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Hallo Zusammen

Als Abschlussprojekt meiner Lehre als Konstrukteur möchte ich selber einen Rahmen herstellen. In meinen Vorstellung wird es ein Urban-Fitnessrad mit Getriebnabe, Riemen und Nabendynamo. Ich will möglichst wartungsfreie Parts verwenden. Für den Rahmen stelle ich mir eine Verbindung von eingekauften CFK-Rohren mit Aluminium-Muffen (Fräsen, evt. Schweissen) vor. Die Rohre werde ich dann mit den Muffen verkleben. Jetzt ein paar Fragen:
• Hat jemand Erfahrungen mit einem exzentrischen Tretlager um den Riemen zu spannen? Andere Lösungen?
• Für die Naben will ich Shimano Alfine (evt. DI2) verwenden. Gibt es da Erfahrungsberichte?

Besten Dank für eure Antworten.
Freundliche Grüsse
Jonas
 
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Exzenter lässt sich gut machen. Selbstklemmende wie der Bushnell sind da eigentlich die soglosesten.
Ansonsten halt Slider oder andere verstellbare Ausfallenden.

Die alfine ist auch so recht gut und problemfrei egal ob als Di2 oder konventionell

Und gleich den CDX nehmen
 
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Wie weit bist du mit der Materie Fahrrad vertraut? Soll es eher einfach ein just-for-fun Rahmen werden, oder wirklich etwas fahrbares ernstes? Möchtest du alles mit geraden Rohren realisieren? Stichwort Kettenlinie/Kettenstrebe/Reifenbreite.
 
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Danke! Habe sowieso zu 28 tendiert. Ich bin gerade dabei die Geometrie anhand meiner Masse zu berechnen und dann mit vergleichbaren Fahrrädern zu vergleichen. Wenn ich mehr oder weniger alle konstruktionsbedingten Masse habe, werde ich diese hier veröffentlichen.
 
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Okey, danke für die Aufklärung. Das habe ich echt nicht gewusst. Mit eigentlich nur auf Mountain-Bikes unterwegs. Ich werde mich während der Arbeit mehr mit dem Thema vertraut machen. Habe dazu das Fachkunde Fahrradtechnik und sonstige Info-Quellen.
 

TinoKlaus

Tino
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Ich hatte Alfine 8 (Seilzug, Kettenspanner, Felgenbremse) und habe Alfine 11 (1x Di2 mit Buschnell Excenter und Felgenbremse & 1x Seilzug mit verschiebbaren Ausfallenden und Scheibenbremse) und eine Rohloff Speedhub mit Riemen, verschiebbaren Ausfallenden und Scheibenbremse im Einsatz.

- Verschiebbare Ausfallenden und Felgenbremsen finde ich nicht so gut. Verschiebbare Ausfallenden und Scheibenbremsen sind dann super, wenn die Bremszange mit verschoben wird.

- Zahnriemen im ganzjahres Alltagseisatz ist super. Außer Staub aus der Stadt, kein hartnäckiger Dreck. Im Toureneinsatz mit Campinggepäck und Anhänger ebenfalls problemlos gelaufen. Matsch (wenig und fein), Regen, loser Schnee - alles kein Problem. Eis-Schneeklumpen und "klebriger" Matsch mit Steinen können den Riemen aber ordentlich fordern. Da gibt hier im Forum unter den Riemen-MTBlern sicherlich detaillierte Erfahrungen.

- Alfine 8 mit Seilzug ist irgendwie unzerstörbar. Für ein günstiges und unauffälliges Stadtrad perfekt. Wenns viel draußen steht, auch mal über Nacht und bei Regen, dann würde ich alle 1,5-2 Jahre den Schaltzug + Hülle tauschen. Ansonsten ist keine Wartung nötig. In Kombination mit Antiplatt-Reifen habe ich damals mein Hinterrad nur dann ausgebaut, wenn die Fuhre mal ins auto musste.

- Alfine 11 mit Seilzug ist eine zickige Kombination, die im sportlichen Einsatz gerne Leertritte und Gangaussetzer produziert. Ansonsten auch prima für ein Reiserad. Meine Freundin hat eine am Reise/Alltagsrad und hat gelegentlich die Leertritte, wenn sie nicht ordentlich geschaltet hat (zu viel Druck auf den Pedalen beim Schalten). Auch hier mit Campinggepäck und kleinster Gang bei 1:1, also Primärübersetzung z.B. bei 44:23 auch noch gut für hügeliges Gelände.

- Alfine 11 Di2 ist ein Traum zum Schalten. Pedalkraft muss natürlich auch reduziertz werden, sonst knallts. Die Leertritte und Gangsprünge habe ich auch, aber viel seltener und fast immer zu einem unsauberen Schalten zuordbar. Mir passiert es, wenn ich zu schnell nach dem Schalten schonwieder gas gebe. Als bräuchten die Planetengetriebe und Nocken auf der Schaltwelle etwas Zeit, um richtig einzurasten. Bei mir am Rennrad im Einsatz. Hab jetzt irgendwas über 10.000 km mit der Nabe runter und sie läuft noch. Ich hab statt 50ml Shimano-Öl, 25ml davon und 25ml Rohloff Spülöl drin. Dadurch sind bei mir die Leertritte und Gangsprünge weniger geworden. Die Nabe macht auch lange Rampen und steile Dinger mit 15-25% mit, aber die Haltbarkeit über 5 Jahre und mehr kann ich nicht beurteilen. Ich mag die Alfine 11 Di2 total, aber würde eine Rohloff E14 jederzeit vorziehen.

- Buschnell Excenter ist super, aber addiert je nach Version 150-200g, benötigt ein steifes Tretlagergehäuse und etwas Aufmerksamkeit bei der Montage und im Betrieb. Mit zu wenig Montagepaste oder zu viel Regenfahrten, fängt er leicht an zu knarzen. Der Excenter muss auch ordentlich angeknallt werden, damit er nicht knarzt. Ansonsten natürlich cleaner als die meisten verschiebbaren Ausfallenden.

- Unsere beiden Reiseräder haben verschiebbare Ausfallenden. Die funktionieren super und knarzen bei uns nicht. Meine haben zusätzlich noch ne Schraube zum einstellen. Dadurch lässt sich das Rad auch wieder schön ausrichten. Bei meiner Freundin ist eine Kette im Einsatz. Deshalb müssen wir ab und zu mal nachspannen und die Schutzbleche mit verschieben. Bei den meisten Schutzblechen ist das kein Problem. sollte man bei der Montage jedoch beachten. Wenn es z.B. darum geht die Streben zu kürzen.

- Nochmal Alfine Di2: Ich bin sie zuerst am Flatbar mit Alfine Display und Schalter gefahren. Jetzt mit den Ultegra 6800er Di2 Hebeln und einem XT-Display (wegen der Anzahl der Anschlüsse). Es gibt ein Shimano eTube Kompatibilitäts-PDF, dort kann man erkennen welche Di2-Teile so zusammen kombiniert werden können. Mein Externer akku hält zwischen 1500-2000km mit einer vollen Ladung. Ich stand noch nie ohne Strom da. Hatte in den 5 Jahren Nutzung nie einen Kabelbruch oder Schaltaussetzer. Das Di2 System ist teuer, aber funktioniert bei einer Alfine ziemlich sorgenfrei. Bei der Planung des Rahmen sollte alles zuweit wie möglich intern geführt werden, damit des Risiko dass sich doch mal was an einem Kabel verfängt vermindert wird.
 
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Danke für die Eindrücke. Werde dieser in der Konstruktion mit einfliessen lassen!
 
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Gibt es noch andere alternativen zum Bushnell EBB die etwas Wert sind?

Ich habe mich entschieden die Alfine 8 Gang mit Schalthebel zu verbauen. Ich finde jedoch nirgends Angaben zur Kettenlinie. Also wo das Ritzel im Bezug zur Mittelachse angebracht wird. Hat jemand diesbezüglich eine Angabe?

Beim Gates Zahnriemen will ich die CDN Variante nehmen. Ich finde jedoch kein hinteres Ritzel in irgend einem Shop als CDN Variante. Nur CDX oder andere. Kann ich diese beliebig kombinieren?

Grüsse
 
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Danke für die Infos!
Kennst du eine gute Bezugsquelle für den Bushnell?

Auf bike-components steht 45,5mm, auf der Tabelle steht 44.85 auf Seite 1 und weiter unten Belt Line A steht 36.65mm. Welche Angabe stimmt? Wie genau muss das sein? +\- 0.5mm?
 
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Angesichts der Tatsache, dass es die Alfine Kurbel in 42,7 und 49,2 gibt, wirst du deine Antwort auf Toleranz haben ;-)

Bezugsquelle habe ich dir leider keine.
 
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Wenn das Projekt sicher ist, kannst ja das ein oder andere Teil ja mal zulegen und genau vermessen. Dann steigen die Chancen, dass es später auch passt ;-)
Gerade bei Kurbeln und der Platz zur Kettenstrebe hat sich in der Vergangenheit als Problemzone gezeigt.
 
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Okey werde ich so machen. Dann bin ich auf der sichere Seite. Ich wollt eigentlich die Kurbel von Gates verbauen. Dann kann ich durch bestimmen des Innenlagers die Kettenlinie genau anpassen. Die Gates-Kurbel gibt es jedoch nur mit einer CDN Riemenscheibe. Kombinieren kann man die verschiedenen Varianten ja nicht. Merkt man einen krassen Unterschied zwischen CDX und CDN? Ich brauche das Rad nur im Stadtverkehr...
 
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Generell hast du ja schon mehr Verluste durch den Riemen und bei dem CDN hast du zu der höheren Reibung dann noch die Dreckproblematik... man wählt doch nur das ganze System um lange sorgenfrei fahren zu können -> CDX weniger Sorgen. So wie ich aber gesehen habe, ist die Gates Kurbel CDX geeignet.

PS: Mein Stadtrad sieht nach dem Herbst/Winter teilweise schlimmer aus, als ein MTB ;-)
 

TinoKlaus

Tino
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Generell hast du ja schon mehr Verluste durch den Riemen und bei dem CDN hast du zu der höheren Reibung dann noch die Dreckproblematik...
Das ist nur teilweise korrekt. Ich will keine Diskussion über Wirkungsgrade lostreten, aber die Aussage darf so unkommentiert nicht stehen bleiben. Sonst wird das noch ein sich selbst-erfüllendes Gerücht. https://www.biketour-global.de/2018/01/21/kette-oder-riemen-was-ist-effizienter/
Wenn eine Alfine Nabenschaltung verbaut wird, dann wird die eh den größten Verlustgrad ins System einbringen.

Ich fahre an meinem Allzweck-Rohloff-Rad seit 6 Jahren ein CDC-System (55:19) mit Mudports an der Kurbelriemenscheibe. Mit dem Schnee und Matsch, den wir hier in Berlin bekommen, hatte ich noch keine Probleme. Das Cube Hyde mit Riemen hatte glaube ich eine 8er Alfine mit CDC-System. Die Einzelteile dafür sind aber schwer zu bekommen.

Da man ja irgendwie nicht an die CDX-Gateskurbel rankommt... man könnte auch die normale Alfine Kurbel und dazu das passende CDX-Ritzel nehmen.
 

µ_d

Irgendwas mit Offshore
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Danke für die Infos!
Kennst du eine gute Bezugsquelle für den Bushnell?

Auf bike-components steht 45,5mm, auf der Tabelle steht 44.85 auf Seite 1 und weiter unten Belt Line A steht 36.65mm. Welche Angabe stimmt? Wie genau muss das sein? +\- 0.5mm?
Angesichts der Tatsache, dass es die Alfine Kurbel in 42,7 und 49,2 gibt, wirst du deine Antwort auf Toleranz haben ;-)

Bezugsquelle habe ich dir leider keine.
Excenter sind meist schmaler als die "Hülse" in der sie gedreht werden. Dadurch kann man vorne die Kettenlinie noch ein paar mm einstellen (zumindest wenn man externe Lager wie HT2 o.ä. nimmt). Bushnell ist z.B. 66 am Excenter, 68 am Lagersitz und kann in Hülsen bis 73 mm verbaut werden.
 
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Wenn ich ein Bushnell einbaue und einen Riemen von Gates mit dem Riemenrechner berechne und so auf eine Kettenstrebenlänge von 415mm komme, soll ich dann das Mass des Tretlager als Mitte nehmen und kann dann je 6mm kürzer oder länger werden?
Oder wo genau soll die Tretlagermitte angeordnet sein wenn die tatsächliche Tretlagermitte 415mm sein soll?
 

TinoKlaus

Tino
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Ich kann mir selbst nicht erklären, ob ein Versatz nach vorn oder hinten in Bezug auf einen bestimmtes Riemenset Vor- oder Nachteile bringt.
Bei einem Kettentrieb würde ich die Achsen aufeinander legen. Die Buschnell EBBs sind mit 13,2mm Verstellbereich auf genau eine Kettengliedlänge abgestimmt.
Bei einem Riemen hat man ja keine Nennenswerte Längung und man könnte die Achsen auch gut ein paar mm zueinander versetzen.

Die Rotation des EBB's beeinflußt ja die Länge der Sitzstrebe, die Tretlagerhöhe und den effektiven Sitzwinkel. In den jeweiligen Extremen kommen da schon ein paar Unterschiede zusammen.
Würde man jetzt für den Riemen die Achsen aufeinander legen und der Riemen wäre dann im Idealfall auch voll spezifikationsgerecht gespannt, dann könnte man sich immernoch entscheiden, ob man nach oben oder nach unten außermittig sein möchte. Ich weiß nicht wie sehr sich die Bodenfreiheit in Kurvenlage an den Kurbelarmen dann unterscheidet. Aber ca. 13mm Unterschied könnten schon was ausmachen. Da müsste man jetzt mal Rennrad und Crosser/Gravelbike Geometrien miteinander vergleichen.

Eine andere Überlegung: Soll der Sitzrohrwinkel flacher sein, also vielleicht eher 70° statt 72°, dann kommt man ja je nach Kettenstrebenlänge auch in die Bredouille, dass für etwas größere/breitere Reifen nicht genug Platz ist. Dann könnte man entweder das Sitzrohr so abflachen wie das z.B. bei Schindelhauer gemacht wird, oder man versetzt die Tretlagerachse gegenüber der Achse vom Gehäuse etwas nach hinten. Der effektive Sitzwinkel ist dann größer als der Sitzrohrwinkel.
2.jpg


Ich habe mich bisher nur sehr oberflächlich mit dieser Materie beschäftigt. Bitte kommentieren.
 

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