Mit welchem Rucksack fahrt ihr? Welches Setup/Packliste? Kg?
Habt ihr schon Erfahrungen mit leichteren Modellen (ohne Tragegestell) gemacht?
Kommt bei mir ganz auf die Tour an.
Grundsätzlich für mich: Je technisch anspruchsvoller und je weniger ich die Möglichkeit habe im
Sattel zu sitzen, desto mehr trage ich am Rücken.
Ein paar Dinge finden sich dennoch am Bike (zumal zwei meiner Trailbikes ein spezielles Werkzeugfach haben), ist aber auf Technotouren jeweils <1 kg.
Je nach Witterung/Ausrüstung nutze ich als Rucksack ein BDEL Distance 15, alter Inov-8 Race Elite 20 oder auch mal den (zum Wandern tollen) Gossamer Gear Kumo, welcher aber für fast alle Bikepackingtouren, selbst bei Nächten mit -5 °C, mir mit seinen 28 L (Hauptfach) zu gross ist. Einen kleinen Unterschied macht auch, ob ich alleine unterwegs bin oder nicht. Alleine gehe ich leichter. Zu zweit trage ich meist ein wenig mehr, grösseres Tarp/Leichtzelt, Kocher mit 2 P Topf, mehr Brennstoff etc. Und so nehme ich dann den grösseren Rucksack.
Gewichtmässig sind der Distance und Race Elite um 340 g, der Kumo 450 g (alle geringfügig modifiziert).
Ist der Distance gut gefüllt, dann hüpft er ziemlich bei Bunnyhops und Sprüngen. Gefühlt sitzen die anderen ein wenig besser dank dem Hüftgurt(?).
Typische Hochsommertour in den Alpen mit Distance 15, 320 g MYOG quilt, 2/3 Luftmatte, kein Kocher:

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Im Spätherbst dann so:


Engadin, ca. -5 °C Nachttemp. MYOG quilt (500 g), 450 g Expedmatte, Katzenfutterdosenkocher, nötige Kleidung etc. Da geht auch längeres Biketragen gut.
Auf Touren mit einem ausgewogenen Mix an single tracks, double tracks und eher wenigen Trage-/Schiebepassagen, führe ich mehr am Bike und weniger am Rücken, dann mit div. Trailrunningwesten mit 3.5 – 8 L Volumen. Am Bike dann kleine Lenkertasche mit max. 500 g, kleine Satteltasche (2 L), Rahmentasche(n). Im Rucksack dann nur noch Wasser, Snacks, wenige Kleider.
Etwa so:



Zwei Fotos von einer technisch anspruchsvollen Tour durch den Jura (Basel - Genf, fast immer den Grat-/Bergrückenverläufen nach), eine vom Welsh Ride Thing.
Früher fuhr ich auch viel mit einem Berghaus Hyper 22. Der war praktisch perfekt für grössere Touren nur leider nicht so haltbar. Witzigerweise nicht halb so haltbar wie der Inov-8 Race Elite, den ich schon mehrmals reparieren musste, aber viel haltbarer ist, als man ihm geben würde.
Damit es für mich klappt, DER Faktor für's Bikepacking in den Alpen oder grundsätzlich auf durchgehend technischen Pfaden: unbedingt die Ausrüstung durch viel Tourerfahrung so weit wie möglich reduzieren. Mit neuem, leichteren Zeug ist's nicht gemacht wie die meisten meinen. Man muss auch die Anzahl Ausrüstungsgegenstände/Kleidung reduzieren und dabei noch relativ sicher unterwegs zu sein erfordert Jahre an aufgebautem Wissen. Der Unterschied ist nicht zwingend Leben oder Tod, sondern ob in schwierigen Verhältnissen dennoch Freude und Genuss gefunden werden kann, oder ob's nur noch ein beschissener Überlebenskampf ist.
Minimales Gepäck zählt sich im Gebirge extrem aus (zur Effizienz, Fortbewegung) und macht einen enormen Unterschied, da man in der Regel ja auch viele Höhenmeter auf kurzer Distanz macht und eben auch viel stossen und tragen muss. Auf meinen Touren wohl 60 – 75 % der Zeit (nicht Distanz). Hinzu kommt, dass man ggf. viele trialähnliche Einlagen auf dem Bike machen darf in der Abfahrt, was ohnehin auf 3000 m mit noch 2400 hm Abfahrt wartend sehr ermüdend ist.
Mit der nötigen Erfahrung und einer ausgereiften, individuell (auf Person und Tour-/Klima-/Wettercharakter) angepassten Ausrüstung ist eine Baseweight von 3 kg mit Komfort bis 0 °C realistisch (ohne 500 g
Knieschoner). Aber wie gesagt, wenn dann noch Essen für z.B. 2 Tage inkl. 2 L Wasser in der Trinkblase dazu kommen, sitzt ein Distance 15 bei Hüpfern eher grottig. Deshalb auch sicherstellen, dass man die Verpflegung richtig einschätzt, was nur mit viel "trial and error" geht.
War jetzt viel Text, aber mir ist sehr wichtig klar zu machen, dass eine (hier gefragte) Gewichtsangabe zu Ausrüstung unbedingt in den gesamten Kontext gesetzt werden muss. Wir sprechen ja nicht über eine Radfahrt am Rhein entlang...
Cooles Thema
@umtreiber