Iberix - von Lissabon nach Barcelona

20.05. 12:00 Ripoll im Val de Freser, 500m

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Rein in die Morgensonne.

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Links oben gäbs Trails... und einen Beinahedreitausender... und einen Grenzkamm zu Frankreich... und viele alte Zorrotracks... und dicke böse Wolken... und überhaupt zwickt mein Bein, also bleib ich heute mal auf der Straße.

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Hinter Ripoll im Val de Freser...

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... gibt's einen angenehmen Bahnlinienradweg. So kommt man wenigstens gescheit vorwärts, wenn auch nicht unbedingt besonders bergradlmäßig.

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Egal, der Iberix ist eh bald vorbei. Morgen am Mittelmeer, um genau zu sein.

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Auch hübsch. Ist halt niedrig.
 
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jou, genau zwischen den 2 Top-Kriegsgebieten Ukraine und Irak, für mehr Adventure! Danach dann in den Kongo, Ebola einfangen und mit der Hondius über die Kanaren zurück. 🥴
Ich habe 3 Freunde, die in dem letzten beiden Jahren in Georgien waren (mit Bike oder Motorrad) und absolut begeistert waren.
Größtes Problem sind die (fehlende) Infrastruktur und die Sprachbarriere. Sie waren mit lokalen Guides unterwegs und fanden das einen immensen Vorteil. Wer besorgt sonst Pferde, um die Bikes auf den nächsten weglosen Berg zu bekommen, organisiert Essen, wenn das nächste Dorf 50 km weg ist und checkt no-go Areas.
Definitiv nicht Graubünden, aber auch kein total gefährliches Krisengebiet.
 
20.05. 17:30 Sant Aniol Canyon in der Garrotxa-Wildnis, 300m

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Auf dem Weiterweg in die Wildnis des Garrotxa-Naturparks...

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... blühen gar seltsame Pflanzen auf den Felsen am Rand der Straße.

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Hab Abendessen und Frühstück und ein bisserl was extra dabei. Jetzt kommt eine Weile lang gar nix, ...

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... außer toller Bauwerke...

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... aus dem 14. Jahrhundert...

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... und toller Natur.

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In der Schlucht der "Riera de sant Aniol" im einsam wilden "Alta Garrotxa" unweit der französischen Grenze...

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... finde ich mit etwas Mühe einen flachen Platz für die letzte Nacht des Iberix. Kiesbankpiratencamp mit Badegumpe und Sundownerfelsen, das passt schon. Panorama ist halt keines mehr. Bin hier eher im dichten ostpyrenäischen Tieflanddschungel gelandet. Außerdem strample ich für ne Weile auf der Route des "European Divide Trail", einer siebeneinhalbtausend Kilometer langen Gravelroute von der Südspitze Portugals zum Nordende Norwegens. Nix gegen Gravelrouten, aber der Erfinder dieser "European Divide" muss ein absoluter Flachländer und Bergverachter gewesen sein. Die Pyrenäen überquert er an der niedrigstmöglichen und hässlichsten Stelle und die Alpen lässt er dann gleich komplett aus??! Naja, die Geschmäcker auf dem Bike sind halt verschieden. Schöne Grüße, ich würde ein bisserl anders fahren :-).
 
Ich habe 3 Freunde, die in dem letzten beiden Jahren in Georgien waren (mit Bike oder Motorrad) und absolut begeistert waren.
Größtes Problem sind die (fehlende) Infrastruktur und die Sprachbarriere. Sie waren mit lokalen Guides unterwegs und fanden das einen immensen Vorteil. Wer besorgt sonst Pferde, um die Bikes auf den nächsten weglosen Berg zu bekommen, organisiert Essen, wenn das nächste Dorf 50 km weg ist und checkt no-go Areas.
Definitiv nicht Graubünden, aber auch kein total gefährliches Krisengebiet.
Ich glaube, niemand wollte Georgien zu Nahe treten, das hat sich eher auf die Nachbarschaft bezogen. Ne Freundin wollte dieses Jahr nach Kirgisistan, was sie ebenso verschoben hat, wie ich meine Oman Idee.
 
Die Brücken schauen aber nicht meh 100% vertrauenserweckend aus...
Aber weil ich gerade den Turm mit der schönen Malerei sehe, bist du an der Lagune von Óbidos auch an der Mauer bei Nadadouro vorbeigekommen? Die hat mich immer wieder begeistert, war wohl ein Projekt der Kunststudenten von Caldas da Rainha.

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Obidos? Das ist Ewigkeiten her... aber ich glaub diese Mauer hab ich nicht gesehen. Aber der Turm war hübsch :-).
 
21.05. 13:50 Pont de Mulins an der Muga, 20m

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Weiter auf der European Divide Route: Raus aus dem Canyon und ein vorletztes Mal in die Berge rauf.

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Selbige sind in der Garrotxa-Wildnis allerdings nicht besonders aufregend. Findet halt alles in dichtem Gestrüpp statt...

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... und ist stellenweise böse steil. Will ein richtiges Frühstück, ist aber noch weit.

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Der waldige "Coll de Riu" auf 1000m Höhe ist dann genau so wenig aufregend wie der Uphill zuvor... und auch wie der Downhill danach: Piste im Wald. Diese Garrotxa-Berge sind nicht so ganz mein Fall. Untenrum hat's zwar hübsche Canyons, obenrum dafür halbwegs unnütz.

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Interessanter wird's erst wieder siebenhundert Meter tiefer unten in der "Gorgs de la Muga".

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Ein Berg im Rücken, wohl einer der Knappdreitausender über dem Val de Nuria, vielleicht der Puigmal (2910m). Dort sollte man seine Pyrenäenroute (zB Pyrix 2018) sicher eher drüber legen, als hier unten durch's Gestrüpp. Aber erstens nicht im Mai und zweitens hilft's ja nix mit dem blauen Stricherln. Neuland ist gefragt.

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Natürlich ist auch die Muga irgendwann aufgestaut. Spanien muss einfach das Land mit den meisten Stauseen der Welt sein... mit Abstand. An der "Panta de Darnius-Bodella" verlasse ich dann auch die Gravelroute nach Norwegen...

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... und folge statt dessen immer weiter der Muga flussabwärts...

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... auf recht ansprechenden Uferwegen...

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... bis raus ins flache Land.

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Hilft nix, jetzt folgen knapp zwanzig Kilometer Agrargelände zwischen den Ausläufern der Pyrenäen und den Küstenbergen.

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Augen zu und durch.
 
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21.05. 18:45 Mittelmeerstrand bei Llanca, 0m

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Fünfhundert Höhenmeter klettere ich nochmal bei brütender Hitze auf einen kleinen Pass im Naturpark Cap Creus, ...

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... denn der Iberix muss natürlich standesgemäß mit einem Singletrack beendet werden.

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Der GR11 hinunter in den Küstenort Llançà ist kein schlechtes Finish. Holpert ganz gut, und man kann über's Gestrüpp auf's Mittelmeer gucken.

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GR11 nach Llança: Ich glaub das ist das offizielle Ende des spanischen Pyrenäenweitwanderwegs...

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... und auch das offizielle...

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... Ende des Iberix nach genau vier Wochen ab Lissabon. Ausdiemaus.
 
Ich habe 3 Freunde, die in dem letzten beiden Jahren in Georgien waren (mit Bike oder Motorrad) und absolut begeistert waren.
Größtes Problem sind die (fehlende) Infrastruktur und die Sprachbarriere. Sie waren mit lokalen Guides unterwegs und fanden das einen immensen Vorteil. Wer besorgt sonst Pferde, um die Bikes auf den nächsten weglosen Berg zu bekommen, organisiert Essen, wenn das nächste Dorf 50 km weg ist und checkt no-go Areas.
Definitiv nicht Graubünden, aber auch kein total gefährliches Krisengebiet.
Glaubst Du, ein waschechter Alpenzorro ist mit lokalen Guides unterwegs? Wohl kaum.
 
Georgien soll sehr schön sein, aber ich gebe zu es ist zumindest nicht ideal von der aktuellen Gesamtsituation.
Eine Idee hätte ich: von Istanbul bis Kars gibt es 1300km Küstengebirge in der Türkei....
 
Mich nimmt er seit 2012 aus dem tristen Büroalltag mit. Vorher war ich nicht im Forum angemeldet
Tsja, die Spätgeborenen 🤭
War schon ziemlich nerdig mit der Technik damals. Das hatte seinen eigenen Reiz. Heute fährt @stuntzi nur noch Rad.
Da enstand das Unterforum "Unterwegs - Liveberichte". Einfach mal auf die letzte Seite blättern.
 
21.05. 21:50 Schlafklippe am Cap de Ras Llanca, 10m

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Letztes mal nen Schlafplatz suchen... funktioniert. Ein paar Hotels waren insgesamt schon dabei, kann mich an vier mal erinnern. Aber generell würde ich sagen, der Iberix war durchaus korrektes Bikepacking. 28 Tage, 2.200 Kilometer und 30.000 Höhenmeter darf man auch so stehen lassen. War schon einiges an Flachkram dabei, die Sierras in Spaniens Mitte sind halt keine Alpen oder Pyrenäen. An Portugals Atlantik-Küste ist's sowieso verdammt niedrig, das hab ich schon wieder verdrängt. So oder so, der Iberix ist eingetütet.
 
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