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Canyon-Gründer Roman Arnold im Interview: Steckt Canyon in der Krise?

Umsatz ist die eine Komponente, was aber ganz vergessen wird, sind die fehlenden Rotherträge und die sind es, die meines Erachtens aktuell die Insolvenzen antreiben. 7% weniger Umsatz, geschenkt. Das Problem sind die 20-50 % weniger Rohertrag (als statt 36% vom netto Umsatz sind es jetzt 27%). Das können Unternehmen die lange am Markt sind schon 2-3 Jahre durchstehen. Bei Unternehmen die stark gewachsen sind und die Gewinne evtl. Eher mal ausgezahlt würden, kann da die Luft aber schnell dünn werden und in der aktuellen Branchensituation, gibt es kaum eine Bank, die da gerne Kredite vergibt, die vor allem heute auch noch teurer sind als vor 6-7 Jahren.
=> Die schwarze Null muss aktuell zwingend da stehen, und das geht bei sinkenden Roherträgen nur mit massiven Sparmaßnahmen.
 
Interessantes Interview.

Ich finde es gut, dass Arnold auf das Thema Kundenfeedback eingeht – er ist einer der wenigen in der Branche, der wirklich die Frage stellt, warum Gravel und Rennrad aktuell so starken Zuspruch finden, während der MTB Bereich stagniert.

Allerdings sehe ich einen Widerspruch in seiner Argumentation: Einerseits betont er die Einfachheit der Bikes und den „Pure Cycling"-Ansatz als Erfolgsfaktor. Andererseits skizziert er im Ausblick eine Zukunft mit noch mehr Elektronik: „Deine Fahrwerke werden vielleicht elektronisch gesteuert sein." Das passt für mich nicht zusammen. Systeme wie Flight Attendant oder Live Valve sind teuer, komplex und sprechen primär Enthusiasten an – nicht die breite Masse, die er eigentlich erreichen will.
Sicherlich ist neben Pure Cycling auch Lifestyle ein Punkt. Rennrad/Gravel transportiert den Fitness/Sport/Ernährung Gedanken wesentlich besser als der Mtb Enduro Bereich - und lässt sich auch viel besser mit Swift und im Winter auf der Rolle umsetzen.

Bei 32" würde ich differenzieren: Einen echten Trend kann es noch gar nicht geben, weil kaum Räder verfügbar sind. Was wir sehen, ist ein Push der Industrie. Die wenigen Serienbikes kommen von kleinen Herstellern wie Stoll oder Actofive.
Dazu kommt: Wer treibt aktuell den sportlichen Radmarkt? Laut ZIV vor allem junge Frauen – allerdings im Gravel- und Rennrad-Bereich, nicht beim MTB. Ob diese Zielgruppe von riesigen Laufrädern und negativen Vorbauten nicht eher abgeschreckt wird, muss sich zeigen.

Beim Mtb gibt es aktuell kein Produkt, dass den „Haben Will“ Reflex bei mir auslösen würde.
 
Zuletzt bearbeitet:
„Deine Fahrwerke werden vielleicht elektronisch gesteuert sein." Das passt für mich nicht zusammen.
Das ist doch so eine typische nichtssagende Aussage, die ihm vielleicht jemand eingebläut hat, sie zu sagen. Immerhin steht da "vielleicht".

Weiter geht es ja mit:
Deine Fahrwerke werden vielleicht elektronisch gesteuert sein. Du wirst noch einmal deutlich mehr Elektronik auch am Rad sehen, die auch dem Rider helfen wird, sicherer Rad zu fahren, geschützter Rad zu fahren.
Werde ich nicht, zumindest nicht an meinem. Vielleicht meint er damit auch eine Einparkhilfe und Abstandskontrolle für den Stadtverkehr?
 
Elektronische Fahrwerke sind, bei mtb für Anfänger, die chance das Radfahren einfacher zu machen. Weil automatisch eingestellt. Das sehe ich schon mit einfach im Zusammenhang, so wie der Kaffeevollautomat für Leute auch „einfach“ ist, oder Autofahren durch Assistentssysteme einfacher wird.

Wir, die nerds, sehen in dem Hobby viel mehr. Aber das tunen, basteln und an der Technik interessiert sein haben einfach nicht alle. Für manche ist ein Singlespeedrad die Essenz des Einfachen. Für die Meisten einfach unpraktisch und und überholt.

Vergessen, worauf ich hinaus wollte.
 
Leider ist Canyon für mich nach drei Rädern raus. Mein letztes Rad, ein Canyon Strive CFR hat dermaßen Qualitätsprobleme. Auch der Service ist schlecht. Ich sende das Rad wegen einem Problem zu, es wird nach ewig langer Zeit behoben und bekomme es - nach einem allgemeinen Bikecheck - wieder mit einem weiteren Problem zurück - war mir zuvor auch nicht aufgefallen. Also hatte ich ein Problem mit einem geschnittenen Gewinde, das wurde behoben, das Bike gecheckt und als im Keller wieder hängt, bemerke ich, dass das Tretlager schon am rausbrechen ist. Alles nach weniger als einem Jahr. Der Rahmen war nicht mehr verfügbar, also bekam ich eine Sonderfarbe aus dem Rennteam. Ok, aber die Qualität wird dabei nicht besser. Mittlerweile habe ich zu Hause auch 4 verschiedene Bolzen für die Abstützung des Shapeshifters. Das Spiel, die Tolleranzen, die Qualität der Schrauben und Gewinde … ich komme halt leider von einem Santa Cruz … Für mich ist die Reise mit Canyon zu Ende, hier passt in meinen Augen nur noch wenig zusammen. Wer dann wieder zu Santa Cruz, GRIN, Orbea, Deviate, Pivot oder sonst was greift, weiß sofort warum Canyon nicht mehr in Frage kommt. Und leider ist es auch nicht mehr der Preis, der einen überzeugt. Im Angebot gibt es andere zu ähnlichen Konditionen, dafür aber mit weniger oder gänzlich ohne Probleme(n).

Service war und ist also in meinen Augen noch nie gut gewesen und die Qualität hat stets abgenommen. Zumindest sind das meine Erfahrungen.
 
Ja, mit GRIN hat man in den letzten Jahrzehnten echt wenige Probleme gehabt.

Lässt deinen ganzen Post in einem komischen Licht erscheinen.

Kurz nachgedacht und dann geantwortet. Allein im Neuzustand liegt der Unterschied. Es fluchtet, die Schraube hat ein gutes oder schlechtes Gewinde, die Passgenauigkeit usw.

Aber danke für deinen Kommentar … Forenvibes wie immer …
 
Schönes Interview.
Bin nach 4 Canyon Rädern in der Familie auch raus. Junior braucht jetzt ein neues, das Neuron Young wird zu klein. Aber ich finde das Preus Leistungsverhältnis nicht mehr gut und bei den Teensgern kommt anscheinend trotz Fabio Wibmer Canyon nicht mehr an. Er will auf jedenfall was cooleres.
Und nachdem ich letztes Jahr für mein Neuron, obwohl es noch in der Garantiezeit war, spezielle Scheiben, die wohl beim Zusammenbau gefehlt hatten, nicht als Ersatzteil bekommen habe und ich sie mir auf dem freien Markt ( jeder Baumarkt hat genau diesen Scheiben im Sortiment) besorgen soll, kommt mir Canyon auch nicht mehr in die Tüte.
Hoffe Arnold liest hier auch mit.
 
Und nachdem ich letztes Jahr für mein Neuron, obwohl es noch in der Garantiezeit war, spezielle Scheiben, die wohl beim Zusammenbau gefehlt hatten, nicht als Ersatzteil bekommen habe und ich sie mir auf dem freien Markt ( jeder Baumarkt hat genau diesen Scheiben im Sortiment) besorgen soll, kommt mir Canyon auch nicht mehr in die Tüte.
Bremsscheiben, Fensterscheiben, Unterlegscheiben, Wurstscheiben - was hat da wo gefehlt und zu welchem Zeitpunkt hast Du das bemerkt?
 
In den Kernpunkten aber halt dann doch relativ nichtssagend, oder? Was soll die strategische Positionierung (Preis-Qualität) von Canyon sein? Traditionell kommen sie von low-low (Direktvertrieb). All die namhaften (und teuren!) Sponsorings die letzten Jahre sind klarer Ausdruck davon, sich in Richtung high-high entwickeln zu wollen.

Das ist halt entgegen der klassischen Empfehlungen und ein langer, schwieriger Weg. Außer Audi fällt mir da kaum ein namhaftes Beispiel ein, dem das gelungen ist. Es scheint zudem, dass bei Canyon die Qualitätsentwicklung (Produkte und Service) nicht ganz mit der Preisentwicklung mithalten, oder täuscht das? Ganz zu schweigen vom Image ...
 
Elektronische Fahrwerke sind, bei mtb für Anfänger, die chance das Radfahren einfacher zu machen. Weil automatisch eingestellt. Das sehe ich schon mit einfach im Zusammenhang, so wie der Kaffeevollautomat für Leute auch „einfach“ ist
Genau das geht mir seit der ersten Vorstellung elektronischer Federungssysteme durch den Kopf.

Draufsetzen, Charakteristik (zB. Anfänger, Fortgeschritten, Profi oder Single-Trail, jumpline, Downhill Strecke oder weich, comfort, hart, straff usw.usw.usw. in einer App auswählen und mit dem "passenden" Setup losdüsen.

Wieso auch nicht? Wenn das in sinnvoll umsetzbar ist, wäre eine der größten Hindernisse für Unbedarfte behoben.
 
"... Das ist auch ein interessantes Thema, mit dem ich mich beschäftige ... Warum sind so viele Menschen zum Gravelrad gewechselt? ... auf einmal auch enorm viele junge Frauen sind ... Es ist auch einfacher zu verstehen als ein Fahrrad mit Federgabel, mit Full Suspension, mit den ganzen Sachen.

Ich glaube, du wirst in fünf Jahren weiterentwickelte Produkte sehen ... Deine Fahrwerke werden vielleicht elektronisch gesteuert sein. Du wirst noch einmal deutlich mehr Elektronik auch am Rad sehen, die auch dem Rider helfen wird, sicherer Rad zu fahren, geschützter Rad zu fahren. ..."

Da hät er nix dazu gelernt?
 
Leider ist Canyon für mich nach drei Rädern raus.
Ich war bei Canyon nach einem Rahmenbruch schon nach einem Rad raus. Haben damals aus meiner Sicht den Schwerpunkt zu sehr auf das Gewicht gelegt.

"... Das ist auch ein interessantes Thema, mit dem ich mich beschäftige ... Warum sind so viele Menschen zum Gravelrad gewechselt? ...
Ich habe auch im Dezember mein Enduro Bike verkauft und mir jetzt ein Gravel Rad aufgebaut. Kann also aus persönlicher Erfahrung berichten. Erstens bin ich Ü60 und mein Schwerpunkt der Radnutzung hat sich im letzten Jahr wesentlich geändert. Ich war mehr mit meinem alten Trekkingrad unterwegs als mit dem Enduro noch große Sprünge zu machen.
Der nächste Punkt ist die Technik. Wenn man mehrere Räder besitzt, geht der ständige Service der Federelemente nicht nur ins Geld sondern auch auf die Nerven. RR/ Gravel sind da wesentlich unkomplizierter. Das soll aber nicht heißen, dass es in der Anschaffung wesentlich günstiger ist. Irgendwie konnte ich mich beim Kauf der Einzelteile nicht des Eindrucks erwehren, was man auf der Federelementseite spart, wird einem dafür auf der Antriebseite doppelt so teuer verkauft. Die Hersteller wissen schon wie es geht.
Und dann wäre da wirklich noch der nicht zu unerschätzende Vorteil des Einsatzes auf der Rolle im Winter.
 
Ist Gravel nicht eh hauptsächlich für Leute, die unbedingt was neues kaufen wollen, in der Garage aber noch sehr taugliche Dirt-, XC-, Trail-, Allmountain- und Enduro-Bikes stehen haben? (Und das DH-Bike gammelt auch in der Ecke vor sich hin)? :P


Hab ich das Thema Kettenstrebe eigentlich überlesen?
 
Auf den ersten Blick wirklich gutes und interessantes Interview! Vielen Dank für die Einblicke etc., Roman. 🫶
Ich konnte es leider gerade zeitbedingt nur kurz überfliegen, aber werde es die Tage auf jeden Fall dann noch ausführlich durchlesen.
Vielleicht haben wir i. R. d. diesjährigen CLLCTV-Saisonabschluss o. ä. ja die Gelegenheit uns nochmal etwas länger zu unterhalten. Ich würde mich echt freuen und auch nochmal ein großes Dankeschön für die tolle Möglichkeit, dass ich letztes Jahr Mitarbeiter für einen Abend sein durfte 😉
 
Der Dude könnte auch jemand aus der Werkstatt sein.😃

Ich vermisse die Neuigkeiten und das gewisse etwas, wenn ich einen CEO sprechen höre.
 
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