Ich habe das thema gravel erst verstanden nachdem ich die entsprechenden touren auf strava von fähigen leuten beobachtet habe.
Ich habe seither nicht den geringsten zweifel am sinn dieser räder.
Die leute fahren von münchen nur auf autofreiem schotter in die berge rein, drehn eine panoramarunde und düsen wieder heim. Das ganze funktioniert auch wenn die halbe welt im stau steht.
Bei der strecke über 100km ist die aeroposition einfach ein entscheidender faktor.
Ich habe schon häufiger darüber nachgedacht, was den Spaß ausmacht. Zum einen ist es sicherlich ein "underbiken" - in einigen Fällen. Plötzlich werden einfache Trails wieder anspruchsvoll und man muss sich auf dem Rad konzentrieren, wo man mit einem MTB einfach "drüber bügelt".
Zum anderen ist es der gefühlt gnadenlose Vortrieb. Jeder Tritt ins Pedal wird in Vortrieb umgesetzt. Das macht die Gravelbikes gefühlt schnell und agil.
Last but not least kann ich mit verschieden Laufradsätzen den Charakter des Bikes komplett ändern.
Für einen "Auto verrückten" Freund habe ich den Vergleich zu einem Roadster aus England gezogen. Es ist für mich ein Spaßgerät. Ich setze mich drauf und kann nach Lust und Laune durch den Wald und über Felder fahren und wenn ich Bock habe, kann ich damit auch längere Touren gehen.
Dem kann man entgegen halten. All das kann man mit einem MTB (z.B. einem Hardtail) auch - stimmt. Aber aus unerfindlichen Gründen habe ich bei einfachen Touren auf dem Gravel Bike mehr Spaß.
Wenn ich in den Keller gehe und spontan von zu Hause aus losfahre, greife ich in der Mehrheit der Fälle inzwischen zum Gravel Bike.
Allen Zweiflern kann ich nur raten, ausprobieren. Aber Vorsicht; die Wahrscheinlichkeit, dass das nächste Bike ein Gravel Bike wird, ist verdammt hoch.

Macht das Sinn, wahrscheinlich nicht. Aber muss Biken denn Sinn machen?
