Insolvenzen in der Bike-Industrie: Gibt es Licht am Ende des Tunnels?

Siehe oben - die Geos ändern sich nicht. Wenn jetzt Motor und Akku keine signifikante Verbesserung bringen (wovon ich ausgehe), wird der EMTB-Markt genauso schrumpfen.
Das wird aber wohl doch noch einige Zeit dauern.

Die Verkaufszahlen von Fahrrädern in D sind zwar nicht großartig weiter gestiegen, halten sich aber von 2020 bis 2024 ungefähr auf dem gleichen Niveau (Zahlen für 2025 stehen allerdings noch aus).
Dabei haben die E-MTBs 40% Marktanteil bei den E-Bikes. Das wird nicht so schnell in die Bedeutungslosigkeit absinken.

Zudem gerade jetzt die Innovationen in Richtung leichtere Akkus und Motoren = leichtere E-Bikes sowie bessere Sensorik/Ansprechverhalten und bessere digitale Einbindung begonnen haben. Da wird sich die nächsten Jahre doch noch einiges tun.
 
Den klassischen, kleineren Fahrradläden gehts da besser.
Ich dachte den kleinen Läden geht's schon immer schlecht. Verdienen nichts an Service/Werkstatt und zahlen beim Verkauf mit minimalem Rabatt schon drauf. :ka:
Der Laune der meisten Ladeninhaber nach war ich mir auch immer sicher, das ist wirklich so.

In der Fahrradbranche hat halt kaum einer kapiert, dass viel an Käufen innovationsgetrieben war. Neue Geo, neue Komponenten --> neues Rad rentiert sich.
Hä? Das ist doch genau das, was die Fahrradbranche seit immer und jedes zweite Jahr veranstaltet? "Unser neues Waschmittel, jetzt mit 20% mehr Fettlösekraft!"

Mich hats eher immer gewundert, wie viele Leute sich tatsächlich mindestens jedes zweite Jahr ein neues Rad zugelegt haben.

Jetzt ist halt insgesamt weniger Geld da...
 
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Zudem gerade jetzt die Innovationen in Richtung leichtere Akkus und Motoren = leichtere E-Bikes sowie bessere Sensorik/Ansprechverhalten und bessere digitale Einbindung begonnen haben. Da wird sich die nächsten Jahre doch noch einiges tun.
Kann sein, dass sich da noch was tut. Aber wen interessiert das dann außerhalb von unserer Blase? Ich vermute eher, dass sich auch da die Verkaufszahlen schnell nach unten bewegen, weil dann einfach eine Marktsättigung erreicht ist.

Hä? Das ist doch genau das, was die Fahrradbranche seit immer und jedes zweite Jahr veranstaltet?
Ja, und genau das funktioniert nicht mehr. Wie schon geschrieben, beim Tyee: Vom 5er aufs 6er ist die größte Änderung bei der Zugverlegung zu finden, die bei der Geo ist vernachlässigbar. Vom 6er auf das 6.1 ist tatsächlich nur die Zugverlegung neu. Wo ist da der Anreiz, ein neues Rad zu kaufen?
 
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die Gewerbeanmeldung von heute möglicherweise die Insolvenzanmeldung von morgen ;)
In Zeiten wo jeder meint studieren zu müssen, kann man froh um jede Gewerbeabmeldung im Handwerk sein. Wer soll mal das Rohr reinigen wenn's Klo verstopft ist .

Domestos?

Dieser Beitrag wurde bewusst primitiv geschrieben
 
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Wo ist da der Anreiz, ein neues Rad zu kaufen?
Bei mir auch nirgends. Mein Diverge, Stevo & Levo sind jeweils 4..5 Jahre alt, also zweitneuste Generation. Die Neuste kann bis auf ein paar minimale Papierparameter das Gleiche, im Fall vom Levo ist das Neuere auch noch haesslicher.

In der Fahrradbranche hat halt kaum einer kapiert, dass viel an Käufen innovationsgetrieben war.
Glaube ich nicht, sind ja nicht bloed. Leider kommt Innovation nicht auf Bestellung.
Stattdessen versuchen sie halt wenigstens die Kosten zu druecken, im wesentlichen durch hochverstellbare Rahmen. Davon werden wir demnaechst sicher noch ein paar sehen. Mal schauen, wer konfigurierbar zwischen 29/32" anbieten wird.
 
Vielleicht entwickelt die Industrie einfach mal wieder in die richtige Richtung. Leichte, haltbare Biobikes zu akzeptablen Preisen und nicht immer schwerere Fullies zu Preisen jenseits der 10.000 Euro. Für den Normalbiker haben die wenig Kaufanreiz, nicht jeder Hobbymtbler fährt technisch schwierige XC Wordcupstrecken. Aber nein, die 32 Zoll Kolosse stehen stattdessen in den Startlöchern.....
 
Vielleicht entwickelt die Industrie einfach mal wieder in die richtige Richtung. Leichte, haltbare Biobikes zu akzeptablen Preisen und nicht immer schwerere Fullies zu Preisen jenseits der 10.000 Euro. Für den Normalbiker haben die wenig Kaufanreiz, nicht jeder Hobbymtbler fährt technisch schwierige XC Wordcupstrecken. Aber nein, die 32 Zoll Kolosse stehen stattdessen in den Startlöchern.....
Warum sollte die Industrie in wirtschaftlich schlechten Zeiten ausgerechnet in eine kleine Nische Entwicklungsgelder stecken?
3% motorlose Mountainbikes war der Marktanteil in 2024 in D.
Für so einen kleinen Markt lohnen Investitionen nicht wirklich.
 
Warum sollte die Industrie in wirtschaftlich schlechten Zeiten ausgerechnet in eine kleine Nische Entwicklungsgelder stecken?
3% motorlose Mountainbikes war der Marktanteil in 2024 in D.
Für so einen kleinen Markt lohnen Investitionen nicht wirklich.

Ist der deutsche Marktanteil von Mountainbikes ohne Motor denn überhaupt von Interesse für die Hersteller in Bezug auf die Investition von Entwicklungsgeldern?
 
Ist der deutsche Marktanteil von Mountainbikes ohne Motor denn überhaupt von Interesse für die Hersteller in Bezug auf die Investition von Entwicklungsgeldern?
Da man ja leider nur schwer internationale Zahlen bekommt, lässt sich das für mich nicht beantworten.

Informationen aus anderen Marktsegmenten (bspw. E-Bikemotoren) lassen Rückschlüsse zu, dass in Nordamerika/Asien andere Räder gekauft werden, als in D/EU.

Inwieweit da das Untersegment motorlose MTB relevant ist, keine Ahnung.

Gemutmaßt würde ich hier aber auch eher auf City-, Touren-, Trekking-, Lasten-Räder tippen. Die sind bei uns bei den motorlosen auch vorne dran.
 
Ist der deutsche Marktanteil von Mountainbikes ohne Motor denn überhaupt von Interesse für die Hersteller in Bezug auf die Investition von Entwicklungsgeldern?
man kann ja viele sachen für beides verwenden. und wenn man sich den neuen enduro mag enduro test ansieht, warum nicht mitnehmen was geht. auch wenn die nische klein ist, ist sie doch sehr lukrativ. das ist wahrscheinlich ähnlich wie in der automobilbranche wo an einem m4 halt sehr viel verdient wird während ein golf nicht viel abwirft. das mtb ist gut entwickelt, alle bikes die man jetzt verkauft haben nicht utopisch entwicklungskosten. der gewinn wird immer höher.
 
Da man ja leider nur schwer internationale Zahlen bekommt, lässt sich das für mich nicht beantworten.

Informationen aus anderen Marktsegmenten (bspw. E-Bikemotoren) lassen Rückschlüsse zu, dass in Nordamerika/Asien andere Räder gekauft werden, als in D/EU.

Inwieweit da das Untersegment motorlose MTB relevant ist, keine Ahnung.

Gemutmaßt würde ich hier aber auch eher auf City-, Touren-, Trekking-, Lasten-Räder tippen. Die sind bei uns bei den motorlosen auch vorne dran.
Zumindestens in Kanada war mein Eindruck, dass sich das Bild dort wandelt bzw. bereits gewandelt hat.
Man hatte dort einige Vorbehalte gegenüber über E-MTBs, aber der Trend setzt sich nach meiner Einschätzung auch da durch. Die Beiträge auf Pinkbike sind aus meiner Sicht auch ein guter Indikator.
 
Zumindestens in Kanada war mein Eindruck, dass sich das Bild dort wandelt bzw. bereits gewandelt hat.
Man hatte dort einige Vorbehalte gegenüber über E-MTBs, aber der Trend setzt sich nach meiner Einschätzung auch da durch. Die Beiträge auf Pinkbike sind aus meiner Sicht auch ein guter Indikator.
Jepp kann ich bestätigen. Ich war 2025 in Kanada und selbst in Whistler standen in den ganzen Bike-Läden bedeutend mehr E-Bikes auf der Verkaufs- als auch Leihfläche und auch in den anderen Hotspots sah es nicht anders aus.

Meistens ist man ja in seiner Bubble unterwegs und bei mir und meinem Freundeskreis ist es beispielsweise so, dass wir alle mindestens ein E-Bike und Bio-Bike haben und das wird vorraussichtlich auch immer so bleiben. Für uns alle ist dieses Hobby aber auch extremst wichtig und das spiegelt mit großer Sicherheit halt nicht den 0815-ich-fahr-mal-bisschen-Mountainbike-Menschen dar. Wenn ich beispielsweise aus welchen Gründen auch immer wirklich nur ein einziges Mountainbike haben könnte, wäre es wahrscheinlich dann auch ein E-Bike...
 
Ich dachte den kleinen Läden geht's schon immer schlecht. Verdienen nichts an Service/Werkstatt und zahlen beim Verkauf mit minimalem Rabatt schon drauf. :ka:
Der Laune der meisten Ladeninhaber nach war ich mir auch immer sicher, das ist wirklich so.
Eben. Die sind es gewohnt auf dem Zahnfleisch zugehen. :awesome:

Mal Ernsthaft. Die Ausgangslage ist eine andere. Balance zwischen Fixkosten, Umsatz und Aufwand.

Ich hab 250m², Zahle im tiefen vierstelligen Bereich Miete, habe 3 Angestellte und wir verkaufen im Jahr ca. 360 Räder. Zusammen mit der Werkstatt sind wir das ganze Jahr über ausgelastet. Und das alles hat sich in den letzten 8 Jahren nicht wirklich geändert. Wir holen das Maximum aus unserem Arbeitsaufwand und Zeit heraus, ohne dabei überlastet zu sein. Den Job machen wir alle aus Überzeugung. Wenn ich mehr Umsatz und Gewinn haben wollte mit dem Laden, müsste ich expandieren und hätte mehr Aufwand/ weniger Freizeit, und müsste das alles irgendwie finanzieren. Ich stecke meinen Verdienst aber lieber in andere Dinge (Finanzmarkt), um irgendwann mehr Geld zu haben. Dafür muss ich aber meine Zeit nicht opfern.

Die großen Shops haben viel höhere Fixkosten. Aber vorallem auch viel gebundenes Kapital in Form von Fahrrädern. Wenn du für 1-2 Millionen (oder mehr) Bikes bei dir rumstehen hast und das Personal bezahlen musst, um das alles zu bearbeiten, ist jedes Phase mit weniger Verkäufen ein Problem. Zumal du parallel auch noch ständig neue Ware bekommst die du bezahlen musst. Wenn man aber ordendlich Geld scheffeln will, braucht man auch ne große Bude, hat hohe Kosten und kommt schnell ins straucheln.

Wenn wir (im Schnitt aufs Jahr) am Tag ein Rad verkaufen, gehts uns gut. Wenn ich aber so groß wäre, dass ich pro Tag 10 Räder verkaufen muss, nur damit das Licht an bleibt, dann wäre/ist der aktuelle Markt und Absatz ein riesen Problem.
 
Eben. Die sind es gewohnt auf dem Zahnfleisch zugehen. :awesome:

Mal Ernsthaft. Die Ausgangslage ist eine andere. Balance zwischen Fixkosten, Umsatz und Aufwand.

Ich hab 250m², Zahle im tiefen vierstelligen Bereich Miete, habe 3 Angestellte und wir verkaufen im Jahr ca. 360 Räder. Zusammen mit der Werkstatt sind wir das ganze Jahr über ausgelastet. Und das alles hat sich in den letzten 8 Jahren nicht wirklich geändert. Wir holen das Maximum aus unserem Arbeitsaufwand und Zeit heraus, ohne dabei überlastet zu sein. Den Job machen wir alle aus Überzeugung. Wenn ich mehr Umsatz und Gewinn haben wollte mit dem Laden, müsste ich expandieren und hätte mehr Aufwand/ weniger Freizeit, und müsste das alles irgendwie finanzieren. Ich stecke meinen Verdienst aber lieber in andere Dinge (Finanzmarkt), um irgendwann mehr Geld zu haben. Dafür muss ich aber meine Zeit nicht opfern.

Die großen Shops haben viel höhere Fixkosten. Aber vorallem auch viel gebundenes Kapital in Form von Fahrrädern. Wenn du für 1-2 Millionen (oder mehr) Bikes bei dir rumstehen hast und das Personal bezahlen musst, um das alles zu bearbeiten, ist jedes Phase mit weniger Verkäufen ein Problem. Zumal du parallel auch noch ständig neue Ware bekommst die du bezahlen musst. Wenn man aber ordendlich Geld scheffeln will, braucht man auch ne große Bude, hat hohe Kosten und kommt schnell ins straucheln.

Wenn wir (im Schnitt aufs Jahr) am Tag ein Rad verkaufen, gehts uns gut. Wenn ich aber so groß wäre, dass ich pro Tag 10 Räder verkaufen muss, nur damit das Licht an bleibt, dann wäre/ist der aktuelle Markt und Absatz ein riesen Problem.
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Decathlon hat Rebike übernommen. Zukünftig kann man in den Filialen aufbereitete gebrauchte E-Bikes mit Gewährleistung kaufen.
Das dürfte für viele Interessierte mit kleinerem Geldbeutel oder Interesse an Nachhaltigkeit ein attraktives Angebot sein.
So kann man ggfs. das Geschäft im eigenen Haus ankurbeln/neue Käuferschichten erschließen.

https://www.handelsblatt.com/untern...-am-muenchener-start-up-rebike/100190996.html
 
Decathlon hat Rebike übernommen. Zukünftig kann man in den Filialen aufbereitete gebrauchte E-Bikes mit Gewährleistung kaufen.
Guter Zug von Rebike. Ich vermute, dass deren Geschäft als nächstes schrumpfen wird. Dass einer der größten Anbieter (Jobrad?) ziemlich viel Personal ausstellen muss, zeigt, dass die Bikeleasinggeschichte zurückgeht. Damit gehen auch drei Jahre später die Leasingrückläufer zurück.
 
@Gregor und/oder @Redaktion merkt ihr bei MTB - News direkt geschäftlich eigentlich auch einen Rückgang betreffend der Marketing Budgets, also z. B. Anzeigen, Testräder, Sponsoring, etc...
Sprechen da manche Firmenvertreter offen darüber oder über die Situation bei ihren Firmen? Ihr habt ja eigentlich immer einen guten/direkten Draht z. B.: Über 130 Biker aus der Rad-Industrie sind wieder zu unserem Event.....
Würde mich interessieren, vielleicht kann man ja, ohne gleich totale Geheimnisse oder Zuordnungen zu verraten, seitens der Redaktion was mitteilen.

Danke.
 
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