Enduro Freeride Komponenten-Beratung

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17. März 2010
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Hi zusammen,
ich bin neu hier und würde von Euch mal ganz gerne wissen, auf welche Komponenten ihr im Freeride/Enduro Bereich besonders achtet?
Ich will mir ein Freeride oder Enduro Bike kaufen, Preisrahemen ca. 3000€ +/- 500€!
Paar Anregungen wären nice!!!

Danke schon mal

greets
r
 
Also du meinst, worauf es besonders ankommt, und wo man am einfachsten sparen kann... habe ich das richtig verstanden?

Besonderen Wert würde ich auf folgende Komponenten legen (nach Wichtigkeit von oben nach unten sortiert):

- die Gabel (eine labberige Gabel fühlt sich besch*** an und erhöht auch nicht unbedingt die Sicherheit). Auf jeden Fall was mit Steckachse! Außerdem musst du dich entscheiden, ob dir eine Doppelbrückengabel oder eine normale mit Einfachbrücke lieber ist. Beides hat seine Vor- und Nachteile...
Die Kennlinie sollte auch schön linear sein. Nichts ist nerviger und gefährlicher als eine Gabel, die dir bei jeder Stufe wegtaucht. Da würde ich auf jeden Fall im Zweifel ein bisschen mehr Geld liegen lassen und dafür wo anders sparen!

- Laufräder: besonders die Felgen sollten schön breit und steif sein und auch ein bisschen was ab können. Für Enduro aber auch noch ein bisschen aufs Gewicht achten, da man da ja gerne selbst hochkurbelt. Die Masse an den Laufrädern merkt man dabei schon vergleichsweise heftig.

- Bremsen: natürlich schön standfest und zuverlässig mit ausreichend großen Scheiben

- Kurbelarme (macht imho auch viel aus, ob die steif genug sind)

Wo du imho ohne allzu große Abstriche ein bisschen knausern kannst wäre die Schaltung (SLX-Niveau reicht hier völlig aus) und solche "Kleinteile" wie Lenker, Vorbau, Sattelstütze, Pedale etc. Sollte eben alles möglichst steif und stabil sein. Das meiste Geld kannst du da beim Gewichts- und Optiktuning liegenlassen. In der Funktion unterscheiden sich diese Komponenten ab einem bestimmten Niveau nur noch marginal.

Für 3000€ +- bekommst du eh keine XTR-Ausstattung oder Carbon-Irgendwas...
Mein Tipp wäre erst mal auf ein schönes Paket aus Rahmen/Gabel/LRS zu achten und wenn es dann gewichtstechnisch oder sonstigen Nachrüstbedarf gibt, nach und nach die übrigen Komponenten auszutauschen. Bei den Verschleißteilen wie z.B. der Schaltung und den Reifen fällt das eh früher oder später an.

Wenn es mehr in Richtung Enduro gehen soll, könntest du dir mal das Lapierre Spicy, das Specialized Enduro oder das Cupe Frizz anschauen. Für etwas mehr in Richtung Freeride das Lapierre Froggy oder das Specialized Big Hit.
Die gibt es alle in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten und natürlich auch Preisklassen...
 
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super dank dir scylla für die ausführliche Antwort!

bei der gabel hab ich mich schon ziemlich auf ne doppelbrückengabel eingeschossen!!!

XTR kommt im grunde wie du schon sagst nicht in frage und von Carbon bin ich nicht so überzeugt, weiss ned was dabei so die landläufige Meinung ist!?

Steckachse ist dir/euch auf alle Fälle wichtig?!

Laufräder sind wichtiger wie die Bremse? Deiner Hierarchie zufolge!

Was ganz cool wär wenn du mir bei den Komponenten beispiele geben könntest, welche Firmen/Ausführungen du meinst!

Danke nochmal, geht ja echt schnell hier!!!
 
Enduro und Doppelbrücke, ich glabe du hast da was falsch verstanden
eine Doppelbrückengabel hat im Enduro/Freeride Bereich nichts zu suchen
Steckachse ist bei einer Gabel sehr wichtig in dem Breich, erhöht die Steifigkeit enorm

Gabel: Fox 36 Talas(absenkbar), Float(Luftgefedert), Van (Stahl), Rock Shox Domain (nicht die 302) bzw. Lyrik
Bremse: Avid Elixier als Beispiel
 
XTR kommt im grunde wie du schon sagst nicht in frage und von Carbon bin ich nicht so überzeugt, weiss ned was dabei so die landläufige Meinung ist!?

Carbon finde ich schon in Ordnung. Ich habe am Freerider auch ein paar Carbonteile (Lenker, Sattelstütze). Allerdings teurer Kram von Syntace... dem traue ich dann genauso wie irgendwelchen 08/15 Alu-Teilen. Ich bin bei Carbon eben recht vorsichtig. Wenn schon, dann nur Top-Qualität, was leider auch teuer ist. Wenn's günstiger sein soll würde ich auf jeden Fall auf Alu setzen, da kann man nicht so viel falsch machen.

Steckachse ist dir/euch auf alle Fälle wichtig?!
Wie schon geschrieben auf jeden Fall Steckachse. Das erhöht die Steifigkeit der Gabel enorm. Allerdings sind die allermeisten Gabeln ab 160mm FW heute eh standardmäßig mit Steckachse ausgestattet.
Ich habe am Freerider die Totem Coil und bin sowohl mit der Kennlinie als auch mit der Steifigkeit sehr zufrieden. Die Totem deswegen, weil sie sich in Bezug auf die Steifigkeit der Boxxer eigentlich fast nicht nachsteht, aber durch die Einfachbrücke mehr Spielraum für den Lenker zulässt. Ich finde, eine Doppelbrücke schränkt schon ziemlich ein, weil man z.B. Spitzkehren nicht einfach fahren kann, sondern quasi zum Umsetzen "gezwungen" wird.
Die Lyrik hat zwar nur 1cm weniger FW und ist ein bisschen leichter, dafür ist sie aber viel weniger steif.

Insgesamt würde ich für die "härtere" Gangart eher auf Stahlfedergabeln setzen. Luftgabeln neigen zumindest bisher doch ganz gerne mal zum "durchtauchen". Systeme wie Dual Air von RockShox sollen Luftfedergabeln ja mittlerweile auch zu Stahlfeder-Performance verhelfen, aber getestet habe ich das noch nicht.
Auch schön wäre die Fox 36 Van (für Enduro) oder als Doppelbrückengabel die Boxxer oder die Fox 40.

Ob du eine Absenung bei der Gabel brauchst (wie z.B. bei der 36 Talas) musst du selbst wissen. Das würde dann aber schon mehr Richtung AM als Richtung Freeride gehen, und nur dann Sinn machen, wenn du viel bergauf unterwegs bist ;)
Ich persönlich finde Absenkung unnötig, und das Absenksystem bringt nur unnötiges Gewicht und ein Teil mehr an der Gabel, das gerne mal kaputt geht und Probleme macht.

Laufräder sind wichtiger wie die Bremse? Deiner Hierarchie zufolge!
Hab ich bewusst in der Reihenfolge geschrieben. Die Laufräder werden doch ganz gerne mal "unterschätzt". Dabei finde ich dabei das Gewicht und die Steifigkeit sehr entscheidend für die Kontrolle auf dem Bike und das Fahrverhalten.
Bei den Bremsen findest du mittlerweile auch in der mittleren Preisklasse sehr gute Modelle, die auch genug Kraft haben. Man muss eben auf die ausreichende Scheibengröße achten. Ich finde z.B. die XT Bremse sehr zuverlässig und auch von der Bremskraft schon mit 160er Scheiben gut. Den Satz für vorn und hinten bekommst du da schon für unter 200€. Auch wird an Komplettbikes heute auch kaum noch an den Bremsen gespart... da ist meistens sowieso schon was Brauchbares dran... während an den Laufrädern doch manchmal etwas gespart wird.
Bei der Wahl der Bremsen kommt auch viel auf dein Körpergewicht an. Wenn du in der Liga >100kg spielst wärst du für Freeride wahrscheinlich mit Anker-Bremsen a la Hope V2, Magura Gustav oder Avid Code am besten aufgehoben. Bei weniger Eigengewicht wäre die Auswahl schon größer. Ich komme mit meinen 60kg z.B. mit einer Hope M4 und 180/200 Scheiben mehr als gut zurecht.
Weniger als 180mm Scheiben würde ich aber auf keinen Fall nehmen!

Beispiele...
- was ich mögen würde wegen guter Bremskraft und Dosierbarkeit: Avid Elixir, Hope Mono M4 (eher Enduro) oder V2 (eher Freeride), Shimano XT, Magura Louise (BAT oder FR)
- was ich nicht mag wegen zu "digitalem" Bremsverhalten... aber worauf manche anderen Leute schwören: Shimano Saint, Formula The One, Avid Code

@Berty_Fox
Für Enduro hast du wohl recht. Da wäre eine Doppelbrückengabel eher hinderlich. Für Freeride sehe ich das nicht so eng. Da macht eine Doppelbrückengabel unter Umständen durchaus Sinn, wenn man auf die Steifigkeit besonders hohen Wert legt und mit dem eingeschränkten Winkel beim Lenken gut leben kann. Es gibt doch viele Leute, die eine DC-Gabel am Freerider fahren.
 
Ich habe am Freerider auch ein paar Carbonteile (Lenker, Sattelstütze). Allerdings teurer Kram von Syntace
-> ja das ist eben mit ein Kriterium, wieso ich kein Carbon möchte,...zumindest noch nicht, zu wenig Geld! Und wenn schon denn schon

Bezüglich der Doppelbrückengabel:
Ich hab letztes Jahr ein Modell ausprobiert von Bionicon und war mehr als zufrieden damit! Hatte auch bei engeren Passagen keine Probleme damit!

Also am wichtigsten für euch ist anscheinend die Gabel.

Legt ihr Wert auf 1,2,3,4,... Gelenker?

Bei einem neuen Modell, schaut ihr da auf Kurbel, Lenker,Schaltung,... oder ist es euch primär wichtig, dass der Rahmen und Gabel stimmen?

Sry wenn ich so hinterfrage, aber wenn ich schon mal soviel Geld ausgebe(Student), dann will ich mir einfach sicher sein bei meiner Entscheidung

Danke für die Kommentare jungs
 
Bei dem Budget würd ich dir ans Herz legen mal ne Hammerschmidt zu testen. Mich stört das Mehrgewicht nicht und die Performance von dem Ding will ich nicht mehr missen:daumen:

Bei nem neuen Rad sollte meiner Meinung nach das Hauptaugenmerk auf Rahmen, Gabel, und Laufrädern liegen.
Alles andere ist verhältnissmäßig schnell durch was brauchbares und günstig zu ersetzen.
 
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Legt ihr Wert auf 1,2,3,4,... Gelenker?
Auf 2 und 3-Gelenker lege ich überhaupt keinen Wert. Die gibts gar nicht... jedenfalls nicht dass sie mir bekannt wären :p
Wenn es nur bergab gehen soll ist es eigentlich relativ schnuppe, ob du einen Ein- oder Viergelenker hast. Es gibt sehr schöne Hinterbaukonzepte mit beiden Prinzipien.
Beim Wippverhalten bergauf und bezüglich des Bremsstempelns haben Viergelenker imho etwas die Nase vorn. Deswegen würde es sich für Enduro-lastiges Fahren vielleicht lohnen auf einen Viergelenker zu setzen.
Allerdings ist die Auswahl an Viergelenkern relativ beschränkt und diese sind auch meistens etwas teurer als Eingelenker. Bei den Ami-Herstellern hat meines Wissens nach nur Specialized echte Viergelenker im Programm (denen gehört das Patent für den Horst Link). Die Lapierre Bikes (zumindest das Froggy, beim Spicy weiß ich's gerade nicht) sind auch Viergelenker.

Bei einem neuen Modell, schaut ihr da auf Kurbel, Lenker,Schaltung,... oder ist es euch primär wichtig, dass der Rahmen und Gabel stimmen?
Jepp: wie schon geschrieben erst mal sollte Rahmen/Gabel/LRS stimmen.
Schaltung ist eher nebensächlich, solange es nicht unter SLX Niveau ist. An der Kurbel würde ich auch nicht so viel Geld lassen. Steif sollte sie halt sein... aber das können günstige Kurbeln wie z.B. die SLX auch.

Der Tipp von mas7erchief mit der HS ist auch nicht schlecht. Die hab ich auch am Freerider, ganz einfach weil sie besser funktioniert als die meisten "Bastellösungen" mit Bash und Kefü. Allerdings ist die HS schon signifikant teurer als eine normale Kurbel, und der Rahmen braucht dafür extra eine ISCG Aufnahme.

Beim Lenker kann man auch nicht viel falsch machen. Sollte nur breit genug sein. Unter 68cm macht's am Freerider keinen Sinn, außer du hast extrem schmale Schultern und kurze Arme.
 
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Legst du denn Wert darauf dir dein Rad bei einem lokalen Händler zu ordern oder sind auch Versenderbikes möglich?
Dann solltest du eventuell mal bei Canyon, Votec, Cheetah oder Radon gucken. Da gibts für rund 3000 euro sehr feine Enduros/Freerider mit allen Extras (Hammerschmidt, Totem/Lyrik/Fox36, gute Laufräder, fast durchgehend XT oder x.9 Ausstattung)
 
Legst du denn Wert darauf dir dein Rad bei einem lokalen Händler zu ordern oder sind auch Versenderbikes möglich?
Mir persönlich ist der Service schon immer recht wichtig, es ist nervig wenn man das Bike irgendwo einsenden muss und keine Distributeure in der Nähe hat.
Von dem her eher was vom Händler!
Also zu den Komponenten hab ich mir jetzt mal folgendes notiert(Hierarchie):
1.Gabel
2.Laufräder
3.Bremsen
4.Schaltung
5.Kurbel
6.Kasette
7.Lenker
8.Sattel
9.Griffe
10. ...

Gewicht intressiert euch in dem Bereich weniger?Oder gibt es für Euch Mindest-Max.werte?
Ich will ja den Berg noch rauf kommen!
 
Also mein Rad dürfte jetzt irgendwas um die 16,5-17 kilo wiegen. Vielleicht sinds auch mehr^^
Und ich muss sagen das hohe Gewicht merkte ich nur wenn ich das Rad mal irgendwo drüberheben oder hochtragen muss....sehr viel schwerer will ich mein Rad aber dann auchnicht mehr haben.
Bei mir ist der Vorteil das ich in der nähe von Koblenz wohne und Canyon für mich dann garkein wirklicher versender ist. Bei Problemen kann ich einfach sofort hinfahren.
Mein Bike durch die Weltgeschichte schicken wöllte ich auch nicht.
 
Mindestwerte beim Gewicht gibt's nicht... höchstens beim Budget :lol:

Mein Bike wiegt im Moment 16,1 kg. Das finde ich auch bergauf sehr akzeptabel. Obergrenze wäre für mich ca. 18kg.
 
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