schnellejugend schrieb:
Ich fahre auch Rohloff. Es macht überhaupt keinen Spass von Kettenschaltern von hinten aufgerollt zu werden weil man beim Sprung von 8 auf 7 im 14ten gelandet ist und erst schalten kann wenn man komplett den Druck vom Pedal genommen hat.
Auch bei Rohloff verschleissen Ketten, Kettenblätter und Ritzel.Ölwechsel kommt auch noch dazu, bei 40000km immerhin jetzt das 8.mal. Für die meisten ist Kettenschaltung billiger.
Die paar 100g würden bei mir genau 1Kg bedeuten.
Ich finde meine Rohloff gut, ich werde sie auch weiterfahren. Da ich aber nicht von denen gesponsert werde habe ich es nicht nötig deren Werbeprospekt runterzubeten.
Das sind auch meine Erfahrungen mit meiner Speedhub: Jawohl, sie funktioniert, aber für meinen Einsatzbereich (XC & Tour) eignet sich eine gute Kettenschaltung besser. Zu dieser Erkenntnis bin ich durch ein paar Nachteile zumindest meiner Speedhub gekommen, die dazu führen, dass mein Bike mit der Speedhub oft rumsteht, während ich mit meinem Kettenschaltungs-Bike unterwegs bin:
- Auch nach ca 3000 km macht die Nabe ziemliche Geräusche. Jawoll, ich hab das Öl schon 2 mal gewechselt, und immer schön mit dem sauteuren Spülöl gespült.
- Wenn ich mein Rad ins Auto lege und es im Auto heiss (und das Öl in der Nabe dünnflüssiger) wird, tropfen immer 1-2 Tropfen Öl aus der Dose. Zum Glück habe ich keine Scheibenbremse...
- Beim Schieben dreht sich immernoch die Kurbel mit. Deshalb hau ich mir permanent die Pedale in die Hacken.
- Den Gewichtsnachteil gegenüber einer guten Kettenschaltung würde ich auf gute 800 g schätzen (wenn man ein Fully fährt und somit einen Kettenspanner braucht)
- Ich habe immernoch den Eindruck, dass der Wirkungsgrad spürbar schlechter ist als bei einer anständig gewarteten Kettenschaltung. Dieser subjektive Eindruck kann allerdings auch durch die Naben-Geräusche ausgelöst sein...
Ich halte deshalb die Nabe für ein interessantes Stück Ingenieurskunst, das bedingt durch die systembedingten Vorteile bestimmt für manche Einsatzbereiche (Downhill, Freeride, Citybikes) seine Berechtigung hat. Für mich als XCler ist sie aber nicht erste Wahl. Sicherlich kann man mit einer Speedhub auch Marathons fahren (hab ich auch schon einmal gemacht), man muss sich dann halt nur etwas mehr anstrengen...
Ein Wort noch zu den Kosten:
Zur Zeit gebe ich zur Wartung meiner Kettenschaltung ca. 100 Euro/Jahr aus. Dies beinhaltet:
1 Kette pro Jahr, Stückpreis 14.99 (bicycles.de)
1 Kasette (XT) pro Jahr, Stückpreis 37,99 (bicycles.de)
eine Kettenradgarnitur (XT) alle zwei Jahre (weil's auch nicht teurer ist als die Kettenblätter einzeln zu kaufen): Stückpreis 98,97 (bicycles.de)
Ergibt durchschnittliche Kosten von 102,50 Euro/Jahr, und das ist schon recht hoch gerechnet... Der Mehrpreis von ca. 650 Euro gegenüber meiner XT würde sich also nach ca. 6,5 Jahren amortisiert haben, aber auch nur dann, wenn die Rohloff in diesen 6,5 Jahren ohne Wartung auskäme.
Und sollte mein XT-Schaltwerk einen Defekt haben, schaub ich das Teil ab und schmeiss es in die Tonne. Ein neues gibt's für 32.-. Das ist billiger als die Portokosten für's Einschicken des kompletten Hinterrades im Falle eines Defekts bei der Speedhub. Und ich hab keine Ausfallzeit des Bikes.
Ich will niemand das Teil ausreden, und schön für jeden, der damit glücklich ist. Ich für meinen Teil würde heute die Investition aus o.g. Gründen nicht mehr tätigen...