
Gleiches gilt übrigens für den Vergleich von einlagigen Karkassen mit mehrlagigen. Es würde ja niemand einen Tacky Chan mit Super Ground Karkasse mit demselben Druck fahren wie einen TC Super Gravity. Wer es trotzdem tut, muss sich dann nicht wundern, dass seine Felge die Biege macht. Der Fehler liegt dann beim Anwender, nicht bei der Karkasse. Entsprechend würde es zum Beispiel mehr Sinn machen, zunächst den Luftdruck zu ermitteln, den ein Reifen braucht, um eine definierte Durchschlagsstabilität zu erreichen, und mit dem Luftdruck dann den RoWi zu messen. (Wurde ja hier erst kürzlich vorgeschlagen.) Ob diese definierte Durchschlagstabilität für einen bestimmten Fahrer passt, wäre natürlich Zufall, aber man würde ja wahrscheinlich den Druck jeweils anpassen, bis die Durchschlagsstabilität individuell passt und die wäre dann für verschieden Reifen wieder gleich. Was nun nicht gesagt ist: mit einer individuell abweichenden Durchschlagstabilität vom Test muss sich der RoWi bei dann anderen individuellen Drücken nicht bei jedem Reifen gleich ändern, ein passabler Anhaltspunkt sollte der Test trotzdem sein.
Übrigens denke ich, dass für Super Trail und Trail Pro das analoge gilt, sowohl für die Radial- als auch die Diagonalkarkassen. Anders als bei den doppellagigen Karkassen lag Schwalbe bei den einlagigen Karkassen allerdings eher im Bereich der Konkurrenz, nicht drüber. Die Werte bei gleichem Luftdruck sehen dann für Trail Pro erst mal schlecht aus. Interessant wäre hier zu wissen, wie viel bar/psi man draufpacken muss, um bei denselben Stabilitätswerten wie mit den Diagonalkarkassen rauszukommen…