Einer der Hauptgründe, warum ich mit MTB Media und dem MTB Biz im Allgemeinen nichts mehr zu tun haben möchte.
Ein User hat hier einen Podcast mit einem MTB Urgestein verlinkt. Der Mann spricht ehrlich und beschreibt, was den Sport, nein, die Szene, früher angetrieben hat und was heute vollkommen fehlt. Nicht, dass es früher besser war. Mit ein Grund, warum diese Plattform überhaupt existiert war ja, dass Uli Stanciu mehr oder weniger eigenmächtig entscheiden konnte, welcher Hersteller den großen Umsatz machen wird und wenn sogar mir als Österreicher, dem Land der Freunderlwirtschaft das sauer aufstößt, kann man sich schon denken, wie "geil" das damals war. Aber eines war damals klar. Wenn du dir den Rocky Mountain Rahmen mit Maple Leafs gekauft hast, warst du der Boss und das brauchen halt viele Menschen. Für den harten Kern war die Existenz damals sehr easy und v.a. überschaubar.
Hans Rey hat in einem Podcast ähnliches gesagt. Er meinte, es gäbe im Silicon Valley haufenweise Millionäre, die sich liebend gerne in die MTB Szene einkaufen würden. Ich glaube aber, dass der Hans da in den 90ern oder frühen 00er Jahren hängen geblieben ist. Seitdem hat sich vieles verändert. Vor allem eines: Mountainbiken ist ein totaler Opa Sport geworden. Warum, weshalb, wieso tut hier nichts zur Sache. Einfach mal die Augen auf machen, wenn ihr zb im Karwendel unterwegs seid.
Ich denke, viele verstehen nicht, dass Mountainbiken schon lange kein Trendsport mehr ist. Wir alle sind mit diesen Trendsportarten aufgewachsen. Snowboard, Skateboard, beides fast weg. Mountainbike wird gleich laufen. Die Leute, die ich heute im Skatepark treffe, sind wirklich der ganz ganz harte Kern. Mehr als diesen Kern gibt es ja auch nicht mehr.
Um den Bogen zurück zu Enduro zu spannen. Wenn man nach Italien zu Enduro Rennen fährt, geht's dort immer gleich zu und zwar egal, ob man an einem MTB Enduro Rennen teil nimmt oder an einem Motorrad Enduro Rennen. Ich will's nicht Underground Racing nennen, weil es das nicht ist, aber es ist schon sehr sehr grassroutig. So stelle ich mir die Zukunft des Sports vor. Wie viele aktive Sportler benötigt eine lebendige Enduro Szene im Alpenraum? 2.000 Leute vielleicht? Also müssten mit aktuellem technischen Niveau pro Jahr vielleicht 250 Enduros verkauft werden. So viel zu den Zahlen. Der Rest "isch ma wurscht".
Wer was über Gravel lernen will, liest sich am besten die Artikel von Mike Ferrentino auf NSMB durch. Wird auch nicht mehr lange dauern, bis dort die Realität die Fiktion einholt. Wohl aber nur für die, die vom MTB Sport rüber gewechselt sind. Alle anderen werden noch länger dabei bleiben.
Und weil ja nun scheinbar die E-Biker die coolen Dudes sind, muss ich noch anmerken, dass ich keinerlei Probleme mit Conans Attitüde habe. Überhaupt nicht.