MTB Hardtail Rahmen Qualitätsmerkmale

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Moin Moin,

ich bin ein großer Fahrradfan und nebenbei noch Maschinenbaustudent.
Im Mountainbikesport bin ich allerdings noch recht neu und möchte diesen Thread dazu nutzen, eine Art Umfrage zu machen.
Was mich interresiert sind:

  • eure Anforderungen und Wünsche für einen guten Hardtail-Rahmen --> was ist wichtig? Gewicht/ Steifigkeit/ Agilität/Sitzposition/...
Manche Anforderungen kann man sicher nicht direkt am Rahmen erkennen, also interessiert mich weiter was ich zu Rate ziehen sollte zur Bewertung/ Erkennung von Qualität:

  • Parameter zur bestimmung des Erfüllungsgrades der Anforderungen
    -->z.B. woran erkenne ich die Steifigkeit/ die Agilität/..
Diese Fragen interessieren mich auch persönlich, allerdings besonders, da ich gerade mit meiner Bachelorarbeit zum Thema:

VALIDATION OF A HARD TAIL MOUNTAINBIKE FRAME DESIGN BASED ON A FINITE ELEMENT ANALYSIS

angefangen habe. Also auf Deutsch:
Ich versuche ein Rahmendesign zu entwickeln, welches ich mit entsprechender Software auf die Vorteile/Verbesserungen im Vergleich zu anderen, zur Zeit vertriebenen Rahmen überprüfen werde. Ich werde hierbei wenig auf Materialien und Fertigungstechniken eingehen, sondern mich auf die Geometrie konzentrieren.

Die Informationen, die sich hier hoffentlich sammeln, möchte ich verwenden, um herauszufinden wo Verbesserungspotential ist und was der Kundenmarkt, also Ihr, wollt.

Wenn jemand noch zusätzlich relevanterscheinende Informationen hat (z.B. nen Link zu ner guten Homepage oder so was) soll er sie auch posten. Da bin ich auch nicht abgeneigt.

Nochetwas, die Bachelorarbeit wird nur von der Universität betreut, ihr gebt hier also keine Daten direkt an irgendwelche Herrsteller weiter.

Vielen Dank für eure Hilfe!

Lasse
 
damit überhaupt mal jemand etwas schreibt...

also mir sind nur drei dinge wichtig:

1. das aller wichtigste für mich ist, das ich einen headshok steuersatz und somit eine lefty ohne adapterlösung, montieren kann :daumen:

2. der rahmen brauch nicht sonderlich leicht sein, sollte aber dennoch nicht über 1,8kg wiegen und steif genug sein, das bei engen kurven die hintere bremsscheibe nicht übermäßig am bremssattel schleift ;)

3. er muß mir optisch gefallen :D


mfg
Axel
 
Kommt doch sehr auf den Einsatzzweck an, oder?

Von einem guten CC/Marathon-Geschoss erwarte ich:
- niedriges Gewicht (<1,3kg)
- Seitensteif genug, dass Reifen und Bremse nicht im Antritt schleifen
- Geometrie guter Kompromiss aus Wendigkeit und Spurtreue.
- Sportliche Sitzposition (Oberrohr tendentiell eher länger)
- Vertikal relativ flexibler Hinterbau um Vibrationen und Schlägen die Spitze zu nehmen
- Platz für 2,3" Reifen Hinten.

Von einem "AM"/bzw. Trail-Spielzeug erwarte ich:
- Gewicht eher Nebensache, bis 2,0kg geht O.K.
- Gute Seitensteifigkeit für direktes Fahrgefühl.
- Wendige, spielerische Geometrie
- Niedriges Oberrohr/Kurzes Sattelrohr um den Sattel bei schwierigen Streckenabschnitten oder zum Spaß haben im Park oder auf dem Dirt-Parcours tieeeef absenken zu können.
- Entspannte Sitzposition, nicht zu gestreckt, aber auch nicht zu kurz, um noch Platz zum bewegen zu haben
- Platz für min. 2,5" Reifen

Ausserdem gibt es einige Dinge an Rahmen die das Leben und den Aufbau einfach net machen:
- Durchgängige Zugverlegung für Bremse UND Schaltung. Wer will, kann per Hülsen Schaltzüge auch offen verlegen. Zuganschläge vorzugsweise weit vorne schon am Steuerrohr, das verhindert Kratzspuren am Selbingem.
- Alternativ IM Rahmen verlegte Züge. Sehr cleane Optik, vor Drek und Ästen geschützt, leider fummelig zu verlegen.
- Zusätzliche (optionale) Zugverlegung für Rohloff und/oder Remote-Hebel für Sattelstütze.
- Zuganschläge verschraubt montieren, statt verschweißt/verklebt/genietet. So kann man sie demontieren, wenn sie nicht gebraucht werden. (Singlespeed)
- Adaptive, vollständig austauschbare Ausfallenden. So kann man zwischen den, inzwischen zig verschiedenen Achsvarianten wählen. (135mmx9 Schnellspanner, 142mm, Maxle, 12mm-Steck, etc...
- Bitte entweder IS2000 Scheibenbremsaufnahmen, oder, falls es PM sein muss, dann bitte austauschbar im Ausfallende. (Reißt einem das PM-Gewinde raus, ist sonst der der Rahmen im Ar...)
- Horizontal verstellbare Ausfallenden. Der Traum eines jeden Rohloff/Alfine/Singlespeed-Fahrers. Spart das Kettenspanner-Geraffel. Alternativ kann man die Kettenstrebenlänge der aktuellen Reifenbreite anpassen.
- Alternativ, exzentrischens Innenlager.
- So schwer es auch zu glauben ist, bei eher Touren-orientierten Rahmen kann eine Aufnahme für Gepäckträger und Schutzbleche sinnvoll sein.
- Option auf (Winkel-)verstellbaren Steuersatz. Man kann damit Agilität und Laufruhe auf eigene Wünsche etwas anpassen.
- Breite Palette an Rahmengrößen. Es gibt auch Fahrer(innen) unter 165cm oder über 190cm. Das vergessen die meisten Hersteller. Rahmenhöhen von 30cm bis 60cm machen Sinn! Oft sind auch die Schritte zwischen den Größen viel zu groß, zum Teil 2,5" - 6,25cm. Das ist zu viel. 1,5" bei kleineren Rahmen, 2" bei größeren ist besser.
- Das wichtigste zum Schluss: Rahmensetz VOLLSTÄNDIG VORBEREITET ausliefern!!!
Dazu gehört ein sauberst ausgeriebenes Sitzrohr, exakt plangefrästes Steuerrohr und Scheibenbremsaufnahmen und ein sauberst nachgeschnittenes Innenlager-Gewinde.

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Woran merkt man einen steifen/agilen/bequemen Rahmen?
Steifigkeit lässt sich anhand mehrerer Faktoren messen. Ein Blick in die TOUR oder BRAVO offenbart die gängigen Messmethoden. Wie spürbar sich die Steifigkeit auf das Gefühl auswirkt hängt aber ganz extrem von Kraft und Gewicht des Fahrers ab.
Was ein 60kg-Bergfloh als "bockhart" empfindet, ist für einen 100kg Sprinter-Typen butterweich.
In der Rennradoberklasse (Carbon-Rahmen) werden zum Teil zwei verschiedene Rahmentypen angeboten. Sog. "High-" und "Low-Modulus"-Modelle. Sie unterscheiden sich lediglich in der Zusammensetzung und Kobination der Fasern. Einer ist Steifer, aber auch härter, der andere etwas schonender bei Vibrationen, aber auch seitlich etwas weicher. Ob das im MTB-Bereich Sinn macht? Keine Ahnung.

Agilität lässt sich nur schwer in Zahlen ausdrücken, das ist zu sehr Gefühlssache. in träger Rahmen lässt sich nur mit "Kraft" um Kurven bringen, man lenkt ihn mit dem Lenker. Dafür läuft das Ding, auch bei hohen Geschwindigkeiten, spielerisch geradeaus. Einen agilen Rahmen lenkt man eher mit dem Körper. Man gibt einen Impuls in Richtung Schräglage und das Bike lenkt ein und zieht sofort rum. Man kann dies aber auch übertreiben, das Rad wirkt dann nervös und "zappelig", bei höheren Geschwindigkeiten flattert der Lenker und das Rad versucht ständig, bei der leichtesten Gewichtsverlagerung auszubrechen.
 
na also, ziel erreicht :D
ich hoffe, es helfen ihm noch weitere bei seiner arbeit :)


mfg
Axel
 
Vielen Dank schonmal für die hilfreichen Kommentare.
Ich werde die nächste Zeit damit verbringen mich weiter in die Materie einzulesen und mir die Infos zu übersetzen und nachzuvollziehen!
Über weitere Anregungen bin ich immer erfreut!
 
Also, wenn jetzt alle mit dem wuchtigen Kommentar von F-N-C übereinstimmen, dann ist das ja sehr schön...leider weiß ich das nicht wenn ihrs nicht schreibt...und auf Grundlage von nur zwei Rückmeldungen kann ich schwer behaupten, dass die Leute das Eine oder das Andere wollen... Also, ich bitte um weitere Beteiligung auch wenn es keine neuen Informationen bringt! Danke
 
Ich stimm ihm soweit zu, auch wenn ich nicht weiß, wie nen winkelverstellbares Steuerrohr realisierbar sein soll, wenn's auch noch gut was aushalten soll.

Mir wichtig sind vorallem:
- Möglichkeiten, sämtliche Züge im Rahmen verlegen zu können (inklusive ggf Sattel)
- min Ösen für Gepäckträger, besser noch für'n hinteres Schutzblech
 
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