Dass im Wald heute mehr los ist als früher liegt allein an den E-Bikes. 2015 wurden etwa 430.000 MTB verkauft, davon etwa 10 % E-Bikes. 2024 waren es 875.000 MTB, davon 94 % E-Bikes. Gleichzeitig ist die Anzahl der insgesamt verkauften Fahrräder 2024 deutlich niedriger als 2015 (3,9 Mio. 2024 vs. 4,4 Mio. 2015). Es gab demnach innerhalb der letzten 10 Jahre eine Verschiebung innerhalb von MTB von der sportorientierten Nutzung (ohne Motor) zur freizeitorientierten Nutzung (mit Motor) und eine Verschiebung zwischen den Fahrradgruppen hauptsächlich von Trekking/City/Urban Richtung MTB mit Motor.
Und wie viele dieser E-MTBs sieht man denn nun tatsächlich auf Trails bzw. dort, wo von "Mountainbikesport" geredet werden kann?
Ein Großteil dieser Räder wird nahezu ausschließlich von "Nicht-Mountainbikern" auf Rad- und Forstwegen bewegt. Das ist das klassische Touren-/Trekkingrad, das auch früher für den Sonntagsausflug genutzt wurde.
Zudem haben viele Mountainbiker einfach ihr motorloses Rad durch ein E-MTB ersetzt, wodurch sich die Anzahl der Biker auf Trails auch nicht erhöht hat.
Zumindest kann ich bei mir am Albtrauf im Wald keine nennenswert gestiegene Zahlen an MTB-Fahrern feststellen.
Auch bei diversen Radwochenenden im Pfälzerwald, Sauerland, Allgäu war auf den Trails nicht unbedingt "die Hölle los".
Ich bestreite nicht, dass es an vielen Hotspots heute deutlich mehr Radfahrer gibt als früher. Das sind dann aber doch oftmals die Zufahrten zu Hütten u.ä. und weniger schmale Wanderwege mit technischem Anspruch. Da liegt auch viel an der Bewerbung dieser Hotspots und der Infrastruktur aus Parkplätzen, Hütten etc. Da sammeln sich die Leute halt.
Diejenigen E-MTB-Fahrer (nicht Mountainbiker!), die sich auf schmale Wanderwege verirren, weil sie meinen, mit einem MTB kann man dort auf jeden Fall fahren, machen das in der Regel kein zweites Mal, wenn es sich vermeiden lässt.