Sturmey Archer XRF 4 Early Rider

Kann ich auch voll nachvollziehen.
Ich wusste vorher, dass die Nabe nicht gut zu schalten ist. Das wird bei jedem Belter gleich schlecht sein. Ich wusste aber auch dass man sie umbauen kann. Ist ärgerlich es bei einem neuen Rad machen zu müssen aber es lohnt sich.
Kurz Frage, habt ihr die gesamt Nabe auseinander gebaut oder nur bis zur Feder, diese dann verändert und wieder zusammen? Im Video spricht er davon, dass man an Hand irgendwelcher unterschiedlichen langen Teile etwas ausrichten muss. Da ist aber auch ein gelber Punkt, ich richte es nach dem Punkt aus oder?
 
Ich hab es nicht geschafft, die Nabe komplett rauszunehmen. Habe die Feder neu positioniert, und es dann mit viel Würgen hinbekommen, die ~180 Grad Drehung für die Spannung hinzubekommen mit den Teilen, die dann wieder oben drauf gesetzt werden.
 
Etwas OT, aber die ganze Schaltungsthematik hat uns nun dazu gebracht ein Orbea MX 20 Team Disc anstelle des Belter 20 zu bestellen. Zwar kein Riemenantrieb mehr (war ich echt ein Fan von), dafür vernünftige Daumenschalter, Scheibenbremse, integrierte Züge und 160€ günstiger. Zwar auch 1kg schwerer, aber mit etwas optimierten Reifen werden es nur noch 500g sein. :)

Ist halt echt schade, dass Early Rider das nicht in den Griff bekommt. Hatten das 14 und 16 Zoll Belter und waren super zufrieden damit. Hätten gerne auch das 20er gekauft.
 
Hallo zusammen,
Ich habe am Wochenende ein bisschen gebastelt und wollte euch eine Lösung mit Bildern nicht vorenthalten, wie man die nötige Handkraft für den Twist Shifter der Sturmey Archer X-RF4 reduzieren kann.
Mein 5-jähriger Sohn war vor dem Umbau nicht in der Lage in kleine Gänge zu schalten.
1 bis 4 war vorher schon im Stand möglich aber nicht in die andere Richtung. Jetzt schaltet er in allen Fahrsituationen ;-)
Ich habe zwei unterschiedliche Anpassungen vorgenommen:

1. Twist Shifter: Einfache Änderung, ohne Nabendemontage, aber auch weniger effektive Handkraftreduktion.
Wenn man mit dem 3er Inbus den Drehgriffschalter vom Lenker schraubt, muss man nur die inneren Rastnasen stirnseitig zum Lenkerende hin aufmachen und schon fällt einem das Gehäuse schon fast entgegen. Im Inneren ist eine Blattfeder, die die Rastpunkte der Schaltung definiert. Originalbreite ist 6mm und ich habe 2x11mm seitlich abgesägt.
Anhang anzeigen 1977021
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Das Ändert wie gesagt nur ein wenig ist aber auch schnell gemacht. Der Griff dreht sich somit leichter von einem Rastpunkt in den anderen, aber es wird nicht die Federvorspannung in der Nabe verändert.

2. Federvorspannung: Nabenschaltung muss geöffnet und wieder richtig zusammengebaut werden.
Die Nabe habe ich mit einem Hammer und Splintentreiber vorsichtig aufgehämmert/gedreht.
Im Inneren habe ich dann folgende Änderungen vorgenommen:

2a. Äußerer Federschenkel: Einfache Änderung, da nur versetz.
Die Drehfeder ist mit ihrem äußeren Schenkel hier abgestützt:​

Wenn man die Position versetzt, hat man schon ca. 45° weniger Federvorspannung:​
Diese Änderung hat schon viel gebracht. Nachdem Zusammenbau testete mein Sohn die Schaltung und konnte damit schon viel einfacher Schalten. Jedoch merkte er nach ein paar mal hin und her schalten an dass seinne Hand dann weh tat. Also habe ich die Nabe nochmal auseinandergebaut (ging jetzt schon wesentlich schneller) und habe auch den innerern Federschenkel versetzt.​
2b. Innerer Federschenkel:
Dafür habe ich gesägt, gebohrt (ging nicht gut) und dann doch mit dem Dremel eine neue Nut (in Teil 16) als Haltepunkt für den inneren Federschenkel gesägt:​
Fazit: Wenn man es sich zutraut die Nabe zu demontieren und wieder richtig zusammenzubauen, ist mit dem oben verlinkten Video aus Beitrag 2 gut erklärt, dann kann man die Nebenschaltung auch auf kleine Handkräfte anpassen. Die Änderungen in der Nabe sind auch alle wieder zurückbaubar.
Danke für die super Anleitung! Wir hatten das gleiche Problem und nach einer ergebnislosen Suche nach einem passenden Schalthebel bin ich auf deinen Beitrag gestoßen. Nach dem Umbau kann die Tochter jetzt sauber durch schalten. Ich habe den Schaltgriff unverändert gelassen. Die Reduzierung der Federkraft in der Nabe hat ausgereicht.
 
Hey DS92,
freut mich dass dein Umbau auch das gewünschte Ergebnis erzielt hat.
Meiner Einschätzung nach macht der Umbau der Federvorspannung in der Nabe am Meisten aus und ist evtl sogar ausreichend ohne den Hebel zu verändern. Jedoch ist die Änderung am Hebel einfacher und mit weniger Aufwand verbunden.
Frohes Schalten euch allen!
 
@RockFox auch von mir nochmal vielen Dank. Hab mich nochmal dran gesetzt und lief dann ohne Probleme. Schaltung funktionier jetzt problemlos.
Für alle, die die Nabe ausbauen aber nicht komplett auseinander nehmen, ersetzt dieses Werkzeug den Schraubendreher aus dem Video und erspart einem blutige Finger.
 

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Hallo zusammen,

ich habe die Feder umgehängt wie in Bild 7 der Anleitung, und es scheint auch etwas leichtere Gangwechsel zu ermöglichen. Bei der Probefahrt danach musste ich aber feststellen, dass die Gänge bei Last alle durchrutschen. Kann das an der Änderung der Federspannung liegen?

Ich habe leider keinen Vergleich zu vorher, da vorher nur kurz meine Tochter Probe gefahren ist (haben das Rad heute erst gebraucht gekauft). Und bevor ich jetzt alles wieder auseinander fummele nur um eventuell festzustellen dass die Gänge trotzdem durchrutschen wenn ich reintrete, wollte ich mal hier fragen...

Passt ja auch zur Frage vom Threadersteller @barni0606 , gab es dazu eigentlich eine Antwort?
 
Hast du die Drehfeder auch "richtig" eingehängt?

Evtl. hat die Gangschaltung schon einiges mitgemacht, wenn das Rad gebraucht ist.

Das Rad meines Sohnes, das ich umgebaut habe, funktioniert jetzt nach über einem Jahr immer noch genau so wie direkt nach dem Umbau. Es wird auch viel genutzt...
 
Was heißt „richtig“? Prinzipiell funktioniert ja alles, also auch hoch-/runterschalten, so gesehen sollte es passen - oder? Oder kann ich da was falsch machen und die Schaltung funktioniert trotzdem?

Hab vorhin die Feder wieder auf die ursprüngliche Position zurück gebaut und das durchrutschen tritt weiter auf. Aber eben auch nur bei mir, bei meiner Tochter nicht (weniger Masse und Kraft). Bei mir allerdings so sehr, dass ich nicht damit fahren könnte.

P.S.: ich kann gar nicht so richtig glauben, dass die Nabe die ja auch für „große“ Räder konzipiert ist, bei den geringen Kräften in einem Kinderrad schon einen Schaden haben soll. Falls also jemand konkrete Ideen hat, was ich falsch gemacht haben könnte so dass das rutschen auftritt, immer her damit. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Habe gerade nochmal die Nabe aufgemacht und wieder auf die Leichte Variante umgebaut (Feder etwas versetzt). Dabei habe ich mir auch nochmal das Video zu Gemüte geführt und drauf geachtet, die Feder und den Schaltring so wie angegeben einzusetzen.
Durchrutschen bleibt leider bestehen. Ich bin mir jetzt ziemlich sicher dass es nicht an meiner Bastelei liegt, da ich die Nabe nie wirklich auseinander genommen habe, ich hatte gar keine Gelegenheit andere Dinge zu beschädigen/zu verstellen. Die einzige Schraube die ich entfernt habe war die erste Sicherungsmutter auf der Achse, danach nur den Schaltarm abziehen, dann das kleine "Schaltauge" mit dem Pfeil in der Ecke, dann das Ritzel samt Konus - und schon kommt man an die Feder.
Aufhämmern oder Spezialwerkzeug ist also nicht nötig (nur der Vollständigkeit halber, falls das hier später mal jemand liest).

Mir bleibt also nur, entweder das Werkzeug zu kaufen und die Nabe komplett zu öffnen um zu verstehen woher das Durchrutschen kommt (und beschädigte Teile versuchen zu ersetzen), oder das einem Fachmann zu übergeben. Ich würde auch einfach eine neue Nabe kaufen, aber die findet man ja in 28 Loch nicht im Handel, und ich bin nicht 100% sicher ob nicht irgendein Verschleiß am Nabengehäuse die Probleme verursacht. Falls das Gehäuse wirklich nur die Hülle ist, könnte ich ja eine 36er Nabe kaufen und die Innereien austauschen.

Aber so lang es bei der Kleinen nicht auftritt, gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund. Da sie das Schalten trotz umhängen der Feder nicht schafft, werde ich vielleicht mal den Schalthebel bestellen und schauen ob sie damit zurecht kommt - kostet ja nicht die Welt, einen Versuch ist es wert.
 
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