Du bist aber auch anscheinend ohne Ende naiv, was? Wie alt bist Du denn?
Viele Leute denken, nur weil man irgend einen für sie etwas schwierigeren Bildungszweig abschafft, werden dadurch Jugendliche von der Straße, Kiffer aus dem Bett und Hartz4-Empfänger aus dem Amt geholt.
Dem ist wirklich mitnichten so.
Wie viele Leute wagen denn wirklich den Sprung ins kalte Wasser und eröffnen ein Geschäft? Noch dazu ein Fahrradsgeschäft?
Da haben sich schon viele dran versucht aus Enthusiasmus, weil sie auch mountainbiken und so oder Rennrad fahren. Nur, leider recht es nicht aus, nur XT- und XTR- und
Magura-Teile aus Großhandelskatalogen zu bestellen und die zu verkaufen (wobei das schon schwierig ist)!
Ein Meisterbrief berechtigt ja über den Verkauf hinaus zur Reparatur und Wartung der verkauften Sache an sich, also zum Führen eine richtigen Zweiradbetriebes. Er ist natürlich kein verlässliches Indiz, dass es in dem Laden eine gute Arbeit gibt, aber schon allein von den Kenntnissen her, die im Meisterlehrgang erworben werden, ist es schon sehr viel einfacher, überhaupt ein Geschäft aufzubauen.
Wenn ich viele Jungspunde sehe, die in Fahrradläden arbeiten und nicht mal eine Ahnung von Dreigangnaben haben, wird mir ganz anders
Und wie sollen die denn ohne irgendwas ein Geschäft aufbauen ohne Kapital, ohne Ausbildung, ohne Wissen über Betriebswirtschaft, Arbeitsschutz und sonstige rechtlichen Erfordernisse?
Ausbilden dürften die dann auch nicht, nicht mal Praktika anbieten. Das einzige, was man anbieten darf zusätzlich zum Verkauf ist das sogenannte Minderhandwerk, also leichte Reparaturen und Wartungsaufgaben, die keiner Eintragung in die Handwerksrolle der Handwerkskammer bedürfen.