Ebay-Kleinanzeigen Betrug vermutet. Was kann ich machen?

Ich habe auf Kleinanzeigen einen Gravellenker entdeckt,Verkäufer kontaktiert,Preis passt auch.Zahlung wird „Sicher Kaufen“ Überweisung,Paypal akzeptiert.Trotzdem traue ich mich nicht recht den Artikel zu kaufen nach dem ich schon zweimal auf einen Betrug reingefallen bin.Einmal hat mir Paypal geholfen,beim zweite mal war der kleine Betrag weg.
Was ist eure Meinung dazu?
 
Ich habe auf Kleinanzeigen einen Gravellenker entdeckt,Verkäufer kontaktiert,Preis passt auch.Zahlung wird „Sicher Kaufen“ Überweisung,Paypal akzeptiert.Trotzdem traue ich mich nicht recht den Artikel zu kaufen nach dem ich schon zweimal auf einen Betrug reingefallen bin.Einmal hat mir Paypal geholfen,beim zweite mal war der kleine Betrag weg.
Was ist eure Meinung dazu?
Was soll man dir jetzt dazu sagen? Ist halt bei kleinanzeigen manchmal Glücksspiel. Paypal Waren und Dienstleistung bzw Kleinanzeigen Käuferschutz nutzen ist halt das höchste der Gefühle.
Ich lasse die Produktbilder meistens noch durch die Bildersuche gehen und schaue ob die geklaut sind. Ansonsten bleibts auch eine Gefühlssache.
 
Alles was Geld kostet nur abholen oder sein lassen. Kleinigkeiten nur sicher bezahlen.
Ja, das ist eine sichere/die sicherste Herangehensweise. Schränkt aber auch ein. Wenn das gesuchte, seltene Teil endlich mal auftaucht, will man ja nicht quer durch die Republik reisen bzw macht es wirtschaftlich vielleicht auch keinen Sinn.
Schade, dass man heutzutage so denken muss.
 
Ich kann wirklich auch nur dazu raten alles abzuholen. Es sind wirklich so extrem viele Betrüger unterwegs, die stürzen sich natürlich auch immer auf Produkte die gerade im Trend sind. Auch verkaufen wird immer anstrengender mit den ganzen Scammern.
 
Ich habe auf Kleinanzeigen einen Gravellenker entdeckt,Verkäufer kontaktiert,Preis passt auch.Zahlung wird „Sicher Kaufen“ Überweisung,Paypal akzeptiert.Trotzdem traue ich mich nicht recht den Artikel zu kaufen nach dem ich schon zweimal auf einen Betrug reingefallen bin.Einmal hat mir Paypal geholfen,beim zweite mal war der kleine Betrag weg.
Was ist eure Meinung dazu?

Absolute Sicherheit gibt's nicht, jedoch einige Kriterien, deren Überprüfung das Risiko minimiert:

Die Zahlungsart "Sicher bezahlen" oder "Paypal Waren und Dienstleistungen" wird kaum ein Betrüger anbieten. Es gibt allerdings Leute, die "Sicher bezahlen" aktiviert haben, diese Zahlungsart aber im Laufe der Verhandlungen verweigern. Das sind zu 100% Betrüger. Ich habe das in der letzten Zeit mehrmals erlebt, den Verkäufer jeweils gemeldet und kurz danach die Nachricht erhalten, daß sanktioniert wurde.

Aber nochmals: Wenn der Verkäufer beim Angebot "Sicher bezahlen" bleibt, sollte es keine Probleme geben. Das ist für mich das wichtigste Kriterium.

Zweitens kannst Du nachsehen, wie lange der Verkäufer schon angemeldet ist und was er für Bewertungen hat. 1 Monat wäre schlecht, 10 Jahre wäre gut. Bei der Zuverlässigkeit würde ich darauf achten, daß dort "sehr" oder "besonders" dabeisteht.

Drittens solltest Du den Text der Anzeige auf sprachliche Auffälligkeiten hin untersuchen. Insbesondere bei vielen Anglizismen ist nach meiner Erfahrung Vorsicht geboten.

Viertens: Gier frißt Hirn. Wenn ein neuwertiger Artikel für einen Bruchteil des Gebaucht-Wertes angeboten wird, ist Vorsicht angebracht. In den oben geschilderten Fällen, in denen ich die Verkäufer gemeldet hatte, waren die Artikel jeweils für ein Drittel bis zur Hälfte des nächstbilligeren Angebots ausgeschrieben.

Es gilt die alte Binsenweisheit, daß Dinge, die zu gut sind, um wahr zu sein, meistens auch nicht wahr sind. Kein Verkäufer wird Geld verschenken, Notverkäufe sind auch mit einem Preis von 10% unterhalb des nächstbesten Angebots schnell erfolgreich. Warum sollte also ein Verkäufer auf 50% oder mehr verzichten? Das machen nicht mal Sozialkaufhäuser, von denen einige auch auf kleinanzeigen.de unterwegs sind.

Fünftens, und das wird oft übersehen: Private Verkäufer versuchen das Versandrisiko auf den Käufer abzuschieben, oft mit Verweis auf den entsprechenden BGB-Paragraphen, der das nicht nur erlaubt, sondern standardmäßig vorsieht. Das ist jedoch abzulehnen, weil es völliger Schwachsinn ist und an der Realität vorbeigeht:

Wenn eine versicherte Sendung z.B. bei DHL verlorengeht, kann der Empfänger nicht mal eine Nachforschung beauftragen, geschweige denn Schadensersatz erhalten. Das kann nur der Auftraggeber - logisch, denn dieser ist der alleinige Vertragspartner von DHL. Nur der Versender kann also nachforschen lassen und Schadensersatz vom Transporteur erhalten. Insofern ist es idiotisch, auch nur auf die Idee zu kommen, das Versandrisiko auf den Empfänger abwälzen zu wollen.

[ Ausnahme, nur der Vollständigkeit halber: Wenn der Empfänger selbst den Versand beauftragt und die Ware beim Verkäufer abholen läßt, sind die Verhältnisse natürlich anders, denn dann ist der Empfänger der Vertragspartner des Transporteurs. Diese Konstellation zieht aber andere Schwierigkeiten nach sich und ist deshalb in der Praxis sehr selten anzutreffen. ]

Meine Erfahrung ist, daß die meisten Verkäufer dies einsehen, wenn man es ihnen erklärt, und dann bereit sind, das Versandrisiko doch selbst zu übernehmen.

Wie kleinanzeigen.de Fälle entscheidet, in den denen der Verkäufer das Paket nachgewiesenermaßen versendet hat, das Paket jedoch nachgewiesenermaßen nicht beim Empfänger angekommen ist, weiß ich nicht. Insofern empfiehlt sich diesbezüglich eine klare Absprache mit dem Verkäufer. Diese kann kleinanzeigen.de dann bei Bedarf einsehen und eine entsprechende Entscheidung treffen.

Sechstens, und das versuche ich bei hochpreisigen Artikeln immer zusätzlich: Du kannst dem Verkäufer sagen, daß Du vor dem Kauf gerne persönlich mit ihm sprechen möchtest. Wenn er sich nicht darauf einläßt, dann ist das nicht von vornherein ein schlechtes Zeichen; vielleicht hat er wirklich Bedenken, seine Telefonnummer herauszurücken. Aber wenn er sich darauf einläßt und dann zum vereinbarten Zeitpunkt auch rangeht, ist das ein sehr starkes positives Zeichen.

Siebtens (empfiehlt sich nur bei ungutem Gefühl): Du sagst dem Verkäufer, daß Du einen Freund hast, der bei ihm in der Nähe wohnt und den Artikel gegen Barzahlung in einer Woche abholt. Wenn der Verkäufer damit einverstanden ist, ist das ebenfalls sehr positiv. Da Dein Freund am nächsten Tag bedauerlicherweise krank geworden ist, bittest Du den Verkäufer dann doch um den Versand und schiebst ihm halt zusätzlich 5 oder 10 EUR für seinen Aufwand bzw. die Änderung der Absprache rüber. Wie gesagt: Vielleicht am besten nur im Zweifelsfall anwenden.

Also zusammengefaßt:

Abwicklung über "Sicher bezahlen", ein seit 5 Jahren bestehendes Verkäufer-Konto mit guter Bewertung, eine vernünftige und sprachlich halbwegs korrekte Artikelbeschreibung mit mehr als drei Worten, ein realistischer Preis sowie die Bereitschaft des Verkäufers, das Versandrisiko zu übernehmen, bieten in Kombination ausreichende Sicherheit (nach meiner Ansicht; ich bin noch nie hereingefallen). Persönliche Telefonate und die Bereitschaft des Verkäufers zur Abholung mit Barzahlung sind zusätzliche starke positive Zeichen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zweitens kannst Du nachsehen, wie lange der Verkäufer schon angemeldet ist und was er für Bewertungen hat. 1 Monat wäre schlecht, 10 Jahre wäre gut.
Danach kann man nicht gehen. Inzwischen sind es oft gehackte alte Accounts, weil sie eben Sicherheit vorgaukeln. Und die guten Bewertungen können die Betrüger doch ganz einfach faken. Paar Nachrichten mit weiteren gekaperten Accounts austauschen - bewerten - fertig.
 
Danach kann man nicht gehen. Inzwischen sind es oft gehackte alte Accounts, weil sie eben Sicherheit vorgaukeln. Und die guten Bewertungen können die Betrüger doch ganz einfach faken. Paar Nachrichten mit weiteren gekaperten Accounts austauschen - bewerten - fertig.
Genau deshalb hatte ich weiter unten in meinem Post geschrieben: "In Kombination". Das heißt, daß alle genannten Kriterien zusammentreffen sollten. Fehlen welche, muß das Risiko eingeschätzt werden.

Außerdem hatte ich betont, daß die angebotene Art der Zahlungsabwicklung für mich das wichtigste Kriterium ist.
 
Ich lehne z.B auch immer die Bezahlfunktion bei Kleinanzeigen als Verkäufer ab.

Man erfährt nicht wer der Käufer ist, man soll das Paket ins absolute Blaue schicken, erhält das Geld erst wenn der Verkäufer den Empfang bestätigt…
Es gibt genug Fälle, wo die Ware weg ist man kein Geld bekommt.

Paypal ist für mich aber Okay, da hat man zwar auch ein leichtes Risiko, aber wenigstens paar Daten, mit denen man im Zweifel eine Anzeige machen könnte.

Letztendlich bleibt es immer für beide Seiten ein Risiko.
 
Genau deshalb hatte ich weiter unten in meinem Post geschrieben: "In Kombination". Das heißt, daß alle genannten Kriterien zusammentreffen sollten. Fehlen welche, muß das Risiko eingeschätzt werden.

Außerdem hatte ich betont, daß die angebotene Art der Zahlungsabwicklung für mich das wichtigste Kriterium ist.

Du hast in Deinen Ausführungen noch nicht erwähnt, dass auch eine Verifikation mittels LinkedIn möglich ist.

Nach längerem hin und her hat sich der damalige Interessent für meinen Tarvo Rahmens anhand meines dortigen Accounts als vertrauenswürdig eingestuft und mir anschließend das Geld (wie von mir von Beginn an gefordert) per Überweisung zukommen lassen. Ich ihm im Anschluss dann natürlich auch den Rahmen.

Das er mich über diese Plattform gesucht hat fand ich mal echt pfiffig. 😄

PS
Mit Käuferschutz wäre das Teil meinerseits unter gar keinen Umständen rausgegangen.
 
Ich lehne z.B auch immer die Bezahlfunktion bei Kleinanzeigen als Verkäufer ab.

Man erfährt nicht wer der Käufer ist, man soll das Paket ins absolute Blaue schicken, erhält das Geld erst wenn der Verkäufer den Empfang bestätigt…
Es gibt genug Fälle, wo die Ware weg ist man kein Geld bekommt.

Also das ist mir jetzt komplett neu. Ich habe "Sicher bezahlen" bereits einige Male genutzt. kleinanzeigen.de hat dabei jeweils als Treuhänder für die Zahlung fungiert, aber nicht als Treuhänder für die Ware. Das heißt, daß der Verkäufer die Ware direkt an den Käufer schickt (und damit weiß, wer der Käufer ist), auch wenn "Sicher bezahlen" genutzt wird.

Hat sich das in der letzten Zeit geändert? Kann jemand dazu etwas sagen?

Du hast in Deinen Ausführungen noch nicht erwähnt, dass auch eine Verifikation mittels LinkedIn möglich ist.

Das zeigt mal wieder, daß man nie auslernt. Ich hatte keine Ahnung, daß dies möglich ist. Das liegt wahrscheinlich daran, daß ich bei keinem sozialen Netzwerk Mitglied bin. Thumbs up für den Hinweis!
 
Das zeigt mal wieder, daß man nie auslernt. Ich hatte keine Ahnung, daß dies möglich ist. Das liegt wahrscheinlich daran, daß ich bei keinem sozialen Netzwerk Mitglied bin. Thumbs up für den Hinweis!

LinkedIn ist ja kein klassisches soziales Netzwerk und eine offizielle Quer- Verifikation ist es natürlich auch nicht. 😉

Aber mir erscheint diese Methode wesentlich vertrauenserweckender als so etwas via Facebook und Konsorten zu machen.
 
Also das ist mir jetzt komplett neu. Ich habe "Sicher bezahlen" bereits einige Male genutzt. kleinanzeigen.de hat dabei jeweils als Treuhänder für die Zahlung fungiert, aber nicht als Treuhänder für die Ware. Das heißt, daß der Verkäufer die Ware direkt an den Käufer schickt (und damit weiß, wer der Käufer ist), auch wenn "Sicher bezahlen" genutzt wird.

Hat sich das in der letzten Zeit geändert? Kann jemand dazu etwas sagen?



Das zeigt mal wieder, daß man nie auslernt. Ich hatte keine Ahnung, daß dies möglich ist. Das liegt wahrscheinlich daran, daß ich bei keinem sozialen Netzwerk Mitglied bin. Thumbs up für den Hinweis!
Hatte es 2 mal aus Unwissenheit bei Kleinanzeigen.
Kein Kontakt zum Käufer, er hat einfach bezahlen geklickt und an Kleinanzeigen bezahlt.
Von Kleinanzeigen bekam ich nur einen QR-Code um das Paket abzugeben.
Keine Adresse, kein Name, kein Geld.

2 mal ehrliche Leute, 2 mal Glück gehabt, aber beide Male ein sehr ungutes Gefühl.

Daher biete ich diesen Dienst nicht mehr an.
 
Hatte es 2 mal aus Unwissenheit bei Kleinanzeigen.
Kein Kontakt zum Käufer, er hat einfach bezahlen geklickt und an Kleinanzeigen bezahlt.
Von Kleinanzeigen bekam ich nur einen QR-Code um das Paket abzugeben.
Keine Adresse, kein Name, kein Geld.

Interessant. Ich frage den Käufer normalerweise immer zur Sicherheit nochmals nach der gewünschten Versandadresse, und dann habe ich sie sowieso.

Ganz unabhängig von den hier diskutierten Problemen gibt es auch Software für praktisch alle Betriebssysteme, die den Inhalt von QR-Codes auslesen und als Text anzeigen können.

Wenn es keinen Kontakt mit dem Käufer gibt, kannst Du also so vorgehen wie von @redVellocet beschrieben, oder Du kannst den Inhalt des Codes auslesen und irgendwo zur Sicherheit abspeichern.
 
Ich nutze Direktkauf als Verkäufer regelmäßig, auch bei höherpreisigen Sachen. Man sollte halt versuchen, sich gegen Betrugsversuche so gut es geht abzusichern. Ist komplett paranoid, aber ich habe online auch schon Fälle gesehen, wo es am Ende geholfen hat. Übliche Masche ist ja beispielsweise defekte Ware vorgeben, die aber am Ende dem Käufer bereits gehört hat und er sie nur heimlich austauschen will.

Heißt konkret bei teuren Verkäufen: kompletten Verpackungsprozess schnittfrei mitfilmen. Ware darf das Bild nicht verlassen. Anfangs Zustand nochmal zeigen und evtl. Seriennummer. Am Ende Paketzustand rundum dokumentieren und wiegen. Wer komplett übertreiben will, filmt nochmal wie er das Paket rundum zeigt, auf dem Autodach wiegt und in die Packstation legt. Oder man verpackt direkt vor der Packstation im Kofferraum.

Kleinanzeigen Account seit 2010, noch nie erfolgreich verarscht worden (klopf auf Holz).
 
Oder alles im Beisein eines Zeugen machen. Das könnte die Filmerei sparen ...

Schnittfrei Filmen von der ersten Sekunde des Einpackens bis zur Abgabe im Paketshop oder gar bis zur Abholung des Pakets durch den Zusteller ist recht aufwendig, besonders da das Paket auch während etwaiger Autofahrten und während des Ein- und Ausladens nie aus dem Bild kommen darf.
 
Schnittfrei Filmen von der ersten Sekunde des Einpackens bis zur Abgabe im Paketshop oder gar bis zur Abholung des Pakets durch den Zusteller ist recht aufwendig
Aber super Stoff für eine spannende Daily Soap.
"Oberursel - Tag und Nacht", oder "Gute Label, schlechte Label", oder "Alles was (der Paketbote) zählt.

Wenn ich verkaufe, biete ich immer und ausnahmslos eine Abholung an, um in dem Punkt Vertrauen zu schaffen. Zahlung mit Käuferschutz aber auf keinen Fall. Wer das nicht akzeptiert, muss halt woanders kaufen. Möchte ich teuren Scheiß kaufen, frage ich nach Käuferschutz (auf meine Kosten). Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, gilt mein eigenes Prinzip: muss ich halt woanders schauen.
 
Absolute Sicherheit gibt's nicht, jedoch einige Kriterien, deren Überprüfung das Risiko minimiert:

Die Zahlungsart "Sicher bezahlen" oder "Paypal Waren und Dienstleistungen" wird kaum ein Betrüger anbieten. Es gibt allerdings Leute, die "Sicher bezahlen" aktiviert haben, diese Zahlungsart aber im Laufe der Verhandlungen verweigern. Das sind zu 100% Betrüger. Ich habe das in der letzten Zeit mehrmals erlebt, den Verkäufer jeweils gemeldet und kurz danach die Nachricht erhalten, daß sanktioniert wurde.

Aber nochmals: Wenn der Verkäufer beim Angebot "Sicher bezahlen" bleibt, sollte es keine Probleme geben. Das ist für mich das wichtigste Kriterium.

Zweitens kannst Du nachsehen, wie lange der Verkäufer schon angemeldet ist und was er für Bewertungen hat. 1 Monat wäre schlecht, 10 Jahre wäre gut. Bei der Zuverlässigkeit würde ich darauf achten, daß dort "sehr" oder "besonders" dabeisteht.

Drittens solltest Du den Text der Anzeige auf sprachliche Auffälligkeiten hin untersuchen. Insbesondere bei vielen Anglizismen ist nach meiner Erfahrung Vorsicht geboten.

Viertens: Gier frißt Hirn. Wenn ein neuwertiger Artikel für einen Bruchteil des Gebaucht-Wertes angeboten wird, ist Vorsicht angebracht. In den oben geschilderten Fällen, in denen ich die Verkäufer gemeldet hatte, waren die Artikel jeweils für ein Drittel bis zur Hälfte des nächstbilligeren Angebots ausgeschrieben.

Es gilt die alte Binsenweisheit, daß Dinge, die zu gut sind, um wahr zu sein, meistens auch nicht wahr sind. Kein Verkäufer wird Geld verschenken, Notverkäufe sind auch mit einem Preis von 10% unterhalb des nächstbesten Angebots schnell erfolgreich. Warum sollte also ein Verkäufer auf 50% oder mehr verzichten? Das machen nicht mal Sozialkaufhäuser, von denen einige auch auf kleinanzeigen.de unterwegs sind.

Fünftens, und das wird oft übersehen: Private Verkäufer versuchen das Versandrisiko auf den Käufer abzuschieben, oft mit Verweis auf den entsprechenden BGB-Paragraphen, der das nicht nur erlaubt, sondern standardmäßig vorsieht. Das ist jedoch abzulehnen, weil es völliger Schwachsinn ist und an der Realität vorbeigeht:

Wenn eine versicherte Sendung z.B. bei DHL verlorengeht, kann der Empfänger nicht mal eine Nachforschung beauftragen, geschweige denn Schadensersatz erhalten. Das kann nur der Auftraggeber - logisch, denn dieser ist der alleinige Vertragspartner von DHL. Nur der Versender kann also nachforschen lassen und Schadensersatz vom Transporteur erhalten. Insofern ist es idiotisch, auch nur auf die Idee zu kommen, das Versandrisiko auf den Empfänger abwälzen zu wollen.

[ Ausnahme, nur der Vollständigkeit halber: Wenn der Empfänger selbst den Versand beauftragt und die Ware beim Verkäufer abholen läßt, sind die Verhältnisse natürlich anders, denn dann ist der Empfänger der Vertragspartner des Transporteurs. Diese Konstellation zieht aber andere Schwierigkeiten nach sich und ist deshalb in der Praxis sehr selten anzutreffen. ]

Meine Erfahrung ist, daß die meisten Verkäufer dies einsehen, wenn man es ihnen erklärt, und dann bereit sind, das Versandrisiko doch selbst zu übernehmen.

Wie kleinanzeigen.de Fälle entscheidet, in den denen der Verkäufer das Paket nachgewiesenermaßen versendet hat, das Paket jedoch nachgewiesenermaßen nicht beim Empfänger angekommen ist, weiß ich nicht. Insofern empfiehlt sich diesbezüglich eine klare Absprache mit dem Verkäufer. Diese kann kleinanzeigen.de dann bei Bedarf einsehen und eine entsprechende Entscheidung treffen.

Sechstens, und das versuche ich bei hochpreisigen Artikeln immer zusätzlich: Du kannst dem Verkäufer sagen, daß Du vor dem Kauf gerne persönlich mit ihm sprechen möchtest. Wenn er sich nicht darauf einläßt, dann ist das nicht von vornherein ein schlechtes Zeichen; vielleicht hat er wirklich Bedenken, seine Telefonnummer herauszurücken. Aber wenn er sich darauf einläßt und dann zum vereinbarten Zeitpunkt auch rangeht, ist das ein sehr starkes positives Zeichen.

Siebtens (empfiehlt sich nur bei ungutem Gefühl): Du sagst dem Verkäufer, daß Du einen Freund hast, der bei ihm in der Nähe wohnt und den Artikel gegen Barzahlung in einer Woche abholt. Wenn der Verkäufer damit einverstanden ist, ist das ebenfalls sehr positiv. Da Dein Freund am nächsten Tag bedauerlicherweise krank geworden ist, bittest Du den Verkäufer dann doch um den Versand und schiebst ihm halt zusätzlich 5 oder 10 EUR für seinen Aufwand bzw. die Änderung der Absprache rüber. Wie gesagt: Vielleicht am besten nur im Zweifelsfall anwenden.

Also zusammengefaßt:

Abwicklung über "Sicher bezahlen", ein seit 5 Jahren bestehendes Verkäufer-Konto mit guter Bewertung, eine vernünftige und sprachlich halbwegs korrekte Artikelbeschreibung mit mehr als drei Worten, ein realistischer Preis sowie die Bereitschaft des Verkäufers, das Versandrisiko zu übernehmen, bieten in Kombination ausreichende Sicherheit (nach meiner Ansicht; ich bin noch nie hereingefallen). Persönliche Telefonate und die Bereitschaft des Verkäufers zur Abholung mit Barzahlung sind zusätzliche starke positive Zeichen.
dein kriterienkatalog ist ja ganz amüsant, allerdings werden auch zig sehr alte accounts gehackt und an diese dümmliche "sicher bezahlen" funktion die glaubwürdigkeit eines verkäufers zu knüpfen...
ich lehne die zahlungsart auch konsequent ab. KA schiebt die einem ja dann auch ab und an noch heimlich unter, auch wenn man sie in der anzeige deaktiviert hat.
ich als verkäufer würde meine privaten daten wie telefonnummer und co nie an irgend einen anonymen interessenten rausgeben. wenn derartige skepsis vorliegt, muss man halt hinfahren.

die einzige absolute sicherheit ist eine abholung.
 
dein kriterienkatalog ist ja ganz amüsant, allerdings werden auch zig sehr alte accounts gehackt und an diese dümmliche "sicher bezahlen" funktion die glaubwürdigkeit eines verkäufers zu knüpfen...

Das sehe ich komplett anders. Warum diese Funktion dümmlich sein sollte, erschließt sich mir nicht. Ja, im Zweifelsfall kann kleinanzeigen.de erst einmal eine falsche Entscheidung treffen, wenn es zum Streit kommt.

Dennoch ist die "Sicher bezahlen"-Funktion für Käufer ein sehr wirkungsvolles Mittel gegen betrügerische Verkäufer. Ist ja auch logisch: Jeder Betrüger (als Verkäufer) weiß doch, daß er niemals Geld sehen wird, wenn der Kauf über "Sicher bezahlen" abgewickelt wird und er die Ware nicht wie vereinbart liefert. Also wird kein Betrüger, der halbwegs bei Trost ist, diese Zahlungsart anbieten. Folglich kann aus Käufersicht bei dieser Zahlungsart mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, daß am anderen Ende ein ehrlicher Mensch sitzt.

Und ich habe ja noch genug andere Kriterien genannt, die in Kombination genug Sicherheit bieten, jedenfalls nach meiner Erfahrung über immerhin 15 bis 20 Jahre. An einem einzigen Kriterium würde ich die Entscheidung nicht aufhängen. Aber das alles steht ja schon in dem Post, auf den Du Dich bezogen hast.
 
Zuletzt bearbeitet:
dümmlich deshalb, da du als verkäufer komplett ausgeliefert bist. der käufer muss den empfang bestätigen. tut er das nicht, vergehen mindestens 14 tage. behauptet er die ware wäre anders als beschrieben, geht der streit mit dem grottenschlechten abwicklungsdienstleister los.
 
dümmlich deshalb, da du als verkäufer komplett ausgeliefert bist.

Ja, schon klar. Die aktuelle Diskussion und insbesondere mein Beitrag bezieht sich jedoch auf Post #226 in diesem Thread, in dem jemand als Käufer um Rat gefragt hat. Ich habe die Frage sogar komplett am Anfang in meinem Post #231 zitiert, so daß offensichtlich sein sollte, daß mein Post ein Antwort auf diese Frage ist.

Auch in meinem Post #247 habe ich klar gemacht, daß es dabei um die Sicht des Käufers geht.

Wenn hier ein Verkäufer um Rat gefragt hätte, wäre meine Antwort (sofern ich eine geschrieben hätte) anders ausgefallen.

Im Übrigen kann das Angebot "Sicher bezahlen" durchaus auch aus Sicht eines Verkäufers sinnvoll sein. Es schafft Vertrauen und hat einen nicht unerheblichen Werbe-Effekt. Außerdem erübrigen sich damit oft "Was letzte Preis"-Anfragen. Das muß man als Verkäufer gegen die damit verbundenen Risiken abwägen, was ein individueller Prozeß ist, für den man keinen allgemeinen Rat geben kann.

Aus Verkäufer-Sicht läßt sich das Risiko von "Sicher bezahlen" jedoch durch die in den vorigen Posts genannten Maßnahmen zumindest reduzieren. Wenn es trotzdem zum Streit kommt, geht auf jeden Fall Zeit ins Land. Wenn ein Verkäufer im Rahmen eines Notverkaufs dringend schnell Geld braucht, eignet sich diese Methode vielleicht weniger.

Und als finale Anmerkung, die ich schon öfter gemacht habe:

Auch wenn sich Unternehmen immer wieder anmaßen, "endgültige" Entscheidungen zu treffen und entsprechendes Geschwurble in Ihren AGBs verzapfen, so gibt es in Deutschland und der EU nur eine Instanz, die tatsächlich endgültige Entscheidungen treffen kann, nämlich die obersten Gerichte. Sogar gegen die Nichtzulassung einer Revision seitens irgendeines kleinen Amtsgerichts kann man vorgehen (im allgemeinen).

Es kann also keine Rede davon sein, daß Du als Verkäufer komplett ausgeliefert bist - und wenn, dann nicht kleinanzeigen.de, sondern den Institutionen des Rechtsstaats.

Im Falle einer Fehlentscheidung seitens kleinanzeigen.de kannst Du als Verkäufer immer den Rechtsweg beschreiten. Natürlich kostet das Zeit und Nerven, aber finanziellen Schaden erleidest Du nicht, sofern Du Recht bekommst. Letzteres hängt natürlich von den Beweisen ab, die Du erbringen kannst, und damit wären wir wieder bei der Filmerei bzw. bei Zeugen.

Im Übrigen gibt es ganz ohne Zeugen und eigene Beweisaufnahme eine weithin unbekannte Art der zu 100% beweis-sicheren und gerichtsfesten Zustellung von Ware an einen Empfänger. Diese ist jedoch mit gewissen Kosten verbunden (Schätzung: 40 EUR) und insofern nur für hochpreisige Artikel geeignet. Bei Interesse schreibe ich vielleicht noch etwas dazu. Im Moment bin ich zu faul und zu genervt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo ins Forum. Ich hab jetzt das Problem daß sich jemand in mein Kleinanzeigen Konto gehackt hat und in meinem zugehörigen E-Mail Account eine Umleitung eingerichtet hatte. Hab es bemerkt und die Umleitung gelöscht und mein Passwort geändert. Jetzt hab ich schon mehrfach Kleinanzeigen über das Kontaktformular angeschrieben und die gebeten mein Konto, daß von denen gesperrt wurde, wieder frei zu schalten. Hab auch noch einen Screenshot der unrechtmäßig erstellten Anzeige mitgeschickt.
Aber ich bekomme überhaupt keine Antwort. Und die Anzeige ist auch noch online.
Hatte das jemand schonmal?
Wie seid ihr da vorgegangen?

Gruß
 
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