Keine Konditon trotz Sport, nun MTB-fahren

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Bergisches Land
Hallo MTB-Freunde,

als Neuer hier im Forum möchte ich mich vorstellen und freue mich auf Ratschläge von euch. Ich bin männlich, 47 Jahre alt, 182 cm, und wiege leider 93 Kg, was sich allerdings ändern soll. Ich nehme Bluthochdrucktabletten und habe leider ein vergrößertes Bluthochdruckherz. Ich darf mit kardiologischer Genehmigung alle Sportarten machen, außer schweres Krafttraining mit Pressatmung. Vor gut 4 Jahren habe ich als Späteinsteiger mit Judo begonnen, was mir sehr viel Freude bereitet. Ich trainiere meist 2x wöchentlich, manchmal auch 3x wöchentlich. Beim Techniktraining mache ich schöne Fortschritte, beim Randori (Kampftraining) bekomme ich schnell durch die kaum vorhandene Kondition massive Probleme. Das muß sich dringend ändern. Joggen geht nicht gut, wg. Großzehengrundgelenksarthrose.

Nun habe ich mir ein Mountainbike gekauft, auch weil ich früher gerne Fahrrad gefahren bin ( damals als Verkehrsmittel). Außerdem bin ich gerne draussen in der Natur. Ich wohne direkt am Wald in einer stark hügeligen Gegend, eigentlich der Traum eines jeden MTB-Fahrers. Für mich aber noch nicht das Richtige. Die steilen Hügel überwinde ich nur mit ach und krach im kleinsten Gang und mit Puls am oberen Anschlag. Nicht das Richtige um Grundlagenausdauer zu bekommen.
Ich muß also das Bike ins Auto packen und in eine recht ebene Gegend transportieren. Ich habe mal ein wenig gegoogelt, dort müsste ich dann mit einem Puls von ungefähr 220-47= 173 fahren, davon 70%= 121 Pulsschläge. Pulsuhr ist bestellt. Ich würde gerne 2x die Woche mit dem Fahrrad trainieren. Meint Ihr das reicht? Mit welcher Fahrtdauer beginnt man als Anfänger und wie schnell erhöht man das Pensum? Hat jemand einen Trainingsplan für absolute Anfänger? Darüber und über alle weiteren Tipps freue ich mich sehr.

Gruß Ennie
 
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Du willst Grundlagenausdauer mit einem Puls von 173 fahreno_O

Wenn du eh unter ärztlicher Aufsicht bist dann lass dir dort bitte mal deine Pulswerte ermitteln.
Ich hatte über den Winter eine Vorgabe von 110-120 was für mich auch schwer zu halten ist gerade bergauf.
Mein Cut war bei ungefähr 160 wenn ich lange in dem Bereich gefahren bin ging dann voll daneben von daher lass das mit den 173 dringend prüfen
 
Wieviel Höhenmeter haben bei Dir denn die Anstiege so?

Also man sollte grundsätzlich auch bergauf fahren können ohne daß der Puls gleich in astronomische Höhen gelangt. Dazu ist allerdings ein runder Tritt notwendig. Den beherrscht man zumeist aber nicht automatisch, gerade bergauf. Du solltest früh in nen kleinen Gang gehen und nicht versuchen sonderlich schnell zu pedalieren, dafür aber schön gleichmäßig. Und im Sattel bleiben. Schon sollte es wesentlich kräfteschonender bergauf gehen.

Wenn das dann irgendwann besser klappt, dann kannste ruhig mal es ein wenig schneller oder in nem anderen Gang probieren.
 
Danke für den Hinweis Murmel, war wohl gestern etwas spät. Ich wollte schreiben 220-47=173 und davon 70 %= 121 Pulsschläge zum Grundlagenausdauertraining. Ich habe das im Eingangsbeitrag korrigiert.
 
Die steilen Hügel überwinde ich nur mit ach und krach im kleinsten Gang und mit Puls am oberen Anschlag. Nicht das Richtige um Grundlagenausdauer zu bekommen.
Muß schon eine extreme (Mittelgebirgs-)Gegend sein, wo man nur steile Anstiege hat. Frage: wie steil und wie lang? Und gibts nicht doch Möglichkeiten (auch unter Einbeziehung von asphaltierten Wirtschaftswegen), Touren mit gemäßigt-welligem Profil hinzubasteln?
Für reine Ausdauer-Grundlage sagt man oft: Fahren, fahren, fahren (also im "richtigen" Pulsbereich, gern länger als kürzer und mit Geduld. Das wird schon). Ich selber -Ü60 - fahr lieber kürzer und gern mit kurzen steileren Rampen (so im Bereich 13-17%, 50-100 hm), wo ich die Rampen dann versuche, hochzupowern. Ist ähnlich wie ein gutes Intervalltraining und bringt mir viel schneller als das reine Ausdauer-Langstrecken-Training mit geringer Belastung die nötige Kraft für die Beine (wenn ich mal wieder im Winter zu faul zum Fahren war.). Ich fahr selber ohne Pulsuhr, steig aber auch ab und lauf bzw. mach ne kurze Pause, wenn ich merk, daß der Puls zu hoch geht. Das bessert sich aber in der Regel schon nach überraschend wenigen Ausfahrten.
Nur überpesen sollte man nicht. Männer sind da oft gut drin, am Anfang zu viel zu wollen.
Ne Tour zu schnell angefangen, macht sich recht schnell negativ bemerkbar.
 
Die Anstiege haben hier bei mir im Bergischen Land rund 100 Höhenmeter, oft reichlich steil. Da ich quasi auf der Spitze eines "Berges" wohne, muß ich bei einer Tour auf jeden Fall immer einmal da hoch. Für euch trainierte klingt das lächerlich, aber mir fehlt eben die Basis. Ich denke ich werde das Rad vorerst mit dem Auto ins Tal bringen und dort immer am Fluß entlang durchs Tal fahren, dann habe ich relativ wenig mit Steigungen zu tun. Nach Pulsuhr. Wenn die Kondition etwas besser geworden ist, wage ich mich wieder an die Steigungen.
 
Wenn die Kondition etwas besser geworden ist, wage ich mich wieder an die Steigungen.
Oft liegt der hohe Puls am Anstieg auch daran wie man den Anstieg nimmt (nämlich zu verbissen).
Weit runterschalten und ganz langsam hochfahren schont den Puls.

Ich habe das Problem auch oft, es ist eher psychologisch, denke ich. Der Anstieg sieht steil aus und dann geht schon wegen dem Anblick der Puls hoch.
 
Die steilen Hügel überwinde ich nur mit ach und krach im kleinsten Gang
Was für eine Übersetzung hat dein Rad?
Welche Laufradgröße, wieviel Zähne hat das kleine Kettenblatt (vorne), wieviele das größte Ritzel (hinten)?
Vermutlich kannst du die Steigungen mit geeignetem Material entschärfen, damit du eine Chance hast langsam tretend hoch zu kommen.
Ansonsten ist im Flußtal fahren, mit moderatem Tempo (d.h. Unterhaltung möglich, auch mit komplexen Sätzen ;)) für möglichst lange Einheiten super um Kondition zu entwickeln.
 
Was hast du den eine Übersetzung am Rad? Auch im Bergischen gibt es reichlich Strecken mit moderaten Steigungen, ganz steile Stiche sind eher selten. Bei den "üblichen" Übersetzungen sollte auch ein Anfänger langsam! fast jeden Hügel erklimmen können, ohne in den roten Bereich zu kommen. Mit z.B. einer "altmodischen" Übersetzung von 20 Zähnen vorne und 34 Zähnen hinten ist im Bergischen alles möglich.
 
Würd ich nicht machen mit dem
Auto nach unten.
Fahr den Berg ganz langsam hoch, wenn es sein muss fast so langsam das du das Gefühl hast du fällst um.
Dein Puls/Herzschlag sollte sich anfühlen als ob er normal ist.
Wenn er zu hoch geht dann steig ab und bleib kurz stehen und/oder laufe ein Stück bis er wieder unten ist.
Ich bin auch kein Bergaufmonster, aber es ist deutlich besser und irgendwann kommt dann auch die Geschwindigkeit.
Und wenn nicht auch gut, ich komme oben an und ob das 2 Minuten früher ist, ist egal, Hauptsache ich fühl mich gut dabei.
Andere können oben warten und wenn es Ihnen zu lange dauert sollen sie halt nochmal runter und rauf fahren ;)
 
Hallo Ennie
Mir ging es genau so wie dir . ( selber auch Bluthochdruck und 47 Jahre alt )
Hab vor ungefähr 2,5 Jahren mit dem Mtb angefangen. Bin am Anfang auch an jedem Berg verzweifelt .
Heute lache ich darüber . Das wichtigste ist GEDULD, versuche regelmäßig zu fahren 60-90 min reichen vollkommen aus .
Denke so 3-4 mal die Woche im grunlagenbereich . Du wirst dann schnell merken das die Berge immer " flacher " werden.
Komme auch aus dem bergischen Land.
 
Vielen Dank für Eure Tipps, da ist vieles dabei, was mir weiterhilft.:)
Die Übersetzung weiss ich jetzt nicht, es ist die Serienübersetzung eines ca. 5 Jahre alten Allerweltsmountainbikes, Starrrahmen mit Federgabel.
Ich werde von Zuhause aus ins Tal fahren, dort meine 60-90 min Grundlagentraining machen und dann versuchen von der am wenigsten steilen Seite des "Berges" wieder zurück zu kommen.

Viele Grüße
Ennie
 
Oder Du leihst Dir versuchsweise mal ein Pedelec aus und stellst dann fest, dass dieses in Verbindung mit Deiner Pulsuhr so ziemlich alle Deine Probleme löst;).
Damit kommt er dann leichter den Berg rauf und kann länger fahren. Das ist vorallem bequem. Das ist nur leider nicht das was er will.
Ich will nicht sagen das man sich auf einem Pedelec ausruhen kann aber effektives Training und Abnehmen sieht halt irgendwie anders aus.

Die steilen Hügel überwinde ich nur mit ach und krach im kleinsten Gang und mit Puls am oberen Anschlag. Nicht das Richtige um Grundlagenausdauer zu bekommen.
Es ist keine Schande wenn man absteigt und schiebt :) Wenn du beim Schieben dann im GA1-Bereich bist dann ist doch alles okay.
 
Zuletzt bearbeitet:
Damit kommt er dann leichter den Berg rauf und kann länger fahren. Das ist vorallem bequem. Das ist nur leider nicht das was er will.
Das kann ich nicht beurteilen aber es ist genau das was er braucht.
Ich nehme Bluthochdrucktabletten und habe leider ein vergrößertes Bluthochdruckherz.
nur mit ach und krach im kleinsten Gang und mit Puls am oberen Anschlag
Mit einem Pedelec und einer Pulsuhr ist das ziemlich easy zu steuern. Wenn der Puls zu hoch wird, Unterstützung an, wenn er sich wieder beruhigt, Untertützung aus. Das zur groben Abstimmung. Feiner kann man es zusätzlich mit der Trittfrequenz steuern. Ist der Puls zu hoch, Trittfrequenz runter und evtl. eine Leistungsstufe rauf. Ist er zu tief, Trittfrequenz rauf und evtl. eine Leistungsstufe runter.

Wenn du beim Schieben dann im GA1-Bereich bist dann ist doch alles okay.
Genau das ist das Problem. Er wird wahrscheinlich nicht in GA1 bleiben können weil das Schieben genau so anstrengend sein kann.

Mir sind die Bedenken was Pedelecs und Training betrifft durchaus bewusst. Aber glaub mir - so fein wie mit einem Pedelec kannst Du kein Training der Welt steuern. Es sei denn, Du gehst indoor auf die Rolle.

Ein Pedelec eröffnet ganz andere Möglichkeiten als ein motorloses Rad. Es kann tatsächlich die Bequemlichkeit fördern wie Du richtig sagst. Auf der anderen Seite kann es aber auch genauso anstrengend sein. Es kommt immer auf den Nutzer an. Ein fauler Sack bleibt ein fauler Sack - ob mit Motor oder ohne:D.
 
Ein fauler Sack bleibt ein fauler Sack - ob mit Motor oder ohne:D.
Ein fauler Sack mit E-Bike fährt dann halt dauernt mit "E". Ein fauler Sack ohne E-Bike muß bzw. hat die Chance seinen inneren Schweinhund zu bezwingen und seinen Körper an die Belastung zu gewöhnen. Der E-Biker schaltet auf "bequem" wenns hässlich wird. Training und abnehmen ist auch Kopfsache weißt du.

Aber glaub mir - so fein wie mit einem Pedelec kannst Du kein Training der Welt steuern.
Ja, genau. Man fährt dann nach Bock und Lust und Laune. Kannst dich auch im Fitnessstudio anmelden. Das ist ähnlich effektiv. Die meisten Leute gehen zweimal im Jahr und das war es dann. Wenn man beim Training anfängt bequem zu werden macht man etwas falsch.
 
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@Lisma das kann man natürlich so sehen, wobei sich mir nicht erschließt, was an Pulskontrolle bequem sein soll? Aber wie gesagt, das kann man so und so sehen. Wir können ohnehin nur Einzelmeinungen äußern. Der TE muss dann selbst aussuchen, was ihm am ehesten zusagt.
 
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