Tyvek Bastelein

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Hier ein Sammelthread für Tyvek Bastelein. Tyvek ist leicht, einfach zu verarbeiten, atmungsaktiv und wasserabweisend. Eigentlich also ideal für den Outdoorgebrauch. Ich bin zu einem kostenlosen Overall gekommen, den ich zu einer Windjacke verarbeitet habe (Inspirtation von @n18bmn24).

Gestern (abgeschnitten, um den Rumpf änder gemacht, Ärmel enger gemacht, RV gekürzt, im Bauchbereich ein großes Querstück eingenäht, weil der RV fehlt):


Heute habe ich den unteren Saum gemacht und ein elastisches Einfassband eingenäht:


Die Jacke wiegt exakt 80g, hat ber mal eher Prototypen-Status. Mal testen wie sich das Material in der Praxis verhält.

LG
Oliver
 
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Da mach ich mit:

Biwaksack aus Tyvek (softstructure). Die genauen Gewichtsdaten habe ich nicht. Wird sich aber um die 200g +/- bewegen.

Schnell genäht und effektiv aufgrund der Eigenschaften, die Oliver oben beschrieben hat.
Mit Reißverschluss und Kordel zum Zuziehen des Kopfbereichs.



Beste Grüße, Thomas.
 
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Ist dieses Tyvek das selbe Material aus dem die geräumigen Großbriefumschläge einer Luxemburger Firma hergestellt werden? :confused:

Beim umgearbeiteten Overall würde ich an den Ärmeln ab Ellenbogen hin zum Handgelenk den Ärmelumfang einkürzen und dann unten einen kleinen Schlitz mit einer Manschette annähen. Genügend Material von den abgeschnittenen Hosenbeinen wird ja wohl noch vorhanden sein. Geschlossen mit Klettband oder einem Druckknopf dürfte eine gewisse Alltagstauglichkeit gegeben sein.
 
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Ist dieses Tyvek das selbe Material aus dem die geräumigen Großbriefumschläge einer Luxemburger Firma hergestellt werden? :confused:

Beim umgearbeiteten Overall würde ich an den Ärmeln ab Ellenbogen hin zum Handgelenk den Ärmelumfang einkürzen und dann unten einen kleinen Schlitz mit einer Manschette annähen. Genügend Material von den abgeschnittenen Hosenbeinen wird ja wohl noch vorhanden sein. Geschlossen mit Klettband oder einem Druckknopf dürfte eine gewisse Alltagstauglichkeit gegeben sein.
Hallo,

ja Großbriefumschläge werden auch aus Tyvek gemacht.

Die Ärmel sind über die ganze Länge enger genäht und wegen der Ärmellänge bin ich noch am überlegen. Andererseits ist zu lang wohl nicht wirklich ein Problem und der originale Gummizug am Ende (den sieht man am Foto nicht so gut) ist effektiv und leicht.
 
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Herrje @krull , wie simpel, naheliegend und clever!!! Du Genie! Ich bräuchte nämlich gerade ne leichte, kurzweilig wasserdichte und vor allem atmungsaktive Windjacke. Was kostet so nen Overall (ich kenn die ja eigtl)?
Das Ding bastel ich mal ganz frech nach! Daaanke!

PS: ah, in deinem Fall den OR kostenlos, i google selber, danke
 
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Herrje @krull , wie simpel, naheliegend und clever!!! Du Genie! Ich bräuchte nämlich gerade ne leichte, kurzweilig wasserdichte und vor allem atmungsaktive Windjacke. Was kostet so nen Overall (ich kenn die ja eigtl)?
Das Ding bastel ich mal ganz frech nach! Daaanke!

PS: ah, in deinem Fall den OR kostenlos, i google selber, danke
Hehe freut mich wenn ich helfen kann. Overall kostet hier knapp 8€: http://www.engelbert-strauss.de/Arbeitsschutz/Einwegbekleidung/Tyvek_Einweg-Overall_mit_Reissverschluss-7800040-8580160-0-626.html?ItemOrigin=SEARCH&query=Tyvek Einweg-Overall mit Reißverschluss

Etwas teurer mit abgedichteten Nähten: http://www.engelbert-strauss.de/Arb...-7800000-8580548-2-624.html?itemOrigin=SEARCH

Meiner war übrigens ein XL und ich bin 183cm groß. Ein L hätts wohl auch getan. Es bleibt dann übrigens auch noch einiges über aus dem man dann Packsäcke u. dgl. machen kann.
 
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thx @krull , das Ding holt sich glaube ich einen ziemlich hohen Rang auf meiner Preis-Leistungs-Liste.
Und danke für ziemlich exakt passende Größenangabe :) 180, ergo L
PS: übrigens das atmungsaktiv setzte ich gerne in „“. Erfahrungsberichte/ Schwitzwassertest (a la/ by krull) dsbzgl. gerne willkommen.
Danke.

½ ot zum tyvek: bei einer Kundin von mir liegt ne Rolle 44er (ca 15cm noch drauf) im Schuppen, mehrere Meter ausgerollt, unter ein paar Getränkekisten, Autoreifen und Gartenmöbel als „Schutz“. Meinereins: „Ähm sie wissen schon, dass sie da gute 100€ am Boden liegen haben?" 5m verkaufen war leider nicht drin, dazu ist Madame zu eigen. Aber immerhin, habe ich die Adresse von dem Dachdecker-Nachbarn der das Ding da hingelegt hat…
 
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Ja schreibe ich gerne hier rein. Gestern hab ichs nur auf der ersten Hälfte vom Arbeitsweg getestet und da hat sich die Jacke nicht schwitzig angefühlt.

Der Vollständigkeit halber: Hier gäbs schon eine fertige Jacke (allerdings auch weit geschnitten) zu kaufen: http://www.racelite.de/raidlight-tyvek-jacke.html

Zur Verarbeitung des Ovrealls noch: Auf der Rückseite ist ein Gummibund eingeklebt (innen). Den habe ich mit dem Fön erwärmt und vorsichtig abgezogen. Die Kleberreste habe ich mit Babypuder/Talkum "neutralisiert".
 
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Ist ja ganz schön das Material - nur leider finde ich weiss überhaupt nicht passend für den Biker. So ein feines Schwarz oder dunkelgrau wäre gut - aber das geht ja nur mit Farbe die nach Zusammennähen aufgebracht wird.
Hab durch Zufall entdeckt das meine Mom noch knapp 40m ungefähr 150cm breitem Tyvek im Keller liegen hat. Da wurde mal irgendwas damit abgedichtet bei Dämmungsarbeiten und der Rest ist übrig geblieben. ;)
Werde mal einen slim fitted Jackenschnitt drauflegen und was zuschneiden - mit ein paar Stretcheinsätzen könnte das eine sehr leichte Übergangsjacke werden. Aber nur in gefärbtem Zustand auch wirklich tragbar - vielleicht hält ja die Beschriftungsfarbe mit der Edding Stifte aufgefüllt werden. Das ist die selbe Farbe mit der Graffittikünstler ihre Tags überall und dauerhaft hinterlassen. :D

Zugeschnittene Teile einfärben, dann mit kontrastierendem Nähgarn vernähen und den Stretcheinsatz in der selben Farbe auswählen. Und vorallem ein paar Dekore drauf bringen - so rein unifarbig finde ich Radklamotten einfach nur langweilig.

Frag mich nur ob das Rascheln bzw. knistern vom Material sich beim Tragen etwas gibt - für den geräuschlosen Ansitz bei der Jagd nicht zu gebrauchen.
 
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So, hat ein wenig gedauert, bis ich zum schreiben kam. Ich poste mal in den nächsten Tagen ein paar Fotos meiner Werke:

1. Farben.
Tyvek ist wie alle schon festgestellt haben weiß. Es läst sich aber auch hervorragend färben/bemalen. Bei meinen ersten Versuchen habe ich ganz normale Wand-Farben verwendet. Perfekt für "Projekte", bei denen das Gewicht egal ist. Kost' nix, da die meist eh noch von diversen Tapezier-Aktionen rum liegen und gibts in 1001 Farben. Durch die vielen Füllmittel gibts bei einem 3x3m Tarp schon eine deutliche (50gr.) Gewichtszuname, weshalb sich bei mir Künstlerfarben mit höherem Pigment-Anteil besser bewährt haben (die drei Tuben mittig im Bild). Da ist kein nennenswerter Gewichtszuwachs festzustellen.



2. Dauerhaltbarkeit von Tyvek, die Sandkastenabdeckung:
hat zwei Winter und 1,75 Sommer hinter sich. Durch die Atmungsaktivität ist der Sand darunter auch nach längerem Regen so knochentrocken, so daß man ihm zum Kuchenbacken etwas gießen muß.

Ich musste ursprünglich ich ein Stück annähen, da die Tyvek-Bahn nicht breit genug war. Hier hat sich die Naht trotz doppelter Kappnaht aufgezogen, wohl weil die Plane stark unter Spannung steht. Außerdem hat die Abdeckung das Bombardement meines Apfelbaums im letzten Herbst leider nicht überlebt so daß 4 Einschläge geflickt werden mussten. Einfach einen Flicken mit Ponal Wasserfest aufgepappt, fertig. Holzleim hält so gut, daß sich ehr das Tyvek spaltet, als daß die Verklebung sich löst.
Wer also ganz sicher gehen will näht und klebt dann zusätzlich einen Streifen drüber. Empfielt sich für wasserdichte Projekte eh.

Heute haben wir sie noch ein bisschen "verschönert"....

.... nächstes Jahr gibts dann eine neue Bespannung, da sie mittlerweile Moos ansetzt :)


3. Dauerhaltbarkeit zum zweiten, die Windturbine:
Hängt ebenfalls seit zwei Jahren draußen am Fahnenmast. Letzte Woche war die PP-Schnur durch die UV-Strahlung so marode, daß sie von eine Böhe herunter gerissen wurde. Meine (gekaufte) Fahne, die da ebenfalls hängt, muß ich jährlich austauschen, da sie ausgeblichen und zerfetzt ist. Die Windturbine habe ich in die Waschmaschine gesteckt, da sie ein wenig schmutzig war. Das Tyvek ist einwandfrei und kann wieder aufgehängt werden, auch die Farbe kann wohl als wetterfest gelten.



Als nächstes gibts bei Interesse dann Fotos von meinen "Outdoor-Projekten"
 
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Da ich leider verletzungsbedingt bei dem Wetter weder radfahren nocht touren kann, habe ich heute mal ein paar Bilder im Garten gemacht.

Ein Tarp ist ein perfektes Anfängerprojekt, macht Spaß und ist schnell fertig, nur gerade Nähte, nix kompliziertes. Noch dazu aus aus recht einfach zu nähenden Tyvek. Kostet nicht besonders viel und einiges leichter als eine Baumarkt-Plane. Am längsten dauert noch, die Nähte zu tapen, was jedoch aus Stabilitäts und Wasserdichtigkeits-Gründen unbedingt zu empfehlen ist.
Das weiße Tyvek lässt sich zwecks besserer Tarnung beim Biwakieren wie hier zu sehen recht gut mit einem "Tarnmuster" versehen.



Mein großes Tarp misst 3x3m und wiegt etwa 420gr, was für eine einzelne Person mit Hängematte schon sehr luxuriös ist. Die Abspannpunkte sind so angebracht. daß neben den klassischen Varianten A-Frame, diagonal und Lean-to bei Shit-Wetter auch eine geschlossene Pyramide gebaut werden kann (wen's interessiert: hier ein Video wie das geht)



Wie man sieht, ist's für die Hängematte fast schon zu groß, allerdings kann man sehr komfortabel darunter kochen und "wohnen". Ich nehm's, wenn man mal länger bei potentiell mießem Wetter oder zu zweit unterwegs ist.

 
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Mein Lieblings-Tyvek-Teil, der Poncho. 260x160cm/300gr. pure Funktion.

Wenn man nicht nur mit dem Rad unterwegs ist, hat ein Poncho ein paar unschlagbare Vorteile.
- der Rucksack bleibt trocken. Wer schon mal im Dauerregen unterwegs war, weiß daß mit Regenjacke/Rucksackhülle irgendwann über den Rücken Wasser in den Rucksack kommt. Das passiert mit einem Poncho nicht
- viel luftiger als eine Regenjacke/Hose. Unter einem Poncho schwitzt man einfach viel weniger, unter Regenklamotten ist man irgendwann von innen genau so naß wie von außen.
- Multifunktional. Ein Poncho kann mehrere Ausrüstungsgegenstände ersetzen und ist damit im Verhältnis sehr leicht. Zusammen mit Gamaschen ersetzt er je nach Tour Regen-Jacke/-Hose/Rucksachhülle, Tarp, Biwaksack, Bodenplane.
- Sehr schnell an- und wieder auszuziehen. Geht viel schneller als Regenjacke/Hose, was vor allem bei wechselhaften Bedingungen von Vorteil ist. Wenn man wie ich noch vorne einen Reißverschluß einnäht, gehts noch schneller (siehe unten)

Mit der Hängematte gehts schon deutlich luftiger als mit dem großen Tarp zu. Die Hängematte ist zwar vollständig abgedeckt, so daß leichter Regen nichts ausmacht, bei zusätzlichem Wind wir's aber ungemütlich.



Kochen ist eingeschränkt (Gas/Benzin) möglich, da ich jedoch meist den Hobo dabei habe, muß man schon sehr aufpassen, nicht zu nah an die Hängematte zu kommen.



Wo wir bei den Nachteilen wären:
- Zum Fahrradfahren nicht geeignet. Man muß anhalten und Abwettern.
- Bei Touren in schwierigem Gelände mit leichten Klettereien ist eine Jacke/Hose besser.
- Wenn's stürmt, flattert ein Poncho
Die beiden letzten Punkte kann man durch geeingnete Maßnahmen abmildern. Schnur um die Hüfte als Gürtel und zwischen den Beinen die Vorder/Hinterseite mit einem kleinen S-biner verbinden hilft meißt in ausreichendem Maße
- Hat man nur den Poncho als Tarp dabei, wird man beim Aufbau des Lagers zwangsläufig naß.
- Wenig "Wohnraum", wenn's mal länger und dauerhaft regnet
- Wen's stört: Man sieht aus, wie der Butzelmann

Festzuhalten ist: Ein Poncho ist zwar sehr multifunktional, doch sind die "Spezialisten" sind für ihre jeweilige Aufgabe natürlich oft besser gerüstet.

Hier im Biwaksack-Modus, denn ich verwende, wenn ich zu faul bin ein Tarp aufzuspannen. Nix für Starkregen, aber ein bisschen Niesel oder Tau hält er ab. Man beachte auch die Snow- und Woodland-Camo Seite :)



Der Poncho kommt bei längeren Touren eigentlich immer mit. Und wenn's beim Fahrradfahren zum Abwettern oder als Rucksackhülle ist. Bei geplanten Übernachtung draußen kommt's ein wenig auf's Wetter an. Ab 50/50 Regenwarscheinlichkeit pack ich dann doch noch das Tarp mit ein, vor allem da man beim Aufbau trocken bleibt.

Einen Poncho Nähen ist fast so leicht wie ein Tarp. Hinzu kommt natürlich noch die Kapuze (Schnitt hab ich von meiner Regenjacke abgenommen). Meiner ist im Stil des schweizer Regencapes noch vorne zu öffnen, um ihn bei wechseldem Wetter oder nachlassenden Regen schnell zu öffnen oder nach hinten schlagen zu können, was noch einen Reißverschluß notwendig macht. Sehr zu empfehlen, da man so von Regen auf Schönwettermodus in 2 Sek wechseln kann.

Da blieb's beide Male nicht trocken:


 
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Könnt ihr mir noch einmal erklären, wieso man ein Tarp aus einem Stoff macht, der nicht wasserdicht ist?
 
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Tyvek ist nicht wasserdicht, deshalb frage ich mich, wieso man daraus ein Tarp bauen sollte, das genau einen Zweck hat:
Wasserdicht sein.
 
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Tyvek ist nicht wasserdicht, deshalb frage ich mich, wieso man daraus ein Tarp bauen sollte, das genau einen Zweck hat:
Wasserdicht sein.
Weil's funktioniert.

Tyvek hat lt. technischen Angaben eine Wassersäule von 750mm, was verglichen mit man anderem Stöffchen natürlich wenig ist.

Aber ganz ehrlich: selbst wenn durchs Tarp mal durchsuppen sollte, läuft der Tropfen der's geschafft hat eben innen am Tarp runter und tropft am Rand ab. Ich bin auch bei stärkerem Regen noch nie nass geworden, wobei ich zugegeben auch noch keine richtig lange Scheiß-Wetter-Periode (> 12h Dauerregen) darunter verbracht habe. Da wäre ein Tarp aber sowieso nicht das Optimum.

Auch unter der Jacke (Vorstellung kommt noch) war's bei stundenlangem Dauerregen auf Madeira bei Renntempo maximal ein wenig feucht. Was da Schweiß und was Regen war, konnte ich nicht auseinander halten. Unter Goretex bin ich da nasser (geschwitzt).

Unter dem Poncho bleibt man sowieso trockener, als unter jeder Jacke, sobald man sich bewegt.

sagt n18bmn24, Tyvek-Fan
 
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Wie ja schon kurz erwähnt, habe ich auch zwei Regenjacken aus Tyvek genäht.

Das Schnittmuster stammt von einer gut passenden Softshell-Jacke, welche ich mittels Schnittmuster-Folie abgenommen habe. Ich hab's ein bisschen vergrößert, damit die Regenjacke als 3te äußere Schicht gerade so über die Softshell oder Daunenweste passt, aber auch solo nicht allzu weit ist.



Da Tyvek nicht besonders teuer ist, eignet es sich auch prima, Schnittmuster auszuprobieren. Es ist nicht elastisch, so daß man sofort merkt, wo's zu eng und wo zu weit ist. Das muß schon passen. Die Jacke ist bei mir als "Vorarbeit" zu meiner Daunen-Weste (gleicher Schnitt, nur enger) entstanden, um nicht den teuren daunendichten Stoff zu verschneiden. Seitdem hat sich das gute Stück schon des öfteren als Wind- und Regenjacke bewährt und auch schon mehrere Stürze und Ast-Attacken überlebt.



Tyvek ist einfach super atmungsaktiv und wie bereits oben geschrieben für eine Sport-Jacke ausreichend wasserdicht. Das Verhältinis wasserdicht - atmungsaktiv funktioniert da einfach super. Wie sich bemalen auf die Atmungsaktivität auswirkt weis ich jedoch nicht, weswegen die Jacke weiß geblieben ist (mal mehr mal weniger).
Die Kapuze stammt von meiner Regenjacke, welche ich auch schon für den Poncho verwendet habe und lässt sich im Kragen verstauen.



Meine Jacke ist auf das nötigste reduziert, um möglichst leicht und klein verpackbar zu sein. Auf Taschen oder Belüftungsreißverschlüsse habe ich deshalb verzichtet. Trotz durchgehendem Reißverschluß lässt sie sich mit 88gr. zusammen geknüllt zur Regenhülle im dafür vorgesehenen Fach meines Rucksacks stopfen und nimmt so im Hauptfach keinen Platz weg



Alle Nähte sind genäht und mit 1,5 cm breiten Tyvekstreifen sowie Ponal Wasserfest getaped. Der Reißverschluß ist ein YKK Aquaguard, welcher eine Abdeckleiste überflüssig macht und cool aussieht.



Da die Jacke Begehrlichkeiten bei diversen Familienmitgliedern geweckt hat, war die zweite Jacke ein Geschenk für meine Schwester, als sie auf eine seltsame, regnerische Insel jenseits des Ärmelkanals gezogen ist. Ich habe einfach das gleiche Muster mehrere Größen verkleinert.



Für den Fashion-bewussten Alltag in der Großstadt hat sie zwei Schub- und eine Napoleon-Tasche sowie rote Reißverschlüsse (auch Aquaguard) spendiert bekommen. Details wie Taschen, Kapuzen, Belüftungsöffnungen und getapte Nähte halten einfach unglaublich lange auf. Die Jacke mit Zuschnitt, nähen und Front-RV ist in etwa 10-15h fertig, die Kleinarbeiten dauern noch 3x so lange.

Wieder aller Erwartungen hält sie den Anforderungen einer Alltags-Regenjacke seit 1,5 Jahren stand.



Trotz einem Materialwert von ~20€ (das teuerste sind die Reißverschlüsse) habe ich mehrere internationale Anfragen weitere Modelle zu fertigen dankend ablehnen müssen. Nennt man keine Fabrik in China sein eigen, kann man so etwas nur für sich selbst, gute Freunde oder die Familie machen.

 
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Sehr geil! Bzgl. der farblichen Gestaltung: im Drogeriemarkt gibt EA Textilfärber. Würde sowas funktionieren? Weiß ist zwar nett, bleibt aber dreckig.
 
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Sehr geil! Bzgl. der farblichen Gestaltung: im Drogeriemarkt gibt EA Textilfärber. Würde sowas funktionieren? Weiß ist zwar nett, bleibt aber dreckig.
Glaube ich nicht. Das funktioniert schon nicht mit Kunstfaser-Stoffe, dann geht's mit dem glatten Tyvek warscheinlich erst recht nicht.
Ich hab mal damit eine 65%Polyester/35%Baumwolle Hose färben wollen. Hat nicht funktioniert.

Waschen ist übrigens problemlos möglich, wie andere Funktionskleidung auch. 30° Feinwaschmittel, kein Weichspüler, wenig/nicht schleudern.
Meißt isses aber auch wieder einigermaßen weiß, wenn man's ein wenig abspült, da Dreck auch nicht gut drauf hält. Zwischen den eingesauten Foto oben vom Enduro Rennen und den Fotos, die ich heute gemacht habe liegen nur ein Duschgang mit Jacke und diverse Regengüsse.
 
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Deine ganzen Ausführungen zu den Tyvek-Basteleien find ich sehr interessant, danke schonmal dafür. Zwar wird es in nächster Zeit wahrscheinlich eher nix mit nachmachen, aber vor allem die Sache mit der Jacke ist mal vermerkt, gefällt mir echt gut.

Gibts für die Wasserdichtigkeit von Tyvek auch einen ungefähren mm-Wassersäulen Wert, um mal eine grobe Einordnung zu erhalten?
 
D

Deleted124302

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Hallo,
ich bin von der Jacke echt angetan. Da ich unter Goretex nach 50m schwimmen gehen kann, ist dieses Material mal eine Alternative.
Ich habe allerdings eine Frage zu der Wasserabweisung, würde eine Imprägnierung diese verbessern oder würde ich damit die Atmungsaktivität herabsetzen?

Grüße
 
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