Also ich hab jetzt mal ein paar Kommentare von dir zum Thema E-MTB durchgelesen und muss leider feststellen, dass da ziemlich viel Quatsch dabei ist - du musst E-Biker schon sehr hassen um so verbohrt zu sein. Sorry, aber so viel Negatives ist wirklich übertrieben.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll...
Zuerst mal glaube ich, dass ich nach 37 Jahren MTB und geschätzt über 2 Millionen selbst getretenen Höhenmetern, doch weiß, was Anstrengung ist. Zweitens glaube ich, dass ich Ahnung von Trainingslehre und Sportwissenschaften habe. Im Moment fahre ich Hardail, Enduro, Light E-MTB, Gravel und Rennrad.
Vor diesem Hintergrund kann ich ganz eindeutig sagen, dass ein E-MTB tatsächlich eines der besten Trainingsmittel ist um seine Fitness zielgerichtet und planmäßig aufzubauen oder zu halten - jeder, der also behauptet es sei kein Sport, oder E-Biker sind faul, hat dieses Gerät noch nie ausprobiert, oder sich nicht ausführlich damit beschäftigt. Wir sprechen immer vom Durchschnittsbiker, keinem Marathon- oder gar Weltcupfahrer...
1. Grundlagenausdauer (Zone 2, GA1, etc.), die Basis unserer Ausdauerleistungsfähigkeit wird grundsätzlich auf der Ebene (oder am Smarttrainer) über einen längeren Zeitraum (Stunden) trainiert. Haupttrainingsmittel ist das Rennrad. Mit dem MTB ist das entweder auf Straße oder Feldwegen möglich, nicht aber bergauf, da hier die Beanspruchung deutlich zu hoch ist. Ein Anstieg von 1000hm kann von Traineirten gut im GA2 Bereich gefahren werden, das soll aber nicht bei jeder Tour so sein.
Wenn du also vorschlägst, "wenn es anstrengend wird" den Motor nicht zuzuschalten, gibst du genau den falschen Ratschlag. Quält man sich nämlich keuchend mit rotem Kopf den Berg hinauf, befinden wir uns schon in einem viel höheren Bereich (irgendwo zwischen G2 und EB (Zone 3-4)), was zwar Einfluss auf die FTP und VO2max hat, aber nur über einen sehr kurzen Zeitraum durchgehalten werden kann und tatsächlich für viele zu viel Belastung ist.
Was du also vorschlägst sind Intervalle, bei denen die meisten von der physiologischen Belastung im ungesunden Bereich sind und gleichzeitig keine hohe Trittfrequent mehr halten können und somit ihre Gelenke schädigen.
Fazit 1: Das E-MTB hilft, sich in einem gesunden "Fitnessbereich" zu bewegen, Belastungsspitzen zu glätten und schont nebenbei noch die Gelenke. Durch korrekte Wahl der Unterstützung kann man auch im hügeligen Gelände gutes Grundlagenausdauertraining machen, ohne vom Straßenverkehr gefährted zu werden.
2. Nur Eco fahren: Ist tatsächlich Blödsinn. Wer aus falschem "Stolz" oder Angst vor Kommentaren wie deinen nie eine höhere Stufe nutzt, gefährdet seine Gesundheit tatsächlich (siehe oben genannte Gründe). Außerdem kann man - wenn man tatsächlich intervallartig trainieren möchte - mit jedem Modus entsprechend "sportlich" und effektiv trainieren. Definiert wird das nur über die eingebrachte Wattleistung. z.B. Trail berghoch im Trailmodus; 200hm Zufahrt zum Endurotrail im Boost Modus mit 155 Puls, etc.
Fazit 2: alle Modi nutzen (ist auch gut für den Motor)!
3. Vorerkrankungen, Alter, Gelenke: Irgendwann wird auch bei dir die Zeit kommen, wo es hie und da zwickt, dein Körpergewicht steigt und die Muskelmasse abnimmt. Vielleicht gibt es mal eine Kreuzband OP oder (Gott bewahre) eine Herz-Kreislauf Erkrankung. Auch hier sind E-Bikes die optimalen Geräte um entweder zum Biken zurückzukommen, oder weiterhin an diesem Sport teilzuhaben.
Fazit 3: Wir alle bleiben nicht ewig fit, lieben das Biken aber weiterhin.
4. Trainingssteuerung: ähnlich Punkt 1, aber für "Trainierer". Habe ich einen intensiven Trainingsblock absolviert (Rennrad, Intervalle, mehrtägige Tour) ist das E-MTB perfekt zum "Ausrollen" am nächsten Tag und gleichzeitg den Straßenverkehr zu meiden + ich kann trotzdem Trails fahren. Mehr Untersützung und eine Stunde in Zone 1 - fertig.
5. Endurotraining: Mit keinem anderen Trainingsmittel (außer Lift/Shuttle) lassen sich Downhills/Stages so effektiv trainieren (ausgeruhter, konzentrierter) wie mit einem E-MTB. Auch am Renntag kann man sich noch schnell Schlüsselstellen ansehen; als Betreuer ist man schnell bei seinen Athleten.
Mir würde noch etliche Punkte rein zum Thema Fitness einfallen; von anderen Bereichen wie Trailnutzung, Erosion, Legalisierung, Lobbyarbeit, Gruppen, etc. spreche ich gar nicht, sonst wird das hier noch zu einem ganzen Buch.
Das Thema ist einfach vielschichtiger als "Ich mag die aber nicht!" "Die überholen mich immer", "Strengen sich gar nicht an" "Sind faul". - das sind eher Illusionen von deiner Seite aus...